
Ein unruhig-pressierender Grime-Beat, der ein Sample zerkratzten Hustens als Snare-Peitschen nutzt und hochgepitcht zur Atemnot-Eskalation führt, Shy Girls metallisch verfremdete, ineinander geschichtete Vocals und ab der Mitte ein lustvoll verdichtendes Inferno aus elastischem Gummiflitschen und flitternden Blinklichtern: Für viele wäre ein grandioser Track wie „CC“ (kurz für „Cough, Cough“) reichlich Grundlage für eine Single mit vier futuristischen Remixen. Sega Bodega hat aber noch mehr in petto und webt drumherum eine soundlustige EP aus emotional-spritziger Pizzicato-Melodik („3310“), panischen Schreisamples über flutenden Industrial-Basswalzen à la Night Slugs („NSFW“) und satt oszillierenden Tieftönen. Mag auch nicht jedes Stück die befremdliche Vitalität von „CC“ erreichen, hält „Ess B“ als Ganzes unerwartet gut zusammen und hat von Beginn an einen roten Faden aus Streicher-Samples. Selbst wenn diese das romantisierte Finale „Strings In April“ nur so füllen, sind sie nicht monoton klebrig in die Breite gezogen, sondern flackern auf wie ein elektrifiziertes Metallgewebe, das in unerklärlich rhythmischen Mustern aufblitzt.