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	<title>Leben mit Musik &#124; AUFTOUREN.DE</title>
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	<description>Musikmagazin mit ausführlichen Plattenkritiken,Downloads,Musikvideos,Konzertberichten,Fiktionen um Reib &#38; Nathan und der Nr.1-Hit-Kolumne Liedschatten.</description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Feb 2012 16:42:33 +0000</lastBuildDate>
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		<title>The Sound Of Arrows &#8211; Voyage &#124; Chairlift &#8211; Something</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 12:54:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uli Eulenbruch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Chairlift]]></category>
		<category><![CDATA[The Sound of Arrows]]></category>

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		<description><![CDATA[Breitbildvisionen und Blick fürs Detail: Ein stattliches Doppelpack Synthpop via Brooklyn und Stockholm.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn es eine musikalische Stilecke gibt, in welcher der Unterschied zwischen Musik auf Major Labels und Indies gen Null tendiert, dann ist das wohl Electro-Pop. Zumindest jene Veröffentlichungen, die dem Genresuffix treu auf eine breite Rezeption aus sind, unterlassen Experimente: Im Vordergrund stehen Songwriting und Produktion. Letztere ist, besonders in den letzten Jahren, auch in Heimarbeit erstaunlich nahe ans Radio-Niveau gekommen. </strong></p>
<p><img style="float: left;" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/02/tsoa_thumb.jpg" alt="" />Das hört man zum Beispiel beim schwedischen Label Labrador. Seit über einem Jahrzehnt ist dies vor allem Aushängeschild für süß-melancholischen Indiepop mit Gitarrenfokus. Doch auch das Debütalbum des Stockholmer Duos The Sound Of Arrows sollte ursprünglich, wie auch seine ersten Singles, auf Labrador erscheinen &#8211; bis die beiden von der Universal-Tochter Geffen gesignt wurden. Unglücklich: Das Label wurde 2011 dicht gemacht und „Voyage“ wurde nun, mit einer wahren Irrfahrt hinter sich, letztendlich in Eigenregie ohne großes Aufsehen veröffentlicht.</p>
<p>Was schade ist. Denn auch wenn der Sound, u.a. in Zusammenarbeit mit Madonna-Produzent Richard X, eine glanzvoll kommerzielle Politur erhalten hat, ist das Album eine gelungen kohärente Gesamtfertigung, anstatt der oft so enttäuschend mit Füllmaterial aufgeplusterten 2-3 Singles. Stücke wie das einzelgängerische „My Shadow“ bieten Kontraste zur eskapistischen Farbexplosion von „M.A.G.I.C.“ oder „Into The Clouds“; gerade in seinen emotional wankenden Momenten erinnert das Duo dabei ein gutes Stück an die Pet Shop Boys. Denn wie Neil Tennants ist auch die Stimme von Stefan Storm keine imposante, oft ist sie wie in „Longest Ever Dream“ bloß einschmiegsames Hauchsprechen, sie bildet zugleich stimmige Untermauerung der verträumten Synth-Bänke und einen Kontrast zu den wuchtigen Italo-Beats.</p>
<p>Zwischen der offensichtlichen Liebe der beiden für überbordernd farbintensive Fantasy-Grafiken und ihren intim kameradschaftlichen bis homoerotischen Kuschelposen auf Fotos funktionieren auch die Texte oft doppeldeutig: Martialisch geladene Zeilen wie „The city had fallen, the sky was gold / The war was almost over / A new tomorrow, let&#8217;s watch it unfold / Yeah, I wanted to breathe life into this / A chance that I almost missed / When letting my guard down, I was struck by a blow“ in „Conquest“ lassen sich als Metapher für einen persönlichen inneren Kampf oder als realitätsfremder Eskapismus lesen, wie man ihn sonst eher bei (auch nicht von Subtexten freien) Fantasy-Metallern findet. Eine Grenze zwischen Romantik und Männerfreundschaft erscheint kaum erkennbar, doch um große Gefühle zu erwecken brauchen The Sound of Arrows ohnehin keine Worte: Das finale „Lost City“ gleitet wortlos majestätisch dahin, auf dem Rücken eines sanft umhauchten Riffs, das sich über einen ganzen Horizont zu erstrecken vermag.</p>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/72.png" alt="" /></p>
<p><strong>Label:</strong> Skies Above</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Pet Shop Boys, Vangelis, Goldfrapp, M83, Wolfram, Hurts</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://thesoundofarrows.com/" target="_blank">Homepage</a> | <a href="http://www.facebook.com/thesoundofarrows" target="_blank">Facebook</a> | <a href="http://www.popjustice.com/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=5800&amp;Itemid=206" target="_blank">Albumstream</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 20.01.2012</p>
<p><object style="margin-bottom: 20px;" width="100%" height="81" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F32474014&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" /><embed style="margin-bottom: 20px;" width="100%" height="81" type="application/x-shockwave-flash" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F32474014&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" allowscriptaccess="always" /></object></p>
<p><img style="float: left;" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/02/chairlsot_thumb.jpg" alt="" /><strong>Auch bei Chairlift scheint die Klassifizierung als Indie- oder Major-Band sinnlos – je nachdem, ob man ihr zweites Album „Something“ im UK via Young Turks oder im Rest der Welt via Columbia erwirbt, sind sie beides. Ordinär in keinem Fall. Nachdem ihr ödes Debüt „Does You Inspire You“ einzig durch eine Werbespot-Platzierung herausragte, ist „Something“ geradezu ein qualitativer Quantensprung.</strong></p>
<p>Als wäre es mit dem Abgang von Gitarrist und Mit-Sänger Aaron Pfenning einhergegangen, zeigen sich die zum Duo reduzierten Chairlift bemerkenswert abgeklärt und fokussiert. Nicht nur konzentrieren sich ihre Arrangements auf klar ausgeformte Instrumentalmelodien und Rhythmen, scharf umrissen ist vor allem der vormals so verwässerte Gesang. Den reißt Caroline Polachek nun im Alleingang, selbst den tiefen Spoken-Word-Teil in „Amanaemonesia“ trifft sie mit einer eiskalten Bestimmtheit, dass man sie zunächst kaum dahinter vermutet und die den direkten Sprung zurück in die Wolkenhöhen des Refrains umso eindrucksvoller macht. In „Met Before“ ist sie regelrecht ekstatisch, zieht das Wort „c l e a r“ so in aller Deutlichkeit aus, dass seine Bedeutung unmissverständlich wird. Im Mitternachtsfunk „Take It Out On Me“ ist sie hingegen gezielt fahrig, setzt einmal verfrüht zum wankelmütig oszillierenden Refrain an.</p>
<p>Ob stimmlich oder mit dem emotionalen Pinsel des Synthesizer, Chairlift lassen vornehmlich ihre ausdrucksstarken Songs für sich sprechen. Doch so wie diese oft unverhoffte strukturelle Extratouren fahren, wie die Stelle wo sich das ohnehin stimmenerfüllte „I Belong In Your Arms“ unter „Heya Heya“-Gesängen um sich selbst dreht, ist der Sound von „Something“ kein spartanischer. Wo andere immer wieder den gleichen Sound durchziehen, akzentuieren Chairlift mit wohlplatzierten Details wie sanft abrollender Perkussioner im Hintergrund, der links-rechts-separierten Echomelodie in „Ghost Tonight“ oder schier schrägen Spitzenhäubchen auf den Synthietönen.</p>
<p>Fast schon zu opulent fällt „Guilty As Charged“ aus diesem Rahmen, dessen Melodie in jedem Anschlag von Donnertrommeln unterlegt ist. Es überdeckt so aber auch, dass das Album mit den beiden vorherigen Stücken gen Ende zu schwächeln begann. So setzt sich „Something“ nicht makellos, aber mit imposanter Konsistenz über geographische und stilistische Nachbarn wie Class Actress hinweg als eine frühe Pop-Messlatte für 2012.</p>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/76.png" alt="" /></p>
<p><strong>Label:</strong> Columbia</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Twin Shadow, Nite Jewel, A-ha, Class Actress, Abc</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="www.chairlifted.com" target="_blank">Homepage</a> | <a href="http://www.facebook.com/chairlift" target="_blank">Facebook</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 27.01.2012</p>
<p><iframe src="http://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Fplaylists%2F1537394&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=true&amp;color=d38475" frameborder="no" scrolling="no" width="100%" height="350"></iframe></p>
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		<title>Sharon Van Etten &#8211; Tramp</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 15:06:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Sekula</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Jagjaguwar]]></category>
		<category><![CDATA[Sharon Van Etten]]></category>

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		<description><![CDATA[Verschleppte und schüchterne Selbstoffenbarung: Die New Yorkerin braucht keine großen Gesten, um aus dem Schatten ihrer Bekannten zu treten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/02/shvetty_thumb.jpg' alt="Sharon Van Etten - Tramp" /><strong>Auf charmante und subtile Weise ist es Sharon Van Etten gelungen, sich langsam ins Bewusstsein und derweil auch in die Herzen aufmerksamer Beobachter der blühenden Brooklyner Musikszene zu singen, ohne dabei ihr überzeugendes musikalisches Eigenwerk zu sehr ins Rampenlicht zu rücken. So lieh die junge Wahl-New-Yorkerin  den Antlers auf ihrem emotionsbeladenem Zweitwerk „<a href="http://www.auftouren.de/2009/11/02/rezension-the-antlers-hospice/">Hospice</a>“ eine zusätzliche Stimme und garnierte den Nicht-Album-Track „Think You Can Wait“ der befreundeten Band <a href="http://www.auftouren.de/2010/05/11/rezension-the-national-high-violet/">The National</a> mit sanften Backing-Vocals.</strong></p>
<p>Lange blieb Sharon Van Etten die zarte Stimme im Hintergrund großer Namen, die selbst lieber in engen Bars und Wohnzimmern von ihrem Leben sang. Ihr in Eigenregie aufgenommenes Debütalbum „Because I Was In Love“ blieb weitestgehend unbeachtet. Mit „Epic“ folgte ein weniger episches als intimes und überraschend routiniertes Zweitwerk, das mit „Love More“ einen Song vorweisen konnte, vor dem sich unter anderem Justin Vernon in Form zahlreicher Live-Coverversionen ehrfürchtig verbeugte.</p>
<p>Mit tatkräftiger Unterstützung treuer Freunde und talentierter Weggefährten im Gepäck sucht Sharon van Etten mit „Tramp“ nun einen Weg aus dem Schattendasein, hinein in das Licht der allgemeinen Anerkennung, die ihrem Talent bereits seit langem zusteht. So hat mit Aaron Dessner von The National auf „Tramp“ zum ersten Mal ein Produzent seine Finger im Spiel. Auch <a href="http://www.auftouren.de/2011/08/25/beirut-the-rip-tide/">Zach Condon</a> und <a href="http://www.auftouren.de/2011/03/10/rezension-wye-oak-civilian/">Wye Oak</a>s Jenn Wasner haben sich auf Sharon Van Ettens Gästeliste gedrängelt. So versprüht das von Condons Ukulele begleitete „Leonard“ die Dramatik eines verloren gegangenen Beirut-Songs, dessen gewohnter Wehmut Van Ettens lethargischer Gesang einen wirkungsvollen Genderwechsel verpasst. </p>
<p>„Tramp“ bleibt weniger der große Aufschrei einer verkannten Künstlerin, sondern die gekonnte Weiterentwicklung großer und kleiner persönlicher Geschichten, die vor allem auf textlicher Ebene erhört werden wollen. Zwischen Ukulele, Harmonium und Akustikgitarre verbirgt sich ein intimer Einblick in Van Ettens Seelenleben, so ehrlich und unmittelbar in Worte gefasst wie schnell verfasste Tagebucheinträge, selten poetisch und ungreifbar und immer direkt hinaus. Vielleicht ist es aber auch Sharon Van Ettens unaufdringliche Stimme, die gleich einer tongefassten seelischen Streicheleinheit ein angenehmes Maß innere Ruhe versprüht, sich dennoch stets mit der nötigen Dynamik verspielt um ihre Worte wickelt. </p>
<p>„Tramp“ erstrahlt vor allem in den zahlreichen Naturtönen einer verschleppten und schüchternen Selbstoffenbarung, anstatt anhand großer musikalischer Hakenschläge stolz mit dem Finger zu schnipsen. Gleich zu Beginn des Albums verdeutlicht die 30-Jährige im rein akustischen „Give Out“, dass sie die großen Bühnen lieber ihren musikalischen Paten überlässt. „It&#8217;s not because I always give up / It might be I always give out“. Die zwölf Songs ihres Drittwerks  triumphieren viel mehr durch eine ihnen innewohnende Glaubwürdigkeit, die keine großen Gesten benötigt. „I think I need more than the flowers and letters, man“. <p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 70' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/70.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p><strong>Label:</strong> Jagjaguwar</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Daughter, Wye Oak, Alela Diane, Beirut, Anna Ternheim</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://www.sharonvanetten.com/" target="_blank">Homepage</a> | <a href="http://www.facebook.com/SharonVanEttenMusic" target="_blank">Facebook</a> | <a href="http://jagjaguwar.com/artist.php?name=vanettensharon" target="_blank">Label</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 10.02.2012</p>
<p><iframe src="http://embed.vpro.nl/player/?src=urn:vpro:media:group:12615235&#038;skin=3voor12" width="577" height="360" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
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		<title>Musik ins Auge &#124; Der Musikvideo-Roundup (Februar I)</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 08:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>AUFTOUREN</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schauen + Laden]]></category>
		<category><![CDATA[best music videos]]></category>
		<category><![CDATA[Musikvideos]]></category>

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		<description><![CDATA[Der pure Wahnsinn! Sechs Musikvideos, die man gesehen haben muss.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/01/vidfeb_big.jpg' alt="Musik ins Auge | Der Musikvideo-Roundup (Februar I)" /><strong>Heute schießen wir euch die Synapsen raus. So wild war unsere Musikvideo-Rubrik lange nicht!</strong></p>
<p>Die Elektro-Rabauken von Is Tropical haben sich einen Clip voll digitaler Glitches schnibbeln lassen, ein durchgeknallter, farbenfroher Fehler über drei Minuten – und mit jeder Menge Kung-Fu-Action. Nicht weniger wahnsinnig geht es bei Leila zu. Musikalisch schon direkt am Nervlimit, setzt das Video noch einen drauf. Zuletzt dann noch Matthew Dear, dessen aktuelle Single mit einem wunderschönen Clip zwischen kristallinen und liquiden Farbformen untermalt wird.</p>
<p>Jónsis (of Sigur Rós fame) Bassist Úlfur Hansson beweist wieder einmal, wie abartig großartig die isländische Musikszene ist. Als einer von 300000 Einwohnern macht er nicht nur tolle Musik, sondern hat auch noch das Gespür für ein aufreibend atmosphärisches Video, bei dem selbst der cineastisch ausladende Kurzfilm von Jana Blue &amp; The Hunters fast degradiert daher kommt.</p>
<p>Wir wünschen viel Spaß – und: Bitte in voller Monitorgröße gucken!<br />
 </p>
<h2 style="text-align: justify;">Úlfur – Black Shore</h2>
<p><center><iframe src="http://player.vimeo.com/video/35760168?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></center>&nbsp;</p>
<h2 style="text-align: justify;">Is Tropical – Land Of The Nod</h2>
<p><center><iframe src="http://player.vimeo.com/video/35140025?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></center>&nbsp;</p>
<h2 style="text-align: justify;">Matthew Dear – In The Middle (I Met You There)</h2>
<p><center><iframe src="http://player.vimeo.com/video/34797578?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></center>&nbsp;</p>
<h2 style="text-align: justify;">Jane Blue &amp; The Hunter – The Pagan</h2>
<p><center><iframe src="http://player.vimeo.com/video/34504352?byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="550" height="234"></iframe></center>&nbsp;</p>
<h2 style="text-align: justify;">Leila – Welcome To Your Life</h2>
<p><center><iframe src="http://player.vimeo.com/video/35925158?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></center>&nbsp;</p>
<h2 style="text-align: justify;">Wilco – Dawned On Me</h2>
<p><center><iframe src="http://www.youtube.com/embed/gbHTaPk8Qmk?rel=0" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></center></p>
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		<title>Lindstrøm &#8211; Six Cups Of Rebel</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 10:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uli Eulenbruch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Disco]]></category>
		<category><![CDATA[Lindstrom]]></category>
		<category><![CDATA[Prog]]></category>
		<category><![CDATA[Smalltown Supersound]]></category>

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		<description><![CDATA[Alles muss, nicht alles geht: Der Norweger begibt sich mit einem Füllhorn an Einfällen in die Prog-Disco.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/02/lindsix_thumb.jpg' alt="Lindstrøm - Six Cups Of Rebel" /><strong>Erinnerung bedingt Vereinfachung. Wir halten Menschen selten mit vielen Aspekten ihres Seins und Schaffens im Gedächtnis, je mehr zeitlichen Abstand wir gewinnen, desto undifferenzierter werden unsere Eindrücke. Nicht anders verhält sich das mit MusikerInnen. Mit wie vielen Namen assoziieren wir spontan nur einen bestimmten Sound, ein Album, einen Song, egal wie vielfältig auch der Rest der Diskographie? Wem kommt z.B. bei Queen statt ihrer großen Pop-Hits als erstes das Stichwort &#8220;Prog&#8221; in den Sinn? </strong></p>
<p>Nun, einem zumindest: Hans-Peter Lindstrøm. Wie der Norweger unlängst mit einem <a href="http://www.nrk.no/lydverket/lindstrøm-remikser-queen/">Medley-Remix</a> bewies, sind ihm die weniger bekannten, abwegigeren Werke der Band die liebsten. Auf nicht minder proggige Abwege begibt sich Lindstrøm mit seinem dritten Solo-Album „Six Cups Of Rebel“, wohl wissend, dass dieses in Zukunft eben als eine solche obskure Phase seines Schaffens nur Hardcore-Fans in Erinnerung bleiben könnte. Denn wenn der elegante Space-Trip „<a href="http://www.auftouren.de/2008/09/21/lindstrom-where-you-go-i-go-too/" target="_blank">Where You Go I Go Too</a>“ an einem Ende seines musikalischen Spektrums steht, daneben irgendwo sein Debütalbum und Kollaborationen wie die mit <a href="http://www.auftouren.de/2009/12/28/montags-preview-lindstr%C3%B8m-christabelle-real-life-is-no-cool/" target="_blank">Christabelle</a>, so ist der aggressiv synthetische Disco-Prog von „Six Cups Of Rebel“ dem diametral entgegengesetzt.</p>
<p>Programmatisch für den Schabernack dieses Albums ist sein Titelstück, das gen Ende sogar von einem feixenden Lachen durchzogen wird. Über sechs Minuten elastischen Synth-Waberns und beschäftigter Perkussion scheint sich immer wieder ein verdichteter Beat zu entwickeln, nur um von Breaks aus simultan hämmerndem Schlagzeug und Keyboard wieder untergebuttert zu werden. Kürzer, aber noch nervenstrapazierender ist das Stakkato-Rumgenudel zu Beginn von „Call Me Anytime“ – durchaus mit manch Rumgenudel einer <a href="http://www.auftouren.de/2009/06/11/review-lindstr%C3%B8m-prins-thomas-ii/" target="_blank">Lindstrøm &#038; Prins Thomas</a>-Zusammenarbeit vergleichbar, doch während letztere stets einen krautig organischen Sound hatte, wird auf „Six Cups Of Rebel“ alles – Synths, Gesang, Drums – gnadenlos glattmoduliert und -gefiltert, bis es wie in „Call Me Anytime“ artifiziell billig klingt.</p>
<p>Das stört im Folgenden allerdings nicht, wenn sich das Stück leicht an Battles erinnernd unter Regenbogen-Gitarrenlauf lokomotivartig in Bewegung setzt. Noch stärkeren strukturellen Halt bietet „Quiet Place To Live“, das tollkühn kombinierte Gitarren- und Synth-Riffs zunächst mit einem kühl gefilterten Vocal-Motiv abwechselt, dann beide heller gestimmt kombiniert und in fast allen denkbaren Zwischenzuständen ausfadet. Doch Lindstrøm überspannt den Bogen immer wieder wie hier, wo der bitone Gesang eine gefühlte Ewigkeit von drei Minuten überm Beat wiederholt und von lauter kleinen Bläser- und Knarzklängen umgeben, aber nicht bereichert wird. Oft hängen die Stücke so in der strukturellen Schwebe, ändern ihre Konsistenz unter einer Fülle an Modifikationen nahezu ununterbrochen und wirken dabei doch etwas planlos. Denn das ist das Problem mit musikalischem Maximalismus: Mehr ist nicht besser, sondern erstmal nur mehr. Zu wenige von Lindstrøms vielen Ideen wirken, als würden sie substantiell etwas zur Musik beitragen, auch wenn sie unüberhörbar präsent sind. Während seine 42-minütige Version von „Little Drummer Boy“ viel aus wenig machte, macht er hier wenig aus viel.</p>
<p>Dass der Norweger auch dieses Album als ein großes Gesamtwerk arrangiert hat, in dem die Stücke oft nahtlos ineinander übergehen (oder zumindest musikalische Motive, Dynamiken oder Energiepegel weiterführen), führt so dazu, dass fast alle Tracks ihre Momente haben, aber auch ihre Durchhänger. Am Stimmigsten wirkt noch das munter bouncende „De Javu“, das besonders wegen der cartoonig schrägen Stimmen stark an Lindstrøms Landsmänner vom Mungolian Jet Set erinnert; hier wirkt fast alles belebend, macht das ganze Stück bunter. Clever gelingt der Vocal-Hook im finalen Spannungsaufbau, ein Mini-Chor intoniert mantra-artig „Can&#8217;t get no release“ über improvisatorisch wirkendem Jazz-Funk-Disco-Prog-Gebräu, das hier einmal angemessen ziellos umhertitscht bevor sich die Spannung entlädt. Dass der luftleere 10-minüter „Hina“ fast nur aus einem solchen Gebräu besteht, zieht das Album am Schluss jedoch nochmal enttäuschend runter.</p>
<p>Dass „Six Cups Of Rebel“ gewiss nicht in allen Augen ein erneutes Meisterstück geworden ist, sollte Lindstrøm niemand übel nehmen. Wie sonst kaum jemand gibt er sich Mühe, sich nie zu wiederholen, er fordert es geradezu heraus immer wieder in einem neuen, anderen Rahmen betrachtet zu werden, ob solo oder in seinen Kollaborationen. Er ist so wohl am ehesten wie ein moderner Vangelis, der sich in den Mittsiebzigern bis -achtzigern (u.a.) an Synthpop, Prog, Jazz oder auch Disco versuchte oder mit Demis Roussos, Irene Papas und Yes-Sänger Jon Anderson zusammen arbeitete. Auch, wenn den meisten heute wohl vor allem seine Soundtrack-Arbeiten bekannt sein dürften, die atemberaubende Breite seines Schaffens kann ihm niemand nehmen. So mag auch dieses Werk nicht vielen als Lindstrøms bestes in Erinnerung bleiben, bislang aber zumindest als sein abgefahrenstes.<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 58' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/58.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p><strong>Label:</strong> Smalltown Supersound</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Mungolian Jetset, Todd Rundgren, Vangelis, Yello, Battles, Queen</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="www.feedelity.com" target="_blank">Homepage</a> | <a href="http://www.facebook.com/hplindstrom" target="_blank">Facebook</a> | <a href="http://www.smalltownsupersound.com/" target="_blank">Label</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 03.02.2012</p>
<p><iframe src="http://embed.vpro.nl/player/?src=urn:vpro:media:group:12615900&amp;skin=3voor12" frameborder="0" scrolling="no" width="577" height="300"></iframe></p>
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		<title>Patten &#8211; GLAQJO XAACSSO</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 12:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till Strauf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Aphex Twin]]></category>
		<category><![CDATA[Autechre]]></category>
		<category><![CDATA[Glitch]]></category>
		<category><![CDATA[IDM]]></category>
		<category><![CDATA[No Pain In Pop]]></category>
		<category><![CDATA[Patten]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwischen stolperndem Techno und knarzendem House-Glitch: Der gesichtslose Londoner bietet keine Verschnaufpause. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/01/pattenklein.jpg' alt="Patten - GLAQJO XAACSSO" /><strong>Der Londoner Producer Patten liebt das Mysteriöse. Bis auf das Geschriebene ist wenig über den Mann hinter „GLAQJO XAACSSO“ (gesprochen: glack-geut zack-so) bekannt. Das Label geizt bewusst mit Hintergrundinformationen und auf Pressefotos bleibt das Gesicht des Künstlers verdeckt oder abgeschnitten. Somit ist auch ungeklärt, ob es sich hier um den gleichen Patten handelt, der bereits 2007 ein Platte mit dem Titel „There Were Horizions“ veröffentlichte und anschließend mit einigen Remixen von sich reden machte.</strong></p>
<p>Es bleibt anzunehmen. Doch relevant ist das für die vorliegende Platte genauso wenig wie die Frage, ob die ganze Geheimniskrämerei Resultat marketingtechnischer Überlegungen oder schlicht auf Schüchternheit zurückzuführen ist. Scheint es doch schon schwer genug, die Musik auf „GLAQJO XAACSSO“ adäquat zu beschreiben, ohne in eine seitenlange Namedropping-Arie zu verfallen. Als ein Kind unserer Zeit vermischt Patten nämlich so ziemlich alles, was seit Mitte der 1990er die Bereiche Techno, Ambient und House prägte. Wobei davon auszugehen ist, dass seine musikalische Sozialisation in der Hochzeit der britischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligent_Dance_Music">IDM</a>-Welle (der Infosheet spricht passend vom „mid-nineties Warp Records-Sound“) erfolgte. Einer Zeit, in der Künstler wie Autechre, Aphex Twin oder Oval der elektronischen Tanzmusik mit mathematischer Beflissenheit so lange Komplexität einhauchten, bis sie nicht mehr tanzbar war. </p>
<p>Auch die meisten Stücke Pattens dürften nicht zu Tanzflächenfüllern avancieren. Zu gern nutzt er die unter dem Begriff <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Glitch_%28Musik%29">Glitch</a> bekannt gewordene Produktionsmethode, deren zerhackstückelte Ergebnisse dem Tänzer einiges an Körpergefühl abverlangen können. Trotzdem erreichen seine hinkenden Beats selten den Abstraktionsgrad der oben genannten Künstler in ihren ambitioniertesten Stunden, was aber nicht bedeutet, dass er dem durch R´n`B, Dubstep und Eurodance unterfütterten Sound des im letzten Jahr gefeierten <a href="http://www.auftouren.de/2011/10/10/rustie-glass-swords/" target="_blank">Rustie</a> besonders nahesteht. Pattens Musik ist zerstörter, unpolierter und verschrobener.</p>
<p>So wabern im Opener „Ice“ verzerrte Synthieflächen und verfremdete Gitarrenloops über hektisches <a href="http://www.youtube.com/watch?v=btU2G4pYyLY">Beatrepeating</a> und münden nahtlos im technoiden Gestolper des an Autechre erinnernden Zwischentracks „Crown 8vo“. Der anfangs stampfende Beat des folgenden „World Collide“ scheint bewusst an der aufliegenden Synthie-Linie vorbei zu ziehen, um sich gegen Ende in ein stockendes Housestück zu wandeln. „Am/Focus“ spielt wiederum stärker mit Einflüssen aus HipHop und Dubstep, kommt aber ebenso wenig zu Ruhe wie seine Vorgänger. „Blue Mosiac“ wirkt da vergleichsweise fokussiert. Von der flatternden Hi-hat abgesehen, erinnern die Vokalsamples und das  hypnotische Pattern stark an die psychedelisch angehauchte Tanzmusik Caribous, dessen Song „Sun“ Patten einst <a href="http://soundcloud.com/caribouband/sun-patten-remix" target="_blank">remixte</a>. Diese Stimmung wird ebenfalls in „Out The Coast“ aufgegriffen, auch wenn der sich ständig überschlagenen Beat hier etwas irritiert. Das auf einem modulierten Loop basierende „Plurals“  hingegen lässt Assoziationen in Richtung des von Boards Of Canada geprägten Ambient-Electro zu.</p>
<p>„GLAQJO XAACSSO“ strotzt also nur so vor jugendlichem Ideenreichtum und Tatendrang, ist gewollt überladen und fordernd. Hektisch, wild und fragmentarisch wird hier zitiert, angerissen und zerschnitten. Dabei ist es der hohen Ereignisdichte und immensen Detailverliebtheit zu verdanken, dass diese mitunter hyperventilierende Rekonstruktion eines nicht mehr ganz frischen Futurismus zur längeren Auseinandersetzung taugt. Wer mit einer gewissen Unstrukturiertheit umzugehen weiß und nicht ständig auf der Suche nach der Zukunft der elektronischen Musik ist, kann mit Patten viel Freude haben.<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 72' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/72.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p><strong>Label:</strong> No Pain In Pop</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Autechre, Aphex Twin, Flying Lotus, Boards Of Canada, Caribou</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://www.patttten.com/">Homepage</a> | <a href="http://www.facebook.com/patttten">Facebook</a> | <a href="http://soundcloud.com/patttten" target="_blank">Soundcloud</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 10.02.2012</p>
<p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="http://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F22219269&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=true&&amp;show_comments=falseamp;color=d38475"></iframe></p>
]]></content:encoded>
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		<title>First Aid Kit &#8211; The Lion&#8217;s Roar</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 16:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Heider</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Conor Oberst]]></category>
		<category><![CDATA[emmylou harris]]></category>
		<category><![CDATA[first aid kit]]></category>
		<category><![CDATA[Fleet Foxes]]></category>
		<category><![CDATA[mike moggis]]></category>
		<category><![CDATA[omaha]]></category>
		<category><![CDATA[the lion's roar]]></category>
		<category><![CDATA[wichita]]></category>

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		<description><![CDATA[Von wegen Youtube-Eintagsfliege: Das zweite Album des schwedischen Schwesternduos ist eine kleine Countrypop-Sensation.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/01/first-aid-kit-lions-roar.jpg' alt="First Aid Kit - The Lion's Roar" /><strong>Das Phänomen der Wunderkinder und Teeniestars ist in der Popmusik kein neues. Dennoch bekam es innerhalb des letzten Jahrzehnts mit den auch in Indiekreisen aus dem Boden sprießenden Underage-Bands eine völlig neue Dimension. Viel versprechende und nachhaltige Karrieren sind den Betreffenden dabei jedoch in den wenigsten Fällen beschieden. </strong></p>
<p>Dem frühen Ruhm folgt das baldige Verschwinden in der Versenkung und ein Dasein als ewige Randnotiz der Musikgeschichte. Ein ernsthafter künstlerischer Entwurf wird von solch einem One-Hit-Wonder eh nicht erwartet. Ernst genommen zu werden, Raum zu finden, musikalische Visionen langfristig zu entwickeln und auszuformulieren scheint innerhalb dieses Schweinezyklus, Talent hin oder her, ein  Ding der Unmöglichkeit. Da unterscheidet sich die heile Indiewelt letztendlich kaum vom großen, bösen Pop-Business.</p>
<p>So ließ auch das schwedische Schwesternduo Klara (Jahrgang &#8217;93) und Johanna (Jahrgang &#8217;90) Söderberg vor zwei Jahren wenig Anlass zu großartigen Hoffnungen, als es ihrem 2008er Youtube-Hit, einer Coverversion des Fleet Foxes&#8217;schen „Tiger Mountain Peasant Song“, ein maximal okayes Debütalbum folgen ließ. Vor diesem Hintergrund ist das von Mike Moggis in Omaha produzierte „The Lion&#8217;s Roar“ nicht weniger als eine kleine Sensation und die erste handfeste Überraschung des angehenden Musikjahres. Dass die beiden Schwestern über beeindruckende und wohlgeschulte Gesangsstimmen verfügen, wusste man schon vorher, nicht aber, zu welch fabelhaften Songs sie mit dem nötigen Selbstbewusstsein und einer voll ausgestatteten Country-Besetzung im Rücken in der Lage sind. „The Lion&#8217;s Roar“ ist ein reichlich dick aufgetragenes, weltumarmendes Album, dem die Vorsilbe „Indie-“ vor seiner illustren Mischung aus Country, Folk und Pop deutlich am Allerwertesten vorbeizugehen scheint.</p>
<p>Gleich der Auftakt ist  triumphal. Das Titelstück beginnt Townes-Van-Zandtig düster  und verzaubert mit glockenklarem Gesang und hymnischem Refrain. „Emmylou“ namedroppt erst einmal all die ganz großen, alten Country-Helden und erweist diesen mit einem in dezent pedalsteelige Sommerabendmelancholie getränkten Country-Popsong auch alle Ehre. „In The Hearts Of Men“ reduziert dann das Tempo und lässt seine Melodien in unnachahmlicher Grazie über den Takt gleiten. Dazu gibt es Mellotron, verschleppte Marschtrommeln und gefühlvoll phrasierten Gesang zum Niederknien. So etwas möchte man an Stelle der einfältigen Mumford &#038; Sons in Zukunft bitte auf allen Kanälen im Indie-infiltrierten Formatradio hören.</p>
<p>Der Rest des Albums kann das von diesem Triumvirat vorgelegte Level zwar nicht ganz halten, hat aber auch keine größeren Ausreißer nach unten zu verzeichnen. Ganz am Ende brillieren First Aid Kit sogar noch einmal in der Kür, indem sie in „King Of The World“ den featurenden Conor Oberst eindrucksvoll an die Wand singen. Der dazugehörige Mariachi- und Fiddle-Swing stammt übrigens von den ebenfalls nicht ganz unillustren <a href="http://www.auftouren.de/2011/05/25/gehacktes-aktuelle-alben-im-schnellcheck-4/">Felice Brothers</a>. &#8220;I&#8217;m nobody&#8217;s baby, I&#8217;m everbody&#8217;s girl, I&#8217;m the queen of nothing, I&#8217;m the king of the world.&#8221; Eine ziemliche Ansage also, die mit diesem handwerklich meisterhaften und im besten Sinne wertkonservativen Album eindrucksvoll unterfüttert wird.</p>
<p>Klar, man muss schon einiges an Americana-Klischees verkraften können, wenn man mit „The Lion&#8217;s Roar“ glücklich werden will und besonders Engstirnige mögen sich vielleicht sogar daran stören, dass hier zwei gerade einmal volljährige Schwedinnen Wildwest-Romantik und Eisenbahn-Nostalgie verbreiten. Jedoch erfrischt auch dieser scheinbare Widerspruch in der derzeit am Fall Lana Del Reys wieder aufkeimenden, ewig ermüdenden Authentizitäts-Debatte als fröhlich herausgestreckte Zunge. Wohl die einzig angemessene Reaktion, vor allem auch deswegen, weil First Aid Kit den Großteil ihrer ehrlich leidenden (und zumeist männlichen) Kollegen mit diesen Songs locker hinter sich auf der Strecke lassen. Soviel Talent ist eben auch unter den widrigsten Umständen nicht kleinzukriegen.<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 77' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/77.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p><strong>Label:</strong> Wichita / Play It Again Sam</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Emmylou Harris, Townes Van Zandt, Fleet Foxes, Conor Oberst, Dixie Chicks, Gram Parsons</p>
<p><strong>Links:</strong><a title="fak" href="http://http://thisisfirstaidkit.com/" target="_blank"> Homepage</a> | <a title="sc" href="http://soundcloud.com/firstaidkit" target="_blank">Soundcloud</a> | <a title="ms" href="http://www.pastemagazine.com/blogs/av/2012/01/album-stream-first-aid-kit---the-lions-roar.html" target="_blank">Albumstream</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 20.01.2012</p>
<p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="http://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F25357871&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=false&amp;show_comments=false&amp;color=d38475"></iframe></p>
]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Feiern für das Klima&#8221;?</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 08:46:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lennart Thiem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spot]]></category>

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		<description><![CDATA[Ablasshandel oder "nachhaltiges" Handeln? Eine Agentur bewirbt "GreenMusicEvents". Unser Autor Lennart sieht die Sache skeptisch. Was meint Ihr? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/01/mohre.jpg' alt="&quot;Feiern für das Klima&quot;?" />
<p>Am letzten Freitag erhielt ich die folgende Mail:</p>
<p><em><strong>„Sehr geehrte Damen und Herren,</strong></em></p>
<p><em><strong>am 07.02.2012 findet das erste GreenMusicEvents BarCamp in Hamburg statt und setzt sich damit mit Umweltschutz in der Musik- und Eventbranche auseinander. Das BarCamp wird von der Initiativagentur Zuendwerke in Kooperation mit der Green Music Initiative und dem Kompetenzzentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft organisiert. </strong></em></p>
<p><em><strong>Anbei erhalten Sie einige Informationen zur Veranstaltung.</strong></em><br />
<em><strong> Über eine Veröffentlichung bzw. Thematisierung würden wir uns sehr freuen. Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung &#8211; gerne per Email, telefonisch oder am Veranstaltungstag.</strong></em></p>
<p><em><strong>Mit besten Grüßen&#8230;&#8221;</strong></em></p>
<p>usw.</p>
<p>Auf der Seite des Initiatoren informierte ich mich über diese und ihre <a href="http://www.zuendwerke.de/hintergrund/" target="_blank">Ziele</a>, das Programm der <a href="http://www.zuendwerke.de/projekte/greenmusicevents-barcamp/" target="_blank">Veranstaltung</a>, schaute, was „Zuendwerke“ sonst so tut (zum Beispiel eben „<a href="http://www.zuendwerke.de/2011/03/07/feiern-fur-das-klima/" target="_blank">Feiern für das Klima</a>“) und beschloss zu antworten. Immerhin wurden wir ja für potentielle Interessenten gehalten und obendrein sehr höflich darum gebeten, die Veranstaltung zu thematisieren, was nun in Form eines offenen Briefes geschehen soll.</p>
<p>Dabei geht es nicht direkt um die beworbene Veranstaltung (die liegt ja noch in der Zukunft, außerdem ist die Einladung leider sehr nichtssagend), sondern den Ansatz der „Zuendwerker“ an sich.</p>
<p>&#8220;Liebe Zuendwerker,</p>
<p>leider sehe ich keine Möglichkeit, Eure Veranstaltung „GreenMusicEvents BarCamp“ anzukündigen. Außerdem glaube ich nicht, dass sich die Welt dadurch retten lässt, <em>&#8216;[...]das Thema einer zukunftsverträglichen Entwicklung sexy zu kommunizieren.<strong>&#8216;</strong></em><strong>*</strong>, insbesondere nicht durch <em>&#8216;Feiern für das Klima&#8217;</em>.</p>
<p>Vielleicht bin ich da ja aber auch einfach nur in den falschen Locations unterwegs, halt dort, wo ich gerne tanzen mag. Und das ist eben zum Beispiel nicht der &#8216;Hühnerposten&#8217; hier in Hamburg, wo ihr bereits einmal Eure tolle Idee des<em> &#8216;CarrotMobClubs&#8217;</em> realisiert habt.<em> &#8216;Die Carrotmob Community mobilisiert eine Meute an Feierwütigen, die an einem Abend einen bestimmten Club aufsucht und dort den Eintritts- und Getränkeumsatz steigert. Der Clou dabei: Der Clubbetreiber erklärt sich im Gegenzug im Vorfeld bereit, nach einer Energieberatung einen Prozentsatz seines Abendumsatzes in Energiesparmaßnahmen in seinen Club zu investieren.&#8217;<br />
</em></p>
<p>Und warum tut ihr das? <em>&#8216;Wir als Konsumenten haben große Einflussmöglichkeiten für eine nachhaltige Entwicklung, die wir aber in unserem Alltag kaum nutzen, weil wir es für zu anstrengend halten.&#8217;</em>, so sagt es Euer Thore Debor. Und das haut hin, zumindest dann, wenn man sich als Konsumenten sieht, der eben nichts anderes zu tun hat und können braucht als zu konsumieren und dazu nur an die richtigen Stellen gelotst werden muss. Und dort wird dann, wie bei einer Eurer <em>&#8216;CarrotMobClub“</em>-Partys, <em>„Musikalisch […] für jeden Besucher etwas dabei sein, denn von House&amp;Electro, Schlager über Chart-Hits wird auf drei Tanzflächen ordentlich Programm geboten&#8217;</em>. So weit, so fetzig. Und außerdem habt ihr mir schon mal geschmeichelt, für mich ist nämlich nichts dabei, also bin ich nicht &#8216;jeder&#8217;. Da klimpere ich doch mal kokett und dankbar mit den Augen.</p>
<p>Nun geht es ja aber gar nicht um mich, also zurück zu Eurem Anliegen, das mit dem Konsum, der &#8216;nachhaltigen Entwicklung&#8217;, dem Alltag und dem Feiern. &#8216;Alltag&#8217;, das ist bei Euch auch die Clubnacht, und da komme ich nicht ganz mit. Beim &#8216;dancen und romancen&#8217;, wie ich gerne scherzhaft sage, wird viel getrunken, die eine oder andere Droge konsumiert, aber selbst das nur manchmal. In erster Linie wird getanzt, getanzt und nochmals getanzt.</p>
<p>Was aber soll sich denn dadurch ändern, von der persönlichen Verfassung einmal abgesehen? Vielleicht bin ich da aber auch ein wenig altbacken. Immerhin bedeutet alltäglicher Konsum für mich nicht, Caipirinha in Großraumdiscotheken zu trinken, damit ein Unternehmer ein wenig in (sicherlich sinnvolle) <em>&#8216;Energiesparmaßnahmen in seinen Club&#8217; </em>investieren kann, was ohne das aus meinem Konsum von &#8216;Sekt-Aperol&#8217; gewonnene Geld sicherlich ganz unmöglich für ihn wäre.</p>
<p>Das Problem ist nämlich: ich hab&#8217; gar nicht das Geld dafür, ich trinke billiges Bier im <a href="http://www.pudel.com/" target="_blank">Golden Pudel Club</a> oder bewundere die sehr gute Musik beim <a href="https://www.facebook.com/kkc2k?sk=wall&amp;filter=2" target="_blank">Kiss Kiss Club 2000</a>, auch dort gibt es, außer eben der guten Musik, billiges Bier. Ich hänge in Kneipen rum, nicht in Bars, bin am Ende, wie bereits erwähnt, sehr, sehr altbacken und damit letztendlich gar, ich befürchtete es bereits, ein Umweltsünder alter Schule. Denn so richtiger &#8216;richtiger&#8217; Konsum ist das ja wohl kaum, das bisschen Bier (auch gut: Sekt + Energydrink, beides aus dem Discounter).</p>
<p>Leider kann ich die <em>&#8216;nachhaltige Entwicklung&#8217;</em> in meinem Alltag also nicht so vorantreiben, wie ihr es Euch, mir und uns wünscht. Sorry dafür. Mehr, als weitestgehend vegan zu leben, Klamotten in Secondhandläden zu kaufen und kein Auto zu besitzen fällt mir nicht ein. Und selbst das tue ich auch nicht im Glauben, die Welt, Zukunft, &#8216;Nachhaltigkeit&#8217;, was auch immer zu retten, sondern nur, weil ich hoffe, so ein klitzeklein bißchen weniger kaputt zu machen, als ich es durch meine bloße Existenz eh schon tue. Gut, ich bin der Meinung, man könnte und sollte und müsste die gesamte Werbeindustrie mit ihren hanebüchenen Budgets und blöden Ideen zur Absatzsteigerung überflüssiger Produkte (und die notwendigen würden ja eh gekauft werden) abschaffen, das könnte einiges an Papier, Lichtquellen, Strom und Praktikumsplätzen sparen.</p>
<p>Aber kriegt man so die Leute in den Club? Nein, und das werdet ihr, liebe &#8216;Zuendwerker&#8217;, ja auch wissen, und zwar besser als ich. Denn ihr wollt ja, unter anderem, die Clubs voll kriegen, damit die Unternehmer investieren können. Das ist, nebenbei bemerkt, ein ziemlich waghalsiges Konzept, was sogar ich mit meiner abgebrochenen kaufmännischen Ausbildung weiß.</p>
<p>Wäre es nicht besser, den Unternehmern das Geld zu spenden und so die Verwendung des einen oder anderen Cocktailschirmchens zu vermeiden? Das ist gut für sie, gut für die Umwelt und so auch gut für uns alle. Schließlich fielen dann die Kosten für Schirmchen etc. weg, mit weniger Geld ließe sich also mehr bewegen. 1000 Euro Spende sind unterm Strich mehr als 1500 Euro Umsatz, und das Geld käme an der richtigen Stelle an, nicht in etwa auch noch bei irgendwelchen kubanischen Zuckerrohrbauern. Denn die kaufen sich am Ende eh nur Rum davon.</p>
<p>Denkt doch einfach mal darüber nach.</p>
<p>Bussi und ein langes, gesundes Leben</p>
<p>Lennart Thiem&#8221;</p>
<p><em><strong>*</strong>alle Zitate stammen von der Homepage <a href="http://www.zuendwerke.de/" target="_blank">http://www.zuendwerke.de/</a></em></p>
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		<title>Lana Del Rey &#8211; Born To Die</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 13:15:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kevin Holtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[lana del rey]]></category>

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		<description><![CDATA[Born To Die atmet den Zeitgeist in vollen Lungenzügen: Pop 2012 - groß angelegt, immer Trash, immer Hochglanz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/01/lana_thumb.jpg' alt="Lana Del Rey - Born To Die" /><strong>Es ist vielleicht nur eine kurze Episode, doch man sollte ihr zumindest ein klein wenig Aufmerksamkeit schenken. Pop-Musik generierte sich im vergangenen Jahr als ein buntes Potpurri der Stile, ein multioptionales Depot der Möglichkeiten. Ein Blick auf die oberen Ränge der deutschen Charts führte nicht mehr zwangsläufig zu Schamesröte, auch wenn Charts natürlich nach wie vor etwas Furchtbares sind. Dass man trotzdem seinen Spaß damit haben kann, zeigt unser allwöchentlicher <a href="http://www.auftouren.de/tag/Liedschatten/" title="Liedschatten AUFTOUREN" target="_blank">Liedschatten</a>.</strong></p>
<p>Ganz oben auf einer Welle weitsichtiger Künstler schwappten Musiker wie Gotye oder Lana Del Rey an die Spitze, die, völlig unpeinlich, Pop in Reinform spielten. Süße Melodien, große Arrangements, kein verschachteltes Labyrinth, alles geht geradeaus. Welche Substanz dahinter steckt, ist erstmal völlig zweitrangig. Zunächst zählt der spontane Eindruck. Dieser setzt sich beispielsweise am herausstechenden Phänotypen der „Erscheinung“ Del Rey fest. Irgendwann muss sich der Blick wieder schärfen: Es läuft Lana Del Reys zweites Album, das im Grunde ein Debüt ist.</p>
<p>„Born To Die“, also. Ein Album, dem man sich mit Samthandschuhen widmet, so unklar ist der Ausgang. Gut, die bereits vorab bekannten Stücke „Video Games“ und „Born To Die“ sind musikalische Meisterwerke, irgendwo zwischen Trailer-Park und Rockstar-Villa. Groß angelegt, immer Trash, immer Hochglanz, von viel Gefühl und Grazie und einer verdammten Portion Fatalismus und Lebensmüdigkeit geprägt. Die genannten Songs nehmen auch im Albumgefüge zentrale Positionen ein, verlieren nie ihre Sensibilität und ihren Hochmut. Doch „Born To Die“ kann mehr: Abgründe ergründen, zum Beispiel. Mal deutlicher formuliert, mal subtiler. Es ist sowohl Hitchcock-Streifen als auch großes Ballett. Die Arrangements sind erhaben, graben manchmal im Fundus wohlfeilen HipHops, was aber durchaus charmant sein kann. Freilich finden sich auf „Born To Die“ auch Stücke, die es nicht gebraucht hätte. Das sich lasziv-kitschig ins Verderben extrahierende „Carmen“ wäre ein Streichkandidat, könnte man sich das Album in Kaiser-Chiefs-Manier selber zusammensetzen.</p>
<p>Doch grundsätzlich ist das schon alles recht stimmig und unterhaltend. Darum geht es ja auch, Unterhaltung. Nicht wahr? Pop-Musik muss auch immer Show sein. Affektiert, exaltiert, großkariert, so wurde sie einst erfunden und so wird sie bis in alle Ewigkeiten, mindestens jedoch bis zum nächsten großen Hype sein. Dass Lana Del Rey ein ebensolcher ist, steht außer Frage. Mit sensationell aus den Rudern geratenen Stücken wie dem zähflüssigen „Radio“ rechtfertigt sie jedoch die in sie investierten Vorschusslorbeeren.</p>
<p>Natürlich muss alles bei Del Rey alles im Überfluss vorhanden sein: Das mag den einen oder anderen Interessierten abstoßen und, zugegeben, manches Mal sind die zwölf Stücke schon extra flauschig. Den Mut etwas wegzulassen, die Fähigkeit zur Subtraktion, all das darf man Elizabeth Grant, so Del Rey mit bürgerlichem Namen, voll und ganz absprechen. „Million Dollar Man“ würde reduzierter sicherlich wirkungsvoller klingen, verliert irgendwann den roten Faden und findet ihn im Reich der Beliebigkeit wieder. Und schon ist es zu spät, um umzukehren. So ergeht es einigen Stücken auf „Born To Die“, wobei dies in manchen Fällen weniger schlimm ist. Die Produktion des Ganzen ist logischerweise auf absolute Radiotauglichkeit getrimmt, wobei das ja schon lange kein gültiger Minuspunkt mehr ist.</p>
<p>„Born To Die“ sitzt als lebender Eklektizismus zwischen allen Stühlen und Stilen, bedient sich selbstbewusst in der Pop-Geschichte, ohne rot zu werden. „Blue Jeans“ verliert sich so beispielsweise in grenzenloser Liebe zu James Dean und den fünfziger Jahren. Hypnotisch und mit Nachdruck schießt sich das Stück ins Jenseits. Dem gegenüber steht mit „This Is What Makes Us Girls“ ein Post-R’n’B-Stomper, der seine Schwingen ausbreitet und durch die Nacht schwebt, vorbei an all den Drakes, Kanye Wests und The Weeknds dieser Welt.</p>
<p>Die Frage, ob „Born To Die“ mehr Substanz hat als andere Pop-Alben, ist nicht eindeutig zu beantworten. Das wäre Quacksalberei und anmutend. Was jedoch festzuhalten ist: &#8220;Born To Die&#8221; atmet den Zeitgeist in vollen Lungenzügen und folglich ist nicht auszuschließen, dass Lana Del Rey die Position einnimmt, die James Blake und Bon Iver 2011 hatten. So unterschiedlich diese Künstler auch sein mögen, sie alle eint eine Sogwirkung, die quer durch sämtliche Hörerschichten wirkte. Nur dass sich Del Rey eben gerne lasziv in Szene setzt. Doch wo ist der Unterschied zwischen ihrer gespielten Sexyness und der katalogisierten Backenbärtigkeit fluffiger Indiebands? Wer die Antwort hat, darf sie gerne auf ewig für sich behalten.<br />
<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 67' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/67.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p><strong>Label:</strong> Vertigo</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Nancy Sinatra, Madonna, Lady Gaga, Bat For Lashes, Lykke Li, Marina &amp; The Diamonds</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://www.lanadelrey.com/" target="_blank">Homepage</a> | <a href="https://www.facebook.com/lanadelrey" target="_blank">Facebook</a> | <a href="http://www.myspace.com/lanadelrey" target="_blank">Myspace</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 27.01.2012</p>
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<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/8t-I-Lqy06g?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<item>
		<title>Der Liedschatten (LV): Alles bestens, auch das Schlechte</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 15:21:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lennart Thiem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pop + Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[60s]]></category>
		<category><![CDATA[Beatles]]></category>
		<category><![CDATA[brd]]></category>
		<category><![CDATA[charts]]></category>
		<category><![CDATA[Liedschatten]]></category>
		<category><![CDATA[paperback writer]]></category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>
		<category><![CDATA[Psychedelic]]></category>
		<category><![CDATA[rain]]></category>
		<category><![CDATA[sixties]]></category>

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		<description><![CDATA[Kann das "Beste" blöd sein? Außerdem: die beste Band der Welt namens Beatles mit einer ihrer besten Singles, "Paperback Writer".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/01/writer_big.jpg' alt="Der Liedschatten (LV): Alles bestens, auch das Schlechte" /><strong><em></em></strong></p>
<h2><strong><em>The Beatles “Paperback Writer”, Juli 1966</em></strong></h2>
<p><strong>Erst in der <a href="http://www.auftouren.de/2012/01/22/der-liedschatten-liv-glaubensssache/" target="_blank">letzten Woche</a> begegnete uns der bedenkliche Superlativ. Bedenklich? Ja, bedenklich. „Pet Sounds“? Bestes Album überhaupt. „God Only Knows“? Bester Song aller Zeiten. Was ist daran bedenklich?</strong></p>
<p>Dass es am Ende gar nicht stimmt und „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=ybU-Zw33PM4" target="_blank">A Day In The Life</a>“ viel besser ist? Vielleicht auch „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=DdRZ1gFhZP0" target="_blank">Like A Rolling Stone</a>“? Oder eher „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=fJ9rUzIMcZQ&amp;ob=av2e" target="_blank">Bohemian Rapsody</a>“, eventuell noch „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=Y9KC7uhMY9s" target="_blank">What&#8217;s Going On</a>“, die Qualität von Kunst schlußendlich eh nicht messbar sei und deshalb  kein Mensch solche Listen bräuchte?</p>
<p>Nein, diese sind als Ergebnis von selten originellen, retrospektiven Fachsimpeleien schon in Ordnung. Außerdem müssen diejenigen, die sie führen, ja nicht gleich zu Autoritäten erklärt werden, dazu ist die Relevanz des Streits um den allerbesten Song zu gering. Es gibt einfach Wichtigeres, als einem Lied eine möglichst niedrige Zahl zuzuordnen, das ist klar.</p>
<p>Das ist an sich auch dann nicht anders, wenn Bands, Künstler oder Interpreten und deren Erzeugnisse vornweg mit und als irgendwelche Superlative beworben werden. Nur schwirren da Zuschreibungen wie „Bester Newcomer“ laut irgendwelchen Medien, zig Branchenpreisen und nicht zuletzt Chartplatzierungen verschiedener Märkte in verwirrender Zahl sinnfrei herum, von den Youtube-Plays, Facebook- und Twitterfollowern einmal ganz abgesehen. Hier unterstützen Superlative das Verschwimmen von Werbung und deren Gegenstand.</p>
<p>Ein zum Beispiel mit Nichtssagendem wie &#8220;der am schnellsten verkaufte Nummer Eins Hit aller Zeiten&#8221;, &#8220;das Video zum Lied erreichte bereits 10 Millionen Views“, &#8220;nominiert für drölfzig ABBDW-Awards&#8221; oder auch bloß &#8220;die neue Single von blabla&#8221; beworbenes Stück braucht scheinbar nicht mehr zu sein als der Inhalt seiner Reklame, und schon ist das Aufbringen von Aufmerksamkeit gerechtfertigt. Entwickelt sich dadurch ein Hype mit der  Dynamik einer <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Self-fulfilling_prophecy" target="_blank">Self-fullfilling prophecy</a> (siehe ein dröges Produkt wie &#8220;Lana Del Rey&#8221;, die auch nur genau so schlimm ist wie die restliche Bagage), dann ist nicht nur eine Werbekampagne geglückt, sondern das Leben ein wenig öder und austauschbarer geworden. Und das ist doch reichlich blöd.</p>
<p>Sagt da wer „So funktioniert aber das Business, und die Leute haben Spaß.&#8221;? Ja? Stimmt. Und das ist doch, ich wiederhole mich, reichlich blöd.</p>
<p>Nicht erstaunlich, nicht faszinierend, nicht erschreckend, nicht dramatisch, nicht überraschend, nicht skandalös, nicht irgendwie &#8220;evil&#8221;, sondern nur blöd. Und ein bißchen traurig.</p>
<p>Nachdem wir das geklärt haben, können wir nun zur besten Popband aller Zeiten mit ihrer unvergleichlichen Hitsingle „Paperback Writer“ kommen, der zweiten Nummer Eins der Band in den Charts der BRD,. Noch neun weitere würden folgen. Niemand hatte bisher mehr.</p>
<p>Das erfreu<img style="margin-bottom: 0.21cm" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/01/p.jpg" alt="beatles_paper" width="160" height="160" align="left" border="0" />t die Fanschar sehr und ist schön, wenn auch nicht nur halb so schön wie der Song an sich, in dem es, beinahe gänzlich anders als an dieser Stelle bisher gewohnt, nicht um Liebe geht, ich wiederhole, nicht um Liebe geht. Sondern?</p>
<p>Der Titel sagt es. Jemand möchte „Paperback Writer“ werden, also Autor eines Taschenbuchs. Normalerweise erscheinen erst teurere, fest gebundene Ausgaben, danach dann Taschenbücher. Erscheint aber zuerst ein solches, dann handelt es sich nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich um ein Debüt oder Trivialliteratur. Vielleicht hat der Verlag aber auch nur ein so gutes Programm, dass es kein Geld für eine aufwendige Gestaltung einbringt. Ähem, ja. So etwas könnte zumindest ein Kulturpessimist sagen. Ich nicht, nein. Ich höre ja die Beatles.</p>
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<p><iframe src="http://www.dailymotion.com/embed/video/x158z1" width="500" height="374" frameborder="0"></iframe></p>
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<p style="text-align: center"><em>Mysterium Coolness: Was macht sie aus? Brillen? Frisuren? Unbeteiligtes Rumsitzen, während des Rest der Band Playback spielen muss?</em></p>
<p style="text-align: left">Was fällt, mal abgesehen davon, dass ich mich durch den Hinweis auf mein Beatlesfantum geschickt aus der Affäre gezogen habe, auf? Obiger Film ist kein Fanvideo, kein Fernsehauftritt, nein, es handelt sich hierbei um ein Promovideo für die Single mit Closeups, relativ schnellen Schnitten und cooler Rumsteherei, ein regelrechtes Musikvideo also. Wer möchte, kann also die beginnende Etablierung des Formats mit den Beatles in Zusammenhang bringen. Oder aber den Beach Boys, die brachten in der letzten Woche Ähnliches, waren gewiss aber auch nicht die ersten. Und wer weiß, vielleicht hatten beide Gruppen weder auf cooles Gepose noch Rumhampelei Lust, mussten sich aber den Plänen mittlerweile unbekannter Labelmitarbeiter unterwerfen. Überlassen wir diese Frage aber ruhig Historikern, schauen wir uns lieber noch das hübsche Promovideo zur B-Seite „Rain“ an.</p>
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<p><iframe src="http://www.dailymotion.com/embed/video/x7a7yj" width="500" height="375" frameborder="0"></iframe></p>
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<p style="text-align: center"><em>Bei allem Respekt, George, nein, vermutlich habt ihr das nicht.</em></p>
<p>Durch den gleichermaßen verspielten, dazu aber noch weniger narrativen Text kommt die auch schon bei „Paperback Writer“ vorhandene feine psychedelische Note noch stärker zur Geltung, vor allem, wenn der Gesang am Ende rückwärts läuft und aus einer schwer fassbaren Nuance ein kaum zu überhörendes „Sdaeh rieht edih dna nur yeht semoc niar eht fi“ wird. Dass es sich hierbei um die allererste Verwendung eines rückwärts abgespielten Tonbandes auf einem Tonträger handelt, scheint fragwürdig, man denke nur an den <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/BBC_Radiophonic_Workshop" target="_blank">Radiophonic Workshop</a> der BBC.  Für Menschen, die „Paperback Writer“ erwarben, wird es vermutlich aber so gewesen sein, und so drängend ist die Beantwortung der Frage nach dem ersten Mal nun auch wieder nicht, nicht für uns. Wir hatten das ja schon mal bezüglich der Musikvideos.</p>
<p>Wem es nun ernsthaft um Neues zu tun ist, die oder der möge noch einmal mit zur Betrachtung der A-Seite schreiten. Dort ertönt McCartneys Bass so laut wie bei keinem Stück der Beatles zuvor. Auch der gesamte  Sound der Band ist ungewohnt hart, selbst die Stücke auf dem seinerzeit nicht weniger neuartigen „Rubber Soul“ (1965) besaßen nicht diesen in Relation zu anderer chartsrelevanten Musik aggressiven Drive.</p>
<p>Und überhaupt, der Sound ist bei beiden Songs grandios: laut, ohne poltern zu müssen, schmeichelhaft nur durch Melodie und nicht Klangfarbe. Das war, bedenkt man die Texte, vor allen Dingen den des Stückes „Rain“, recht gewagt. Worum geht es dort? Lennon mokiert sich über Menschen, die bei Regen ins Trockene, bei Sonne in den Schatten fliehen, er hingegen steht beidem aufreizend gelassen gegenüber. „Can you hear me, that when it rains and shines / It&#8217;s just a state of mind?“, so etwas leuchtet nicht ohne Weiteres ein, dazu muss schon ein wenig beobachtend, vielleicht sogar entrückt sein, „angeturned“ also.</p>
<p>Nicht umsonst stammen beide Stücke aus den Sessions für das einen Monat später erscheinende siebte Album der Beatles namens „Revolver“, auf dem sich beides, McCartneys Rollenspielereien und Lennons introspektive Bestrebungen um Transzendenz, zu einem der, vielleicht sogar dem besten Album britischer Psychedlic verdichten.</p>
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		<title>John K. Samson &#8211; Provincial</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 09:58:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Holz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[John K. Samson]]></category>
		<category><![CDATA[Provincial]]></category>
		<category><![CDATA[The Weakerthans]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwischen Winnipeg und Videospiele passt immer eine große Portion Poesie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/01/johnksamson_thumb.jpg' alt="John K. Samson - Provincial" /><strong>Als im Oktober 2009 die erste von bis zu vier geplanten 7“-Platten von John K. Samson erschien, hüpften weltweit die Herzen von Indierock-Fans ganz aufgeregt auf und ab. Der Sänger der Weakerthans, solo, reduziert, nur er, seine Stimme, die Gitarre und ein bisschen Beiwerk. Ganz viel Raum für seine wunderbaren Texte also, die schon in der Vergangenheit regelmäßig in Tagebücher, Liebesbriefe und an die Hirnrinde geschrieben wurden, wenn mal wieder gar nichts zu funktionieren schien.</strong></p>
<p>Die Idee, ein Quasi-Album aus vier Einzelveröffentlichungen entstehen zu lassen, wurde dann jedoch bedauerlicherweise irgendwann zwischen September 2010 und dem darauffolgenden Sommer aufgegeben. Stattdessen nun also doch ein richtiges Album, das aber immerhin dem grundsätzlichen Thema der EPs treu bleibt: Das Leben, Existieren und Herumfahren in und um Winnipeg, Samsons hassgeliebter Heimat.</p>
<p>Das ist im Prinzip auch gar nicht groß verwunderlich, da sechs der darauf enthaltenen zwölf Songs dem fleißigen 7“-Sammler bereits bekannt sein dürften, auch wenn sie alle noch mal eine neue Aufnahme spendiert bekommen haben. Lediglich die ursprünglich erwartete Ruhe ist ein Stück weit verloren gegangen: Mit „When I Write My Master’s Thesis“ und „Longitudinal Centre“ haben sich zwei Songs eingeschlichen, die ohne weiteres auf einem Weakerthans-Album zu finden sein könnten. – aber das ist natürlich nicht weiter schlimm, schließlich ist der Qualitätsanspruch dort ähnlich hoch. (Und da der Autor dieser Zeilen sich auch gerade viel besser eine Runde „Grand Theft Auto“ als das Schreiben seiner Mastarbeit vorstellen kann, gibt’s für den erstgenannten Song ein paar Bonuspunkte.)</p>
<p>Samson schafft es wie auch bei seiner Hauptband scheinbare Alltäglichkeiten, die vermutlich jeder so oder ähnlich schon einmal erlebt hat, in Worte zu fassen, ohne dass diese allzu banal klingen. Sicherlich klingt es im ersten Moment wenig verlockend, einen Song über die Leiden eines jungen Computer- und Videospiel-Nerds zu hören, doch dann hört man ihn und weiß plötzlich genau, wie sich das anfühlt – auch wenn man vielleicht ansonsten keine Ahnung hat, was „Call of Duty 4“ eigentlich ist („Stop Error“).</p>
<p>Einige Zeilen, die Samsons poetisches Talent vielleicht am anschaulichsten darstellen, stammen aus „Heart of the Continent“, einem der alten EP-Songs. Bitte kurz wirken lassen: <em>„Inky bruises punched into the sky by bolts of light / </em><em>and then leak across the body of tonight / while rain and thunder drop and roll, then stop short of a storm / leave the air stuck with this waiting to be born / as I stand before an unresponsive automatic door / just another door that won&#8217;t open for me anymore / the exit red gets brighter then blinks off / presses me into the crumpled dark“.</em></p>
<p>Fertig?</p>
<p>Gut. Überhaupt gehört „Heart oft the Continent“ zu Samsons bisher schönsten Werken; eine Einschätzung, die sich übrigens auch auf das nicht weniger todtraurige „The Last And“ übertragen ließe.</p>
<p>Ohnehin fällt es schwer, schwache Momente auf „Provincial“ auszumachen. Klar, gerade musikalisch wird das Rad nicht gerade neu erfunden, zumal der langsam etwas ermüdende Trend, reichlich Streicherteppiche zu verlegen, auch vor Samson nicht halt gemacht hat. Aber nun, so richtig übel nehmen kann man ihm das am Ende nicht. Schließlich brauchen wir ihn und seine Texte, für Herz, Hirn und Briefverkehr. Und für die Tage, an denen mal wieder gar nichts funktioniert.</p>
<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 73' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/73.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p>
<p><strong>Label:</strong> Grand Hotel van Cleef</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Craig Finn, The Weakerthans, Rocky Votolato, Frank Turner, Maritime</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://theweakerthans.org" target="_blank">Homepage</a> | <a href="https://www.facebook.com/pages/John-K-Samson" target="_blank">Facebook</a> | <a href="http://exclaim.ca/MusicVideo/ClickHear/john_k_samson-provincial_album_stream" target="_blank">Albumstream</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong>27.01.2012</p>
<p><iframe src="http://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F30525951&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=false&amp;color=000000" frameborder="no" scrolling="no" width="100%" height="166"></iframe></p>
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