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Thao Nguyen war noch nie für gänzlich kantenfreie Geschichten zu haben und harmoniert daher wohl auch musikalisch bestens mit Merrill Garbus alias tUnE-yArDs. Garbus wirkt auf „A Man Alive“ nicht nur stimmlich und instrumental mit, sondern kehrt mit einem Produktionsfaible für originelle Klänge die latente rhythmische Treibkraft von Thao & The Get Down Stay Down packend hervor. Konnte Nguyen in ihrer art-folkigen Vergangenheit mitunter zu bemüht verquer werden, gelingt ihr auf ihrem vierten Album die schlüssige Vereinigung von Soundidee und Songwriting. Die zerklüfteten Gitarrenriffs in rappeligen Grooves untermauern ihre maßvoll und doch furchtlos offene Poesie über das gebrochene Verhältnis zu ihrem Vater, der Nguyen im jungen Kindesalter verließ, wie in „Slash/Burn“ über vielfach verfremdeten Saiten- und Vocal-Loops: „A little slash, a little burn/ A little never to return.“ Zugleich vermag der kratzige Sound wie im von schrägem Outro-Loop gekrönten „Guts“ ihre neue Souligkeit warm hervorzukehren, der retrospektiven Bitterkeit stellt „A Man Alive“ auch eine Sehnsucht nach ruhigem Weiterleben entgegen. Das spröde-minimalistische R’n’B-Finale zieht innerhalb von nur zwei Zeilen noch einmal brutal in entgegengesetzte Richtungen, mit forschender Intonation meditiert Nguyen „I’ve got an endless love, no one can starve/ I don’t want it, carve it on out of me!“ und ihre Gitarre schließt sich mit einem herrlich quäkenden Solo durch einen suppig-blubbrigen Echoraum an.