PUPPUP

Dies ist die Geschichte einer Punkband, wie sie kaum klischeehafter beginnen könnte: Vier Jungs schmeißen ihre Jobs, betrinken sich hart, schlafen fortan in Kellern, essen Suppe aus Dosen und gründen eine Band, mit der sie Musik machen, die bisweilen in den Ohren schmerzt. Gleichzeitig ist dies die Geschichte einer Band, die ihrem Garagepunk ein Leben einhaucht, das so manche anderen in den letzten Jahren vermissen ließen. PUP heißt die Band und gefeiert wird sie von manchen als das nächste große Ding.

Die Vorlage, die die vier Kanadier mit ihrem Debüt „PUP“ hinlegen, ist mehr als vielversprechend. Vom ersten Lied an besticht das Album durch pointiertes Spiel. Das Tempo ist aggressiv, aber nicht trotzig und die Akkorde werden nicht planlos dahin gerotzt, sondern spiegeln Cleverness und Durchdachtheit wieder. Die Riffs sind schnell, kaum durchschaubar, aber klanglich sehr dicht konstruiert. Die zwei Gitarristen, mit denen die Band aufwartet, spielen sich die Töne punktgenau zu.

Auf stimmlicher Ebene dominiert nicht allein Stefan Babcock, sondern alle Bandmitglieder vereinen sich mehrfach zum Chor, was in das Gesamtwerk einige poppige Elemente sät. Vielleicht sind für diesen Pop-Anstrich aber auch balladig anmutende Stücke wie „Yukon“ verantwortlich, die zwar noch Garage-Attribute aufweisen, aber doch sehr hymnenhaft daher kommen.

Mit Produzent Dave Schiffman haben sich PUP einen Mann mit Sachverstand für ihre Sache ins Boot geholt. Er produzierte schon Weezer, Vampire Weekend und Rage Against The Machine. Dazwischen kann man auch PUP stecken, wenn man möchte. Man kann auch Ähnlichkeiten mit Japandroids erkennen, wenn man möchte – oder man hört sich das Album ganz vorbehaltlos an und erfreut sich daran, wie frisch Punk klingen kann.

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum