blackdiceGeräuschmusik im Starbucks? Merzbow im McDonalds? Animal Collective machten mit ihrem Einzug in die Feuilletons nicht nur Elemente des Noise salonfähig, sondern relativierten mal ebenso den bisher subkulturellen Gestus der New-Weirdness. Dass Black Dice in ähnlicher Manier der Sprung in die Kulturressorts von Spiegel, TAZ und Co. gelingt, ist dabei eher unwahrscheinlich. Bis auf die Kollabo zwischen Eric Copeland und David Portner haben die beiden Krachkapellen nämlich nicht allzu viel gemeinsam.

Das Trio geht in seiner musikalischen Negation deutlich weiter als das tierische Kollektiv – ist aber trotzdem eingängiger denn je. Auf „Repo“ verirren sich verbeulte Breakbeat-Schleifen zwischen die Interferenzen defekt anmutenden Klangerzeuger, während Pornofilm-Samples zu einer absurden akustischen Orgie übereinander geschichtet werden. Es brummt und summt an allen Ecken und Enden, rappelt im Karton, vorwärts wie rückwärts, links und rechts sowieso. Das Pitch-Rädchen rotiert dazu vergnügt um die eigene Achse und die Loops scheinen von einer klebrigen, zähen Masse zusammen gehalten zu werden. Zerschnippelte Sprach- und Klangsamples aus verschiedensten, medialen Quellen bilden quasi den roten Faden des Albums. Die damit einhergehende Kritik bleibt irgendwo zwischen Zaunpfahl und Subtext stecken, spielt aber sowieso eine untergeordnete Rolle, da die Klangästhetik des Trios Aussage genug ist.

Umso mehr man das Album hört, desto deutlicher ist eine gewisse Zerissenheit zu spüren: Auf der einen Seite der Anspruch eines dysfunktionalen, aus dem Kontext gelösten Sounds, auf der anderen Seite zögerlich eingestreute Pop-Momente. Das anspruchsvolle Unterfangen, eine Balance in diese beiden Parameter zu bringen, gelingt letztendlich nur bedingt.

6.7 / 10

Label:Paw Tracks

Spieldauer: 45:24

Referenzen:Hair Police, Liars, Wolf Eyes, Excepter, Animal Collective, Eric Copeland, Gang Gang Dance

Links: Official Myspace

VÖ: 10.04.09

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