Website-Icon Leben mit Musik | AUFTOUREN.DE

Dengue Dengue Dengue – Siete Raíces

Polyrhthmisch verhangen: Nicht nur im breitstrichigen Coverartwork erinnert Dengue Dengue Dengues zweites Album ein Stück weit an das dubbige Frühwerk von Shackleton auf Skull Disco. Mit „Siete Raíces“ vermengt das peruanische Duo traditionelle und moderne Stilelemente seiner Heimat und knüpft an globale Basskultur an. Bahnt sich gelegentlich noch Vogelträllern einen Weg durch den Digital-Cumbia von „Amazonia“, nimmt „Dubcharaca“ britische Dubstep-Züge an, während ein unruhiger Footwork-Impuls durch „The Enemy“ zieht und in „Murdah“ sogar die Beat-Führung übernimmt. Das Duo praktiziert dabei weder kulturelle Aneignung noch eine kommerzielle Anbiederung an etwaige Trends. Im Gegenteil, nach ausgespartem Anfang zieht das Album zunehmend eine schwüle, umgreifende Psychedelik auf, die schon in „Guarida“ über Tropfsteinschläge ominöses Raunen durch den Stereoraum schiebt. Auch wenn sich wie in „La Rama“ ein Vocal-Sample langsam zersetzt und rekonfiguriert, ist die Perkussiondichte stets hoch, jeoch nicht hektisch, weil das betonend volle Bassgewicht nur auf wenigen der Anschläge liegt. Inmitten wetzender, klackernder, schellender Drumpatterns braucht es so auch keine ausgeformten Melodiezüge, um wie mit den simplen Marimba- und Synthmotiven von „R2“ einen hypnotischen Durchzug zu erwirken, der so stimulierend auf der Haut liegt wie die Verdunstungsluft nach einem Sommerregen.

Die mobile Version verlassen