Website-Icon Leben mit Musik | AUFTOUREN.DE

Wye Oak – Shriek

Verhöhnt der Grimassen schneidende Junge auf dem Cover von „Shriek“ etwa alle Wye-Oak-Fans, die sich auf den noisigen Shoegaze-Folk des Duos gefreut haben? Der ist nämlich – genau wie Jenn Wasners E-Gitarre – auf dem vierten Album der Band aus Baltimore nicht mehr zu hören. Stattdessen bilden nun Synthesizer, Keyboards und vor allem der groovende Bass von Wasner die Grundlage der zehn Songs, die in ihren tanzbareren Momenten an die Hits der HAIM-Schwestern und in ihren ruhigeren Momenten an den Dreampop von Beach House erinnern. Nur im Song „Paradise“, der noch deutliche Parallelen zum hervorragenden Vorgänger „Civilian“ aufweist, muss Jenn Wasner gegen ein Feedbackwabern ansingen; auf den übrigen Songs hat ihre Stimme viel Raum, um sich zu entfalten und nutzt diesen mit neu gewonnenem Selbstbewusstsein, das die Frontfrau auch mit ihrem R’n’B-Nebenprojekt Dungeonesse sammelte. Trotzdem wünscht man sich für das nächste Album, dass sich die Synthpop-Band Wye Oak mit der Indierock-Band der Vorgängeralben versöhnt – und Wasner auch wieder ihre Gitarre singen lässt.

Die mobile Version verlassen