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Nicht nur mit seinen körnig-verbeulten Akkordwalzen scheint das Debütalbum von Milk Teeth irgendwo zwischen „Nevermind“, „Live Through This“ und „The Colour And The Shape“ aus der Generation X gefallen, auch mit den Texten über soziale Entfremdung, Frustration und Langeweile. Sicherlich Probleme, die Jugendliche nicht zum letzten Mal (oder ersten, mein lieber Werther) in jenem Jahrzehnt getroffen hätten, und doch wirkt es für eine junge Band aus Brixton merkwürdig altertümlich, wenn digitale Kommunikations- und Medienformen auf „Vile Child“ ausgeblendet sind. „I never had a plan of where I’m headed/ Struggle to keep a job and make ends meet/ End up wasting hours on daytime TV/ Cause no one in this town will hire me“, nölt Becky Blomfield dennoch eindringlich mutlos in „Brain Food“ und ringt auch anderswo mit mentaler Gesundheit: „The circuits in my brain/ All burnt and fried/ It’s too late for me/ I’ve lost my mind“ („Crows Feet“), „My brain turned out all wrong“ („Kabuki“), „I don’t feel alright“ („Driveway Birthday“). Dazwischen finden sich Songs auf beiden Seiten einer unerwiderten Gefühlsbekundung, im stillen Kämmerlein zur Akustikgitarre leidet aber nur „Kabuki“ – die Katharsis suchen Milk Teeth eher im Malträtieren elektrisch verstärkter Saiten.