sonicyouth1Sonic Youth auf der Bühne zu sehen ist immer ein Erlebnis, nicht nur, weil die New Yorker zu den Bands gehören, die erst live ihre ganze Energie entfesseln, sondern auch, weil sie für gewöhnlich einen bunten Strauß an Stücken aus ihrer ganzen Karriere spielen. Hinzu kam an diesem Abend selbstverständlich noch die heimelige Atmosphäre, in der das Konzert stattfand.

sonic2Zu Ehren von Gerhard Richter trat die Band auf, zu dessen „Abstrakten Bildern“ das Haus der Kunst zur Zeit eine Ausstellung präsentiert, die ebenso sehenswert ist wie die musikalischen Auftritte, die neben Sonic Youth auch ein Konzert von Steve Reich zu bieten hatten. Auf die Wand hinter der Bühne wurden passende Filmausschnitte projiziert, die dem Ganzen noch einen zusätzlichen „arty“-Anstrich gaben. Das Set begann mit dem Mantra „She Is Not Alone“ in einer der vielleicht besten Liveversionen. Gleich danach gab es „Bull In The Heather“, welches sich mit seinem trockenem Beat nach vorne spielte. Kim Gordon wirkte wie immer als hätte sie jetzt hundert bessere Sachen zutun als auf der Bühne zu stehen. Erst zum Ende des Sets bewegte sie sich kreiselartig auf der Bühne hin und her bei „Jams Run Free“. Insgesamt schien die Band aber spielfreudig und gut gelaunt. Steve Shelley war vollkommen ausgelassen und hielt, wenn der Krach näher rückte, mit seinem Schlagzeug die Stücke zusammen. Besondere Euphorie lösten die neuen Songs vom kommenden Album „The Eternal“ aus, die von vorherigen Auftritten schon zig mal in gruseliger Qualität auf youtube angeklickt wurden.

sonic3Neben „Sacred Trixter“ und „Calming The Snake“ gab es als Premiere „What We Know“, einen Song mit Lee Ranaldo am Mikrophon. Ein schöner Stampfer, der die Vorfreude auf die Studioversion steigerte. Zum Schluß des ersten Sets spielte die Band eine in die Länge gezogene Version von Pink Steam, die einen der besten Songs vom letzten Album „Rather Ripped“ noch einmal um einige Höhepunkte im instrumentalen Anfang streckte. Hiernach verschwanden Sonic Youth hinter der Bühne, um dann nach kurzer Zeit die Zugabe zu spielen, die aus „Shaking Hell“ und „Expressway To Yr Skull“ bestand. Beide Songs waren die perfekten Schlusspunkte für diesen wunderbaren, aber leider mit knapp neunzig Minuten doch kurzen, Abend. Wer bei diesem ziemlich schnell ausverkauften Konzert nicht dabei sein konnte, möge doch die myspace Seite vom Haus der Kunst im Auge behalten, denn dort sollen in den nächsten Tagen Videos vom Auftritt online gestellt werden, die hoffentlich ein wenig Trost spenden können.

Ein Dankeschön an dieser Stelle an den User f.balint, der uns für das Review seine persönlichen Schnappschüsse zur Verfügung gestellt hat. Mehr Fotos gibt es hier.

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