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Mogwai – Rave Tapes

Auf diese Männer ist Verlass: Auch beim achten Studioalbum zeigen Mogwai keinerlei Verschleißerscheinungen, wobei man ihnen diese durchaus zugestehen könnte. Kein Jahr vergeht, in dem die Schotten nicht entweder durch neue Alben, Soundtracks oder Touren Präsenz zeigen. Die harte Arbeit trägt einen großen Teil dazu bei, dass sie nach wie vor als die Aushängeschilder des zeitgenössischen Post-Rock bezeichnet werden dürfen.

So stark wie zu Beginn von „Rave Tapes“ hat man Mogwai in den letzten Jahren selten gehört. Vor allem „Heard About You Last Night“ und „Remurdered“ schweben zum Einstieg majästetisch in die Manege. Wenn es markante Melodiebögen geht, haben Mogwai noch nie enttäuscht. Auch auf den letzten Alben, die mal zu Recht, mal zu Unrecht bei der Anhängerschaft nicht mehr die ganz große Euphorie entfachen konnten, waren stets einige gelungene Varianten des Mogwai-Trademarks dabei. Die tiefe Vertrautheit dieser beiden Songs ist auf keinem Album seit „Happy Songs For Happy People“ zu finden.

Auf voller Länge kann dieses Niveau nicht vollständig gehalten werden. Wie auf jedem Album der Band seit 2006 – mit Ausnahme der Soundtracks zu „Zidane“ und „Les Revenants“ – ziehen Mogwai abermals eher kompakte Stücke den ausschweifenden Versuchen vor, wie sie in den ersten Jahren an der Tagesordnung waren. Es ist fast überflüssig zu erwähnen, dass die Drei- oder Vierminüter in diesem Genre auf Albumlänge leicht in Gefahr geraten, reine Lückenbüßer zu werden, so wie es auch hier geschieht. Da können die Songs noch so spannungsreich und impulsiv sein („Master Card“) – im Gesamtkontext gehen sie etwas unter. Doch auch jenseits dieser Marke ist geradezu greifbar, dass das entscheidende Etwas, das ein verlässlich gutes Stück an die Klasse der ersten drei heranführen könnte, oft fehlt. „Deesh“ oder „Blues Hour“ spielen insgesamt betrachtet immer noch mindestens im oberen Mittelfeld des Post-Rock mit, mit ihren Möglichkeiten hätten Mogwai vielleicht noch mehr aus ihnen rausholen können. Es scheint alles da zu sein, was die Band ausmacht, gleichzeitig wünscht man sich einen Ausbruch, eine Wendung, gegebenenfalls eine Überraschung mehr.

Dass Mogwai auch mit „Rave Tapes“ wieder kein überragendes Album mehr gelungen ist, sollte keinen Anlass zur Sorge geben und soll schon gar nicht so verstanden werden, dass früher alles besser war. Allein schon dass eine Band nach fast 20 Jahren Geschichte immer noch so unverbraucht daherkommt und nicht in Selbstzitaten erstickt, ist mit nichts auf der Welt aufzuwiegen.

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