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Agar Agar – Cardan EP

Ein angehaltener Atemzug. Ein Augenzwinkern. Eine leicht verzagt umspielte Halskette. „Cardan“ verkörpert sekundenkurze Augenblicke, die doch so viel bedeuten können. Auf seiner Debüt-EP faltet das Pariser Duo Agar Agar solch unscheinbare Bedeutsamkeiten zu Kurzreisen zwischen trippiger Disco und technoidem Synthpop auf, die mit geduldiger Konstruktion ihre eigenen Erlebnismomente bewirken. So pocht „I’m That Guy“ mehr als zwei Minuten lang ominös, doch mit unterkühlter Bestimmtheit voran, bis sich über die minimialistisch gezeichnete Szenerie eine üppige Synth-Patina legt. Damit einhergehend intoniert auch Clara Cappagli lauter, die bis dahin mit wenig Affekt sprechend schon viel bewirkt hat. Statt zu nuscheln oder intensiv Schwermut zu verbreiten, lässt sie ihre angerauchte Stimme einen klammen Millimeter nach unten kippen, wandelt anfängliche Desorientierung („I keep wandering the night“) in dämmernde Ernüchterung. Flotter im Tempo und entsprechend auch etwas lebhafter gesungen sind „Aquarium“ oder „Symbiose“ mit shoutiger Vocal-Zerrung, aber auch ein an Pollyester erinnerndes „Cuidado, Peligro, Eclipse“ lässt bei aller coolen Zurückhaltung nicht kalt, zu schwungvoll ploppt die Perkussion dieser Weltraum-Disco. Ganz großartig ist schließlich „Prettiest Virgin“, das ein Pendeln zwischen Verlangen, Verführung und Verzweiflung auf dem Dancefloor in einem umso sicherer auftretenden Groove transportiert.

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