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Wenn es eine den allermeisten Anwesenden  bis dahin  noch völlig unbekannte Band schafft,  gleich mehrmals zur Zugabe gebeten zu werden und am Ende des Abends sogar das ansonsten eher für unangenehme Ignoranz bekannte Publikum einer allwöchentlichen Umsonst-Konzertreihe vor dem Merch-Stand Schlangen bildet, hat das in diesem Fall wohl auch damit zu tun, dass die dargebotene Show in Sound und Leidenschaft teilweise stark an Broken Social Scene nach dem Unternehmensberater erinnerte. Höchst angenehm einlullender Gesang, mal weiblich, mal männlich, geleitete einen durch buntes Klackern, Flimmern und Rauschen, nur die ganz großen Ausbrüche  und Zusammenstürze der Kanadier fehlten vielleicht. Dass es  manchmal völlig genügt, die richtigen Vorbilder zu haben, bewiesen die zwei nach Brooklyn emigrierten Dänen, die ihren Namen anscheinend ganz spezieller Eingebung zu verdanken haben und die an jenem Abend (nahezu ohne Alkoholeinfluss) bereits  zum Fünferkollektiv angewachsen waren,  jedenfalls eindringlich.

Auf ihrem zweiten Album „421 Wythe Avenue“ klingt das Ganze dann ein oder gleich mehrere Spuren zurückgelehnter, sodass man anstatt an kanadische Großfamilien auch an ganz klassische Indietronic-, Shoegaze- und Folkacts denken muss, wie man sie beispielsweise auf Morr Music anzutreffen gewohnt ist.   Wäre das nicht alles so schön, man würde  gerne schreien: „Hör doch auf immer nur am Strand zu stehen, immer nur das Meer zu sehen!“,  doch zu guter Letzt lässt es sich dann auch noch eine weitere Stunde ganz wunderbar mit dieser wohlig wehmütigen Musik treiben.

Das Album „421 Wythe Avenue“ ist bereits via Ponyrec. (Indigo)  erschienen und kann in vollem Umfang bei lastfm angehört werden. Empfohlen sei jedem natürlich auch der Besuch eines der noch kommenden Konzerte:

  • 26.08.09 Hamburg, Astrastube
  • 27.08.09 Berlin, NBI
  • 28.08.09 Dresden,  Societätstheater

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