
Keine Frage, Hiphop ist schon lange keine nischige Alternative zur Popmusik mehr, sondern hat deren Sound über die letzten Jahrzehnte stilistisch infiltriert und sich selbst in den Charts als populärstes Musikgenre etabliert – nicht nur in den USA. Das gilt ebenso für die Musik selbst wie für das gute alte gestenreiche Rapvideo, dessen internationale Auswüchse dieser Tage so einige besonders gelungene Clips hervorbrachten.
Da sind die amerikanischen The Sacred Eggs noch relativ nahe am alltäglichen Worldstar-Geschäft – wären da nicht diese merkwürdigen Ballonköpfe. Bunter und schnittiger treiben es schon die Engraum-Spezialisten Digipedi, während Lars Timmermann mit Cro-Puppen spielt. Der fraglos mutigste Clip kommt jedoch von der Schwedin Nadya, die dafür in das Geburtsland ihrer Eltern reiste und sich allein schon durch das Tanzen in der iranischen Öffentlichkeit strafbar machte, was eine erneute Reise erst einmal ausschließen dürfte. Maßlos über die Stränge schlagen können da aber BRTHR und Muh Chens fast schon psychedelisch bunte Popvideos, Chris Carboni und Simon Landrein animieren sich an Popkulturreferenzen und abstrusen Sexvorstellungen die Finger wund und verlässlich daneben liegt auch Eric Wareheim mit seinem Gansterfilmchen, bei dem ein plüschiger Popstar der Jahrtausendwende gastiert. Pop, wo man auch hinsieht.
Nadya – Refugee
Regie: Nadya
Compassion Crew – Masters Of The Gentlemanly Art
Regie: Simon Landrein
Jolin Tsai – Play
Regie: Muh Chen
Mr. Oizo – HAM
Regie: Eric Wareheim
Masta Wu – Come Here (feat. Dok2 & Bobby)
Regie: Digipedi
Charli XCX – Breaking Up
Regie: BRTHR
Cro – Hey Girl
Regie: Lars Timmermann
Ty Dolla $ign – Stand For
Regie: The Sacred Egg
CRUISR – All Over
Regie: Chris Carboni