5138ephgtul_ss500_Existenzielle Brüche hinterlassen ihre Spuren. Nicht nur im Denken des Betroffenen, sondern auch in seinem Schaffen. Charles Cooper und Joshua Eustis haben im Zuge des Wirbelsturms „Katrina“ einiges wegstecken müssen und trotzdem ist ein gewisser Optimismus auf ihrem dritten Album „Immolate Yourself“ nicht zu leugnen. Die Scheibe passt perfekt in den Katalog der Berliner von „Bpitch Control“, denn kaum ein Label kann dieser Tage solch eine Vielfalt an individuellen Künstlern aufweisen.

Telefon Tel Aviv verpassen dem „New Romanticism“ der frühen Achtziger ein zeitgemäßes, elektronisches Gewand und entwerfen einen federleichten Pop-Hybriden. Der Blick wendet sich vom Detail dem Ganzen zu, die mikroskopischen Shuffle-Sounds der ersten beiden Alben sucht man hier vergeblich. Den Remix für Apparats „Arcadia“ hätte man also schon als Deut in diese Richtung interpretieren können. Klang braucht bekanntlich Raum, davon räumt das Duo ihrem Sound mehr als genug ein. Schon beim Opener wird alles richtig gemacht: Tonnen von übereinander geschichteten Flächen, verhuschter Gesang und analoge Synth-Salven, vorangepeitscht von einer gewaltige Snare-Drum. Trotz zahlreicher Rückverweise wirkt der Sound zu keiner Zeit überholt, sondern schreitet selbstbewusst nach vorne.

Ein durchweg frisches Album, dass dank konsequenter Weiterentwicklung zu überzeugen weiß. Als einziges Manko lässt sich die etwas zu häufige Drosselung des Tempos nennen. Der druckvolle Sound von „The Birds“ oder „M“ steht den beiden deutlich besser als das zwischenzeitliche, etwas beliebig wirkende Ambient-Geplucker.

7.7 / 10

Label: Bpitch Control

Spieldauer: 46:11 min.

Referenzen: M83, Depeche Mode, Apparat, New Order, Röyksopp, Ulrich Schnauss

Links: Homepage, MySpace

VÖ: 20.01.2009

4 Kommentare zu “Review: Telefon Tel Aviv – Immolate Yourself”

  1. Raventhird sagt:

    An den Vorgänger komme sie nie wieder dran, schätze ich. Aber ich höre natürlich dennoch mal rein in die Scheibe, sobald ich sie in die Finger kriege.

  2. Pascal sagt:

    Mir fehlen ehrlich gesagt angemessene Worte…

  3. Rinko sagt:

    obwohl man die person nicht kannte machen solche meldungen einen wirklich sehr betroffen.

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