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	<title>auftouren</title>
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	<description>Drehscheibe für Independent-Musik</description>
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		<title>Rezension: Comeback Kid &#8211; Symptoms + Cures</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 13:14:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Holz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Comeback Kid]]></category>
		<category><![CDATA[Soulfood]]></category>
		<category><![CDATA[Victory]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist verdächtig ruhig, für einen kurzen Moment herrscht Ungewissheit: Was kommt da jetzt? Wann kommt es? Und vor allem wie laut ist es, wenn es kommt? Antwort: Das neue Album von Comeback Kid, nach fünf Sekunden, sehr laut. Das gute Stück hört auf den Namen „Symptons + Cures“ und enthält neben dem fast schon obligatorischen Besetzungswechsel natürlich auch das bekannte Erfolgsrezept - markante Vocals, angereichert mit melodietragenden Säge-Gitarren und interessanten Breakdowns. Stellt sich nur die Frage, ob dieses Konzept bei der mittlerweile vierten Studioplatte nicht allmählich etwas fad schmeckt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/09/ComebackKid.jpg' alt='Rezension: Comeback Kid - Symptoms + Cures' />Es ist verdächtig ruhig, für einen kurzen Moment herrscht Ungewissheit: Was kommt da jetzt? Wann kommt es? Und vor allem wie laut ist es, wenn es kommt? Antwort: Das neue Album von Comeback Kid, nach fünf Sekunden, sehr laut. Das gute Stück hört auf den Namen „Symptons + Cures“ und enthält neben dem fast schon obligatorischen Besetzungswechsel natürlich auch das bekannte Erfolgsrezept &#8211; markante Vocals, angereichert mit melodietragenden Säge-Gitarren und interessanten Breakdowns. Stellt sich nur die Frage, ob dieses Konzept bei der mittlerweile vierten Studioplatte nicht allmählich etwas fad schmeckt.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Handeln wir aber erstmal schnell die Fakten ab: Nach dem 2007er-Werk „Broadcasting&#8230;“ verabschiedete sich Bassist Kevin Call, der mittlerweile durch den früheren Tour-Basser Matt Keil ersetzt wurde. Tatsächlich haben es Comeback Kid also in ihrer bisherigen Geschichte niemals geschafft, zwei Alben hintereinander mit der exakt gleichen Besetzung aufzunehmen. Deshalb ist es umso erstaunlicher, dass die Qualität der Veröffentlichungen bisher niemals richtig unter der Fluktuation litt. Und um das mal vorweg zu nehmen: Auch „Symptons + Cures“ wird daran nichts ändern.</p>
<p style="text-align: justify;">Allerdings ist es ja ein generelles Problem im Hardcore/Punk-Genre, dass Innovationen meist Mangelware sind und sie dann, sofern sie doch existieren, oft das Wörtchen „poppig“ beinhalten – was in Szenekreisen niemals sonderlich positiv aufgenommen wird. Diesen Vorwurf mussten sich auch Comeback Kid bereits beim Vorgängerwerk gefallen lassen und das wird dieses Mal wohl nicht groß anders sein. Viel schwerer wiegt allerdings, dass bisweilen der Eindruck entsteht, dass man Stücke wie „Magnet Pull“ oder „Crooked Floors“ so oder so ähnlich nun wirklich schon oft genug gehört hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine mögliche Lösung dieses Problems liefern Comeback Kid jedoch in Form einiger simpler Tricks glücklicherweise gleich mit: „Manifest“ überrascht nach 2/3 des Songs mit einem Gitarrensolo (!), während „Balance“ sich mit variabler Lautstärke und zahlreichen Breaks aus dem Schema F befreit. Der Refrain von „Because Of All The Things You Say“ hingegen ist beinahe schon frech eingängig (ja, meinetwegen auch: „poppig“) und erinnert gesangstechnisch erschreckenderweise sogar ein Stück weit an die Restmüllverwerter von Linkin Park. Wer sich diesem Gedanken allerdings entziehen kann, wird vermutlich spätestens ab dem zweiten Hördurchgang freudig mit brüllen. Für diese Tätigkeit eignet sich übrigens auch das hervorragende „G. M. Vincent &amp; I“, das den restlichen Begleitchor netterweise gleich mitliefert – und würde das Adjektiv „episch“ bei einem Hardcore-Song nicht so fürchterlich unpassend klingen, wäre es an dieser Stelle durchaus angebracht.</p>
<p style="text-align: justify;">Insgesamt halten Comeback Kid mit „Symptons + Cures“ ihr musikalisches Niveau, nur wäre es für die Zukunft äußerst wünschenswert, wenn eine Steigerung auf dem Plan stünde. Denn über kurz oder lang wird es nicht mehr reichen, einfach den bewährten Sound nur immer und immer wieder neu aufzukochen. Aber keine Sorge: Welche Band aus diesem Genre sollte das sonst hinkriegen, wenn nicht Comeback Kid? Eben.</p>
<p style="text-align: justify;"><p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 65' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/65.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Label:</strong> Victory (Soulfood)</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Referenzen:</strong> Have Heart, Terror, The Ghost Inside, Rise Against, Give Up The Ghost, American Nightmare</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Links:</strong> <a href="http://www.myspace.com/comebackkid" target="_blank">MySpace</a> | <a href="http://comeback-kid.com/index.html" target="_blank">Official</a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>VÖ:</strong> 27.08.2010</p>
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		<title>Rezension: The Thermals &#8211; Personal Life</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 09:14:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Wiludda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[personal life]]></category>
		<category><![CDATA[Thermals]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon wieder stehen die Powerrocker aus Portland mit einem neuem Album vor der Tür. Blöderweise waren die "Power-Drops" ausverkauft und auch die Süßigkeiten der Geschmacksrichtung "Best Song Ever Written" waren nicht mehr an der Bude zu bekommen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/09/thermals1.png"><img class="alignleft size-full wp-image-17656" title="thermals1" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/09/thermals1.png" alt="" width="585" height="444" /></a><strong><p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 59' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/59.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></strong><strong> </strong></p>
<p><strong>Label:</strong> Kill Rock Stars</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Hutch And Kathy, Oxford Collpase, Titus Andronicus, Beat Happening, Guided By Voices, Modern Lovers, Pavement, Les Savy Fav, Spoon, The Hold Steady, Japandroids</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://www.myspace.com/thethermals" target="_blank">MySpace</a>, <a href="http://www.thethermals.com/" target="_blank">Homepage</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 10.09.2010</p>
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		<title>Tweak Bird &#8211; Future Stoner?</title>
		<link>http://www.auftouren.de/2010/09/01/tweak-bird-future-stoner/</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 15:30:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pascal Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Souterrain Transmissions]]></category>
		<category><![CDATA[Tweak Bird]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwischen Kyuss, Black Sabbath und der japanischen Flower Travellin' Band  (fällt euch bei diesem Cover was auf?) - das Geschwisterpaar von Tweak Bird legt gut zehn Jahre nach den ersten gemeinsamen Proben ein in wenigen Tagen eingespieltes Debütalbum vor, das man sich so erst mal trauen muss.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/09/tweakbird.jpg' alt='Tweak Bird - Future Stoner?' />Zwischen Kyuss, Black Sabbath und der japanischen Flower Travellin&#8217; Band  (fällt euch bei </strong><a href="http://morfablog.com/08/02/ftb.jpg" target="_blank"><strong>diesem Cover</strong></a><strong> was auf?) &#8211; das Geschwisterpaar von Tweak Bird legt gut zehn Jahre nach den ersten gemeinsamen Proben ein in wenigen Tagen eingespieltes Debütalbum vor, das man sich so erst mal trauen muss. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Dabei mag die knapp bemessene Spielzeit von 27 Minuten bei 10 Songs einen gewissen Minimalismus suggerieren, doch dies ist nur bedingt der Fall: Trotz simplen Songaufbaus und häufig ähnlicher, vorhersehbarer Songstrukturen klingt das ambivalente „Tweak Bird“ ungewöhnlich fremd. Die Basis bilden wie in den beiden Anfangsstücken &#8220;The Future&#8221; und „Light In Lines&#8221; staubtrockener Stoner-Bluesrock, eingängige Baritongitarrenriffs und muskelbepackte Drums. Doch während all das noch nach halbwegs gängigen Strickmustern abläuft und etwa an frühe Queens Of The Stone Age erinnern mag, wird man erstmals bei dem darauf folgenden, etwas arg verspulten „Round Trippin’“ aufmerksam.</p>
<p style="text-align: justify;">Beim großartigen &#8220;A Sun / Ahh Ahh&#8221; hat dann ein wie wild aufgehetztes Saxophon, sicherlich eine der Attraktionen dieses Albums, seinen ersten Auftritt – eine eigenwillige aber ganz und gar gelungene Kombination aus Stoner Rock und Jazz, in dieser Form auch eher selten gehört. An „Tunneling Through“ hingegen dürften sogar Metalfans ihre Freude haben, und um den Hörer dann endgültig an der Nase herumzuführen, ist vor dem sphärischen, mit gut sechs Minuten ungewöhnlich langen „Distant Airways“ und dem wieder auftauchenden Saxophon in ”Flyin&#8217; High&#8221; sogar Platz für ein psychedelisches Flötensolo &#8211; wohl so ziemlich das Letzte, was man hier erwartet hätte.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass bei dieser verdutzenden Fahrt so mancher auf der Strecke bleibt, verwundert nicht. Einige Male hat das Duo in den letzten Jahren versucht, die Band aufzustocken &#8211; vergebens. Am Ende sind sie immer wieder bei sich und ihrer familieninternen Vision hängen geblieben, vieles läuft intuitiv ab zwischen den beiden. Wie das unter Brüdern eben auch sein kann: Man kennt sich, man schätzt sich. Und verlässt sich aufeinander. Ganz ohne Hilfe geht es aber doch nicht: Live zeigt sich John McCowen für die Saxophon-Eskapaden verantwortlich und bei der Produktion wurde auf die Dienste von Dale Crover (Melvins) und Toshi Kasai (Big Business) gesetzt.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Tweak Bird&#8221; ist am 27.08. via Souterrain Transmissions (Rough Trade) erschienen.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Links:</strong> <a href="http://www.myspace.com/tweakbird" target="_blank">MySpace</a> | <a href="http://www.souterraintransmissions.com/souterrain/" target="_blank">Souterrain Transmissions</a></p>
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		<title>Rezension: Les Savy Fav &#8211; Root For Ruin</title>
		<link>http://www.auftouren.de/2010/08/31/rezension-les-savy-fav-root-for-ruin/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 16:26:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven Riehle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Les Savy Fav]]></category>

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		<description><![CDATA[Es geht wieder etwas ruppiger zu auf dem fünften Studioalbum der New Yorker Indie-Rocker Les Savy Fav. Dazu scheint der Albenturnus von Les Savy Fav endlich in für treue Anhänger weniger quälenden Intervallen angekommen zu sein. „Let's Stay Friends“ von 2007 folgte ganz seinem Namen und holte mit Melodie, Charme und Ironie alle mit ins Boot, die hilflos im Wasser paddelten. Nur zu gerne ließ man sich da retten oder sprang gar ins kühle Nass und mimte den Schiffbrüchigen, nur um irgendwie an Bord zu kommen. Diese alten Bande scheinen temporär aufgelöst, allerdings mit dem definitiven Angebot, wieder erneuert werden zu können.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--  		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/08/LesSavyFavRootForRuin.jpg' alt='Rezension: Les Savy Fav - Root For Ruin' /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Es geht wieder etwas ruppiger zu auf dem fünften Studioalbum der New Yorker Indie-Rocker Les Savy Fav. Dazu scheint der Albenturnus von Les Savy Fav endlich in für treue Anhänger weniger quälenden Intervallen angekommen zu sein. „Let&#8217;s Stay Friends“ von 2007 folgte ganz seinem Namen und holte mit Melodie, Charme und Ironie alle mit ins Boot, die hilflos im Wasser paddelten. Nur zu gerne ließ man sich da retten oder sprang gar ins kühle Nass und mimte den Schiffbrüchigen, nur um irgendwie an Bord zu kommen. Diese alten Bande scheinen temporär aufgelöst, allerdings mit dem definitiven Angebot, wieder erneuert werden zu können. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Doch mögen die Piratenmetaphern hier mal in der Schublade bleiben und Les Savy Fav draußen. Trotz Freibeuter Tim Harrington als Sänger. Und um des Ernstes Willen, mit dem sich das neue Werk dem Post-Hardcore verschrieben hat. Die wilden Genrepartys gibt es noch immer, allerdings mit weniger Teilnehmern, weniger Wein und Wehmut, dafür mit neuen Hymnen, die auch diesmal kreuz und quer und durcheinander gesungen werden dürfen.</p>
<p style="text-align: justify;">„Root For Ruin“ besitzt einen deutlich unbequemeren, harscheren und dadurch exklusiveren Charakter. Somit ist die Begrüßung mit „Appetites“, sicher ebenfalls nicht zufällig mit diesem Namen bedacht, zwar herzlich, aber ebenso hart. Die bekannten und mittlerweile typischen hohen Gitarrenläufe zu rauen Bässen überraschen wenig, liefern aber leider wenige Melodien, die davon ablenken könnten, dass dieser Song auch nach vielen Durchläufen noch an bessere Billy Talent erinnert. Der Vergleich lässt sich glücklicherweise auf keinen der übrigen zehn Songs übertragen, auch wenn diese zu einem gewissen Anteil das gleiche Manko aufweisen wie der Opener. „Poltergeist“ weiß nicht so recht, wo denn der Geist sich nun versteckt und „Excess Energies“ ist laut und zweifelsohne voller gutgemeinter Energie, es fehlt ihm aber die Tiefe um wirklich mitzureißen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Erinnerungen an den besseren Vorgänger schmerzen in diesen Momenten des relativen Mittelmaßes schon mal. Doch definitive Retter wie die tolle Nachtfahrt „Sleepless In Silverlake“ oder die freundlichen „High And Unhinged“ und „Dear Crutches“ bewegen auch die Krawallmacher des Albums in einen verständlicheren Kontext, ohne dabei eine gewisse innere Ambivalenz verwischen zu können. Diese Ambivalenz jedoch ist es, die diese Band über Jahre ausmachte &#8211; und nicht zuletzt in solchen Ausnahmesongs wie dem annähernd perfekten „Let&#8217;s Get Out Of Here“ mündet, die beide Extrema zu verbinden wissen und für dreieinhalb Minuten alles andere zu Redundanz degradieren vermögen. Die ruhelose Stimme Harringtons, die knackige Rhythmik, die unumwundenen Texte, die Gestalten mit denen sie sich in gegrölten Refrains umgeben, all das bringt dieser größte Hit auf einmal wieder. Das Album spricht aus ihm: „I just want you to want me right now“. Da uns mit dem Ausblenden des einen Sinns ein anderer verstärkt erscheint, ist blinder Gehorsam hier nur wärmstens zu empfehlen.</p>
<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 78' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/78.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p>
<p><strong>Label:</strong> Frenchkiss</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> McLusky, Gang Of Four, The Thermals, Future Of The Left, Cursive, Pixies, The Hold Steady</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://www.lessavyfav.com">Homepage</a>, <a href="http://www.frenchkissrecords.com">Frenchkiss</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 17.09.2010</p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;">&lt;p style=&#8221;text-align: justify;&#8221;&gt;</div>
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		<title>MP3-Alarm! (VII)</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 19:48:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Wiludda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Specials]]></category>
		<category><![CDATA[mp3 alarm]]></category>

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		<description><![CDATA[&#34;Die besten Musikdownloads des Monats&#34; mit Tennis, Of Montreal, Menomena, MGMT, The Thermals, Aeroplane und vielen anderen. Das verspricht nicht AUFTOUREN oder Tonspion, sondern BILD.de und packt dann heimlich auch noch Phil Collins und Ich &#38; Ich mit in die Link-Tüte. Keine Frage, diese Zusammenstellung ist geschmackssicherer als man es sich jemals in den kühnsten Vorstellungen erträumt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/08/mp3-alarm7.png' alt='MP3-Alarm! (VII)' />&quot;Die besten Musikdownloads des Monats&quot; mit Tennis, Of Montreal, Menomena, MGMT, The Thermals, Aeroplane und vielen anderen. Das verspricht nicht AUFTOUREN oder Tonspion, sondern </strong><a href="http://www.bild.de/BILD/digital/internet/2010/08/11/gratis-mp3s/top-musik-downloads-des-monats-c__b.html-des-monats-c__b.html" target="_blank"><strong>BILD.de</strong></a><strong> und packt dann heimlich auch noch Phil Collins und Ich &amp; Ich mit in die Link-Tüte. Keine Frage, diese Zusammenstellung ist geschmackssicherer als man es sich jemals in den kühnsten Vorstellungen erträumt hätte. Dennoch ist das Vorbeisurfen bei den Kollegen von Springer nicht unbedingt nötig &#8211; die herausragendsten Tracks wurden auch bereits in dieser Rubrik verlinkt.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Zum Herbstbeginn gibt es wieder viel Entdeckenswertes: Sufjan Stevens hat sich einen Computer geklaut und serviert mit &quot;I Walked&quot; einen frischen Song aus seinem kommenden Album &#8211; just eine Woche nach der Spontanveröffentlichung einer <a href="http://sufjanstevens.bandcamp.com/album/all-delighted-people-ep" target="_blank">60-minütigen EP</a>. Gobble Gobble hingegen dürften noch völlig unbekannt sein und liefern einen herrlich eingängigen Freakout. Und sonst? Dent May klingt wie Jens Lekman, die Dominant Legs ein wenig nach Junip. Die HipHopper Dibiase und Cali Swag District hingegen verlassen sich nicht auf die Aura von Goldkettchen und liefern eigenständige Tracks ab. Wer aber das Elektronische bevorzugt und seine Däumchen beim Warten auf die neue Burial-Platte abgedreht hat, findet gewiss mit Svpreme Fiend neue Freunde. Glasser, Givers und Twin Sister dürfte das ebenso wenig schwerfallen &#8211; nur so Beatmacher wie Teebs oder Yuk könnten in die Rubrik &quot;Für Fortgeschrittene&quot; fallen. Viel Spaß also beim Runterladen der stärksten Gratistracks des Monats &#8211; ältere Verlinkungsorgien gibt es an <a href="http://www.auftouren.de/?s=mp3+alarm&amp;x=14&amp;y=15" target="_blank">dieser Stelle</a>. Lasst die Nullen und Einsen rollen!</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://stereogum.com/470862/balam-acab-regret-making-mistakes/mp3s/" target="_blank">Balam Acab &#8212; Regret Making Mistakes</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://creamteam.tv/?p=3216#utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+creamteam+%28creamteam%29" target="_blank">Cali Swag District – Teach Me How To Dougie</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.russianadults.com/?p=410" target="_blank">Clubfeet – Count Your Lovers (Elke Remix)</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://famoussoundingwords.com/post/991618817/eastover" target="_blank">Dent May – East Over Wives</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://stereogum.com/97631/new_dominant_legs_-_clawing_at_the_walls/mp3s/" target="_blank">Dominant Legs – Clawing Out At The Wall</a> ♥</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://dippedindollars.com/2010/08/12/dibiase-lumberjack/" target="_blank">Dibiase &#8211; Lumberjack</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.myoldkentuckyblog.com/?p=6378" target="_blank">Forest Swords &#8212; Rattling Cage</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://stereogum.com/479612/band-to-watch-givers/franchises/band-to-watch/" target="_blank">Givers – Up Up Up</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://pitchfork.com/forkcast/14732-home/" target="_blank">Glasser- Home</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://alteredzones.com/posts/198/gobble-gobble-eat-sun-son/" target="_blank">Gobble Gobble – Eat Sun, Son</a> ♥</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://stereogum.com/323901/how-to-dress-well-decisions-feat-yuksel-arslan/mp3s/" target="_blank">How To Dress Well – Decisions</a> ♥</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.xlr8r.com/mp3/2010/07/honey-coyote-remix" target="_blank">Ikons &#8212; Honey (Coyote Remix)</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://soundcloud.com/subpop/no-age-glitter" target="_blank">No Age &#8211; Glitter</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://stereogum.com/448152/secret-cities-pink-city/mp3s/" target="_blank">Secret Cities &#8211; Pink City</a> ♥</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://riddlepark.blogspot.com/2010/08/martial-plan.html" target="_blank">Summer Camp – Round The Moon</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.xlr8r.com/mp3/2010/08/fervor-contakt-remix" target="_blank">Svpreme Fiend &#8212; Fervor (Contakt Remix) </a>+ <a href="http://www.xlr8r.com/mp3/2010/08/heartache-vip" target="_blank">Heartache VIP</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://sufjanstevens.bandcamp.com/track/i-walked" target="_blank">Sufjan Stevens – I Walked</a> ♥</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.xlr8r.com/mp3/2010/08/personal-winter" target="_blank">Teebs &#8212; Personal Winter</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://sargenthouse.tumblr.com/post/705509418/frozenzoon" target="_blank">Tera Melos – Frozen Zoo</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.togetherindigitaldreams.net/post/1008930424/mp3-new-thermals-i-dont-believe-you" target="_blank">The Thermals – I Don’t Believe You</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://katarokkar.cribble.net/2010/08/show-review-twin-sister-bear-in-heaven-at-the-rickshaw-stop/" target="_blank">Twin Sister – Lady Daydream</a> ♥</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://wintercoats.bandcamp.com/album/cathedral-ep" target="_blank">Wintercoats – Cathedral</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://famoussoundingwords.com/post/1029119604/shelterxxtiga" target="_blank">The XX – Shelter (Tiga Remix)</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.xlr8r.com/mp3/2010/08/adept-ation-dev" target="_blank">Yuk – Adept-Ation For Dev</a> ♥</p>
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		<title>Rezension: Stella &#8211; Fukui</title>
		<link>http://www.auftouren.de/2010/08/29/rezension-stella-fukui/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 03:27:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Heider</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[battles]]></category>
		<category><![CDATA[Cloudhill]]></category>
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		<category><![CDATA[Egoexpress]]></category>
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		<category><![CDATA[Mouse On Mars]]></category>
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		<category><![CDATA[Pantha Du Prince]]></category>
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		<category><![CDATA[Snowhite]]></category>
		<category><![CDATA[Stella]]></category>
		<category><![CDATA[Von Spar]]></category>

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		<description><![CDATA[Stella waren schon immer irgendwie besonders. Grob aus dem Dunstkreis entsprungen, den man früher einmal Hamburger Schule nannte, markierten sie den Punkt, als man sich dort dem (deutschsprachigen Indie-)Rock abwandte und mehr und mehr auf elektronischen Pfaden wandelte. Dabei waren sie ihrer Zeit oftmals um einiges voraus und so zum Beispiel 1998 mit ihrer Debütsingle "O.K., Tomorrow I'll Be Perfect." die ersten, die den in den letzten zehn Jahren wie kaum etwas sonst polarisierenden, neongrellen 80er New Wave wieder ins Spiel brachten. Stella verbanden Glamour und Diskurspop, Hedonismus und Politik mit explizit linken Inhalten. Zugehörig fühlten sie sich dabei nirgends so richtig, Andockpunkte gab es trotzdem reichlich, Egoexpress, Phantom/Ghost, Pantha du Prince um nur einmal die Bekanntesten zu nennen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/08/stella_album_cover.jpg' alt='Rezension: Stella - Fukui' /></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Stella waren schon immer irgendwie besonders. Grob aus dem Dunstkreis entsprungen, den man früher einmal Hamburger Schule nannte, markierten sie den Punkt, als man sich dort dem (deutschsprachigen Indie-)Rock abwandte und mehr und mehr auf elektronischen Pfaden wandelte. Dabei waren sie ihrer Zeit oftmals um einiges voraus und so zum Beispiel 1998 mit ihrer Debütsingle &quot;O.K., Tomorrow I&#8217;ll Be Perfect.&quot; die ersten, die den in den letzten zehn Jahren wie kaum etwas sonst polarisierenden, neongrellen 80er New Wave wieder ins Spiel brachten. Stella verbanden Glamour und Diskurspop, Hedonismus und Politik mit explizit linken Inhalten. Zugehörig fühlten sie sich dabei nirgends so richtig, Andockpunkte gab es trotzdem reichlich, Egoexpress, Phantom/Ghost, Pantha du Prince um nur einmal die Bekanntesten zu nennen.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Mit &quot;Fukui&quot;, ihrem ersten Album seit Ewigkeiten, übersetzen Stella diese Andersartigkeit nun in ein ästhetisches Konzept. Statt, wie sich das gewöhnlich für ein Comeback gehört, nostalgiebeseelt in alten Fotoalben zu schwelgen und die bewährte Emulsion aus Glamrock und modernen R&#8217;n'B  noch einmal aufzukochen, wagt man sich, mittlerweile eher Projekt als fest eingespielte Band, an den kompletten Neustart. Gängigen Pop-Strukturen traut man dabei genauso wenig wie allzu einfachen Deutungsansätzen, denn wo die Stücke sich meistens in einer seltsam Grauzone zwischen Song und Track bewegen, entziehen sich die von Elena Lange nahezu komplett auf japanisch eingesungenen Texte vorsichtshalber gleich komplett der Interpretation durch zumindest einen Großteil der Hörer. Die fremde Sprache wirkt dabei jedoch nicht als niedlicher Exotismus, sondern als von jeglichem kulturellem Balast befreites weiteres Instrument, das den Liedern ein unmittelbar menschliches Antlitz verleiht, sich aber weigert dieses auch mit Inhalt zu füllen. Lediglich das süßliche, aber im Albumkontext als schöner Kontrapunkt funktionierende, von Meeresrauschen begleitete Schlussstück ließe einige Assoziationen zu J-Pop und japanischem Schlager zu, jedoch ohne sich dabei in allzu großer Koketterie zu verlieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist eine seltsame, abstrakte Mischung die Stella einem hier vorsetzen. Der Glitzer vergangener Tage ist einer nüchternen Seidenmatt-Lackierung gewichen. Die Tracks wirken experimentell und aufgeräumt zugleich. Dabei dürfte es zunächst einmal verwundern, dass Bassist Henrik Weber an den Arbeiten zum bei weitem elektronischsten Album der Band kaum noch beteiligt gewesen sein soll, denn an vielen Stellen wie dem düsteren Hintergrundwabern im dritten Stück vermeint man die romantisch-verregnete Atmosphäre der Pantha-Du-Prince-Alben direkt heraushören zu können. Auf &quot;Fukui&quot; werden Einflüsse elektronischer Experimentalmusik mit der kühlen Repetition von House und Minimal Techno zu einem eigentümlichen Future-Pop verarbeitet, zu dem die dazugehörige Bildersprache wohl erst noch erfunden werden muss. Bei all diesem nahezu wissenschaftlichen Eifer nehmen Stella sich aber glücklicherweise niemals selbst zu ernst, sondern überraschen immer wieder durch gekonnte Momente der Verwirrung. Da wären zum Beispiel diese stakkatohaft gesampleten Lacher, die dem sechsten Stück einen ganz und gar eigentümlichen Klimax verleihen. Da wäre aber auch das siebte Stück &quot;You Can Do Me No Harm&quot;, das, als einziges zumindest teilweise englischsprachig und mit einigermaßen deutlichen Hip Hop-Reminiszenzen, noch am ehesten an die alten Stella erinnert. Für einige kurze Augenblicke klingt Elena Lange hier wie eine vielleicht noch bessere, aus einer seltsamen Parallelwelt entsprungene Missy Elliott.</p>
<p style="text-align: justify;">Stella gelingt mit diesem Werk ein Neuanfang, so homogen wie vielseitig, so erwachsen wie verspielt, so herausfordernd wie schmeichelnd, dass man sich zum jetzigen Zeitpunkt noch kaum vorstellen kann, wohin es einen mit diesem Album, mit dieser Band in Zukunft treiben soll. Eines steht jedoch bereits jetzt fest: Es dürfte in jedem Fall ein irgendwie besonderes Vergnügen werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 75' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/75.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Label:</strong> Snowhite / Cloudhill Records</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Referenzen:</strong> Battles, Mouse On Mars, Pantha du Prince, efdemin, Four Tet, Kraftwerk, Neu!, Cluster, Von Spar, Fujiya &amp; Miyagi</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Links: </strong><a href="http://www.myspace.com/stellaband09" target="_blank">MySpace</a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>VÖ:</strong> 27.08.2010</p>
<p style="text-align: justify;"> </p>
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		<title>Rezension: Oriol &#8211; Night And Day</title>
		<link>http://www.auftouren.de/2010/08/28/rezension-oriol-night-and-day/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 22:10:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Wiludda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[night and day]]></category>
		<category><![CDATA[oriol]]></category>
		<category><![CDATA[Planet Mu]]></category>
		<category><![CDATA[review]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach dem Drücken der Tastenreihenfolge 2-0-0-1 an der Heckseite der Zeitmaschine geht alles ganz schnell. Die Welt schlürft wieder ihren Cappuccino an den nun überall aufkeimenden Kaffeebars, die ganze Welt scheint mit kreischend bunten Mustertapeten zugepflastert, Retro-Shops verkaufen wie blöd verwegene Plüschi-Lampen und jeglich erdenkliches Accessoire, was auch die heimische Wohnstätte in ein moussierendes Schmock-Art-Ambiente verwandelt. So war das in 2001. Was aber sagt Oriol im Jahre 2010 dazu?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/08/oriol.jpg' alt='Rezension: Oriol - Night And Day' />Nach dem Drücken der Tastenreihenfolge 2-0-0-1 an der Heckseite der Zeitmaschine geht alles ganz schnell. Die Welt schlürft wieder ihren Cappuccino an den nun überall aufkeimenden Kaffeebars, die ganze Welt scheint mit kreischend bunten Mustertapeten zugepflastert, Retro-Shops verkaufen wie blöd verwegene Plüschi-Lampen und jeglich erdenkliches Accessoire, was auch die heimische Wohnstätte in ein moussierendes Schmock-Art-Ambiente verwandelt. Nostalgisches Styling ist der ganz große Coup, bei dem sich die Elterngeneration verwundert die Augen reibt, denn auf einmal sind lange Koteletten, funky Pornobrillen und futuristisch silberglänzende Outfits angesagt wie seit ihrer Jugend in den den 70er Jahren nicht mehr. So war das in 2001. Dazu durfte der passende Vintage-Klangteppich natürlich nicht fehlen: Rare Grooves, Down- und Breakbeat sorgten nicht nur in der geschmackvollen Funk-Variante für ein süffiges und zappeliges Comeback, besonders die degenerierte Chillout-Version nahm schnell überhand, was man an der Unzahl an kruden und mit einer verachtenswerten Hast zusammengestellten „Cafe-Del-Mar-Soundalike“-Kompilationen abzählen kann, die immer noch heutzutage in den Ramschkästen der großen Elektrofachmärkte wundliegen.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Knapp zehn Jahre später könnten NuJazz, funky House und nostalgisierende Soulklänge aus den frühen 80ern nicht unattraktiver erscheinen. „Sexy Elevator Music“ ist längst kein Kult mehr und Easy Listening eine musikalische Brache. Jegliche Wiederbelebungsversuche mit Starkstrom vermögen vielleicht noch ein vereinzeltes jämmerliches Zucken auszulösen, bevor der Patient dann doch unwiderruflich für tot erklärt wird. Entsprechend ist das, was der in England lebende Spanier Oriol versucht, eine mehr als wagemutige Aktion – denn sein Debütalbum „Night And Day“ ist eine Adaption eben dieser loungigen Musik, deren Aktualisierungsmerkmale zunächst einmal subtil, wenn nicht fast unhörbar beim flüchtigen Vorbeihören auftauchen. Überhaupt sind die Songs in ihrer Formung bar jeglichen Widerhaken eher ein großes, weiches Sprungtuch: Der funky Subtext, die warmen Beats und die Gradlinigkeit in den Arrangements, die die Bläser und synthetischen Keyboardflächen umschmeicheln und zu einer Melange aus sommergebräunten Beats und entspannten Atmosphären auffächern. Eine Wohlfühlmischung. Früher hätte man vielleicht auch gesagt: Eine Musiktapete, die den Ansprüchen an eine Lokalradio-Playliste genügt: Es wird das gespielt, was die wenigsten Leute stört. Und damit liegt man nicht unbedingt falsch, denn Songs wie „Night And Day“ oder „JoyFM“ mit ihrem  Flair aus Sandstrand und retrofuturistischem House sind mit ihrem Intensitätsgrad nicht gerade auffällig.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber es ist auch nicht so, dass Oriols Album bloß versonnene Harmlosigkeit ist. Hier wird clever musiziert, im Wissen um die Soundtracks von 80er-Jahre-Krimiserien, um die wahre Coolness shakernder Ladies in 70er-Jahre-Filme, um Funk, Soul, Tropical, Fusion bis hin zur Schlichtheit von Detroit House und aktuellen Tendenzen im (Post-)Dubstep. Die jedoch sind eher spärlich gesät und lassen nur ein paar dumpfe Beats verrücken. Viel eher ist die Strenge und Schlichtheit früher House-Musik präsent. „Memories“ erinnert beispielsweise an die Kühle von „Star Guitar“ der Chemical Brothers, um einen konkreten Anhaltspunkt zu geben, der aber direkt von den warmen Rhodes und der vitalen Urbanität der Zusätze konterkariert wird, die hier gleichermaßen die Basis bilden und Night &amp; Day“ ein wunderbares, fast analoges Flair atmen lassen, obgleich dieses Werk durchweg ein „digital native“ ist. Dabei sind es nicht die Einzelsongs, die hier herausstechen, sondern die Homogenität des Albums, die durchaus zu begeistern vermag. Natürlich nur wenn man sich diesem hemmungslosen Anachronismus konsequent hingibt und ein offenes Ohr für  ein Patchwork zurückhaltender Easy-Listening-Musik hat, das die Wärme von blutorange aufgeplusterten Sonnenbällen kurz vor dem Untergang abstrahlt. Denn nur dann ist Oriols Platte ein leichtgängiger musikalischer Sommertraum und kein pseudo-antiquarischer Sonderfall. Ein schimmernder Traum im Wachzustand.</p>
<p style="text-align: justify;"><p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 78' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/78.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p><strong>Label</strong>: Planet Mu</p>
<p><strong>Referenzen</strong>: Funkadelic, Kruder &amp; Dorfmeister, Derrick May, Alex Cortiz, Slope, Ralph Myerz, Kyle Hall, Plej, Sepalcure, NuJazz, Cafe Del Mar</p>
<p><strong>Links</strong>: <a href="http://www.planet.mu/artists/oriol" target="_blank">Planet Mu</a>, <a href="http://www.myspace.com/oriolmusic " target="_blank">MySpace</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Jonas Reinhardt &#8211; Wider Die Entropie</title>
		<link>http://www.auftouren.de/2010/08/27/jonas-reinhardt-wider-die-entropie/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 13:19:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uli Eulenbruch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Jonas Reinhardt]]></category>

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		<description><![CDATA[Sein erstes Album bestritt er noch im Alleingang, für seinen zweiten Kosmiktrip hat der Synthesizer-Magier Jonas Reinhardt, bürgerlicher Name Jesse Reiner, aber ein krautiges All-Star-Team rekrutiert, mit beeindruckendem Ergebnis. So unterstützen ihn auf „Powers Of Audition“ Drummer Damon Palermo (Mi Ami), Bassist Diego Gonzalez (Citay) und Gitarrist Phil Manley (Trans Am) mit einem soliden Strukturgerüst, das selbst nicht an Abenteuerlust vermissen lässt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/08/jreinh.jpg' alt='Jonas Reinhardt - Wider Die Entropie ' />
<p style="text-align: justify;"><strong>Sein erstes Album bestritt er noch im Alleingang, für seinen zweiten Kosmiktrip hat der Synthesizer-Magier <a href="http://www.myspace.com/jonasreinhardt" target="_blank">Jonas Reinhardt</a>, bürgerlicher Name Jesse Reiner,  aber ein krautiges All-Star-Team rekrutiert, mit beeindruckendem Ergebnis. So unterstützen ihn auf „Powers Of Audition“ Drummer Damon Palermo (Mi Ami), Bassist Diego Gonzalez (Citay) und Gitarrist Phil Manley (Trans Am) mit einem soliden Strukturgerüst, das selbst nicht an Abenteuerlust vermissen lässt. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Aus einer wabernden Ursuppe erhebt sich zu Beginn „Mumma Deed Family Clone“, schüttelt noch die letzten triefenden Reste ab und los geht’s mit „Atomic Bomb Living“ in die Untiefen des Kosmos. Jener strebt ja angeblich mit zunehmender Entropie, einem Maß für die Unordnung eines komplexen Systems, auseinander, wird immer zerfahrener bis er möglicherweise irgendwann im Hitzetod kollabiert. Ähnlich scheinen auch Reiners wabernde Synthwolken und Manleys  immer wieder in Gefahr, auseinander zu driften, sich in der Weite des Klang-Alls zu verlieren, doch Palermos achtarmiges Teufelsgetrommel hält die Band stets auf Kurs, imstande, mit einem Mal den gesamten Verlauf eines Stückes mit einem Umschwung seines Perkussionsmusters zu wenden.</p>
<p style="text-align: center;"><iframe src="http://player.vimeo.com/video/9506464" width="400" height="265" frameborder="0"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Ähnlich wie ihre momentan verdiente Beachtung findenden Landsleute <a href="http://www.auftouren.de/2010/06/22/rezension-oneohtrix-point-never-returnal/" target="_blank">Oneohtrix Point Never</a> und <a href="http://www.auftouren.de/2010/07/26/emeralds-does-it-look-like-im-here/" target="_blank">Emeralds</a> erkennen auch Jonas Reinhardt die klangbildliche Kraft analoger Synthesizer: An Tangerine Dream, Klaus Schulze oder Manuel Göttsching erinnernd malen flitzende Arpeggios und weit kreisende Harmoniefiguren Bilder von Spiralgalaxien, Kometenschweifen und Sternenstaub ins Hörerhirn. Gleichzeitig bleiben sie, beispielsweise auf dem Titelstück mit einem Neu!-Motorikgroove, stets in Bewegung, lassen die gefüllte Leinwand nicht zum starren New-Age-Gemälde verkommen. Diese Verbindung macht „Powers Of Audition“ zu einem Werk vitaler Retrolust mit stetem Blick nach vorne.</p>
<p><em>„Powers Of Audition“ ist bereits auf Kranky erschienen.</em></p>
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		<title>Rezension: Antony &amp; The Johnsons &#8211; Thank You For Your Love EP</title>
		<link>http://www.auftouren.de/2010/08/26/rezension-antony-the-johnsons-thank-you-for-your-love-ep/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 10:14:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Constantin Ruecker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Antony & The Johnsons]]></category>

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		<description><![CDATA[Bevor in wenigen Wochen der Nachfolger zum letztjährigen „The Crying Light“ erscheint, schicken Antony &#038; The Johnsons ihrem neuen Werk „Swanlights“ einen kleinen Teaser in Form einer EP voraus. Diese vermittelt nicht nur einen ersten, willkommenen Eindruck vom vierten Longplayer, sondern enthält außerdem Coverversionen des Lennon-Klassikers „Imagine“ und eines weniger bekannten Dylan-Songs.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/08/antonythx.jpg' alt='Rezension: Antony & The Johnsons - Thank You For Your Love EP' />
<p style="text-align: justify;"><strong>Bevor in wenigen Wochen der Nachfolger zum letztjährigen „The Crying Light“ erscheint, schicken Antony &amp; The Johnsons ihrem neuen Werk „Swanlights“ einen kleinen Teaser in Form einer EP voraus. Diese vermittelt nicht nur einen ersten, willkommenen Eindruck vom vierten Longplayer, sondern enthält außerdem Coverversionen des Lennon-Klassikers „Imagine“ und eines weniger bekannten Dylan-Songs.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Eröffnet wird die EP durch das auch auf „Swanlights“ enthaltene Titelstück „Thank You for Your Love“. Der Song beginnt ruhig, fast bedächtig, nimmt jedoch gegen Ende eine zunächst nicht für möglich gehaltene Wendung, als Antony Hegarty urplötzlich mit der äußerst wirkungsvollen Wiederholung einer simplen Textpassage beginnt. Immer und immer wieder singt er die Worte „Thank You“ und kann sich so zu einer ungeahnten Lautstärke und Intensität aufschwingen. Seine Stimme beginnt mitunter sogar derart zu zittern, dass man am Ende des Liedes die Anstrengungen förmlich zu hören scheint. Dieser emotionale Kraftakt ist so überraschend wie intensiv, bleibt im Rahmen dieser EP allerdings einmalig. Es folgt das vergleichsweise kraftlose „You Are The Treasure“, nach dem jedoch bereits ein weiteres kleines Highlight mit „My Lord My Love“ ansteht. Dieses dürfte manchem allerdings schon vom Vorgängeralbum „The Crying Light“ bekannt sein, auf dem es als Bonus Track enthalten war.</p>
<p style="text-align: justify;">Die beiden letzten Songs sind dagegen wieder exklusiv auf dieser EP vertreten. Bei dem Dylan-Stück  „Pressing On“ handelt es sich im Original um eine gospelähnliche Nummer, welche 1980 in einer besonders christlichen Phase Dylans auf dem Album „Saved“ erschien. Antony &amp; The Johnsons interpretieren sie ungeachtet der mitreißenden Vorlage ruhig und sanft &#8211; mit Unterstützung Kevin Barkers von der Band <a href="http://www.myspace.com/currituckco" target="_blank">Currituck Co.</a> Auch das letzte Stück der EP entstand in einer Kollaboration: Das „Imagine“-Cover wurde in Zusammenarbeit mit der Ambient- und Drone-Ikone William Basinski aufgenommen. Erneut ist das Ergebnis eine sparsam instrumentierte und gefühlvolle Interpretation, welche den Hörer wieder einmal nicht zuletzt durch Antonys Stimme gefangen nimmt.</p>
<p style="text-align: justify;">Leider fehlt den letzten Songs die Entschlossenheit des Titelstücks. Durch seine Intensität gibt „Thank You for Your Love“ zu Beginn ein regelrechtes Versprechen ab, welches der Rest dieser EP zwar nicht ganz einhalten kann,  das aber ebenso wie die großartige <a href="http://www.auftouren.de/2010/08/11/tape-auf-touren-vol-13-2010/" target="_blank">Zusammenarbeit mit Oneohtrix Point Never</a> prima auf das am 08. Oktober kommende Album „Swanlights“ einstimmt.</p>
<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 70' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/70.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p>
<p><strong>Label:</strong> Rough Trade/Beggars Group</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Rufus Wainwright, Klaus Nomi, Nina Simone, Bob Dylan, John Lennon</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://www.antonyandthejohnsons.com/" target="_blank">Homepage</a>, <a href="http://www.myspace.com/antonyandthejohnsons" target="_blank">Myspace</a></p>
<p><strong>VÖ: </strong>03.09.10</p>
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		</item>
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		<title>Das Tanzfestival: Dour 2010 (Teil 2)</title>
		<link>http://www.auftouren.de/2010/08/25/das-tanzfestival-dour-2010-teil-2/</link>
		<comments>http://www.auftouren.de/2010/08/25/das-tanzfestival-dour-2010-teil-2/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 10:30:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven Riehle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Specials]]></category>
		<category><![CDATA[Dour Festival]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Festival-Freitag warten Memoryhouse zu früher Stunde (14 Uhr) als Stellvertreter des abwesenden Owen Pallett auf. Chillwave. Was war das noch? Bald weiß man es und wwürde liebend gern zurück ins Bett. Sofern dieses denn vor der Bühne stehen würde. Das sind Töne zum reinkuscheln. Um aus dem zugegebenermaßen schönen Schlummer zu erwachen, gibt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/08/Memoryhouse-3.jpg' alt='Das Tanzfestival: Dour 2010 (Teil 2)' /><strong>Am Festival-Freitag warten Memoryhouse zu früher Stunde (14 Uhr) als Stellvertreter des abwesenden Owen Pallett auf. Chillwave. Was war das noch? Bald weiß man es und wwürde liebend gern zurück ins Bett. Sofern dieses denn vor der Bühne stehen würde. Das sind Töne zum reinkuscheln. Um aus dem zugegebenermaßen schönen Schlummer zu erwachen, gibt es direkt im Anschluss Los Campesinos!, draußen in der Sonne. Gewohnt beweglich und aktiv wirbelt das englische Kollektiv über die Bühne. Leider gehen mindestens drei Instrumente im ersten Viertel komplett im Brei-Klang des Mischpults unter. Mit dem Mischer bessert sich auch das Konzert, die Band findet zu gewohnter Stärke. Glockenspiel hier, Gitarrenfackel da, Zwischenschrei dort, so kennt und schätzt man sie. Es scheint aber zu früh zum Tanzen zu sein, es kommt kein Zug in die Masse, trotz stark aufspielender Jünglinge auf der Bühne.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Eine etwas unergiebige Mischung aus den Futureheads, Daedelus und Serena-Maneesh führt letztendlich in großer Erwartung zu den Antlers, mit der Empfehlung eines der stärksten Indie-Alben 2009. Was auf Platte im besten Sinne verkopft und aufwändig klingt, wird nun auf drei unscheinbare Mittzwanziger auf der Bühne heruntergebrochen und dabei noch besser. „Bear“ und „Two“, ohnehin schon Glanzlichter, erhalten zusätzlichen Schub. Kein Spuk von Schöngeistern, sondern reingewaschener Klang und eine Stimme, die berührt. Nach anfänglicher Leere im Zelt entwickelt sich das Konzert zum kleinen Siegeszug des Tages. Obwohl sich der Junge an der Gitarre vornehmlich hinter seinem Haar versteckt und unten die Pedale streichelt, ist das alles viel weniger Nerdtum als man sich hätte vorstellen können.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="noshadow" style="float: left;" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/08/Dour2010-157.jpg" alt="" width="188" height="250" />Nach der letzten DJ-Nacht wird Kraft gespart für Kalkbrenner, den man dann doch mal gesehen haben will. Parallelen zu Gui Boratto am Vortag sind vorhanden, aber Kalkbrenner ist wohl der größere Fisch im Techno-Teich. Der letzte Abend ist jedoch nicht zu schlagen. Und Kalkbrenner liebt es offensichtlich, sich darzustellen. Vier Boxen um sein Pult, alle auf ihn gerichtet, theatralische Gesten und ein vorgetäuschter Mac-Ausfall lassen seinen Kurs nicht steigen. „Sky And Sand“ zieht aber dennoch und lässt in der tanzbaren Version kaum Wünsche offen. Musikalisch ist da schlicht nichts auszusetzen, seine Popularität ist Kalkbrenner jedoch einen Schritt voraus und entlarvt ihn als waschechten Star.</p>
<p style="text-align: justify;">Am dritten Tag sehen die Pläne wieder frühes Aufstehen vor, Rainbow Arabia bespielen die kleinste Bühne in einem der halboffenen Zelte. Das Wetter ist prächtig, die meisten liegen lieber in der Sonne oder im Essig. Die Dame auf der Bühne hat einen schlichten DJ im Rücken und erinnert an Michael Jackson in seinen späteren Jahren, agiler, aber nicht mit dem tänzerischen Talent. Dennoch macht ihr Räkeln und Herumtigern einen guten Eindruck und singen kann sie, wohingegen die Songs an sich vor allem von Beats leben, die für die flotten Schritte auf der Bühne sorgen. Der kurze Sprung zu Fucked Up nebenan ist ein Glückstreffer und echter Wachmacher. Verwirrt geht es zurück zum kleinen Zelt, wo mit Vorfreude The Middle East erwartet werden. Das vermeintlich schon aufgelöste Indiekollektiv hat ein Tier als  Drummer. Herrlich seine Zurückhaltung bei den vorwiegend ruhigen Stücken. Es wirkt fast so, als müsste ihm jemand von hinten mit unsichtbaren Seilen die Arme ruhigstellen. Bei der Hochzeit von Country und Indie saß der Großteil der Band ganz sicher auf der Seite des Country und so darf sich der gedrungene Mann an den Prügeln nur bei der überragenden Hymne „Blood“ richtig austoben. Eine äußerst sympathische Band, die mit vielen Musikern ein sinniges, leichtes Mehrgängemenü zaubert. Zu Mayer Hawthorne bietet sich dann der Platz auf der Wiese doch am Besten an, der Abend plätschert etwas vor sich hin.</p>
<p><img class="noshadow" style="float: left;" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/08/Dour2010-287.jpg" alt="" /></p>
<p style="text-align: justify;">Spoon durchbrechen die Lethargie jedoch mit gewohnt knackigen Gitarren und mittlerweile doch zahlreichen Hits, die sie in wirksamer Abfolge aus dem Ärmel schütteln. Der auf die Bühne gerufene, selbsternannte „Stickman“ tanzt in merkwürdiger Manier über die Bühne und präsentiert etwas, das wie eine Wünschelrute anmutet. Der Vorteil der Zeltbühnen ist unverkennbar: Man ist den Bands für Festivalverhältnisse einfach sehr nah beim Dour. Das Pop überrascht als Lokalmatador musikalisch und macht trotz schaurig buntem Bühnenbild einen gänzlich unpeinlichen Eindruck. Für einen weiteren tollen Tanzabend soll Uffie gegen Zwölf den Weg bereiten, fällt jedoch komplett durch. Mehrere Male beschwert sie sich über zu wenig Resonanz, ihre DJs machen ihre Sache ganz gut, aber sobald Uffie selber loslegt, verpufft ihre auf grundlegende Triebe ausgelegte Offenheit wirkungslos. Selbst das junge Publikum scheint die Dame nicht recht ernst zu nehmen. Sie sich aber und daran scheitert sie. Danach kommt Breakbot, der dem Charme des Funk der 80er erlegen ist. Innerhalb von zehn Minuten ist das Zelt voll und tanzt ausgelassen zu diesen echten und kreativen Mixen aus Frankfreich, die seit einem Jahr bei Ed Banger erscheinen. Schnell wird klar, warum er von manchen als der aktuell beste Remix-Artist und DJ überhaupt angesehen wird. Seine überraschenden Songs nutzen sich auch in einem längeren Set nicht ab, immer wieder fliegen neue Schnippsel über die Plattenteller, durch die Boxen und direkt in die Beine der Tanzwütigen. Er ist das nächste Highlight hinterm Pult an diesem langen Wochenende. Folgerichtig kostet das aber auch Kraft. Bei Kissy Sell Out muss dann trotz ebenfalls einladendster Beats dem vorangegangenen Tribut gezollt werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="noshadow" style="float: left;" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/08/Dour2010-372.jpg" alt="" /> Der Sonntag auf dem Dour will sich nicht so recht aus seiner Schale pellen, so findet man sich statt vor den Bühnen vor allem auf Wiesen wieder. Am frühen Abend locken jedoch Monotonix, die hier eindeutig von ihrem Live-Ruf profitieren. Da sitzt man auf dem staubigen Dielenboden und sieht verdutzt mit an, wie das Drumset nicht auf der Bühne sondern auf den Planken davor, quasi mitten im Publikum aufgestellt wird. Und wie man&#8217;s in den Wald ruft, schon bricht da vorne der Wahnsinn aus. Gut möglich, dass dies kein Einzelfall ist und viele hier genau das erwartet haben, dennoch ein ebenso ostentatives wie mitreißendes Bild, als Ami Shalev samt Drumset auf Händen getragen wird, mit zerfleddertem Leuchtregenschirm am Metallpfeiler hängt. Eine ganze Weileunterhält dieser Act auch mit solchen Bildern, allerdings siegt dann das ursprüngliche Vorhaben, sich auch etwas von Brother Ali anzuschauen. Der predigt wenige hundert Meter weiter den Frieden und zeigt, dass auch mit einigen Kilos dran noch einiges an Animation des Publikums möglich ist. Sein Mann für die Beats steht ihm da in nichts nach. Im Mittelpunkt stehen aber diese tollen Songs, glaubwürdige Stücke über Liebe und Verlust und Freundschaft, ohne großen Aufwand melodiös mit satten Beats in Szene gesetzt.</p>
<p style="text-align: justify;">Da kann das Anti-Pop Consortium mit reichlich komplizierten Arrangements und gefühltem 32-Beat-Delay auf 40 Samples gleichzeitig nicht ganz mithalten, obwohl auch das seinen Reiz hat. Vielleicht einfach nicht am vierten Tag des Festivals, zu abendlicher Stunde. Die Briten Archie Bronson Outfit sind aus bisher ungeklärten Gründen ein Begriff und der nächste zufällige Glückstreffer. Bei ihrem wütenden, bisweilen psychedelischen Pop sehen ihre bunten Tuniken zwar schon komisch, aber verwirrend passend aus. Die Songs sind besser geworden, es kommt gut an. Und zum Ende ruft man mit dem Angebot, dafür ein Bandshirt gratis zu bekommen, Menschen auf die Bühne, um sich auszuziehen und zu tanzen. Prompt stehen zwei Typen da oben und sind mit dem nächsten Augenaufschlag splitternackt. Und die können tanzen. Ein Securitymitglied versucht einen der Tänzer von der Bühne zu holen, aber da ist nichts zu machen, das merkt auch der schnell. Wie in Trance turnen die Exhibitionisten in teilweise skurrilen, trashigen <img class="noshadow" style="float: left;" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/08/Dour-Archie.jpg" alt="" /> oder einfach guten Posen neben der Band und inszenieren den letzten Song zum großen Finale. Den Sänger hört man anschließend noch ein kleinlautes „Well, I had actually hoped for some more girls, but OK“ murmeln, dann wird das Zelt durchaus leicht bezirzt verlassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Devendra Banhart steht auf dem Plan. Um es kurz zu machen: Der ist nicht auf der Bühne, wo man ihn vermutete und damit soll es gut sein. Zum Abschluss also nochmal zur Hauptbühne, wo Calvin Harris wohl den Konsens-Headliner gibt. Und das gar nicht mal schlecht. Natürlich passt er mit seiner glattgebügelten Art und einer recht unspontanen Show nicht ganz zum restlichen Festival, aber musikalisch wissen seine Chartstürmer dank kompletter Bandbesetzung zu gefallen. Nur die Bässe sind etwas kräftig. Rechts neben uns überragt eine Gruppe tanzender Jugendlicher alle, auf Plastikregentonnen stehend, die Hinterste immer wieder nach vorn stellend, dann vorrückend, schlängeln sie sich tatsächlich bis vor die Bühne. Ein passendes Schlussbild für ein unglaublich vielfältiges, großes Festival. Die Abreise am nächsten Tag ist herrlich unkompliziert und beim Zwischenstop in Brüssel sind die ersten Menschen, denen begegnet wird, Deutsche, die uns auf unsere offensichtliche Orientierungslosigkeit ansprechen und uns spontan Pläne in die Hand drücken. Man versteht sich also doch in Belgien.</p>
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