
Bereits eine Woche, bevor The Weeknd „House Of Balloons“ online setzte, schlug sich Jhené Aiko 2011 mit dem exzellenten Mixtape „Sailing Soul(s)“ auf die neblig-atmosphärische Schattenseite des R’n’B. Auf ihrer EP „Sail Out“, erneut überwiegend vom Duo Fisticuffs (Miguel, Dawn Richard) produziert, bleibt sie dem Vibe-Trend treu, übertreibt es aber mit dem flachstimmigen Driften. Über weniger druckvollen Bässen und zu glatten Synths verliert sich ihre Stimme ohne Ausdruck und melodische Präsenz meist im übermäßigen Leerraum, anstatt bestensfalls wie in „3:16 AM“ als Pendant zu dezenter Dramatik zu wirken. Mitunter wird sie so nur Wegbereiterin für Gastrapper, die aber ebenfalls auf einen zu lauen Energiepegel absinken (man vergleiche nur Kendrick Lamars Beitrag mit dem im Finale von „Sailing Soul(s)“), insbesondere das Charismavakuum Childish Gambino in „Bed Peace“.