The Kids Want To Dance!

Der Arbeitskreis rhythmussuchender Profilneurotiker bekommt neues Futter: The Faint folgen mit ihrem aktuellen Longplayer weiterhin den ausgelatschten Pfaden des Electroclash, abseits jeglicher Innovation und Selbstreflexion. Eine Band muss sich nicht mit jedem Album neu erfinden, wurde jedoch auf der Essenz eines Sounds so dermaßen rumgeritten, empfiehlt es sich einen Neuentwurf zumindest zu überdenken. Wenn dann aber trotzdem stur die 8-bit Blöcke über den obligatorischen Sägezahnbass gekickt werden, kann das schon ein wenig ermüdent sein.

Um nicht komplett in Polemik zu versinken, sollte zumindest gesagt sein, dass hier kein Hype reproduziert wird. Der Schritt zum New Wave-Zitat wurde vor der großen Welle, entgegen des Stroms vollzogen. Somit besteht ein direkterer Bezug zur Inspirationsquelle, der den Unterschied zu den „Plagiaten des Plagiats“ darstellt.

Natürlich steckt auch mehr dahinter als solche Oberflächlichkeiten: Der Gegensatz von lodernder Verzerrung und unterkühlter Gestik, aus Wut und Arroganz. Diese Stärke findet trotz allem noch ihren Weg durch das etwas fade „Vintagesynth-Drumcomputer-Konstrukt“. An der Produktion dieses Konstrukts gibt es wie zu erwarten nichts auszusetzen, was sich bereits an den messerscharfen Riffs des Openers erahnen lässt. Ob das jetzt ein Wehrmutstropfen ist, sei dahin gestellt. Da musikalische Ansprüche auch gerne mal an der Garderobe abgegeben werden, wird „Fasciination“ auf der Tanzfläche seine Hörerschaft finden. Dem Rest bleibt nur eines übrig: „Schön trinken“.

5.0 / 10

Label: blank.wav / Cooperative

Spieldauer: 35:02

Referenzen: Fisherspooner, Moving Units, Broken Spindles, Gang Of Four, Bloc Party, Crystal Castles, Late Of The Pier

Links: Homepage, MySpace

: 05.09.2008

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