Musik ins Auge - Der Musikvideo-Roundup (März IV)

Der Trend von Musikvideos, welche sich die sekundenkurzen Szenen des gif-Bildformats als Loop-Ästhetik zueigen machen, scheint nicht abzunehmen, im Gegenteil: Während dieses Video einen Konzertsaal in Dauerrepetition aufdröselt, scheint der Clip von BANGS für The Pains Of Being Pure At Heart etwas Ähnliches zu machen – bis bei genauem Hinsehen klar wird, dass die mechanisch anmutenden Bewegungswiederholungen bloß clever affektiert sind.

Noch mehr als hier werden wahrscheinlich in Zukunft auch Vines, die ultrakurzen und standardmäßig auf Dauerloop laufenden Videos, ihren Weg in Musikvideos finden. Ebenfalls in Collagenform kommt diese Woche gleich ein Doppelpack aus animierten Grafiken, wenn Lee Stringle die Abgrundvisionen von Hieronymus Bosch zum Leben erweckt und Ewan Jones Morris mikroskopisch genau hinschaut. Jenseits von Himmel und Hölle aber kehrt Lagy Gaga in die Sonderklasse des Popvideos zurück: überzogen, prätentiös, exzessiv lang – kurzum, mit all der Kompromisslosigkeit, die ihrem letzten Album so fehlte. Die Franzosen Grégoire Orio und Grégoire Couvert beeindrucken einmal mehr mit einer unnachgiebig düsteren Partie „Wo ist Walter?“, das israelische Duo Michael Moshonov und Lael Utnik erzählt in weicher Optik vom Beziehungsende, Nicolas André inszeniert einen psychedelischen Höllentrip und David Tomaszewski ist Feuer und Flamme für sein Studioset.

Lady Gaga – G.U.Y.

Regie: Lady Gaga

 

Robot Orchestra – Invisible Smoke

Regie: Grégoire Orio & Grégoire Couvert

 

Garden City Movement – Move On

Regie: Michael Moshonov & Lael Utnik

 

Fanfarlo – Cell Song

Regie: Ewan Jones Morris

 

Son Of Kick – Hours featuring Lady Leshurr & Paigey Cakey

Regie: Nicolas André

 

Casseurs Flowters – 22h31 – Fais Les Backs

Regie: David Tomaszewski

 

The Pains Of Being Pure At Heart – Simple And Sure

Regie: BANGS

 

Odonis Odonis – Order In The Court

Regie: Lee Stringle

 

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum