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	<title>Leben mit Musik &#124; AUFTOUREN.DE &#187; Philip Fassing</title>
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	<description>Musikmagazin mit ausführlichen Plattenkritiken,Downloads,Musikvideos,Konzertberichten,Fiktionen um Reib &#38; Nathan und der Nr.1-Hit-Kolumne Liedschatten.</description>
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		<title>Rezension: James Blake &#8211; James Blake</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 09:20:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philip Fassing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[james blake]]></category>
		<category><![CDATA[Limit To Your Love]]></category>
		<category><![CDATA[Polydor]]></category>
		<category><![CDATA[Post-Dubstep]]></category>

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		<description><![CDATA[Da dürfte so mancher Viral-Marketing-Stratege seinen laktosefreien  Macchiato aufs iPad gespuckt haben: Nach gerade mal zwei Monaten kratzte der Clip zu James Blakes „Limit To Your Love“-Cover allein auf YouTube an der Millionenmarke - Vimeo verzeichnete unterdessen bereits eine viertel Million Klicks. Während die sogenannten Leitmedien ihre Euphorie beim Thema Blake nur nachlässig kaschierten, machte sich eine ganze Armada von Blogs gar nicht erst die Mühe, eine Illusion von kritischer Distanz zu bemühen. Wieder einmal ist von nichts Geringerem die Rede als der Zukunft der Popmusik.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/02/jamesblakejb.jpg' alt="Rezension: James Blake - James Blake" />
<p style="text-align: justify"><strong>Da dürfte so mancher Viral-Marketing-Stratege seinen laktosefreien  Macchiato aufs iPad gespuckt haben: Nach gerade mal zwei Monaten kratzte der Clip zu James Blakes „Limit To Your Love“-Cover allein auf <a href="http://www.youtube.com/watch?v=oOT2-OTebx0" target="blank">YouTube</a> an der Millionenmarke &#8211; Vimeo verzeichnete unterdessen bereits eine viertel Million Klicks. Während die sogenannten Leitmedien ihre Euphorie beim Thema Blake nur nachlässig kaschierten, machte sich eine ganze Armada von Blogs gar nicht erst die Mühe, eine Illusion von kritischer Distanz zu bemühen. Wieder einmal ist von nichts Geringerem die Rede als der Zukunft der Popmusik.</strong></p>
<p style="text-align: justify">Das Verlangen nach musikalischen Visionen scheint im Post-Whatever-Zeitalter größer denn je zu sein. Der 22-jährige erfüllt diese Forderung nun mit einem emanzipatorischen Songwriter-Kleinod, das die aktuellsten Ausläufer der britischen Bassmusik nur noch als fliehenden Schatten mit einbezieht. Diente die professionell ausgebildete Stimme des Süd-Londoners auf den vorausgehenden Veröffentlichungen oft nur als atmosphärisches Ornament, wird sie nun zum zentralen Dreh- und Angelpunkt seines selbstbetitelten Debütalbums. Dabei kehrt er die Post-Dubstep-Formel nicht einfach nur um, sondern bricht sie auf den kleinsten Nenner herunter.</p>
<p style="text-align: justify">Es scheint, als bewahrheite sich, was mit „Limit To Your Love“ bereits angedeutet wurde: Der Junge will Songs schreiben und nicht einfach nur an den Maschinen rumschrauben. Auch wenn das Klavier immer noch zum bevorzugten Instrument des jungen Briten gehört, spielt es letztendlich keine Rolle, mit welchem Klangerzeuger der talentierte Musikstudierte seine Satie&#8217;schen Tonminiaturen streut. Mal eiert eine zurückgenomme Akustikgitarre um die Taktschläge, dann hüllt wieder ein minimalistischer Analog-Synthesizer die desolaten Worte in eine warme Aura. Die wahre Faszination geht ohnehin von den zahlreichen Stimmmanipulationen aus, die Blakes ausgebildetes Organ immer wieder in synthetische Abstraktion oder digitale Atonalität schlittern lassen.</p>
<p style="text-align: justify">Die Atmosphäre der Platte speist sich dabei über große Strecken aus ihren zahlreichen Leerstellen, die nicht einfach nur als reduktionistisches Stilmittel dienen, sondern Blakes facettenreichen Gesang den nötigen Platz einräumen. Das Instrumentarium setzt lediglich die Akzente und fungiert als stimmungsvolles Zierwerk – womit man wieder bei der Umkehrfunktion wäre. Den scheinbar herbeigesehnten Paradigmenwechsel wird dieses Album jedoch nicht evozieren – schließlich ist Blake nicht der erste, der das klassische Songwriting mit den Mitteln der elektronischen Musik betreibt. Doch auch nach Abzug des Avantgardisten-Bonus bleibt die Erkenntnis, dass man es hier mit einem jungen, extrem talentierten Musiker zu tun hat, der sicherlich noch für die eine oder andere Überraschung gut sein wird.</p>
<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 90' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/90.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p>
<p style="text-align: justify"><strong>Label:</strong> Polydor</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Referenzen: </strong>Mount Kimbie, Joy Orbison, Darkstar, How To Dress Well, Jamie xx</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Links:</strong> <a href="http://www.jamesblakemusic.com/" target="_blank">Homepage</a> | <a href="http://www.myspace.com/jamesblakeproduction" target="_blank">MySpace</a></p>
<p style="text-align: justify"><strong>VÖ:</strong> 04.02.2011</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/19445868" width="582" height="325" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Filmportrait: Steve Reich &#8220;Phase To Face&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Nov 2010 18:23:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philip Fassing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spot]]></category>
		<category><![CDATA[Arte]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Phase To Face]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[Steve Reich]]></category>

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		<description><![CDATA[Reflexionen einer Koryphäe: Mit „Phase To Face“ hat der französische Filmemacher Éric Darmon ein substantielles Portrait des amerikanischen Avantgarde-Komponisten Steve Reich gezeichnet. Der knapp einstündige Film gewährt einen faszinierenden Einblick in die Techniken des gebürtigen New Yorkers und spannt einen umfassenden Bogen von den Anfängen seiner Karriere bis in die Gegenwart. Wenn in diesen Tagen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/11/stevereich.jpg' alt="Filmportrait: Steve Reich &quot;Phase To Face&quot;" />Reflexionen einer Koryphäe: Mit „Phase To Face“ hat der französische Filmemacher Éric Darmon ein substantielles Portrait des amerikanischen Avantgarde-Komponisten Steve Reich gezeichnet. Der knapp einstündige Film gewährt einen faszinierenden Einblick in die Techniken des gebürtigen New Yorkers und spannt einen umfassenden Bogen von den Anfängen seiner Karriere bis in die Gegenwart.</strong></p>
<p style="text-align: justify">
<p style="text-align: justify">Wenn in diesen Tagen bis auf das Skelett entkleidete Rhythmusmuster ihre Kreise ziehen, Stunde um Stunde, Takt für Takt, dann befindet man sich für gewöhnlich eher in einem Club als in einer Philharmonie. Die Hände schlägt angesichts dieser scheinbaren Trivialität schon lange niemand mehr über dem Kopf zusammen. Doch als Steve Reich in den sechziger Jahren begann, mit schwindelerregend repetitiven Mustern zu experimentieren, klang das Echo des reaktionären Flügels noch ganz anders. Heute gilt der 74-jährige als Vordenker der elektronischen Musik.</p>
<p style="text-align: justify">Der Weg zum Legendenstatus wird von Regisseur Éric Darmon in eindrucksvollen Bildern und emphatischen O-Tönen nachgezeichnet. Mit Filmen über Philipp Glass, Pierre Henry oder Heitor Villa-Lobos hat sich der Franzose bereits in der Vergangenheit als ausgewiesener Kenner und talentierter Portraitist bewiesen. Wenn Steve Reich mit fast schon infantiler Begeisterung von seiner Entdeckung der Phasenverschiebung berichtet, erscheinen einem die komplexen Techniken des Komponisten als das Plausibelste der Welt. Die Gespräche werden dabei immer wieder durch Aufzeichnungen von Konzerten, Proben und Videoinstallationen aufgelockert, was der Musik den notwendigen Platz einräumt.</p>
<p style="text-align: justify">„Phase To Face“ läuft am 21. November um 6:00 Uhr auf Arte und wird am 25. November um 5:00 Uhr wiederholt. Darüber hinaus ist der Film auch in der <a href="http://videos.arte.tv/de/videos/steve_reich_phase_to_face-3527308.html" target="_blank">Mediathek</a> verfügbar.</p>
<p style="text-align: justify"><em>Steve Reich, Phase to Face (Frankreich, 2009, 52min); Regie: Éric Darmon, Frank Malle</em></p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="580" height="324" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=11518176&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=d38475&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="580" height="324" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=11518176&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=d38475&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://vimeo.com/11518176">Steve Reich, Phase to Face</a></p>
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		<title>Labelportrait: Amdiscs &#8211; Futures Reserve Label</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Oct 2010 14:43:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philip Fassing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spot]]></category>
		<category><![CDATA[A.M. 180]]></category>
		<category><![CDATA[Amdiscs]]></category>
		<category><![CDATA[Dream Boat]]></category>
		<category><![CDATA[label]]></category>
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		<category><![CDATA[Tschechien]]></category>

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		<description><![CDATA[Wohin man blickt: Nischen. Eifrig besetzt von Enthusiasten und Unverbesserlichen, von Traumtänzern und Idealisten. Rado und seine Freunde haben ihren Platz an einem Ort gefunden, der noch reichlich unbesetzte Nischen zur Verfügung hat: Prag. Mit Amdiscs hat der Labelbetreiber dort eine vielseitige Plattform geschaffen, die Musikern aus aller Welt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wohin man blickt: Nischen. Eifrig besetzt von Enthusiasten und Unverbesserlichen, von Traumtänzern und Idealisten. Rado und seine Freunde haben ihren Platz an einem Ort gefunden, der noch reichlich unbesetzte Nischen zur Verfügung hat: Prag. Mit Amdiscs hat der Labelbetreiber dort eine vielseitige Plattform geschaffen, die Musikern aus aller Welt ein Zuhause bietet. Die Protagonisten kommen vorwiegend aus den Vereinigten Staaten, aber auch aus Neuseeland, Portugal, Mexiko und natürlich Tschechien. Alle eint die unbändige Experimentierfreude.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Drang zum Neuen kommt nicht von ungefähr – bei <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CBYQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.amdiscs.com%2F&amp;ei=AuKxTLvCKsShOrXViYwH&amp;usg=AFQjCNET1D8PvdQ2zemdoxt6rDWZq2k2Yg" target="_blank">Amdiscs</a> dient die bildende Kunst nicht nur als distinktives Merkmal sondern gehört zu den festen Wurzeln der Unternehmung. &#8220;Das Label wurde ursprünglich als Ableger des Künstler- und Veranstalter-Kollektivs <a href="http://www.am180.org/" target="_blank">A.M.180</a> gegründet, ist aber irgendwann einfach im Sande verlaufen. Jetzt haben wir das Ganze wieder mit mehr Leidenschaft ins Leben gerufen&#8221; erklärt Mitbetreiber Rado. Leidenschaft: Damit wäre man schon am Kern des Projektes. Denn so modern das Label in seiner netzorientierten Struktur auch ist, sein Ethos ist fest in der alten Schule verankert. Das Indie-Label als Familie und soziales Gefüge. Rado stimmt ein: &#8220;Wir wollen einen Raum schaffen, in dem Platz für unsere Art von Kunst ist. Die Welt ist voller Illusionen, darum probieren wir ein Gefühl von Authentizität zu transportieren&#8221;.</p>
<p><a href="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/10/amdiscs-cover.jpg"><img style="float: right;" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/10/amdiscs-cover.jpg" alt="" width="200" height="200" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Authentizität heißt in dem Fall auch, dass keinerlei Kompromisse eingegangen werden. Musikalische Anbiederungen sucht man hier vergeblich, vielmehr übt sich die Bande in Dekontextualisierung und Negation. Da wären zum Beispiel <a href="http://www.myspace.com/chromewingspdx" target="_blank">Chrome Wings</a> aus Portland, die ihre anachronistische Elektronikklänge dermaßen in Hall baden, dass es einem ketamingeschwängerten Schnorcheltrip gleicht. Oder Joseph Zucco alias <a href="http://www.myspace.com/teenagereverb" target="_blank">Teenage Reverb</a>, dem es gelingt, auf jedem zweiten Song wie eine andere Band zu klingen. Von dicht gepressten Verzerrerorgien bis zu synthiegetragenem Eskapismus-Pop scheint das Ein-Mann-Projekt alles abzudecken. Die <a href="http://www.auftouren.de/2010/08/13/witch-hop-die-neue-dunkelheit/" target="_blank">Witch-House</a>-Fraktion wäre mit den großartigen <a href="http://www.myspace.com/dreamboatt" target="_blank">Dream Boat</a> vertreten, welche auch immer wieder für ein gutes <a href="http://soundcloud.com/amdiscs/as-i-lay-dying-mix-by-dream-boat" target="_blank">Mixtape</a> zu haben sind. Man könnte endlos über all diese Kleinode des Labels lamentieren, viel besser ist jedoch, man begibt sich selbst auf Entdeckungsreise.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="580" height="324" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13748508&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=d38475&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="580" height="324" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13748508&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=d38475&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://vimeo.com/dreamboatt">Dream Boat</a> &#8211; <a href="http://vimeo.com/13748508">Your Beaches</a></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/10/amdiscs-plakate.jpg"><img style="float: left;" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/10/amdiscs-plakate-300x208.jpg" alt="" width="300" height="208" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Geht man von der Nahaufnahme in die Totale, erscheint dieses lose Kollektiv kreativer Menschen noch weitaus umtriebiger als angenommen: Ausstellungen, Konzerte, ein Festival und eine eigene Galerie gehören genauso zum Programm wie die Musik. Von Black Dice bis Xiu Xiu haben die Jungs schon so ziemlich alles nach Prag geholt, was Rang und Namen im erweiterten Pitchfork-Kosmos hat. Bei der abschließenden Frage nach den Zukunftsplänen des Labels gibt sich Rado pragmatisch: “Wir werden weiterhin unsere Leidenschaft fördern und sie Gleichgesinnten zugänglich machen. Zur Zeit kommen wirklich eine Menge guter Sachen raus, die wir gerne mit euch teilen möchten.“</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="81" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F2203471&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F2203471&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" allowscriptaccess="always"></embed></object> <span><a href="http://soundcloud.com/chromewings">Chrome Wings</a> &#8211; <a href="http://soundcloud.com/chromewings/boppin-gophers">Boppin Gophers</a> </span></p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="81" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F3286214&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F3286214&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" allowscriptaccess="always"></embed></object> <span><a href="http://soundcloud.com/teenage-reverb">Teenage Reverb</a> &#8211; <a href="http://soundcloud.com/teenage-reverb/save-for-later">Save For Later</a> </span></p>
<p style="text-align: left;">Links: <a href="http://www.amdiscs.com/" target="_blank">Amdiscs</a> // <a href="http://soundcloud.com/amdiscs" target="_blank">Amdiscs auf Soundcloud</a></p>
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<p style="margin-bottom: 0cm; font-weight: normal;">Wohin man blickt Nischen. Eifrig besetzt von Enthusiasten und Unverbesserlichen, von Traumtänzern und Idealisten. Rado und seine Freunde haben ihren Platz an einem Ort gefunden, der noch reichlich unbesetzte Nischen zur Verfügung hat: Prag. Mit Amdiscs hat der Labelbetreiber dort eine vielseitige Plattform geschaffen, die Musikern aus aller Welt ein Zuhause bietet . Die Protagonisten kommen vorwiegend aus den Vereinigten Staaten, aber auch aus Neuseeland, Portugal, Mexiko und natürlich Tschechien. Allesamt eint die unbändige Experimentierfreude, die wohl der einzige gemeinsame Nenner in all der Stilvielfalt ist.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-weight: normal;">
<p style="margin-bottom: 0cm; font-weight: normal;">Der Drang zum Neuen kommt nicht von ungefähr – bei Amdiscs dient die bildende Kunst nicht nur als distinktives Merkmal sondern gehört zu den festen Wurzeln der Unternehmung. „Das Label wurde ursprünglich als Ableger des Künstler- und Veranstalter-Kollektivs A.M.180 gegründet, ist aber irgendwann einfach im Sande verlaufen. Jetzt haben wir das Ganze wieder mit mehr Leidenschaft ins Leben gerufen“ erklärt Mitbetreiber Rado. Leidenschaft: Damit wäre man schon am Kern des Projektes. Denn so modern das Label in seiner Netz orientierten Struktur auch ist, das Ethos ist fest in der alten Schule verankert. Das Indie-Label als Familie und soziales Gefüge. Rado stimmt ein:“Wir wollen einen Raum schaffen, in dem Platz für unsere Art von Kunst ist. Die Welt ist voller Illusionen, darum probieren wir ein Gefühl von Authentizität zu transportieren“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-weight: normal;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Authentizität heißt in dem Fall auch, dass keinerlei Kompromisse eingegangen werden. Musikalische Anbiederungen sucht man hier vergeblich, viel mehr übt sich die Bande in Dekontextualisierung und Negation. Da wären zum Beispiel Chrome Wings aus Portland, die ihre anachronistische Elektronikklänge dermaßen in Hall baden, dass es einem Ketamin geschwängerten Schnorchel-Trip gleicht. Oder Joseph Zucco alias Teenage Reverb, dem es gelingt, auf jedem zweiten Song wie eine andere Band zu klingen. Von dicht gepressten Verzerrer-Orgien bis zu Synthie getragenen Eskapismus-Pop scheint das Ein-Mann-Projekt alles abzudecken. Die Witch House-Fraktion wäre mit den großartigen Dream Boat vertreten, welche auch immer wieder für einen gutes Mixtape zu haben sind. Man könnte Endlos über all diese Kleinode des Labels lamentieren, viel besser ist jedoch, man begibt sich selbst auf Entdeckungsreise.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Geht man von der Nahaufnahme in die Totale, scheint dieses lose Kollektiv kreativer Menschen noch weitaus umtriebiger als angenommen: Ausstellungen, Konzerte, ein Festival und eine eigene Galerie gehören genauso zum Programm, wie die Musik. Von Black Dice bis Xiu Xiu haben die Jungs schon so ziemlich alles nach Prag geholt, was Rang und Namen im erweiterten Pitchfork-Kosmos hat. Bei der abschließenden Frage nach den Zukunftsplänen des Labels gibt sich Rado pragmatisch:“Wir werden weiterhin unsere Leidenschaft fördern und gleichgesinnten zugänglich machen. Zurzeit kommen wirkliche eine Menge guter Sachen raus, die wir gerne mit euch teilen möchten.“</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="81" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F2203471&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F2203471&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" allowscriptaccess="always"></embed></object> <span><a href="http://soundcloud.com/chromewings/boppin-gophers">Boppin Gophers</a> by <a href="http://soundcloud.com/chromewings">CHROME WINGS</a></span></p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="81" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F3286214&amp;show_comments=true&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F3286214&amp;show_comments=true&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" allowscriptaccess="always"></embed></object> <span><a href="http://soundcloud.com/teenage-reverb/save-for-later">Save for Later</a> by <a href="http://soundcloud.com/teenage-reverb">Teenage Reverb</a></span></p>
<p>Links:</p>
<p><a href="http://www.amdiscs.com/" target="_blank">Amdiscs</a> //<br />
<a href="http://soundcloud.com/amdiscs" target="_blank">Soundcloud</a></p>
<p><a href="http://www.am180.org/" target="_blank">A.M. 180</a></p>
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		<title>Rezension: Women &#8211; Public Strain</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 18:23:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philip Fassing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Flemish Eye]]></category>
		<category><![CDATA[Jagjaguwar]]></category>
		<category><![CDATA[Lo-Fi]]></category>
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		<category><![CDATA[Public Strain]]></category>
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		<description><![CDATA[Als vor zwei Jahren das selbstbetitelte Album der kanadischen Band Women erschien, war das Staunen groß. Keine Singles, keine Demos &#8211; nur zehn Songs, die en passant zwischen den unzähligen Nischen der musikalischen DIY-Kultur oszillierten. Das schleppend-klingelnde Pop-Kleinod „Black Rice“ schaffte es im gleichen Jahr immerhin auf Platz 25 der Pitchfork-Lieblingssongs. Ein gewisser Erwartungsdruck wäre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de//wp-content/uploads/2010/08/women.jpg' alt="Rezension: Women - Public Strain" /> Als vor zwei Jahren das selbstbetitelte Album der kanadischen Band Women erschien, war das Staunen groß. Keine Singles, keine Demos &#8211;  nur zehn Songs, die en passant zwischen den unzähligen Nischen der musikalischen DIY-Kultur oszillierten. Das schleppend-klingelnde Pop-Kleinod „Black Rice“ schaffte es im gleichen Jahr immerhin auf Platz 25 der Pitchfork-Lieblingssongs. Ein gewisser Erwartungsdruck wäre mit dem zweiten Album dementsprechend nur logisch gewesen, doch dem Ergebnis ist ein solcher in keinster Weise anzuhören. Auf „Public Strain“ langt das Quartett gewohnt launisch in die ungestimmten Saiten und beweist, dass  Attitüde nicht immer nur durch den Klang transportiert werden muss. Für den Feinschliff – wenn von einem solchen überhaupt die Rede sein kann – zeigt sich zum wiederholten Male das Indie-Kellerkind Chad VanGaalen verantwortlich.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Truppe um Patrick Flegel hat deutlich mehr zu bieten, als den obligatorischen Lo-Fi-Schleier, in den der zeitgenössische Indie-Pop zur Zeit mit Wonne geworfen wird. So schmiert „Public Strain“ dem Hörer auch nicht sofort Honig um den Mund, sondern fordert erstmal eines: Geduld. Denn mit „Bells“ und „Can&#8217;t You See“ stehen zunächst zwei dronelastige, psychedelische Experimente am Anfang der Platte. Und auch danach wird es nicht gerade gemütlicher: Auf „China Steps“ werden nervös kratzende Gitarrenriffs über das stoische Wechselspiel aus Bass und Schlagzeug gerotzt, deren gehetzte Unruhe durch Flegels apathisch-psychotischen Gesang noch angestachelt wird. Ohnehin drehen sich die Songs der Kanadier gerne im schwindelerregenden Tempo um die eigene Achse. Das Gitarrenspiel auf „Drag Open“ beginnt mit enervierendem, dissonantem Lärm, schlägt einen Haken in Richtung treibender Powerchords, nur um schließlich das Tempo zu drosseln und in schrullig-lieblichen Pickings zu münden. Auch „Eyesore“, welches vorab bereits als Download erhältlich war, lebt von einem so grandiosen wie unerwarteten Stimmungswechsel. Nachdem mehr als drei Minuten in schunkeliger Gemütlichkeit vor sich hin gedaddelt wird und der Gesang stellenweise ins Beach Boy&#8217;sche Falsett abdriftet, marschiert das Instrumentarium auf einmal in strenger Erhabenheit und Ernsthaftigkeit nach vorne, ohne auch nur einen Blick zurück zu werfen. Derart nicht sofort ersichtliche Krümmungen in den Arrangements bilden das Herzstück dieser Platte und werden durch Womens intelligent gesetzte Kontraste fein heraus gearbeitet.</p>
<p style="text-align: justify;">„Public Strain“ setzt so gekonnt verschiedene Epochen der Gitarrenmusik in ein Verhältnis, ohne sich einer klaren Positionierung zu entziehen. Auf der einen Seite ein Indie-Rock-Album im klassischsten Sinne, auf der anderen aber auch ein Amalgam aus No Wave, Noise und dem 60s-Pop britischer Prägung. Dazu noch ein ein bisschen Kunsthochschule und Slackertum und schon ist die Verwirrung groß. Denn am Ende eines Hördurchganges weiß man nicht mal mehr, woher man eigentlich kam. Freunde des Überschaubaren und Homogenen werden leicht überfordert sein, bei allen anderen dürfte sich angesichts des kapriziösen Gelärmes vor allem diebische Freude einstellen.</p>
<p style="text-align: justify;"><p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 80' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/80.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Label:</strong> Flemish Eye/Jagjaguwar</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Referenzen: </strong>Deerhunter, Times New Viking, No Age, Crystal Stilts, Liars, Deerhoof</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Links:</strong> <a href="http://www.flemisheye.com/women" target="_blank">Flemish Eye</a> <a href="http://www.myspace.com/womenmusic/" target="_blank">Myspace</a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>VÖ</strong>: 10.09.10</p>
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		<title>Rezension: Eric Copeland &#8211; Strange Days</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Aug 2010 11:44:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philip Fassing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Black Dice]]></category>
		<category><![CDATA[Eric Copeland]]></category>
		<category><![CDATA[New York]]></category>
		<category><![CDATA[Noise]]></category>
		<category><![CDATA[Strange Days]]></category>
		<category><![CDATA[Terrestrial Tones]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn die Zeit von der Konstanten zur Variablen wird, wenn Vor und Zurück keinen Antagonismus mehr bilden und ein adrett gescheiteltes Streifenhörnchen-Trio mantraartig Tom Selleck rezitiert, weiß man: Eric Copeland kann nicht weit sein. Der Black-Dice-Frontmann gehört zu den distinguiertesten Protagonisten der Noise-Szene und profiliert sich auch solo immer wieder als ausgewiesener Connaisseur der experimentellen Musik. Auch auf seinem neuem Albtraum „Strange Days“ arbeitet sich der New Yorker unermüdlich an den Schattenseiten der Popkultur ab und zerrt noch das krudeste und geschmackloseste Stück Musik ans Licht - nur um es auf seinem OP-Tisch vollständig zu sezieren und zu entstellen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de//wp-content/uploads/2010/08/copeland.jpeg' alt="Rezension: Eric Copeland - Strange Days" /> Wenn die Zeit von der Konstanten zur Variablen wird, wenn Vor und Zurück keinen Antagonismus mehr bilden und ein adrett gescheiteltes Streifenhörnchen-Trio mantraartig Tom Selleck rezitiert, weiß man: Eric Copeland kann nicht weit sein. Der Black-Dice-Frontmann gehört zu den distinguiertesten Protagonisten der Noise-Szene und profiliert sich auch solo immer wieder als ausgewiesener Connaisseur der experimentellen Musik. Auch auf seinem neuem Albtraum „Strange Days“ arbeitet sich der New Yorker unermüdlich an den Schattenseiten der Popkultur ab und zerrt noch das krudeste und geschmackloseste Stück Musik ans Licht &#8211; nur um es auf seinem OP-Tisch vollständig zu sezieren und zu entstellen. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">„Strange Days“ ist Sample-Exploitation par excellence und wird durch die sprunghafte Struktur zu einem verstörenden, surrealen Schaulaufen defekter Klangerzeuger, obskurer Soundschnipsel und kryptischer Feldaufnahmen. Die einzelnen Versatzstücke stolpern auf Krücken in den Mix, nur um wenige Sekunden später wieder in das akustische Fegefeuer verbannt zu werden. Aus dem Material, das hier zusammen geführt wird, hätte Copeland locker drei Alben basteln können. Es ist, als lausche man auf halluzinogenen Rauschmitteln einem defekten Radio, das elektromagnetische Wellen einer längst vergessenen Zeit empfängt. Egal ob humpelnde Dubreggae-Loops oder deformierter 70s-Soul &#8211; selbst relativ konventionelle Klangfetzen offenbaren hier in ihrer extrem repetitiven Verdichtung einen äußerst bizarren Charakter. Ansonsten wird einem einfach der Wahnsinn amerikanischer TV-Infomercials oder direkt eine geloopte Kettensäge um die Ohren gehauen. Eine Vorliebe scheint Copeland dabei für besonders percussionlastige Klangfetzen zu haben, denn es ist unentwegt am Klingeln, Rasseln und Scheppern. Die Verbiegung des Ausgangsmaterials geschieht natürlich nach wie vor in liebevoller Handarbeit – und zwar per Tapemanipulation und unzähligen Effektpedalen.</p>
<p>Die Enteignung und Umdeutung amerikanischer Pop- und Trashkultur spielte bereits auf Black Dices aktuellem Werk „Repo“ eine große Rolle. Dieser Ansatz wird hier in Form der Collage weitergesponnen &#8211; einer Ausdrucksform, die Copeland wie kaum ein anderer seines Metiers beherrscht. Durch die fast schon arbiträre Anordnung der Samples gelingt ihm eine vollständige Entleerung derer Signifikanten – die dabei entstehenden Leerstellen werden einzig und allein von der verzerrten Fratze des alltäglichen, medialen Wahnsinns gefüllt.</p>
<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 79' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/79.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p>
<p><strong>Label:</strong> Post Present Medium</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Black Dice, Terrestrial Tones, James Ferraro, The Skaters, Excepter, Sun Araw</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://www.myspace.com/blackdicemyspace/" target="_blank">Myspace (Black Dice)</a></p>
<p><strong>Vö:</strong> 06.08.10</p>
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		<title>Musikecho: Change vs. Washed Out / Onra</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 17:25:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philip Fassing</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Musikecho]]></category>
		<category><![CDATA[Onra]]></category>
		<category><![CDATA[Washed Out]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf den ersten Blick haben der amerikanische Chillwave-Pionier Washed Out und der französische Beatbastler Onra nicht viel gemeinsam. Der eine produziert ein verrauschtes Amalgam aus Synthpop und Shoegaze, während sich der andere in Dilla'scher Manier den rohen Beatskizzen verschrieben hat. Introvertierte Sommerträume auf der einen Seite – urbane Direktheit auf der anderen. Trotzdem konnten sich beide auf ein Sample der Band Change aus dem Jahre 1983 einigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Auf den ersten Blick haben der amerikanische Chillwave-Pionier Washed Out und der französische Beatbastler <a href="http://www.auftouren.de/2009/02/26/review-onra-108-2009/" target="_blank">Onra</a> nicht viel gemeinsam. Der eine produziert ein verrauschtes Amalgam aus Synthpop und Shoegaze, während sich der andere in dilla&#8217;scher Manier den rohen Beatskizzen verschrieben hat. Introvertierte Sommerträume auf der einen Seite – urbane Direktheit auf der anderen. Trotzdem konnten sich beide auf ein Sample der Band Change aus dem Jahre 1983 einigen.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die luftigen Stakkato-Akkorde aus „Got To Get Up“ haben es den beiden scheinbar so angetan, dass sie das Ergebnis ihrer Sample-Eskapaden jeweils auf eines ihrer Alben packten. Washed Out dreht das Tempo dabei leicht in die Höhe und bemächtigt sich der knackigen Fingerschnipser des Originals. Der Gesang des Refrains wird ebenfalls beibehalten, nur der Basslauf wird mit Hilfe des Equalizers in den Vordergrund geschoben. Doch statt des wavigen Gesanges des Originals, bricht irgendwann der träumerisch-sehnsüchtige Gesang von Ernest Green hinein. Onra geht genau den umgedrehten Weg: Der Pitch-Regler wird hinunter gedreht, um Platz für den fetten Groove zu schaffen, den er geschickt unter die gesampleten Synthie-Akkorde schiebt. Zwei ziemlich unterschiedliche Ansätze, aber in beiden Fällen wurde ordentliche Arbeit abgeliefert.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="321" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Rxu3vGAlJuc&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="321" src="http://www.youtube.com/v/Rxu3vGAlJuc&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="321" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/KhFDqKjP6c0&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="321" src="http://www.youtube.com/v/KhFDqKjP6c0&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="321" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/3m2Oo-DwU3E&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="321" src="http://www.youtube.com/v/3m2Oo-DwU3E&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>Arandel: Auf den Spuren der Ahnen</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 10:24:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philip Fassing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spot]]></category>
		<category><![CDATA[Arandel]]></category>
		<category><![CDATA[aufgang]]></category>
		<category><![CDATA[Infiné]]></category>
		<category><![CDATA[Minimal Music]]></category>
		<category><![CDATA[Terry Riley]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Vergleich zu anderen Subkulturen spielen Faktoren wie Identität und Persönlichkeit bei elektronischer Musik häufig eine eher untergeordnete Rolle. Nicht nur, dass der DJ mehr Dienstleister denn Star ist, auch der Produzent lässt oft lieber die Ergebnisse seiner Arbeit für sich sprechen. Eine exaltierte Persönlichkeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/06/iF1009.jpg"><img style="float: left;" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/06/iF1009-300x300.jpg" alt="" width="200" height="200" /></a><strong>Im Vergleich zu anderen Subkulturen spielen Faktoren wie Identität und Persönlichkeit bei elektronischer Musik häufig eine eher untergeordnete Rolle. Nicht nur, dass der DJ mehr Dienstleister denn Star ist, auch der Produzent lässt oft lieber die Ergebnisse seiner Arbeit für sich sprechen. Eine exaltierte Persönlichkeit könnte schließlich vom wesentlichen ablenken und tut sowieso nicht viel zur Sache. So hält es auch die anonyme Person hinter dem Projekt Arandel. Das französische Label Infiné  (<a href="http://www.auftouren.de/2010/02/10/aufgang-grenzganger-mit-klavier/" target="_blank">Aufgang</a>, Danton Eeprom) verrät weder Name noch Herkunft und auch das Alter bleibt ungewiss. Spekulationen über das Kalkül solcher Konzepte können getrost übersprungen werden, denn die Musik erzählt hier wirklich ihre ganz eigene Geschichte. Dass solche Ideen nach Redshape, Burial und Co mittlerweile recht abgenutzt sind, sei daher verziehen.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Albumtitel „In D“ nimmt die großen Gesten bereits voraus, verweist er doch auf niemand geringeren als den New Yorker Minimal Komponisten Terry Riley und sein stilprägendes Stück „In C“. So wie „In C“ den Improvisationen der ausführenden Musiker unterliegt, lässt Arandel ebenfalls gerne den Zufall regieren. Dabei verzichtet er komplett auf Presets, Library-Sounds und Samples – es werden ausschließlich selbst eingespielte Klänge verwendet. Synthesizer und Drumcomputer werden als Klangquellen zwar nicht ausgeschlossen, halten sich aber meist dezent im Hintergrund. Analoges und Digitales befinden sich so in einem fein austarierten Gleichgewicht. In den meisten Fällen sind die charakteristischen Klänge der legendären Roland-Drumcomputer zu hören, die hier aber noch mal einen ganz eigenen Reiz entfalten.</p>
<p style="text-align: justify;">Der im Albumtitel hergestellte Bezug zur Minimal Musik schlägt sich am auffälligsten auf dem Stück „#10“ nieder. Schlafwandlerische Mollakkorde schleppen sich begleitet von rückwärts laufenden Samples und Field-Recordings durch den Raum und erzeugen eine seltsam diffuse Atmosphäre. Einen Titel später werden weitere Assoziationen zu einem großen Minimal-Komponisten geweckt: Die repetitiven und komplex geschachtelten Glöckchen-Patterns von „#8“ weisen deutliche Parallelen zu Steve Reichs „Music For 18 Musicians“ auf. Es scheint, als würde Arandel bewusst an den Wurzeln elektronischer Musik ansetzen um neue Wege beschreiten zu können, allerdings bleibt er dabei von Zeit zu Zeit im Schatten der selbst erwählten Vorbilder stehen. Da dies jedoch nur eine Seite von vielen ist, fällt dieser Wermutstropfen nicht weiter ins Gewicht. Besonders mit den technoideren Tracks beweist der Anonymus Talent und Fingerspitzengefühl. „In D“ besticht durch ein breites Spektrum an Einflüssen, die stilbewusst zusammen geführt wurden und Freunde des sogenannten „Autoren-Technos“ durchaus überzeugen dürfte.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&quot;In D&quot; erscheint am 28.06. digital und am 02.07. auf CD</em></p>
<p style="text-align: justify;">Link: <a href="http://www.infine-music.com/artist/13/arandel" target="_blank">Infiné</a></p>
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		<title>Wild Nothing: Stimmen aus der Peripherie</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 12:33:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philip Fassing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spot]]></category>
		<category><![CDATA[Captured Tracks]]></category>
		<category><![CDATA[chillwave]]></category>
		<category><![CDATA[Dreampop]]></category>
		<category><![CDATA[Facepaint]]></category>
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		<category><![CDATA[Jack Tatum]]></category>
		<category><![CDATA[Shoegaze]]></category>
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		<description><![CDATA[Der amerikanische Bundesstaat Virginia kann nicht unbedingt mit urbanen Ballungsgebieten aufwarten. Mit gerade mal 438.000 Einwohnern ist Virgina Beach schon die größte Stadt in der Region. Jack Tatum wuchs in Williamsburg auf, einer Kleinstadt mit circa 10.000 Einwohnern, die im Südosten des Staates liegt. Wenn man in solch einer Region [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de//wp-content/uploads/2010/06/wild-nothing.jpg' alt="Wild Nothing: Stimmen aus der Peripherie" /><strong> Der amerikanische Bundesstaat Virginia kann nicht unbedingt mit urbanen Ballungsgebieten aufwarten. Mit gerade mal 438.000 Einwohnern ist Virgina Beach schon die größte Stadt in der Region. Jack Tatum wuchs in Williamsburg auf, einer Kleinstadt mit circa 10.000 Einwohnern, die im Südosten des Staates liegt. Wenn man in solch einer Region aufwächst, leidet man entweder unter der bürgerlichen Tristesse, die so typisch für solche Vororte ist, oder man begeistert sich für die ausladende Natur, die mit der niedrigeren Bevölkerungsdichte einhergeht. Bei Jack Tatums Soloprojekt Wild Nothing scheint ein bisschen von beidem durchzuschimmern, allerdings gelingt es dem jungen Mann &#8211; wie kaum jemandem zuvor - dieses Gefühl der amerikanischen Mittelschichts-Tristesse in ein solch weit gespanntes Panorama zu transportieren.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die musikalischen Mittel, derer sich Tatum dabei bedient, sind bei weitem nichts Neues. Trotzdem zeugt sein Debütalbum Gemini von einem tiefen, musikalischen Verständnis. Die Referenzen, größtenteils in den Achtzigern zu verorten, werden nicht einfach als Mittel zum Zweck herausgegriffen, sondern empathisch weitergesponnen. Nebelige Synthesizerschwaden und verhallter Gesang fügen sich zu einem ätherischen Klangbild, das von dezent in den Hintergrund gemischten Drumloops und flüchtigen Chorus-Gitarren vorangetrieben wird. Der entrückte Gesang skandiert dabei allerlei verträumte Herzensangelegenheiten, die im devoten und introvertierten Tonfall vorgetragen werden. „Where are you going? Can I come with you? I dont feel right, when you&#8217;re not here“ heißt es etwa auf „Bored Games“, wobei die offene Naivität dieser Zeilen fast schon wieder putzig wirkt. Der geballte Eskapismus dieser Platte kann &#8211; in höheren Dosen &#8211; durchaus anstrengen, verliert dabei aber nie die Authentizität. Der erhöhte Einsatz von Drumcomputern und Synthesizern verleitet schnell dazu, Wild Nothing in ein Reihe mit Washed Out, Toro Y Moi und anderen Protagonisten der „gekühlten Welle“ zu stellen, Berührungspunkte findet man aber viel eher bei Bands wie den Cocteau Twins, The Cure oder auch Slowdive.</p>
<p style="text-align: justify;">Jack Tatums Schaffen beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Revival-Dreampop von Wild Nothing, als Jack and the Whale (Nicht zu verwechseln mit <a href="http://www.auftouren.de/2009/10/17/rezension-noah-and-the-whale-the-first-days-of-spring/" target="_blank">Noah and the Whale</a>) gibt er auch mal den folkigen Songwriter. Und auch das gelingt ihm, wenn auch nicht mit der Perfektion seiner Shoegaze-Exkursionen. Des weiteren ist der 21-jährige als Sänger in der Band Facepaint aktiv, die sich ebenfalls dem leichtfüßigen Indiepop verschrieben hat, es aber ein bisschen sonniger zugehen lässt. Ihre aktuelle EP darf man sich <a href="http://www.mediafire.com/?yawh2zgbmtx" target="_blank">hier</a> für lau herunterladen. Diese bietet zugleich einen Einblick in das Universum von Jack Tatum, einem jungen Mann, den man nicht aus den Augen verlieren sollte.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Gemini&#8221; ist am 25. Mai auf Captured Tracks erschienen</em></p>
<p style="text-align: justify;">Links: <a href="http://www.myspace.com/wildnothing" target="_blank">Wild Nothing</a>, <a href="http://www.myspace.com/facepaintfacepaint" target="_blank">Facepaint</a>, <a href="http://www.myspace.com/jackandthewhale">Jack and the Whale</a></p>
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		<title>Actress: Eine Frage des Blickwinkels</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 11:53:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philip Fassing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spot]]></category>
		<category><![CDATA[Actress]]></category>
		<category><![CDATA[Deephouse]]></category>
		<category><![CDATA[dubstep]]></category>
		<category><![CDATA[Honest Jon's]]></category>
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		<category><![CDATA[Wonky]]></category>

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		<description><![CDATA[Die „Tür“ wird in der Clubkultur immer wieder zum mystischen Ort erhoben, einem Zeitvakuum, in dem Zuversicht und Enttäuschung einen schmalen Grad bilden. Der ins freie dringende Puls der Musik dürfte dabei ein wesentlicher Faktor für nervöse Vorfreude in den Menschenschlangen sein, bilden die tiefen Frequenzen aus dem Inneren des Clubs doch eine Vorahnung auf die noch junge Nacht. Wenn dann die Zeit gekommen ist zu gehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/06/actress.jpg' alt="Actress: Eine Frage des Blickwinkels" /><strong>Die „Tür“ wird in der Clubkultur immer wieder zum mystischen Ort erhoben, einem Zeitvakuum, in dem Zuversicht und Enttäuschung einen schmalen Grad bilden. Der ins freie dringende Puls der Musik dürfte dabei ein wesentlicher Faktor für nervöse Vorfreude in den Menschenschlangen sein, bilden die tiefen Frequenzen aus dem Inneren des Clubs doch eine Vorahnung auf die noch junge Nacht. Wenn dann die Zeit gekommen ist zu gehen, verändert sich diese Wahrnehmung aber. Der Nachhall der stampfenden Beats signalisiert die Rückkehr in die Normalität und ist nicht selten von einem Gefühl der Melancholie geprägt. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Darren J Cunningham alias Actress dürfte als DJ bestens mit diesen Ritualen der Nacht vertraut sein. Mit seinem zweiten Album „Splazsh“ gelingt es dem Londoner diese Nicht-Orte der Musik akustisch einzufangen und in all seinen emotionalen Facetten auszuleuchten. Dabei geht es zwar deutlich eingängiger als auf seinem Debütalbum „Hazyville“ zu, seinen obskuren Charme hat die Musik aber glücklicherweise nicht einbüßen müssen. Der ehemalige Fußball-Profi verschreibt sich bewusst keiner festen Stilrichtung, sondern experimentiert lieber mit den unterschiedlichsten Versatzstücken der elektronischen Musik. Doch egal ob relaxter Deephouse oder vor Schmutz starrender Dubstep, der authentische Lo-Fi-Sound und die skizzenhaften Arrangements bilden stets die Klammer für die rohen Beatentwürfe. Die werden von Cunningham durch geschickt verknüpfte Kompressoren immer wieder extrem verdichtet. Durch die Andeutung und Verschiebung der musikalischen Muster entsteht so ein enormer Reibungsmoment. Das wäre alles nur halb so sensationell, wenn das Album nicht von einem subtilen aber stets präsenten Soul durchzogen wäre, der im Zusammenspiel mit den analogen Klangerzeugern eine maßgebliche Dimension darstellt. Trotz der zahlreichen Referenzen hat Actress einen sehr individuellen Sound entwickelt, der sich zwar an bestehender Tradition orientiert, aber auch gleichzeitig nach vorne gewandt ist. Der sprunghafte Charakter des Albums macht das Ganze erst richtig unterhaltsam. Statt sich in konzeptuellen Tiefen zu verlieren, präsentiert der dreißig Jahre alte Studiotüftler lieber die Essenz seiner musikalischen Sozialisation.</p>
<p style="text-align: justify;">In dem Sinne scheint auch seine Arbeit als DJ nicht von seiner Rolle als Produzent isoliert zu sein. Da wundert es auch nicht, dass er seit 2004 auch noch das Label Werk Discs betreibt, auf dem er unter anderem Künstler wie Zomby oder Lukid veröffentlicht. „Splaszh“ wurde hingegen bei Damon Albarns Plattenschmiede Honest Jon&#8217;s veröffentlicht, einem der vielfältigsten und wichtigsten Labels im Vereinten Königreich. Statt zaghaft über den Tellerrand zu blicken, behält Actress eben lieber das Ganze im Auge und ist sich so stets der Verhältnisse bewusst, in denen er sich bewegt.</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><em>&#8220;Splazsh&#8221; ist am 17. Mai bei Honest Jon&#8217;s erschienen</em></p>
<p><em>Links: <a href="http://www.myspace.com/actresskhz" target="_blank">Myspace,</a> <a href="http://www.werkdiscs.com/" target="_blank">Werk Discs</a><br />
</em></p>
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		<title>Rezension: Beach Fossils &#8211; Beach Fossils</title>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2010 10:39:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philip Fassing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Beach Fossils]]></category>
		<category><![CDATA[Captured Tracks]]></category>
		<category><![CDATA[DIY]]></category>
		<category><![CDATA[LoFi]]></category>

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		<description><![CDATA[So langsam aber sicher fragt man sich, ob in gewissen Musikerkreisen auf einen ominösen Bandimage-Generator zurück gegriffen wird, dessen ikonographisches Repertoire lediglich aus vergilbter Urlaubsnostalgie besteht. Dabei spricht der offenkundige Umgang mit den sonnigen Referenzen dem Zuhörer doch meist jegliche Phantasie ab. Leider befinden sich unter diesem semantischen Deckmantel oft durchschnittliche Rockbands, die halt auch nur mal ein paar Sandburgen bauen wollen. Und nun die Beach Fossils aus Brooklyn. Braucht die Welt eine weitere Band von diesem Schlag? In diesem Fall lautet die Antwort deutlich: „Ja!“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de//wp-content/uploads/2010/05/Beach-Fossils.jpg' alt="Rezension: Beach Fossils - Beach Fossils" />So langsam aber sicher fragt man sich, ob in gewissen Musikerkreisen auf einen ominösen Bandimage-Generator zurück gegriffen wird, dessen ikonographisches Repertoire lediglich aus vergilbter Urlaubsnostalgie besteht. Dabei spricht der offenkundige Umgang mit den sonnigen Referenzen dem Zuhörer doch meist jegliche Phantasie ab. Leider befinden sich unter diesem semantischen Deckmantel oft durchschnittliche Rockbands, die halt auch nur mal ein paar Sandburgen bauen wollen. Und nun die Beach Fossils aus Brooklyn. Braucht die Welt eine weitere Band von diesem Schlag? In diesem Fall lautet die Antwort deutlich: „Ja!“.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Beach Fossils begann als typisches Schlafzimmer-Soloprojekt, wuchs jedoch schnell zu einer „richtigen“ Band heran. Die Weichen von Sänger und Gründer Dustin Payseurs schienen von Anfang an gestellt zu sein: Vater wie Mutter sind Musiker und arbeiten an eigenen Projekten. Das Elternhaus war demnach mit den unterschiedlichsten Instrumenten ausgestattet. Ohne Druck beginnt Payseurs schon früh, sich an diesen zu versuchen. Im Grunde eine klassische Sozialisation, die aber in jeglicher Hinsicht geglückt ist. Denn wo sich kommerziellere Ausläufer des Genres, wie zum Beispiel <a href="http://www.auftouren.de/2010/01/29/rezension-surfer-blood-astro-coast/" target="_blank">Surfer Blood</a> und The Drums, lediglich auf die selbst kreierte Super-8-Patina stützen und in punkto Songwriting schwächeln, kann das Trio aus Brooklyn voll punkten. Bei näherer Betrachtung wird schnell klar, dass dem Hörer hier keine imaginären Sommerbilder aufgedrängt werden sollen, sondern reichlich Projektionsfläche für eigene Träumereien bleibt. Die Texte werden selten konkret und entfalten so eine simple, aber schlüssige Poesie. „And we go outside, when the morning&#8217;s dark, and we fall in the grass, of an open park, and the sun will break, when our hands hit the tree…” trägt Payseurs im teilnahmelosen Tonfall vor und klingt dabei fast genauso apathisch wie Genrekollege Nathan Williams (alias <a href="http://www.auftouren.de/2009/02/04/review-wavves-wavvves-2009/" target="_blank">Wavves</a>) auf dem Stück “Im So Bored”. Auf musikalischer Ebene wird sich nicht nur auf Surfrock und Twee-Pop bezogen, sondern auch der klassische Postpunk aus den düsteren Straßenschluchten der Großstädte an das Sonnenlicht gezerrt. Letzteres macht sich besonders am Rhythmus der Gitarren bemerkbar, die simpel, pointiert und ultra catchy zugleich sind. Wie ferne Erinnerungen scheinen die Melodien aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu hallen, ausgestattet mit jeder Menge Fuzz und Delay. Auch der Gesang macht da keine Ausnahme und geriert sich als nebulöses Echo ohne das Gespür für große Popmomente aus den Augen zu lassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich klingt das alles wie ein fossiles Tape, das für Jahre im Sand verbuddelt war. Der Klang wird zudem nicht in einen Schleier aus Verzerrung geworfen, sondern kommt erstaunlich ausdifferenziert daher. Neu ist das natürlich alles nicht, jedoch wird das musikalische Szenario auf eine solch wunderbare Art und Weise durchexerziert, dass es eine wahre Freude ist. Trotz des simplen Rezeptes wollen sich auch nach dem zehnten Hördurchlauf keine Abnutzungserscheinungen einstellen. Das wird sich mit dem Anbrechen der warmen Jahreszeit sicherlich nicht ändern und so kann man wohl mit Fug und Recht schon von einem perfekten Sommeralbum sprechen.</p>
<p style="text-align: justify;"><p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 83' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/83.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Label:</strong> Captured Tracks</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Referenzen:</strong> Wild Nothing, Best Coast, Real Estate, Woods, Washed Out, Wavves</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Links:</strong> <a href="http://www.myspace.com/beachfossils">Myspace</a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>VÖ:</strong> 25.05.10</p>
<p style="text-align: justify;">
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