
Nachdem Scott Hansen ewig und drei Tage über seinen Chillout-Coup „Dive“ gebrütet hatte, ging nicht nur die Arbeit am Folgewerk sauberer vonstatten: In angekrautetem Gleiten bis satt kickendem Four To The Floor (und kurzzeitig sogar Breakbeat) treiben Live-Bassist Zac Brown und -Drummer Rory O’Connor Hansens Synth- und Gitarrenläufe fokussierter und in sauberem, vollerem Sound an – doch ein müheloses Abtauchen darein fällt diesmal schwer. Dafür, dass die Nähte von Tychos Klanggewebe nun offengelegt sind, erwachsen zu selten denkwürdige Melodien, Interaktionen oder Dynamiken aus dem ständigen Formwechsel der Stücke, die gerade dann stop-starten oder sich auf ein anderes Instrument fokussieren, wenn sie zu koagulieren beginnen. Nach „Dive“s verträumter Soloexploration wirkt das Trio auf „Awake“ vor allem vom eigenen Miteinanderspiel fasziniert – sicher repräsentiv für seinen Liveauftritt, doch eine eventuell dort größere physische Intensität mag sich selbst bei großzügig aufgedrehter Heimanlage nicht einstellen. Einzig im finalen „Plains“ kann Hansens Saitenflug sich einmal entfalten – bezeichnenderweise in Abwesenheit der Rhythmussektion.