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Adam Faucett – Blind Water Finds Blind Water

Wenn man einem Songwriter heutzutage das Attribut „aus der Zeit gefallen“ gibt, vereint er nicht selten den Geist der 60er, 70er und das Beste von heute. Runtergebrochen auf Adam Faucett, dessen drittes Album „Blind Water Finds Blind Water“ endlich auch seiner weltweiten Veröffentlichung entgegen strebt, finden sich genau diese Jahrzehnte in den zuweilen etwas zu opulent aufgebrochenen Arrangements wieder. Schon „Day Drinker“ erinnert an den klagenden Soul eines Otis Redding, Faucett lässt aber deutlich mehr Roots und noch mehr Americana und Alt-Country zu. „Melanie“ inszeniert sich als quengelnder Südstaatenstampfer, der von der lyrischen Ausdrucksstärke des Amerikaners lebt, „Edgar Cayce“ visualisiert die Lebensgeschichte des „schlafenden Propheten“, die Faucett mit nasalem Tremolo und Laurel-Canyon-Anmutung versieht. Zuweilen lässt das Album an Strigenz vermissen, wenn Faucett den Songs ein wenig zu viel Zeit bei der Entwicklung lässt und diese dann gar im Instrumentalen verhallen. Dabei hat er doch so eine wandelbare Stimme, die vor allem in den kontrastreicheren Stücken unverwechselbar bleibt. Nimmt sie nach starkem Beginn ein wenig an Intensität ab, fängt Faucett seine Zuhörer spätestens beim einladenden „Opossum“ wieder ein und lässt ihn bis zum Ende gespannt mit seinen finten- und einfallsreichen Moritaten dicht an sich heran.

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