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Der Ringer – Soft Kill

So beginnt doch kein Debüt! Gewiss lässt sich der Reifegrad einer Gruppe nicht allein an der Albumanzahl festmachen, doch darf es schon imponieren, wie souverän sich Der Ringer mit dem kosmischen Pop von „Orbit“ etablieren. Wie die deutliche Weiterentwicklung auf einem zweiten, dritten Album legen die Hamburger auf „Soft Kill“ einen vielschichtig austarierten Sound zutage, der sich neben Videos und Webpräsenz stimmig in das Bild einer Band einfügt, die schon früh konzeptuell und ästhetisch viel mit klarem Blick umzusetzen gewillt ist. Gelungen kontrastieren besonders „Mikroskop“ und „Morton Morbid“ handfeste Basslauf-Schattierung mit synthigen Lichtstrahlen, ausgebreitet schwelgen „Frost“ und das texturenträchtige „Kanada“. Oft hängen die Songs mit diesem Klangbild momentweise in der Luft, stimmungsträchtige Pausen finden sich dagegen in „Knochenbrecher“ keine – der Song ist schließlich auch nur halb so lang wie die Durchschnittsdauer aller anderen. All die innehaltenden Zwischenspiele und langsam verdichtenden Outros, begleitend-verschmelzenden Vocoder-Verfremdungen oder angeschrägten Wendungen mit quäkig elektrifizierter Gitarre wirken aber meist als gezielte Bereicherung des Songwritings und passen auch zu den Spagatblicken der Texte, die vom Weltall ins Mikroskop, von technologischer Physikalität zum menschlich Emotionalen spannen.

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