
Das zweite Album von Jeremy Underwoods schrammelnder Indiepop-Band macht ohne Bremspedal exakt so weiter, wie ihr Debüt aufhörte: mit gefärbtem Schwarzweiß-Artwork und einem Song namens „Yeah, Tonight“. Gleichwohl verbirgt sich unter identischem Titel ein anderer Inhalt, doch die Güteklasse von Gold-Bears‘ bravourösem Popgepolter ist wie auch im Folgenden erstaunlicherweise hoch geblieben. Ihr Gitarrenrauschen ist in einem etwas weniger abgedämpften Lo-Fi-Klang sogar noch lebhafter geworden, mit Bläsern, grellem Orgeln und Schellen reichhaltiger akzentuiert und in grenzchaotischen Momenten wie dem polternden Zerfall von „Death With Drums“ so kontrolliert wie der pausenlose Übergang der tighten Meist-unter-drei-Minüter von einem stürmischen in einen sanften. Gerade wenn Underwoods leicht nasal-emphatische, mit ihrer Energie an Mac McCaughan oder Hutch Harris erinnernde Stimme nicht von Emma Kupa oder Black Tambourines Pam Berry begleitet wird, glänzt er aber auch im verwundeten Gesang von „From Tallahassee To Gainesville“ und „Hey Sophie“, wo er wie auch mit seinem Songwriting genau die richtige Mischung aus Schwermut und Optimismus in die Zeile „For better or worse/ this is life“ einfließen lässt. Simpel, effektiv, und doch scheint vor ihm noch niemand auf die Idee gekommen zu sein, einen Song auf dieser Wortfolge zu erschaffen.