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AUFTOUREN 2014 – Kurzstrecke: Die EPs des Jahres

Nichts Halbes und nichts Ganzes? Von wegen: Gerade zwischen Single und Album blühen viele Veröffentlichungen erst richtig auf in einem Format, das sowohl für das geschlossene Konzeptwerk als auch für Variation und durchgängig starke Einzelstücke mindestens ebenso viel Potential besitzt.

Zwar finden sich in unseren diesjährigen Highlights auch ein paar bekannte Namen, doch wie schon die letzten Ausgaben der Kurzstrecke zeigten, ist die EP der ideale Werkraum für Newcomer, die mehr als nur die eine Single von sich zeigen wollen. FKA twigs, HAIM, SOHN und viele andere ließen so schon vorab versprechen, was sich später bewahrheitete und auch von Shamir, Beach Slang oder Girlpool aus der folgenden Liste wird man sicher in Zukunft noch hören. Viel Spaß beim ausgiebigen Kurzhören:

30

White Void

We’re Falling [Posh Isolation]

Die neuen Iceage? Die neuen Eagulls? Egal, fürs Erste ist Frederik Lind Köppens Post- Punk verkrachter und abgründiger als beide.


29

Numenorean

Demo 2014 [Filth Regime]

Black Metal mit Sonnenwendung: Am Debüt des kanadischen Duos gibt es kein Vorbeikommen.


28

Celestial Trax

Paroxysm [Rinse]

Mehr als bloß zeitgemäßes Sounddesign prägt ein Flair für Dramatik und Vibe diesen Future-Grime.


27

Moonface

City Wrecker [Secretly Canadian]

Spencer Krug bleibt vorerst dem Klavier treu – und seinem beherzten Songwriting.


26

Suzanne Kraft

Missum [Running Back]

Mühelosest lässige Chillout-Ambient-Suite.


25

Niia x The Range

Breaking

Kein Hackepeter: Stimme und Songwriting der R’n’B-Newcomerin blühen in den kühnen Remixen von Robin Hannibals Arrangements erst so richtig auf.


24

Strange U

EP #2040 [Strange U]

Desorientierender Rap-Trip mit andersweltlicher Zukunfts-Produktion.


23

Evy Jane

Closer [Ninja Tune]

Cocteau-wolkiger Synth-Pop vom Feinsten, der Komposition über trendige Neonharmonie stellt.


22

Kane West

Western Beats [PC Music]

Die plastikhafte Oberflächlichkeit von PC Music mit rhythmisch gefestigtem Flummi-Fundament.


21

Weaves

Weaves [Buzz]

Soulig flammender Garage-Rock mit eigenwilligem Sound, der näher an Micachu als Segall liegt.


20

Julianna Barwick

Rosabi [Dead Oceans ]

Bier-Samples als Klanggrundlage? Das potentielle Gimmick fällt in Barwicks souveränen Stimmschichtungen gar nicht erst auf.


19

Jacob Korn

EP1 [Uncanny Valley]

House-Kick als beschwingter Antrieb oder Zaubermelodie-Träger: Der Dresdener weiß immer, Stimmung zu setzen.


18

School ’94

Like You [Luxury]

Feinmelodisch und schwersten Gemüts – wie schwedischer Indiepop erster Güteklasse halt zu sein hat.


17

FOODMAN

oiss [Бh○§† ]

Simple Samples für maximal erfindungsreiche Footwork-Exzentrizitäten.


16

Hysterics

Can’t I Live? [M’lady’s]

Großartig launige Hardcore-Watschen in Thrash-Sound und moderner Attitüde.


15

Magic Eye

Babylon [Not Not Fun]

Lo-Fi-Sound mag die Banddynamik des UK-Psychpop-Trios verhüllen, nicht jedoch seine erhabenen Melodien.


14

Felicita

Frenemies [GUM]

Verspielt-clevere Bloop-Bleep-Bunt-Beats: Aphex Twin auf Uppern und Honigkuchen-Überdosis.


13

Mark McGuire

Noctilucence [Dead Oceans]

Das Zenmeister-Gitarrengeholze des Ex-Emerald(s) bindet Techno-Trance und Arpeggio-Synthdrone.


12

Container

Adhesive [Liberation Technologies]

Kann man Kaputtheit perfektionieren? Ren Schofields Noise-Techno bleibt kompromisslos.


11

The Weather Station

What Am I Going To Do With Everything I Know [You’ve Changed]

Verhauchte Folk-Reduktion, so leise, dass man sich nicht zu laut zu atmen traut.


10

Doss

Doss [Acéphale]

Traumhafte Melancholie aus Federkissen-Vocals und gedämpftem Breakbeat-Groove.


09

DJ Marfox

Lucky Punch [Lit City Trax]

Drums, please: Der Kuduro-Polyglott aus Lissabon lässt niemanden still sitzen.


08

Shamir

Northtown [GODMODE]

Das Falsett-Wunderkind glänzt mit idiosynkratischem Disco-Pop und bewegend angeschlagenem R’n’B.


07

Dark0

Fate [Gob Stopper]

Rhythmisch unnachgiebiger Grime auf grandioser Skala.


06

Baths

Ocean Death [Anticon]

Traurige Schönheit, die mehr schwingt als tanzt.


05

Girlpool

Girlpool [Wichita]

Hinter dem unscheinbaren Akustikgitarren-Amateurismus verbirgt sich mehr als nur die nächsten Moldy Peaches. Wortgewitzt und schonungslos konfrontiert das Duo das Hier und Jetzt.


04

Lord Of The Isles

301c Symphony [Permanent Vacation]
Kurve [Mule Musiq]

House mit Panorama-Blick: Von meditativen Tiefen bis in ambienten Freiflug atmen die facettenreichen Werke des Schotten Freiluft voll malerischer Feinheiten.



03

Vince Staples

Hell Can Wait [Def Jam]

Er brauchte nur ein halbes Album, um 2014 zu seinem Jahr zu machen. Mit packendem Flow schaut der Westküsten-Rapper dem Tod ins Auge und spuckt zurück.


02

Katie Gately & Tlaotlon

Split Series #23 [FatCat]

Die eine Seite: Stimm-Maestra Gately mit ihrem wendungsfreudig brillanten Langform-Track. Die andere: Tlaotlon schlägt maximalistische Purzelbäume. Kontraste, die einander doch nicht ganz abstoßen wollen.


01

Beach Slang

Who Would Ever Want Anything So Broken [Dead Broke]
Cheap Thrills On A Dead End Street [Tiny Engines]

Nicht mit einem, sondern zwei perfekten Songquartetten aus angepunktem Indie-Rock zwischen Replacements, Jawbreaker und Superchunk gab dieses Jahr das altersweise Trio aus Philadelphia sein sensationelles Debüt. Bordsteinkanten-Hymnen für die Ewigkeit.



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