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Nachdem Nick Hakim schon auf seinen rohen „Where Will We Go“-EPs flüchtige Momente zartstimmig durch intime Lo-Fi- und weite Echoräume ausdehnte, zeigt er sich spätestens mit seinem Debütalbum als souliger Klangvisionär. Während das deliriöse „Farmissplease“ Boom-Bap und plinkernde Froschorgel durch den Zeitraffer zieht, umgeben seine inbrünstigen Vocals die triefend feuchten Drums von „Bet She Looks Like You“, das Vintage-Knistern und -Verzerrung mit dem Effekt einer kirchenartigen Akustikumgebung kombiniert, mit einem imposant oszillierenden Nachhall, als würde sich jede Sekunde ein Gospelchor dazugesellen. „We could’ve moved to LA“, haucht Hakim im Titelstück und tatsächlich erinnert seine astrale Psychedelik an Brainfeeder, an die trippigen R‘n‘B-Entwürfe von THEEsatisfaction oder Miguel, aber auch an leicht aufgeputschte Beach House, Tame Impalas Synth-Konfetti oder im pianogeführten Schwirlen von „Needy Bees“ an gitarrenlose Grandaddy. Weniger abgehoben als sein Sound sind Hakims Texte, die selbst beim Fantasieren leicht greifbar bleiben und vor allem auf Lusterfahrungen („She taught me to make love/ with patience/ not just thinkin‘ about myself“) und Verluste zurückblicken; so führt „Slowly“ einen „dream you were in your birthday suit“ zur sehnsuchtsvollen Festellung im Wachzustand („Oh, what I would give to feel that feeling one more time“). Selbst wenn das Stück mit gellend intonierter Verzweiflung eskaliert, bleibt Hakims Psych-Pop betörend, weil er seine findigen Melodietreppchen auch durch breite Stimmschwaden und dichte Blubberwolken nicht beiseite fegt.