doomNeues aus dem Steinewerfer-Lager: Daniel Dumile meldet sich mit einem neuen Album und leicht veränderten Pseudonym zurück – aus „MF Doom“ wird schlicht und einfach „Doom“. Was auf den ersten Blick die Demaskierung des Mr. Anonymous suggeriert, entpuppt sich als ein weiteres Identitätsspielchen. Zählt man seine Werke als Viktor Vaughn und King Geedorah dazu, ist der geborenen Brite nun bereits bei Album Nummer Sieben angelangt.

Während sich Skeptiker nach wie vor die Zähne an dem Phänomen MF Doom ausbeißen werden, dürfen sich Fans auf eine weitere Reise in das verspulte Universum des Cartoon-Nerds freuen. Dumile hat nichts von seiner direkten Herangehensweise verloren und frönt weiterhin seiner comic-artigen, überzeichneten Auslegung des modernen Hip-Hop Sounds. Textlich wandelt er auf gewohnt obskuren Pfaden, die in simple und vertrackte Reimstrukturen zugleich verpackt werden. Der sperrige Flow ist dabei sicherlich nicht jedermanns Sache, harmoniert aber hervorragend mit den rumpeligen Sample-Beats. Diese stammen zum größten Teil aus eigener Feder, was dem Album die nötige Kohärenz verleiht und Freunde der „goldenen Neunziger“ aufhorchen lässt. Das ein oder andere Instrumental wird einem noch aus der „Special Herbs“-Reihe bekannt sein, welche Dooms unzählige Produktionen auf mehreren CD’s vereint. Die Gastbeiträge können sich ebenfalls sehen lassen: Jake-One liefert für „Ballskin“ ein astreines Boom-Bap Stück ab, während sich J Dilla mit seinem aberwitzig abstrahierten „Lightworks“ posthum zu Wort meldet. Als verbale Unterstützung hat sich das Metallgesicht Raekwon, Kurious, Tony Starks und Empress Sharhh ins Boot geholt.

Nach der bei Doom nötigen Eingewöhnungsphase bleibt trotzdem weniger hängen als man anfangs erwartet. Überraschungsmomente bleiben, im Kontext betrachtet, Mangelware. Die Homogenität, die durch die Eigenproduktionen entsteht, lässt nicht viel Raum für Neues. Das erweckt den Eindruck, Doom legt die Karten lieber nieder und heimst den eh schon sicheren Gewinn ein, statt richtig zu Pokern – mit drei Assen auf der Hand ließe sich definitiv mehr holen. Trotz diesem Kritikpunkt ist „Born Like This“ immer noch überdurchschnittlich gut und für den ein oder anderen vernebelten Abend gut zu gebrauchen.

7.3 / 10

Label: Lex Records

Spieldauer: 40:28

Referenzen:Madlib, Lootpack, Guilty Simpson, MED, Quasimoto, Oh No, Wildchild

Links: Myspace

VÖ: 20.03.2009

Ein Kommentar zu “Review: Doom – Born Like This”

  1. Pascal sagt:

    „für den ein oder anderen vernebelten Abend gut zu gebrauchen.“

    Schick ausgedrückt, Philip. Hat mir gerade im Büro ein dickes Grinsen abverlangt;)

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