Review: V.A. – Notwave.

„It’s kinda like No Wave, but not.“ So die simple, leicht augenzwinkernde Erklärung zum Titel dieser Compilation, den sich das Label „Rong Music“ direkt mal als eigenenes Subgenre auf die Fahne geschrieben hat. Die Tatsache, dass „Rong Music“ den meisten bis jetzt kein Begriff sein wird, könnte sich durch die geplante Zusammenarbeit mit dem New Yorker Erfolgslabel DFA rasch ändern. Mit Blick auf den Hype um Hercules & Love Affair dürfte diese Kooperation in einschlägigen Kreisen mit Sicherheit einige Wellen schlagen.

Schubladen sollten hier eher geschlossen bleiben, da man so viele öffnen müsste, dass ihr Sinn ohnehin verloren gehen würde. „Notwave.“ nimmt einen mit auf einen Streifzug durch die frühen Dekaden des New Yorker Undergrounds in all seinen schillernden Facetten. Mal elektronischer, mal gitarrenlastiger, aber immer straight nach vorne. Der unbedarfte Hörer darf sich auf jede Menge neue Impulse freuen, da einem viele Interpreten bisher schlicht nichts sagen werden. Da wäre man auch schon beim Zweck einer solchen Zusammenstellung: Für Leute, die eher weniger Zeit haben diverse Plattenläden nach solchen Raritäten zu durchsuchen, diese „Bildungslücke“ aber trotzdem schließen möchten, ist die Scheibe eine wunderbare Sache.

„Notwave.“ ist eine der wichtigsten Compilations des Jahres, auch wenn sich erahnen lässt, dass sie auf den meisten Listen fehlen oder von der kürzlich erschienenen The Rapture-Compilation geschluckt wird. Bleibt also zu hoffen, dass „Rong Music“ in Zusammenarbeit mit DFA eine größere Aufmerksamkeitsspanne bekommen wird als im Alleingang.

8.0 / 10

Label: Rong Music / DFA

Spieldauer: 73:58

Referenzen: James Chance & The Contortions, Hercules & Love Affair, Teenage Jesus & The Jerks, MARS, D.N.A., Circuits

Links: MySpace, Rong Music

VÖ: 01.09.2008

2 Kommentare zu “Review: V.A. – Notwave.”

  1. Pascal sagt:

    Super Ding, Philip! Ich kam bisher nicht über die von Brian Eno in die Wege geleitete „No New York“ und einige weitere Platten dieses Genres hinaus.

  2. Philip sagt:

    ja, die „no new york“ find ich auch super, bin mal gespannt was da noch so kommt

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