
Allerdings erweist sich das Quartett als weniger geschmackssicher, wenn es sich allzu sehr in in den Gesten des 70ies-Prog-Rock verliert, da diese eher dürftig mit den eleganten und stilvollen Jazz Anleihen harmonieren. Auch wenn das wilde Jahrzehnt definitiv Hauptinspirations-Quelle der Schweden sein dürfte, schaffen sie es, durch den sehr eigenen Klang einen recht zeitlosen Sound zu kreieren, was bei allen Zitaten sicherlich kein leichtes Unterfangen war. Gustav Ejstes Stimme trägt zu dieser Tatsache sicherlich einen Großteil bei, verliert sich jedoch das ein oder andere Mal im selbstgeschaffenen Kosmos. So wünscht man sich von Zeit zu Zeit, dass die musikalischen Motive etwas mehr auf den Punkt gebracht werden.
Die Kurve kriegen die Jungs trotzdem noch, denn die starken Momente überwiegen deutlich. Da sei der ein oder andere Ausrutscher gen Siebziger-Psychedelic-Plattitüden verziehen, zu schön sind die filigranen Jazz-Entwürfe. Der geneigte Hörer wird sich vielleicht auch gar nicht an dem vermeintlichen Minuspunkt stören, denn rein handwerklich sind diese ebenfalls hervorragend umgesetzt.
Label: Subliminal / Broken Silence
Spieldauer: 37:38
Referenzen: The Soft Machine, King Crimson, The Mars Volta, Deerhunter, Frank Zappa, Pink Floyd, Jimmy Hendrix
VÖ: 26.09.2008