Nosaj ThingDrift

Die Zukunft hat begonnen. Mit Flying Lotus schälte 2008 einen Überproduzenten der nächsten Generation heraus, der mit versetzen, dumpfen, autistischen Beats sich gekonnt zwischen die Stühle Glitch, HipHop und Dubstep setzte und als Ankerpunkt das Potenzial hat, weitere Jahre mit seinem gekonnt störrischen Stil zu prägen.

Nosaj Thing stammt ebenfalls aus Kalifornien und geht nur wenig minimaler radikal vor. Er dekonstruiert und schichtet wieder auf, bläst Atmosphären in den USB-Port seines Laptops, verdunkelt wie mit einem musikalischen Photoshop-Werkzeug den Tag und lässt die Klänge den Raum erfahrbar machen. Ob mit schweren Bässen, aufgekratzten Störgeräuschen oder sich zerdehnenden Strukturen – alles wirkt höchst spannend und aktuell.

Tracks wie das gespenstisch-flüchtige „Fog“ oder das stotternde „Coat Of Arms“ untermauern die Ambitionen dieses noch jungen Künstlers, der aufgrund einer erhöhten Zugänglichkeit, verglichen mit Flying Lotus, sicherlich in Ferne auch für ein größeres Publikum interessant werden könnte. Sein fast durch und durch instrumentalen Beat-Skizzen begeistern aber jetzt schon. Vielfalt und Futurismen aus allerlei Genres verdichten sich auf „Drift“ zu einem hervorragenden Debüt.

73

Label: Alpha Pup

Referenzen: Flying Lotus, Hudson Mohawke, Dorian Concept, Burial, Onra, Dabrye, Prefuse 73

Links: MySpace, Alpha Pub

VÖ: 21.05.2009

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2 Kommentare zu “Review: Nosaj Thing – Drift”

  1. […] spannend: Caribou werden noch detaillierter als zuletzt, Gonjasufi vermöbelt die Musik und Nosaj Thing könnte wie immer Flatulenzen remixen – und es würde nichts anderes als großartig werden. Aber […]

  2. […] die Beats seiner Vorbilder nachzubauen. Über sein DJing, Produzieren, die Veröffentlichung der ersten LP “Drift” ist mittlerweile viel und ausführlich geschrieben worden – was passiert, wenn ein […]

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