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Shiny Darkly – Little Earth

Shiny Darkly gehören definitiv zu den Neudeklinationen von düsterem Rave-Pop. Mittlerweile kann man schon fast monieren, dass ihr im Mai erschienenes Debütalbum „Little Earth“ nicht auf die Resonanz gestoßen ist wie andere geschichtsbewusste Klassiker-Pop-Adaptionen. Denn wie die (über-)gehypten CHVRCHES sich am Synthie-Pop abgearbeitet haben, so tat es dieses Kopenhagener Trio am düsteren Post-Punk der 80er. Und das klingt gar nicht mal so stark epigonenhaft.

Sänger und Gitarrist Kristoffer Bech stolziert mit seiner sonoren Stimme über breite Gitarrenwände, viel Perkussion und viel Rauch. Für die satte Wave-Stilistik dürfen natürlich auch die Synthies nicht fehlen, während für den Titeltrack und den nebligen, fast zehnminütigen Abschluss „Dead Stars“ auch noch Hörner verpflichtet wurden. Es ist auch dieses schwammige, aufbegehrende Schlusslicht, bei dem man unmittelbar Joy Division, beziehungsweise Ausschnitte aus John Peel-Sessions assoziiert: der langsame, omnipräsente Bass, die unheimliche Gesamtatmosphäre und der hypnotische Sog, in den Blech einen zieht. Gitarrenblitze, finsterer Geschrammel-Gestus und abrupte Zwischenschreie runden dieses kleine Epos ab. Blechs Sprechorgan pendelt dabei tatsächlich häufig zwischen dem Gestus von D.A.F.-Sänger Gabi Delgado (der Befehlston im Schellenkranz-dominanten „Ignorance“) und eben der Intonation von Ian Curtis.

Insgesamt verstecken sich Shiny Darkly aber auch nicht zu sehr im Nebel, verlieren sich nicht in konzeptioneller Reduktion. Müssen sie auch nicht: Das Album gibt sich keiner einseitigen gothigen Affinität hin, sondern präsentiert genauso unmittelbar druckvollen Indie-Rock, der im Falle von „Soft Skin“ mit extrem kantig rasanten Riffs auffährt. Ebenso steht ihnen der epische, langsamere, sich ziehende Schepperrock („Eternal Chase“), der in schnelleren Varianten auch ein wenig an The Jesus And Mary Chain erinnert, wobei sich Shiny Darkly fast kaum Raum für Romantik rausnehmen. Das ist aber auch überhaupt nicht schlimm.

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