Website-Icon Leben mit Musik | AUFTOUREN.DE

Marina And The Diamonds – FROOT

„You can’t pin me down“, singt Marina Diamandis durchaus programmatisch in der Mitte ihres dritten Albums, „All these contradictions pouring out of me/ just another girl in the 21st century“ – einem bunten Fruchtkorb mag es entsprechen, doch keiner wüsten musikalischen Mischung. Bis auf die Mungolian-Jetset-seltsame Disco des Titelstücks ist die Exzentrik, die man ihr zuletzt zugeschrieben hätte, nämlich eher ein Randphänomen – wobei die Waliserin besonders originell hier ihre stimmliche Wandelbarkeit utilisiert, wenn sie vom kokett falsettierten Timbre des Prä-Refrain umschwenkt, um voll aus ihrem tiefkehligen Mezzosopran zu schöpfen. Doch das Ernsthafte steht ihrer Popvision, wenn statt des internationalen Produzenten-Potpourris von „Electra Heart“ nun unter Diamandis‘ Eigenregie vorwiegend Liveinstrumente den Sound von „FROOT“ formen und sie dazu nicht nur über die große Romantik und deren Rachepotenzial sinniert, sondern am Albumende gar über existenzialistische Fragen. Das kann nicht immer der strengsten inhaltlichen Betrachtung standhalten, muss es aber auch nicht, wo Diamandis doch mit ihrer melismatischen Silbendehnung in einzelne Worte so viel Bedeutung legen kann, dass allein schon aus „ruin“ und „forget“ ganze Refrains erwachsen.

Die mobile Version verlassen