Das musikalische Koordinatensystem der Britelektronen hat sich nicht verschoben. Trotzdem hat man den Eindruck, dass We Have Band nach „Ternion“ ein wenig gelöster wirken und sich gleichzeitig auch didaktisch ein wenig beschäftigt haben: Die vielen Ideen, die auf dem Vorgänger in einem Song von dem Trio verwurstet wurden, sind auf „Movement“ ein wenig gebündelter. Eigentlich komisch, wenn man bedenkt, dass die Band gerade jetzt mehr selbst in die Hand nahm.

„Someone“ war die Single-Vorbotin dieser Entwicklung, luftig unbeschwerter, vor allem gänzlich unsperriger Piano-Pop, der die krude Tendenz der Band, die sich vor allem durch den charismatisch Gesang von Dede Wegg-Prosser einschlich, schon im Ansatz ein wenig einengt. Dedes Stimme klingt immer noch wie Stereo Total in englisch und Siouxie And The Banshees, sie zeichnet sich durch ihren kalt-monotonen Touch aus, der vor allem die repetitiven Momente der Band unterstreicht, perfekt zur elektronischen Affinität passend und zum technoiden Unterbau, welcher sich nun mehr entfalten kann.

Zum Beispiel auf „Heart Jump“ oder „Please“. Der Wille, ab und an ein paar Beinchen auf die Tanzfläche zu stellen, ist ebenso noch vorhanden. Aber auf „Movement“ läuft man nicht mehr so oft Gefahr, zu stolpern, es besteht weniger Verletzungsgefahr als auf dem Vorgängerwerk „Ternion“, das natürlich auch schon astreinen Pop bot. We Have Band liefern kompositorisch geradlinige(re)n Ravepop, der sich nun einfach mehr Raum erlaubt („Look The Way We Are“). Dazwischen tummeln sich neben dem Klavier, das viel zentraler eingesetzt wird, auch Akustikgitarren wie etwa auf dem Melancholiker-Popstück „Every Stone“, das dieser Fraktion ebenfalls gut steht; siehe auch: das Tronix-Schlusslicht „Blue.“

Exzessiv, aber elegant – und übersichtlicher. Das könnte das Motto von „Movement“ sein, dem man sich hier verschrieben hat. Dank ausgefeilter Arrangements hat der Drittling das Potential, sich von der kurzweiligen Electropop-Flut und vom Kitsuné-Einheitsbrei (der ja trotzdem immer wieder das Attribut „tanzsicher“ kriegt) ausreichend abzugrenzen. Zumindest für eine Weile, denn irgendwie ist es mit dieser Band eine Antinomie. Gerade, wenn man ohne Angst zu ihr tanzt, ertappt man sich heimlich dabei, sich die energetischen Ausbrüche zurückzuwünschen. Mensch, es ist immer auch unfair.

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