
Eine Band, die in ihrem Namen Star Wars und die Beatles miteinander in einem fantastischen Wortspiel vereint, kann eigentlich keine schlechte sein. Sind Ringo Deathstarr auch gar nicht. Nach dem Hören ihres neuen Mini-Albums „God’s Dream“ merken das dann vielleicht auch endlich ein paar Leute.
Denn das Trio aus dem texanischen Austin ist trotz seiner mittlerweile bald zehnjährigen Bandgeschichte, drei respektablen Alben zwischen Shoegaze, Noise Rock und Psychedelic Pop und einer unverkennbaren klanglichen Nähe zu alteingesessenen Kollegen wie The Jesus And Mary Chain oder auch Sonic Youth nach wie vor eher ein Geheimtipp.
Auf „God’s Dream“, das in Europa zum Record Store Day 2014 erscheint, legen sie zumindest beachtlich los. Der Eröffnungssong „Bong Load“ fackelt nicht lange und ebnet bereits den Weg für die kommende gute halbe Stunde, in der Ringo Deathstarr noch so einige Male zwischen traumhaften Klangbildern und albtraumartigen Szenarien wandeln sollen. So stehen auch hier vor allem Renan McFarlands fast schon näselnder Gesang und sein stellenweise kratzendes Gitarrenspiel im wunderbaren Kontrast zu Bassistin Alex Gehrings sanfter Stimme, die sich ab der zweiten Hälfte des Stücks wie eine Art Schutzschild langsam aufzubauen scheint.
Bedrückende Stimmung und viel Melancholie gibt es im monoton-psychedelischen „Shut Your Eyes“, das komplett im Gegensatz zur krachigen ersten Single „Flower Power“ steht, einer motzenden, um sich schlagenden Noisepop-Nummer, die mit den friedvollen Hippies nur wenig gemeinsam hat – auch wenn sie im Mittelteil immerhin andeutet, dass sie nicht nur auf Krawall aus ist.
Den Höhepunkt erreicht „God’s Dream“ aber erst zum Ende mit den letzten drei Songs: Der Sonic-Youth-Gedächtnistrack „Nowhere“ macht genau da weiter, wo „Flower Power“ aufgehört hat, während „Frisbee“ sich kaleidoskopartig zu verändern scheint, sich windet und zwischen Ebbe und Flut wechselt, als wolle McFarland einen alles umnietenden Sturm heraufbeschwören wollen. Mit dem jangligen und versöhnlichen „Convertible“ verabschieden sich Ringo Deathstarr schließlich, noch bevor das Chaos losgeht, wobei: Eigentlich würde man ihnen genau das ja langsam mal wünschen.