Sweet Trip - zeitlose Leichtfüßigkeit

Nein, eine Newcomerband sind Sweet Trip nicht. Und erst recht keine DIY-Schlafzimmertruppe, die mit den richtigen Tags, zur richtigen Zeit, im richtigen Blog waren – auch wenn das der putzige Drumcomputersound und der dezente Lo-Fi-Schleier vielleicht suggerieren.

Sweet Trip fanden 1998 im sonnigen San Francisco zueinander und haben bereits zwei LPs auf Darla Records veröffentlicht. Sechs Jahre nach ihrem letzten Werk „Velocity : Design : Comfort“ erscheint nun ihr dritter Longplayer  „You Will Never Know Why“.  In gewissen Momenten klingt das Trio wie die besseren „Whitest Boy Alive“ zu „Burning“-Zeiten – glücklicherweise ohne den verschlafenen Kuschelfaktor eines Erlend Øye. Reduziert, knackig und auf den Punkt gebracht, ohne dabei allzu anbiedernd zu sein. Die Wandlungsfähigkeit dieser Band ist enorm, erst recht wenn man bedenkt wie homogen das Album dabei als Ganzes bleibt. Elektronische Spielereien hier, Shoegaze-Anleihen dort – und doch immer geradeaus Richtung Pop. Dazu mischen sich immer wieder folkige Balladenstücke, meist nur getragen von Akustik-Gitarre, Gesang und zurück genommenen Analog-Synths. Der zweitstimmige Gesang von Valerie Cooper und Roby Burgos oszilliert zwischen klassischem Dream-Pop und New Romance: Selbstvergessen, schwelgerisch und elegisch. Die Klangästhetik atmet den Geist der späten Achtziger, birgt aber zugleich eine gewisse Wärme die sich wiederum dieser Schublade entzieht. So kommt der Sound retrospektiv und ausdifferenziert zugleich daher. Bitte mehr von solch zeitloser Leichtfüßigkeit.

„You Will Never Know Why“ ist am 29. September auf Darla Records erschienen.

Myspace

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