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The Dirty Nil – Higher Power

Die Messlatte an fühlbarer Spielfreude ist für 2016 gelegt: Als hätten The Dirty Nil die pure Rock’n’Roll-Lust von Ex Hex und Japandroids absorbiert, rifft und johlt und hämmert das Trio los, dass es nur so fetzt und pfeift. Die Soundintensität von „Higher Power“ hat eine wohlgeformte Dimension von Bass bis Höhen, die so dem ohnehin lässigen „Wrestle Yü To Hüsker Dü“ obendrein ein mitreißendes Gewicht verleiht. Sehr gut gelungen ist auch das finale „Bury Me At The Rodeo“, wo Luke Bentham und Kyle Fisher mal weniger schreierisches Gefühl in harmonischen Gesang legen, nicht immer jedoch kann The Dirty Nils Songwriting mit ihrem Spielenthusiasmus mithalten. Sei es aus mangelndem Vertrauen in ihr melodisches Fundament oder aus Spaß am Pöbeln, fangen einige ihrer Stücke wie „Violent Hands“ denkwürdig an und suchen sich dann unnötigerweise mehrfach noch an Intensität zu toppen, während „Lowlives“ gänzlich eintönige Muskelflexerei ist. In jedem Fall steht es den Kanadiern besser, wenn ihre Songs fundamental überspannt sind wie das wüst übers Griffbrett quiekende „Zombie Eyed“ oder wenn das atemlos vorbeirauschende „Bruto Bloody Bruto“ nach 100 Sekunden druckvollen Auf-den-Punkt-Spielens gerade rechtzeitig kopfvoran von der Bühne stürzt.

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