Musik ins Auge - Der Musikvideo-Roundup (Februar II)

Das Gegenteil einer Flaute lässt sich derzeit in Sachen Musikvideos diagonistizieren. Insbesondere Clips, welche sich auf die Bands oder SolointerpretInnen selbst fokussieren, haben in dieser Ausgabe der visuellen Highlights Hochkonjunktur.

Da ist der epileptastische Animationsclip von Zeitguised für Mouse On Mars eine Ausnahme (und ist ohnehin eigentlich ein Nachzügler aus letzter Woche), allen voran bringt Nabil Elderkin einmal mehr eine originelle Perspektive, indem er den Blick seiner Kamera auf Nicki Minaj richtet – und auf ihren Betrachter, gegen dessen Male Gaze sie alsbald Intiative ergreift. Ebenfalls ohne bunte Farben, aber dafür umso überwältigender serviert Timothy Saccenti eine Licht- und Formenshow, bei der man bald nicht mehr weiß, wo die Projektion aufhört und die fassbaren Körper beginnen.

Auch stark bis verspielt in Szene gesetzt sind eine technicolorige Anna Calvi vor Mathy & Frans wechselnd monochromen Farbblöcken, Metronomy in Michel Gondrys Pop-Up-Szenarien, Chelsea Wolfe als ghoulige Gestalt in Mark Pellingtons kaputter Bilderwelt und Chet Faker als kompostierbarer Bartwuchs – und ist das SOHN höchstselbst in Thom Glunts ultralanger Zeitlupenkamerafahrt? Nicht minder schön anzusehen: die subtil überzeichnete Landschaft Houmam Abdallahs und der sagenhaft schön gefilmte Eurotrip-Clip Kristof Brandls, der nicht nur zum Valentinstag gesehen werden sollte.

Nicki Minaj – Lookin Ass Nigga

Regie: NABIL

 

Phantogram – Fall In Love

Regie: Timothy Saccenti

 

SOHN – Artifice

Regie: Thom Glunt

 

Mouse On Mars – Cream Theme

Regie: Zeitguised

 

Jason Bajada – Les Jolies Françaises

Regie: Kristof Brandl

 

Anna Calvi – Piece By Piece

Regie: Mathy & Fran

 

Metronomy – Love Letters

Regie: Michel Gondry

 

Chet Faker – Talk Is Cheap

Regie: Toby & Pete

 

Chelsea Wolfe – Feral Love

Regie: Mark Pellington

 

JBM – Only Now

Regie: Houmam Abdallah

 

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