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Julie Byrne – Not Even Happiness

Auf einem Album voller erhabener, pastoraler Folk-Glanzstücke beeindruckt Julie Byrne nicht zuletzt mit ihrem Können, eine Szenerie zu etablieren. In wenigen Worten zeichnet sie vorbeiziehende Wolken und den Morgentau auf wildwachsenden Rosen, blaue Hesperidenpalmen im Schein eines roten Monds oder die Gemeine Wegwarte unter einem perfekt blauen Himmel. Es sind sehr spezifische Beobachtungen, die einen ruhigen Blick erfordern – so ruhig und bedacht, wie „Not Even Happiness“ generell ist. Oft steht ihre Stimme darauf so nah am Zupfen der Saiten, als hielte sie ihren Kopf mit heruntergebeugtem Nacken direkt übers Schallloch, mit federndem Nachhall ist der Effekt aber alles andere als einengend. Das Weitengefühl des Klangraums expandieren ein sachter Synth-Strich oder gedoppelte Vocals wie in „Follow My Voice“, „Natural Blue“ scheint mit sanfterem, aber dichterem Picking und spärlichen Geigenzügen völlig in sphärischen Höhen zu residieren – abgesehen von dem Moment, als eine satte Bassnote ertönt. Doch die Tendenz ist klar, mit jedem Song manifestiert sich das Gefühl der Entschleunigung auch konkret im Sound selbst. Nachdem sich Byrnes falsettierter Gesang in „Sea As It Glides“ mit einem ebenso wattigen Slide paart, ist das gitarrenlose Finale ein einziges großes Schweben, an dessen Ende ihre Erzählung vom Leben unter freiem Himmel und ohne stete Bleibe zu dem Schluss „Home is where the heart is“ kommt. Ihre Formulierung dafür ist allerdings, wie es diesem seelenvollen Werk gebührt, weitaus poetischer.

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