Plattenkritiken


Rezension: Anti-Pop Consortium – Fluorescent Black

Rezension: Anti-Pop Consortium - Fluorescent Black

Und schon wieder flüchtet da jemand von der Erde Richtung Sterne. Kann das Zufall sein? Nach Kid CuDi sucht sich auch das Anti-Pop Consortium das Reich jenseits des himmlischen Blaus aus, um dort abseits von Finanzkrise, Schweinegrippe und Preiserhöhung bei der Bahn vor sich hin zu dröseln. Natürlich fehlt beiden der futuristische Moment. Innovationen passieren längst auf anderen Spielplätzen, doch trotzdem ist „Fluorescant Black“ dynamisch und eigen. Kaum eine anderes Album kommt so trocken daher und hat trotzdem noch soviel Kopfnick-Potenzial.

Doch das alles abseits von jeglicher Weltraumromantik. Hier gibt es keine Helden, keine Außerirdischen, keine Alfs. Der Albumtitel gibt die Marschrichtung schon gut vor. Hier wagt es kein Stern zu funkeln. Düster poltern die Beats vor sich hin und werfen dem Fluss ab und zu mal einen Stock in die Speichen ohne dass dieser auf die Fresse fliegt. So verwurstet „C Thru U“ Eurodance-Fanfaren, die aber so gar nichts mehr mit guter Laune zu tun haben mögen. Eiskalt und metallisch hallen diese durch den leeren Raum. Danach blubbert und gluckert „Volcano“ wie ein Hexenkessel. Aus diesem starren Molchaugen und Hühnerfüße, die im Sud der elektrischen Rückenschrubberei ums Ertrinken nicht verrecken wollen. Irgendwo dort unten schlägt schon das Herz eines Deus ex machina, dessen Strippen dick wie Drahtseile sind und den nichts mehr verwundern kann. Durch die Adern fließen längst behäbig Datenströme. Das funktioniert auch eine gewisse Weile.

Aber leider gleitet die Aufmerksamkeit irgendwann ab. Wie an Halloween saugt sich der Schrecken selber ein und nach ein paar Durchläufen ist es anstrengend seine Konzentration noch beisammen zu halten. Da kann auch Roots Manuva mit seinem Gastauftritt nicht viel reißen. Das Licht wird gefressen.  Langsam und behäbig stöhnt dieser Moloch vor sich hin und das Ende ist schrecklich absehbar. Kein Haken wird geschlagen, sondern linear und direkt geht es auf das formlose Funkeln zu. Ins Schwarze geschossen und das Blaue getroffen.

Wertung: 60

Referenzen: KiD CuDi, Kanye West, Roots Manuva, The Roots

Label: Big Dada/Rough Trade/Versträker

Links: myspace

VÖ: 25.09.09


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2 Kommentare zu “Rezension: Anti-Pop Consortium – Fluorescent Black”

  1. [...] wie Spoon, Chokebore, Los Campesinos!, Faith No More, Moderat, Owen Pallett, Brother Ali, Anti-Pop Consortium, Lee Field & The Expressions, Get Well Soon, The Raveonettes, Gui Boratto, Black Mountain, De [...]

  2. [...] Debütsingle “Shapeshift” veröffentlicht er auf dem knackigen Big Dada-Label (Anti Pop Consortium, Wiley, Speech Debelle), das seit Jahren im englischen Avantgarde-HipHop die kesse Schnauze vorn [...]

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