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Gewiss, HOLYCHILD sind in der Musikgeschichte nicht die ersten, die sich „Brat Pop“ auf die Fahne schreiben, doch anhand der Hardcore-Referenz im Album kann man sich ein wenig ausmalen, welchen Antezedenten der und das Gör aus L.A. folgen: näher bei Sleigh Bells (mit dem trügerisch einladend gesungenen Eröffnungsstück) als Avril Lavigne, deutlich auch bei Bubblegum-Punk und Charlix XCX (das Bratzen der Gitarren und aufmüpfige Geshoute) oder Bow Wow Wow (wie da in „Running Behind“ Tropenperkussion und Klappermarsch und dem kindlich-aufgedrehten Ringelpiezgesang hinterherhecheln). Bloß Glitterspucken und Kaugummikauen wollen die beiden auf ihrem Debütalbum aber nicht, zwischen großmäuligen Selbstbehauptungen kritisieren sie Machtverhältnisse wie im grell-glammigen „Nasty Girls“, das sarkastisch Glamourmagazine als frühkindliche Selbstoptimierungs-Druckmacher hochleben lässt. Neben absurder Bildsprache besticht „The Shape Of Brat Pop To Come“ auch mit einem melodischen Einfallsreichtum wie der Harmoniewendung und fabelhaften Middle Eight in „Tell Me How it Is“, jedoch geht diesem hochenergetischen Pop später im Album ein wenig die Luft aus. Da werden die Reime schon mal klobig und hängen wie Klötze an erschöpften Songs, wenn der Zuckerrausch einmal nachlässt.