Website-Icon Leben mit Musik | AUFTOUREN.DE

DJ N.K. – DJ Do Ghetto

Hup, Träller, Plonk: „DJ Do Ghetto“, das Debütalbum von DJ N.K., ist ein Zappelfest der Laute. Etwas geradliniger als bei anderen Szenegrößen wie DJ Marfox, aber in jeder Faser elektrisiert zucken die Kuduro-Beats temporeich durch Ohr und Nervensystem, dass die Herzen kräftiger pumpen. Nicht nur mit gelegentlich eingewobenden Samples wie dem Quaken und Schnattern in „Black Magic“ oder den Turntable-Breaks und dem Sammelsurium aus erhabenen Gesangsschnipseln und zackig angespitzten Shouts in „Orixas Groove“ formt der Lissaboner sein Klangbild: Das polyrhythmische „Zuguza“ quietscht derart im Ohr, als würde man permanent nervös auf Halloumi oder al dente gegarten grünen Bohnen herumkauen, unter Hinzuname einer Blechtrommel verlegt das knarzige „Matumbina“ das Bassgewicht in die Tiefe und nutzt Phasen eines fast schon Drop-artigen Spannungsaufbaus. Die Frenetik seiner Anschläge vermag DJ N.K. derart immer wieder anders zu rahmen, akzentuieren oder aus einem frischen Winkel arrivieren zu lassen, was „DJ Do Ghetto“ eine langfristig bassige Freude verleiht. Im von antreibend festiven Ausrufen, Samba-Trillerpfeifen und -Tröten befeuerten letzten Albumdrittel setzt das dichtere Trommelfeld immer wieder sekundenlang aus oder taucht gedämpft ab- und graduell wieder auf, anderswo rollen sich wie im dräuend-waberigen „Urban Mafia“ Stock- und Handperkussion um die bassige Kickdrum herum und lassen sie peitschenhaft losknallen. Das Gerüst aus Marimba und schabend akzentuierender Snare in „Tribalistic Face“ tragen folkige Akustikgitarre, Flötenläufe und weiche Synthlinien derweil in sanfte Höhen, wo all diese Anspannung auch einmal verdammt entspannt sein kann.

Die mobile Version verlassen