junior-boysAchtziger und kein Ende. Während die Abnutzungserscheinungen mittlerweile nicht mehr zu leugnen sind, wird weiterhin munter am hippen Retrosound geschraubt. Der Begriff „Zitatpop“ wird dabei zum universellen Winkelzug für belanglose Klötzchenschieberei mit vermeintlicher Reminiszenz an das bunte Jahrzehnt. So fahren sich auch die Junior Boys mit ihrem dritten Album gekonnt in die kreative Sackgasse.

In Anbetracht der Tatsache, dass der Sound des kanadischen Duos im Grunde nur aus Zitaten besteht, ist dieser Ausfall nicht weiter verwunderlich. Der Vergleich mit dem äußerst kurzweiligen Vorgänger hinterlässt dann doch etwas Ratlosigkeit. Wo sind die großen Melodien? Der schneidige Sound? Die überspannte Ästhetik? Würde hier nicht ein Jeremy Greenspan hinter dem Mikrofon stehen, bliebe nicht viel über. Die Stimme macht sicherlich den ein oder anderen schwachen Moment wett. Sind die Ideen jedoch derart dünn gesät, hilft auch die solide Gesangsarbeit nicht viel. Die Beats plätschern teilweise derart uninspiriert vor sich hin, dass man glaubt der Drumcomputer sei zwischenzeitlich eingeschlafen. Lediglich auf dem Italo-Disco beflügelten „Work“ schimmert noch etwas von der alten Größe der beiden Kanadier durch. Dabei hätte es womöglich schon gereicht das Tempo etwas anzuziehen, denn die schwerfälligen Downtempo-Stücke sorgen eher für selige Schläfrigkeit.

Vielleicht wäre man besser damit gefahren, die acht Tracks als EP zu verkaufen, um die Wartezeit bis zum nächsten großen Ding zu verkürzen. So werden die Junior Boys aber selbst den Fans nicht gerecht, die sich eventuell sogar mit einer zweiten „So This Is Goodbye“ zufrieden gegeben hätten. Greenspan hievt die Platte mit seinem markanten Soul gerade noch so über den Durchschnitt.

5.7 / 10

Label: Domino

Spieldauer: 47:12

Referenzen: Erlend Oye, Hot Chip, Zoot Woman, Morgan Geist, Cut Copy, Telefon Tel Aviv, M83

Links: Homepage, Myspace

VÖ: 09.04.09 (USA) / 08.05.09 (GER)

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