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Short Review: Hjaltalín – Sleepdrunk Seasons (2009)

hjaltalin_sleedrunkSüß schmeckt die Sommerluft, die Hjaltalín durch die Boxen wehen. Es riecht nach reichhaltigen Blumenwiesen, die mit ihrer einladenden Geste nicht nur Schmetterlinge, Käfer und Vögel anlocken, sondern auch menschliche Wesen. Voll buntgetupfter Ornamentik ist auch die Popmusik dieser Isländer – das wahnsinnig tolle Cover lässt das nur annähernd erahnen. Mit Kontrabass, Bläsersektion, Fagott und diversem klassischen Instrumentarium dekoriert und liebevoll in einen Zustand der Schwerelosigkeit gehoben. Nichts wirkt überladen oder gar erschlagend. Gutgelaunt und detailreich ergibt sich dieses Debütalbum von selbst und reicht die Hände in besonnener Gutmütigkeit. Eine Einladung, die abzuschlagen ein Verbrechen wäre.

Übersichtlich sind die sehr eingängigen Melodien und die Songs in ihrer Struktur, so dass sich Hogni Egilsson bemühen muss, mit seinem eher schlichten Gesang nicht allzu viel Schaden anzurichten. Das gelingt ihm mit dem Charme des Unperfekten, aber das ist auch gar nicht wichtig: Denn es klingt hier viel bedeutsamer nach Familie und Vertrautheit, nach Sommernächten, nach Euphorie und melancholischem Schmelz. Die Gewissheit ist da, dass perfekte Momente nicht unendlich überdauern. Und irgendwie liegt darin ja auch der Kern aller Romantik.

7.7 / 10

Spieldauer: 47:46

Referenzen: No Kids, Parenthetical Girls, Belle & Sebastian, Architecture In Helsinki, The Dead Science, Burt Bacharach, Van Dyke Parks

Links: MySpace

Label: Haldern Pop Recordings

VÖ: 06.03.2009

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