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	<title>Leben mit Musik &#124; AUFTOUREN.DE &#187; Pascal Weiß</title>
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	<description>Musikmagazin mit ausführlichen Plattenkritiken,Downloads,Musikvideos,Konzertberichten,Fiktionen um Reib &#38; Nathan und der Nr.1-Hit-Kolumne Liedschatten.</description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Feb 2012 16:42:33 +0000</lastBuildDate>
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		<title>2012: Die große Plattenvorschau</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 13:46:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pascal Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Listen + Polls]]></category>
		<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[Alben]]></category>
		<category><![CDATA[Preview]]></category>
		<category><![CDATA[vorschau]]></category>

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		<description><![CDATA[Was kommt im neuen Jahr? Wir geben einen Ausblick.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/01/albumvorschau_big.jpg' alt="2012: Die große Plattenvorschau" /><br />
<strong>2011 liegt zwei Wochen zurück, so langsam wechselt die Blickrichtung. Die freudigen Diskussionen um die <a href="http://www.auftouren.de/tag/jahrescharts/" title="Jahrescharts AUFTOUREN" target="_blank">Jahrescharts</a> hallen zwar noch dezent nach, doch das Auge schweift nun wieder vermehrt in die Zukunft. Getreu dem Motto: Nach den Jahrescharts ist vor den Jahrescharts. Oder anders ausgedrückt: Was bringt uns 2012?</strong></p>
<p>Eine erste Einschätzung zum Trend-Thema <a href="http://www.auftouren.de/2012/01/02/pop-2012-retromania-transformation-und-zukunftssorgen/" target="_blank">Retromania</a> in Anlehnung an Reynolds&#8217; vielreferenziertes Buch haben wir euch bereits an die Hand gereicht. Zudem konnte unser alljährliches <a href="http://www.auftouren.de/2012/01/03/das-musikorakel-neue-bands-fur-2012/" target="_blank">Orakel</a> wieder einige tolle neue Künstler und Bands versprechen. Doch was erwartet uns darüber hinaus eigentlich noch?</p>
<p>Beginnen wir mit unserer kurzen Zukunftsreise im Sommer. Dann nämlich soll es soweit sein: Animal Collective planen nach ungewohnt langer LP-Pause den Nachfolger des wohl unbestritten größten AUFTOUREN-Konsenswerks (wenn es das denn überhaupt gibt) seit Anbeginn, “Merriweather Post Pavilion“. Saitenspezialist Deakin ist nach überstandener Familienpause wieder mit an Bord. Kein ganz unerheblicher Faktor, denn stehen die letztjährlich auch auf deutschen Bühnen <a href="http://www.auftouren.de/2011/06/01/ani-up-suf-walk-gang-ii-leberkase-korperclown/" target="_blank">vorgestellten</a> neuen Songs annähernd stellvertretend für das neue Album, könnte ihrem zugänglichsten Werk das experimentellste seit etwa “Here Come The Indian” folgen.</p>
<div style="text-align: center">
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/_FZNBGuujfk?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
</div>
<p>Ungefähr zur gleichen Zeit dürfte zudem die neue Platte der Herren um Hamilton Leithauser von The Walkmen erscheinen &#8211; ziemlich genau zwei Jahre nach der Großtat “Lisbon”. Vielleicht wissen wir zu dem Zeitpunkt schon, ob The xx ihr riesiges Debüt noch mal toppen können, Grizzly Bear die letzte Fleet Foxes schlagen, das Pärchen St. Vincent &#038; David Byrne Zukunftspotential hat, ob Yeasayer einen weiteren Schritt auf Phoenix zugehen und, wenn wir schon dabei sind, wohin Phoenix eigentlich gehen. Leider hat bekanntlich nicht jeder die experimentellen Eier von MGMT.</p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F33176100&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F33176100&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>
<div style="text-align: center"><a href="http://soundcloud.com/bear-in-heaven/bear-in-heaven-the-reflection">Bear In Heaven &#8211; The Reflection of You</a></div>
<p>Wer nicht mehr ganz so lange abwarten möchte, wird schon im Frühling das große Zucken bekommen: Wenn Dirty Projectors ihr &#8211; nicht ganz unerwartet deutlich textbasierteres &#8211; Nachfolgewerk zu “Bitte Orca” präsentieren, Bear In Heaven endgültig zur liebsten Kritikerband werden, Ceremony für Fucked Up einspringen, The Shins sich selbst übertreffen und Spiritualized sowas wie ihr eigenes “Loaded” präsentieren. Glaubt ihr alles nicht?</p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F32881757&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F32881757&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>
<div style="text-align: center"><a href="http://soundcloud.com/theshins/simple-song">The Shins &#8211; Simple Song</a></div>
<p>Intern wird jedenfalls gemunkelt: 2012 startet relativ gemächlich und überhäuft uns von Frühlingsanfang bis Spätsommer mit einer solchen Fülle von ersehnten Alben, wie wir es Jahre nicht erlebt haben.</p>
<p>Um hierfür bestens gerüstet zu sein, haben wir uns überlegt, gemeinsam mit euch eine ausführliche Liste aufzubauen. Und was läge da näher, als unseren frisch aktualisierten <a href="http://www.auftouren.de/upcoming-releases" target="_blank">VÖ-Ticker</a> um jene Platten zu ergänzen, die zwar noch kein endgültiges Datum oder Titel besitzen, die (mindestens halbwegs) glaubwürdigen Quellen zufolge dennoch bis zum Spätsommer erscheinen könnten?  </p>
<p>Also, wir zählen auf eure Unterstützung: Es würde uns riesig freuen, wenn ihr uns &#8211; am einfachsten per Kommentar &#8211; auf alle sträflich vernachlässigten Alben (The Avalanches und The Wrens ausgenommen &#8211; deren Ankündigungen glauben wir erst, wenn wir die fertigen Werke mit eigenen Ohren hören) in unserer Liste aufmerksam macht, dann haben wir vermutlich sehr schnell einen wirklich umfangreichen Fundus. Den wir in den kommenden Wochen auch dazu nutzen wollen (und jetzt kommt ihr erneut ins Spiel), um per Umfrage festzustellen, welche Rezensionen wir frühzeitig für euch an den Start bringen sollen.</p>
<p>Hier noch mal der Link zu unserem <a href="http://www.auftouren.de/upcoming-releases" target="_blank">VÖ-Ticker</a>, für 2012 zudem angekündigt:</p>
<div style="margin-left: 20px"><strong>Animal Collective<br />
Ariel Pink&#8217;s Haunted Graffiti<br />
Baths<br />
Best Coast<br />
Cat Power<br />
Converge<br />
Damon Albarn<br />
Dirty Projectors<br />
Fiona Apple<br />
Fleetwood Mac<br />
Flying Lotus<br />
Franz Ferdinand<br />
Grizzly Bear<br />
Janelle Monáe<br />
Jens Lekman<br />
Light Asylum<br />
Lower Dens<br />
Madlib &#038; Freddie Gibbs<br />
Madonna – MDNA<br />
Maxïmo Park<br />
Mazzy Star<br />
Morrissey<br />
Mount Eerie<br />
Patti Smith<br />
Phoenix<br />
Pig Destroyer<br />
Public Image Ltd.- This Is PiL<br />
Rancid<br />
Rick Ross – God Forgives, I Don’t<br />
Rufus Wainwright – Out Of The Game<br />
Santigold – Master Of My Make Believe<br />
Soundgarden<br />
St. Vincent + David Byrne<br />
T.I. – Trouble Man<br />
The Flaming Lips<br />
The Mars Volta<br />
The Walkmen<br />
The xx<br />
Yeasayer<br />
</strong></div>
<p><em>Bild via: <a href="http://nonclickable.tumblr.com" target="_blank">nonclickabletitem</a></em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Reib (X): Chrome Maxima &amp; andere Raffinessen fürs erste Date</title>
		<link>http://www.auftouren.de/2011/12/22/reib-x-chrome-maxima-andere-raffinessen-furs-erste-date/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=reib-x-chrome-maxima-andere-raffinessen-furs-erste-date</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 13:09:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pascal Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pop + Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Nick Drake]]></category>
		<category><![CDATA[Reib]]></category>

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		<description><![CDATA[Zehnte Folge: Mit Nick Drake und fundierten Tipps für das nächste Date. Garantiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/12/chrome_med.jpg' alt="Reib (X): Chrome Maxima &amp; andere Raffinessen fürs erste Date" /><strong>“Was ist denn nun aus Deiner Offerte geworden?”, fragt Reib, während er mit Bauke durch den Schnee stapft, auf der Suche nach seinem Auto. </p>
<p>“Offerte, das klingt so kaufmännisch. Naja, <a href="http://www.auftouren.de/2011/11/09/reib-viii-mittwochs-gelten-gesetze/" title="Reib Folge 8" target="_blank">diese Nummer mit dem großen Schluck</a>, damit kommt man zwar ins Gespräch. Aber sowas habe ich ja nicht immer auf Lager. Insofern mal sehen, was mir dann morgen Abend so einfällt.&#8221;</strong></p>
<p>“Ein Date.”</p>
<p>“Ne, nur ein Treffen, Reib. Mehr nicht.”</p>
<p>“Was denn, was denn? Ich glaube die hat Potential.”</p>
<p>“Wenn Du das schon sagst. Vielleicht sollte ich da besser aussteigen.”</p>
<p>“Ach, hier ist es”, Reib steht vor der Fahrertür, mit schadenfrohem Grinsen: “Schau sie Dir doch wenigstens noch mal an, so viel hattest Du doch gar nicht getrunken.” </p>
<p>Das Türschloss gibt ungewöhnlich schnell nach, ganz so, als drücke etwas vehement von innen dagegen. Reib weicht erschrocken einige Meter zurück. Penetranter Geruch, beißend in der Nase.<br />
“Verdammt, was ist das denn?” </p>
<p>“Was ‘n los?”</p>
<p>“Sieht ganz so aus, oder vielmehr habe ich eigentlich noch gar nichts gesehen, aber irgendwas da drin hat auf jeden Fall die besten Tage hinter sich.”</p>
<p>Bauke lacht hämisch vor sich hin, während er sich’s auf der eingeschneiten Motorhaube gemütlich macht und fast erwartungsvoll nachhakt: “Sag nicht, das Bananen-Dilemma.”</p>
<p>“Pass Du besser auf, das gibt ne ordentlich nasse Kiste, wie Du da sitzt. Und verdammt, ja, jetzt schimmert mir einiges. Da war so eine Fahrt zum Supermarkt an einem Spätsommerabend. Hatte irgendwas mit Obstsalat zu tun, glaube ich.”</p>
<p>“Das will ich sehen”, Bauke stützt sich ab, um nach vorne abzufedern, als er den Zettel hinter dem kaum mehr als solchen erkennbaren Scheibenwischer entdeckt: “Na, was ist das denn, Reib, etwa ein Liebesbrief? In Schnee eingelegt? Mann, wie dämlich muss die sein.”</p>
<p>“Was? Zeig mal her.”</p>
<p>“Also eines kann ich Dir sagen: Nach Obstsalat riecht das nicht hier. Zumindest nicht, wie ich ihn aus meiner Kindheit kenne.”</p>
<p>“Deine Kindheit. Hättest ruhig mal etwas mehr Obst zu Dir nehmen können, Bauke.”<br />
Er nimmt das gewellte Papier entgegen, bevor er zur Beifahrertür läuft, zwecks Durchzug: “Verdammter Mist, das ist kein Liebesbrief, von wegen.” </p>
<p>“Wie? Was dann?”</p>
<p>Reib schaut sich um, sieht das Schild: “Na prima. Haben die hier einfach so ein Parkverbot aus meinem Stammplatz gemacht oder was?”</p>
<p>“Das ist nicht Dein Ernst &#8211; Du stehst jetzt wochen- bzw. monatelang im Parkverbot?” Bauke öffnet vor Lachen das nächste Astra.</p>
<p>“Da wollen Dir mir schön ans Bein pinkeln. Nicht mit mir. Und viel wichtiger ist jetzt eh Dein morgiges Treffen, Bauke, diesen Zettel lassen wir erstmal hier liegen.”</p>
<p>“Du kannst den doch nicht einfach ignorieren. Die kriegen Dich dran, da musst Du ordentlich draufzahlen. Zudem schleppen die Dich ab.”</p>
<p>“Also die Karre ist eh Schrott. Und wenn Du genau hinsiehst &#8211; welches Nummernschild sollten die sich denn notieren?”</p>
<p>“Ich glaub’s nicht. Du&#8230;”</p>
<p>“Also, Bauke, das erste Treffen ist die Grundlage, die Basis, die über alles weitere entscheidet. Da muss man sehr bedächtig vorgehen. An dieser Stelle Fehler zu machen, das bekommst Du nie wieder ausgebügelt.”</p>
<p>“Wie schön Du das ausschmückst, Reib &#8211; ’ausgebügelt’ &#8230;”</p>
<p>“Die Messlatte keinesfalls zu hoch ansetzen, hörst Du? Und ganz wichtig: danach nie wieder anheben.”</p>
<p>“Warum das denn?”</p>
<p>“Alte Schule. Um diesem schleichenden Prozess vorzubeugen.”</p>
<p>“Schleichender Prozess, soso.” </p>
<p>“Noch was für Dich. Zieht immer.” </p>
<p>“Ich kann’s echt kaum erwarten.”</p>
<div style="text-align: center">
<object width="577" height="24"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/S3jCFeCtSjk?version=3&amp;hl=en_US&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/S3jCFeCtSjk?version=3&amp;hl=en_US&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" width="577" height="24" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><em>Nick Drake &#8211; Northern Sky</em>
</div>
<p>Reib sucht das Band, eine alte Chrome Maxima: “Ich habe es ‘Womanizer’ getauft &#8211; ein von mir selbst zusammengestelltes 90-Minuten-Mixtape. Allerdings ist das Band an einigen Stellen, naja, leicht abgenutzt.”</p>
<p>“Wie lange hast Du das denn schon in Betrieb?”</p>
<p>“Ne ganz sichere Sache, sag ich Dir.”</p>
<p>“Du bist echt der klassische Trainer, Reib.”</p>
<p>“Häh?”</p>
<p>“Ich habe früher Tennis gespielt, als ich klein war. Da gab es auch so einen. Konnte Dir geduldig und akribisch jede kleinste falsche Bewegung beim Aufschlag erklären. Das war damals mein absolutes Vorbild. Bis ich ihm einmal mit 12 bei den Stadtmeisterschaften zugesehen habe: Gegen so ne Wurst verloren. Und weißt Du warum? Zwei Doppelfehler pro Aufschlagspiel.”</p>
<p>“Du bist vielleicht ein Kollege. Ich will Dir helfen &#8230;”</p>
<p>“Ich sag’s ja nur. Weil sooo gut scheint das mit Jana ja auch nicht zu laufen, oder?”</p>
<p>“Was hat die denn damit jetzt wieder zu tun? Bin ja nicht mal mit ihr zusammen.”</p>
<p>“Ne, nach zehn Jahren immer noch nicht. Tolle Taktik, dieses Messlatten-Ding. Geht voll auf.”</p>
<p>“Du machst einen entscheidenden Fehler, Bauke. Wichtig ist immer: nicht absolut denken. Sondern: im Verhältnis zu.”</p>
<p>“Wo ist denn nun dieses ominöse Mixtape?”</p>
<p>Reib taucht kurz ein, bevor er Bauke augenzwinkernd antwortet: “Na, hier im Tapedeck natürlich. Deswegen ja auch kein Obstsalat mehr an besagtem Spätsommerabend.”</p>
<p><em>&#8220;Bryter Layter&#8221; von Nick Drake ist im November 1970 via Island Records erschienen.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Reib (IX): Mensa-Frühstück &amp; Wehklagen</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Nov 2011 11:30:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pascal Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pop + Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Guided By Voices]]></category>
		<category><![CDATA[Reib]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine kaputte Schulter ist nicht Reibs einziges Problem. Launig macht's allemal.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/11/mena_big.jpg' alt="Reib (IX): Mensa-Frühstück &amp; Wehklagen" /><br />
<strong>Ein Blick auf das Handy, 14:10 Uhr. Die letzten Stufen bis zum Mensagebäude. Jana tritt schon hektisch auf der Stelle, kein allzu gutes Zeichen. Seitdem er als Doktorand nicht mehr direkt an der Uni wohnt, kommt er mit den Zeiten ganz durcheinander, das sorgt für Unruhe.</strong></p>
<p>„Mann, Reib, ich warte jetzt schon seit zehn Minuten. Die Mensa macht jeden Moment zu.“</p>
<p>„Ich dachte &#8230;“</p>
<p>„Eben.<br />
Komm, zügig jetzt.“</p>
<p>“Ja, ich mach so schnell ich kann.”</p>
<p>Reib läuft reichlich unrund, seltsamer Gang. Bei der hastigen Umarmung ein schmerzverzerrtes Gesicht.</p>
<p>„Was ist los? Nachwehen von gestern?“ fragt Jana, nicht mal im Ansatz bemüht, die latente Aggressivität in ihrer Stimme zu kaschieren, während sie schnellen Schrittes auf den Eingang zu läuft und die Tür öffnet: „Oder hast Du endlich mal ordentlich eine kassiert?“</p>
<p>„Schön wär’s.“ Reib schaut zur Seite, das Ganze ist ihm sichtlich peinlich, vor allem unter den ganzen Jungspunden hier, die „Komm, Fabi, schnell noch was auf die Gabel“ ebenfalls das Tempo anziehen. Und dieser Lärm. Schon halb aus der Puste schlurft er hinterher und deutet Jana kurz vor der Treppe an, das Tempo zu verringern. Dann fast flüsternd: „Nee, darfste echt keinem erzählen. Hab’ mir wohl im Schlaf die Schulter ausgekugelt.“</p>
<p>Janas Reaktion ist schlimmer als befürchtet. Schallendes Gelächter, von Mitleid nicht die geringste Spur: „Komisch, jedem anderen hätte ich das nicht abgenommen“, und jetzt wird es richtig unangenehm, als sie spöttisch mit dem Finger auf Reib zeigt, „aber Dir &#8230;“</p>
<p>Selten so nach dem Eingang der Mensa gesehnt, denkt Reib und schnappt sich schnell ein Tablett, um überhaupt was in der Hand zu haben, sich abzustützen. Die Schulter brennt immer noch. Hoffentlich kein bekanntes Gesicht in der Nähe. Jetzt bloß nicht noch was fallen lassen.</p>
<p>Doch irgendwas stimmt nicht. Janas Lachen geht bei genauem Betrachten in die Binsen, wirkt gezwungen, ganz so, als versuche sie es noch für einen kurzen Moment einzufrieren: „Na, wie heißt sie denn, Kleiner, he?“, dazu diese fordernd hochgeschobene linke Augenbraue &#8211; wie soll man denn da antworten jetzt? Und überhaupt. Reib gerät ins Schlingern, doch Schweigen macht meist noch wütender, um diese Erfahrung wurde er erst kürzlich ziemlich eindrucksvoll bereichert.</p>
<p>Dann im richtigen Moment das Comeback, wobei er sich provozierend die linke Schulter hält: „Sehr witzig, Jana“, nur noch ein möglichst ernstes Gesicht, „und darüber hinaus würde es mich schon arg wundern, wenn Du mir zutrauen würdest, dass ich mir auch noch ihren Namen merke.“</p>
<p>„Keine Ahnung, der ist mir ehrlich gesagt auch völlig egal, Reib. Mach doch was Du willst. Sind ja nicht in einer Beziehung oder sowas. Nee, nicht mal ansatzweise, scheint mir.“</p>
<p>„Irgendwie willst Du mich partout nicht verstehen, was? Das ist wie &#8230; Ah, jetzt weiß ich&#8217;s: Du hast Deine Tage, nicht wahr? Ich meine, das würde dann ja so einiges erklären.“ Er versucht die Nummer mit der Augenbraue. Klappt nicht.</p>
<p>„Sehr witzig, Reib. Nein, mir geht es nur darum …<br />
Ja, schön, habe ich, aber damit hat das erstens rein gar nichts zu tun. Und zweitens ist das absolut kein Grund, sich derart drüber lustig zu machen.“</p>
<p><object width="577" height="24" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/eSd-80X-GEo?version=3&amp;hl=en_US&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="577" height="24" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube-nocookie.com/v/eSd-80X-GEo?version=3&amp;hl=en_US&amp;rel=0" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>„Ach was. Bei meiner Schulter, da darf man sich amüsieren.“ Reibs Gesichtsfarbe kehrt endgültig zurück, erst recht, als der <a title="eldoradio" href="http://www.eldoradio.de/webradio/" target="_blank">Campussender eldoradio*</a> das grandiose „Over The Neptune / Mesh Gear Fox“ von Guided By Voices spielt: „Aber bei der Piratenwoche nicht, oder was?“</p>
<p>„Ganz ehrlich: Ich wünsche es Dir von Herzen nicht, aber manchmal wäre es echt schön, ihr Typen hättet dieses Frauenproblem zumindest einmal selbst. Nur um mitreden zu können. Damit ihr mal wisst, wie das ist.“</p>
<p>Reib trommelt mit dem rechten Zeigefinger auf dem Tablett mit, schon Monate nicht mehr gehört den Song. Noch zwei, drei Sekunden verstreichen lassen: „Glaub mir, Kleine, das wünschte ich auch.<br />
Damit ihr mal wisst, wie das ist.“</p>
<p><em>&#8220;Propeller&#8221; von Guided By Voices ist 1992 via Rockathon Records erschienen.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wilco &amp; Jonathan Wilson in Berlin: Netter Abend?</title>
		<link>http://www.auftouren.de/2011/11/20/wilco-jonathan-wilson-in-berlin-netter-abend/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=wilco-jonathan-wilson-in-berlin-netter-abend</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Nov 2011 16:47:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pascal Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Konzertbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Tempodrom]]></category>
		<category><![CDATA[Wilco]]></category>

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		<description><![CDATA[Manche Konzerte sollten nicht bestuhlt sein. Zum Beispiel, wenn Tweedy &#038; Co. aufspielen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/11/wilco_big.jpg' alt="Wilco &amp; Jonathan Wilson in Berlin: Netter Abend?" /><br />
<strong>Block 18, Reihe 8, Platz 4. Aha, bestuhlt soll er also sein, der heutige Konzertabend. Eigentlich kaum vorstellbar, schon gar nicht bei einem derartigen Live-Gitarristen wie Nels Cline. Und tatsächlich: Diejenigen, die vermutlich 10 Euro mehr bezahlt haben, um auf den vorderen, unteren Rängen Platz zu nehmen, sollten sich noch ärgern.</strong></p>
<p>Bis es soweit ist, muss allerdings erstmal der Weg zur Konzertstätte gefunden werden. Als Nicht-Ortskundiger gilt es hier aufzupassen, denn das, was Google Maps als Tempodrom ausspuckt, ist er sicher nicht. Umso <em>erfreulicher</em>, dass eine dreiköpfige Truppe aus Polen ebenfalls irgendwo in der Pampa umherirrt. Immerhin zu viert jetzt. Wenig später wird dank Adresse auf der Eintrittskarte klar: 2,2 km noch. Machbar. Bis zum Beginn sind noch 45 Minuten Zeit, auch wenn die sehr geschätzte AUFTOUREN-Leserin so noch eine Weile am Glühweinstand warten muss.</p>
<p><a href="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/11/IMG_5139.jpg"><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/11/IMG_5139.jpg" alt="Jonathan Wilson" width="215" height="160" align="left" size-full wp-image-28666 /></a>Dieser zusätzliche Mehraufwand lohnt sich auch schon nach den ersten Songs von Jonathan Wilson, der in diesem imposanten Zelt mit 35m hohem Dach gleich eine ganze Band mit an Bord hat. Dabei wechselt Wilson &#8211; ähnlich wie Sam Beam von Iron &#038; Wine &#8211; galant zwischen der Rolle als wehmütiger Singer/Songwriter auf der einen und energiegeladener Jammer auf der anderen Seite. </p>
<p>Dies wird besonders deutlich, wenn mit „Natural Rhapsody“ im Anschluss an den Titelsong des aktuellen Albums „Gentle Spirit“ eine astreine Progrock-Nummer folgt, die in Teilen auch als Coverversion von Radioheads „Subterranean Homesick Alien“ durchgewunken werden dürfte. Es ist zwar nur eine knappe halbe Stunde – diese jedoch ebenso kurz wie kurzweilig.</p>
<div style="text-align: center">
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/oiNv8XRpZ-8?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
</div>
<p>Dann Pause bis zum dritten Gong. Eine offensichtlich gutgelaunte Band betritt die Bühne und eröffnet das 150-minütige Set mit dem Schlusssong ihres formidablen neuen Werks „<a href="http://www.auftouren.de/2011/09/22/wilco-the-whole-love/" title="Rezension Wilco The Whole Love" target="_blank">The Whole Love</a>“. Dabei konzentriert sich in „One Sunday Morning (Song For Jane Smiley&#8217;s Boyfriend)“ natürlich erstmal alles auf Sänger Jeff Tweedy, den von grün-blauem Licht umgebenen Countryman mit Hut, welchen er im Laufe des Abends noch so manches Mal vor dem dankbaren Berliner Publikum zieht.</p>
<p>Das große Treiben beginnt, denn selbst bei den langsamen Nummern sind Wilco irgendwie nichts für Stühle. Nach und nach verlassen die Zuschauer ihre Sitzplätze, begeben sich in Richtung Bühne. Das Motto: Wer schnell ist, kann noch einen Platz ganz vorne ergattern. Links der grauhaarige Gymnasiallehrer mit Frau, der noch nicht so recht einzuordnen weiß, wie sich der geplante nette Abend denn nun entwickeln wird, rechts das blonde Mädel, das gerade ihr Studium begonnen hat und in ihrem neuen Freundeskreis langsam aber sicher ihre Emo-Spuren wegwischen möchte. </p>
<p>Beim anschließenden „Poor Places“ ist der Mittelgang zwischen den vorderen knapp 20 Reihen komplett dicht. Genau passend zum schnell als Klassiker etablierten Kraut-Irrsinn von „Art Of Almost“. Überhaupt wird in diesen Momenten überdeutlich, was für ein riesiges Repertoire Wilco angehäuft haben. Insbesondere, weil sie mit „The Whole Love“ ihr vielleicht bestes Werk seit „A Ghost Is Born“ vorgelegt haben. </p>
<div style="text-align: center">
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/szZ-aPsrH2M?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
</div>
<p>So verwundert es nicht, dass sich die Setlist zu großen Teilen aus Klassikern bis zum Jahre 2004 und Stücken des neuen Werks zusammensetzt. Gleichberechtigt nebeneinander „I Am Trying To Break Your Heart“, „Company In My Back“ oder „I Might“ &#8211; alles erfreulich wenig weit weg von ihrem 2005er Live-Koloss „Kicking Television“. Da verzeiht man Tweedy &#038; Co auch, dass sie ausgerechnet an diesem Abend nicht „At Least That&#8217;s What You Said“ spielen, auch wenn wohl jeder der Anwesenden gern das Gitarrensolo von Cline gesehen hätte.</p>
<p>Davon kommen aber auch so genug, allen voran in „Impossible Germany“, wenn das Publikum schon dreimal während des mehrminütigen Solos ausgelassen klatscht, Cline aber längst woanders ist, das verraten seine Gesichtszüge. Tweedy wackelt dazu im Hintergrund ein wenig mit dem Kopf hin und her, ein dezentes Grinsen ist ihm abgerutscht. Doch auch Drummer Glenn Kotche soll noch seinen Moment bekommen: In der immerhin halbstündigen Zugabe, die mit dem großartigen „Via Chicago“ beginnt, richtet er sich mit unmissverständlicher Metal-Pose auf, die Lichter auf ihn gerichtet. Man ahnt was kommt. Und ja, „Heavy Metal Drummer“ begeistert ebenso wie die völlig zerfetzte Version von &#8220;Misunderstood“. Viel mehr Rock&#8217;n'Roll als manch einem links neben uns lieb ist. Nein, das ist längst kein netter Abend mehr.</p>
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		<title>Reib (VIII): Mittwochs gelten Gesetze</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 17:14:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pascal Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pop + Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Reib]]></category>

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		<description><![CDATA[Kinks und Black Keys helfen, das Tresengespräch guten Mutes zu halten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/11/reib_big.jpg' alt="Reib (VIII): Mittwochs gelten Gesetze" />Es ist Mittwoch. Schon wieder Mittwoch. Verdammter Trott. Alles taumelt wie eh und je vor sich hin. Und dabei hatte er sich so sehr vorgenommen, dass dieser ein anderer Mittwoch werden würde.</strong></p>
<p>In fünf Tagen Abgabetermin der Ausarbeitung, die er mit Jana vorlegen muss: „Social, Local, Mobile: Was die Zukunft für uns bereithält.“ Im Prinzip ein spannendes Thema. Das liegt augenblicklich jedoch etwas flau im Magen &#8211; der Rest des Lehrstuhls (Jana inbegriffen) hat sich der Sache nämlich etwas frühzeitiger angenommen.</p>
<p>Und warum überhaupt mit Jana sowas anfangen? Das bekommt man dann auf dem anderen Sektor empfindlich zu spüren. Muss ja nicht sein. Heute Abend wollte er ein gutes Stück aufholen, doch dann stand Bauke in der Tür. Kaltes Bier vom Kiosk in der Plastiktüte. Da geht’s dahin.</p>
<p>Im Endeffekt also alles wie immer, denkt Reib, als er mit diesem Typ Rock’n’Roll wenig später die brüchige Tür mit dem Poster der <a title="Chris Brokaw in Dortmund" href="http://www.youtube.com/do21tv/#p/u/19/b1SS-nT4pWE" target="_blank">seit zwei Wochen abgelaufenen Auftrittsankündigung des großartigen Chris Brokaw</a> öffnet, das Techtelmechtel betritt und der Barkeeper ohne zu fragen zwei Union-Pils um ihre Kronkorken befreit.</p>
<p><object width="577" height="24" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/lWimOMVdHgE?version=3&amp;hl=en_US&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="577" height="24" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube-nocookie.com/v/lWimOMVdHgE?version=3&amp;hl=en_US&amp;rel=0" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>Stark, die Black Keys mit „Girl Is On My Mind“ &#8211; es sollte für die nächsten Minuten nicht das letzte Mal gewesen sein, dass eine von Reibs Lieblingsbands läuft. So wird es wohl auch am nächsten Mittwoch nichts mit dem Verzicht.</p>
<p>Ein Gruß hinter die Theke, ein Gruß zurück: „Beide Flaschen auf Deinen Deckel, Reib? Und hier hast Du schon mal zehn 50-Cent-Stücke, noch habe ich welche, die schreibe ich direkt mit auf.“</p>
<p>Doch Reib geht erstmal an den Tresen &#8211; am Kickertisch tummeln sich eh gerade genug Neu-Studis um die beiden ebenso ehrgeizigen wie „sympathischen“ Mädels, denen man später am Abend zwangsläufig noch einige Male <em>begegnen</em> wird. Also keine Eile.</p>
<p>„Weißt Du was, Reib“, Bauke krallt sich den erstbesten Barhocker, prostet ihm zu und nimmt einen beeindruckenden Schluck, „jetzt sind es nur noch wenige Tage bis zur 30. Eigentlich sollte ich langsam unruhig werden: Keine Frau, immer noch kein abgeschlossenes Studium, keine Kinder. Nicht mal ne Scheidung habe ich vorzuweisen. Nur lauter Kleckerbeziehungen. Das ist doch alles verrückt.“</p>
<p>„Ne Frau? Bei Deiner Lebensweise? Reib schaut ihn provokant an und geht direkt dazu über mitzusingen:<br />
<em>Got to stand and face it life is so complicated<br />
Ladi dah di dahdah, ladi dah di dah dah<br />
Life is overrated, life is complicated.</em></p>
<p>„Schön noch nen „Ladi Da Da“ hintendran. Und dann läuft das schon, oder wie?“</p>
<p>„Das sind die Kinks.<br />
Die müssen es wissen, mein Lieber.“</p>
<p>„Jaja, Reib, die Kinks, schon gut, ich knicke ein.“</p>
<p><object width="577" height="24" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/p9c5j50Hx5o?version=3&amp;hl=en_US&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="577" height="24" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube-nocookie.com/v/p9c5j50Hx5o?version=3&amp;hl=en_US&amp;rel=0" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>„Wenn es Dich beruhigt, Bauke, kann ich Dir sagen, dass es unmittelbar nach der 30 auch gut und gerne erstmal so weiter laufen kann. Doch ist die 27 ja eh die viel bedenklichere Zahl, finde ich. Naja, zumindest so lange, bis man festgestellt hat gar kein Rockstar zu sein.“</p>
<p>Wieder einer von Baukes gefürchteten Schlücken.</p>
<p>Reib kramt derweil die Schachtel Rote Gauloises aus der Hosentasche, lässt den Blick durch die Bar und das vertraute, abgedunkelte Licht schweifen, zieht genüsslich zwei, dreimal und fährt fort: „Und außerdem: Sei doch froh. Für viele ist mit 30 alles vorbei. Erinnere mich da an einen Besuch beim Orthopäden. Der erzählte von früher, täglich Sport und so. Dann, sein genauer Wortlaut, ging es bergab: 30. Ehe. Kreuzbandriss. Kind.“</p>
<p>„Auch wieder wahr.“ Baukes Blick klart auf: „Dann bin ich ja sowas wie das blühende Leben.“ Das Grinsen im Gesicht fest verankert, als er routiniert die leere Flasche in die Luft hebt. Es lohnt sich, schließlich ist es dieses Mal die neue Barkeeperin, die ihn verdutzt ansieht: „Schon leer?“</p>
<p>Jedes Mal die gleiche Antwort, „ach, für’n holen Zahn“. Und schon ist Bauke im Gespräch, das er, wie er in diesem Zusammenhang immer gern betont, nicht mal von sich aus anstoßen muss. Das hat er echt drauf, das ist seine Nummer. Und da ist auch schon ihre.</p>
<p>Puh, davon kann man echt nur lernen. Andere müssen sich erst „Doc“ nennen, bevor sie was reißen. Und wenn er die Nummer erstmal abgestaubt hat, ist die ganze Hektik raus, der Kopf wieder klar. Wie jetzt, als er sich entschlossen abwendet: „Reib, auf geht’s an den Kickertisch. Is&#8217; Mittwoch. Gibt schließlich noch was zu tun heute.“<br />
<em><br />
The Black Keys &#8211; „Rubber Factory“ (07.09.2004) / The Kinks &#8211; „Muswell Hillbillies“ (24.11.1971), Bildausschnitt: Bogdan Luca</em></p>
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		<title>Abgeschmeckt: Welcher Drink darf es sein?</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 10:35:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pascal Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spot]]></category>
		<category><![CDATA[Liquide]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu jeder Band das passende Getränk - eine unterhaltsame neue Webseite hilft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/11/drink_big1.jpg' alt="Abgeschmeckt: Welcher Drink darf es sein?" />Die Boxen eingestöpselt, die Anlage brummt. Heute Abend um Acht die ersten Gäste, dann trudeln nach und nach diejenigen ein, die ungern als Erste kommen. Oder sich zu bequem sind, um püntklich zu sein. Oder aus Coolness-Gründen später erscheinen und da irgendwas verwechseln. Egal, jedenfalls steht und fällt jetzt alles mit der Playlist. Und den Drinks. Doch was servieren?</strong></p>
<p>Tatkräftige Unterstützung bietet <a href="http://drinkify.org/" target="_blank">Drinkify</a>, das im Prinzip so funktioniert wie <a href="http://www.last.fm/" target="_blank">last.fm</a>. Ihr gebt eine Band ein und bekommt die passenden Ergebnisse. Nur sind dies hier keine Songs, sondern alkoholhaltige Getränke. Bei <a href="http://drinkify.org/the%20walkmen" target="_blank">The Walkmen</a> oder <a href="http://drinkify.org/titus%20andronicus" target="_blank">Titus Andronicus</a> dürfte die Lösung noch recht einfach ausfallen, aber mit welchem Drink könnt ihr zu &#8220;The Real Slim Shady&#8221; punkten? Probiert selbst und schmeckt ab &#8211; wir freuen uns auf eure Erfahrungsberichte!</p>
<p><strong>Link:</strong> <a href="http://drinkify.org/" target="_blank">Drinkify &#8211; What should I drink?</a></p>
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		</item>
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		<title>Reib (VII): Der Tag danach oder: Alles schlecht</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 10:45:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pascal Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pop + Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Reib]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn's bergab geht, sucht man das Gespräch mit Freunden. Aber ob das hilft?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/10/reib_big.jpg' alt="Reib (VII): Der Tag danach oder: Alles schlecht" /><strong>Der Affe trällert unaufhörlich in der linken Hosentasche vor sich hin, jetzt schon das dritte Mal bis zur Mailbox. Scheint echt wichtig zu sein. Boah, dieser Klingelton. So oder so ungünstiger Moment. Aber was soll’s. Reib geht genervt dran: „Ja, Ansgar?“</strong></p>
<p>„Hey, wie geht’s?“</p>
<p>„Ach, alles Mist.“</p>
<p>„Was ist denn los?“</p>
<p>„Irgendwie geht es echt bergab, findest Du nicht? Das soll auch kein albernes Lamentieren sein. Wie heißt es noch bei Sven Regener: &#8220;Einer hält den Spaten, und zwei schauen ihm beim Halten zu.&#8221; “</p>
<p>„Reib?“</p>
<p>„Nur hat der eine heutzutage eben nicht mal mehr den Spaten. Darauf muss sich der andere schließlich bequem abstützen. So weit ist es inzwischen gekommen, sag&#8217; ich Dir. Habe es vorhin mit eigenen Augen beobachten dürfen. Mitten in der City &#8211; damit es auch ja alle sehen.&#8221;</p>
<div style="text-align: center;"><object style="width: 470px; height: 285px;" width="470" height="377" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="AllowFullscreen" value="true" /><param name="AllowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.myvideo.de/movie/4277065" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed style="width: 470px; height: 285px;" width="470" height="377" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.myvideo.de/movie/4277065" AllowFullscreen="true" AllowScriptAccess="always" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></div>
<p>Die Ruhe und Bedachtheit, mit der ihm Ansgar in solchen Momenten entgegnet, trägt nicht auf direktem Wege dazu bei die Wut zu lindern.<br />
„Reib, nur mal so: Wie ist das Date mit Jana gelaufen?“</p>
<p>„Was hat das denn jetzt damit zu tun?“ Die gereizte Stimme lässt sich auch am Telefon nicht verbergen, das ist doppelt ärgerlich, sich direkt so aus der Reserve locken zu lassen.</p>
<p>Ansgar spielt seinen Stiefel gekonnt runter: „Ach, nur so. Aber erzähl ruhig weiter.“</p>
<p>Dieser verdammte Jurist. Zieht wahrscheinlich gerade wieder in aller Seelenruhe an seinem Joint.<br />
„Mann, mir geht es hier um wichtige, zentrale Themen in unserer Gesellschaft. Dieses Bild mit dem Spaten, das ist doch nichts anderes als die Schere, die immer breiter wird und Autos in Brand setzt. Und Du kommst mir jetzt mit irgend nem Date.“<br />
Nun versucht gefasst: „Außerdem war es überhaupt keins.“</p>
<p>„Wie ist es denn gelaufen? Vielleicht erklärt sich dann ja einiges von selbst.“</p>
<p>Das Zischen der Glut &#8211; hält der verdammte Idiot den Hörer allein aus Provokation so dicht dran? Zuzutrauen wäre es ihm:<br />
„Sehr witzig, Ansgar. Falls es Dich beruhigt, da ist gar nichts gelaufen.“</p>
<p>„Wie kommt’s?“</p>
<p>„Auch so &#8216;n Punkt, der mich nervt. War eigentlich gut vorbereitet. Ok, zugegeben, mehr &#8220;eigentlich&#8221;. Und dann musste ich mir heute morgen auch noch verkatert von meinem Lehrstuhl-Mitarbeiter anhören, wie gut er es hat mit seiner Freundin.“</p>
<p>„So langsam nähern wir uns an.“</p>
<p>Er weicht einfach nicht ab von seiner Strategie, der Mistkerl:<br />
„Jedenfalls macht er heute morgen seine Brotkiste auf. Noch vor meinem ersten Kaffee. Und fragt mich mit breitem Grinsen: „Rate mal, wer mir die heute Morgen gemacht hat?“</p>
<p>„Naja, vielleicht hat er ja das große Los gezogen. Oder &#8230;“</p>
<p>„Das große Los? Mensch, denk doch mal nach, Ansgar. Als wenn eine Beziehung so einseitig wäre. Im Prinzip läuft das doch immer gleich ab: Einer spült, der andere trocknet ab. Wobei meistens &#8220;die&#8221; andere abtrocknet – schon allein wegen der drohenden Gefahr schrumpeliger Finger.“</p>
<p>„Sagst Du? Mit der großen Erfahrung von wie viel ernstzunehmenden Beziehungen noch mal genau?&#8221;</p>
<p>„Nein, worum es mir hier geht: Die Dinge, die er für sie macht, sei es Kloputzen, Flurwoche oder sonst was, die werden verschwiegen. Da lässt es sich natürlich schön prahlen, wie gut man es hat. Nur, dass einen die Frau da galant um den Finger wickelt, das wird besser verschwiegen. Oder gar nicht erst bemerkt.“</p>
<p>„Naja, im zweiten Fall kann es ihm ja egal sein.“</p>
<p>„Ach, Ansgar, so ein bisschen Aufbauhilfe, das täte jetzt gut. Oder zumindest Zustimmung, von mir aus auch vorgetäuscht, so lange ich es nicht merke. Stattdessen boykottierst Du hier meine Laune. Das geht nicht.</p>
<p>Kurze Zeit nichts. Dann: „So komische Geräusche bei Dir. Was machst Du eigentlich gerade, Reib?“</p>
<p>„Zwischenspülen.“</p>
<p><em>&#8220;Mittelpunkt der Welt&#8221; von Element Of Crime ist am 30.09.2005 via Universal erschienen.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Tom Waits &#8211; Bad As Me</title>
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		<comments>http://www.auftouren.de/2011/10/21/tom-waits-bad-as-me/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 12:30:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pascal Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[anti-]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Waits]]></category>

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		<description><![CDATA[Das beeindruckende und vielseitige neue Werk des Großmeisters gerät zu einer Art Best-Of-Album: Für Brawlers, Bawlers und Bastards.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/10/twai_thumb.jpg' alt="Tom Waits - Bad As Me" /><strong>Die wenigen, die den unverzeihlichen Makel rechtzeitig ausbügeln und beim Thema Tom Waits zukünftig guten Gewissens den Finger heben wollen, erwischen einen günstigen Zeitpunkt: Mit „Bad As Me“ bekommen sie ein wahrlich prächtiges Werk, das alle Phasen des gut 40 Jahre umfassenden musikalischen Schaffens des Tom Waits abbildet. Eine Art &#8220;Best-Of-Album&#8221; &#8211; zu einem Zeitpunkt, an dem andere mit einer bloßen &#8220;Best Of&#8221; zufrieden gewesen wären.</strong></p>
<p>Der Entertainer, selten mehr und häufig weniger augenzwinkernd behauptend die Wahrheit werde generell überschätzt, ist zurück in der Manege. Und schlüpft während seines durchweg unterhaltenden, teilweise sich selbst karikierenden (wann genau wird natürlich nicht klar) neuen Programms in eine schier unüberschaubare Vielzahl von Masken. So galant, dass ein &#8220;echter&#8221; Tom Waits mal wieder nicht erkennbar wird, gar nicht wirklich von Interesse ist – was ihm selbst wiederum sehr entgegen kommen dürfte. Denn man behalte im Hinterkopf, wie vehement er sich gegen die Erstellung seiner vor zwei Jahren veröffentlichten Biographie von Barney Hoskyns lehnte und seinen Bekanntenkreis ziemlich erfolgreich um eisernes Schweigen bat. Ein Schauspieler eben. Keiner, der im öffentlichen Rampenlicht &#8220;lediglich&#8221; auf die Rolle des glücklichen Familienvaters reduziert werden möchte.</p>
<p>Fast familiär hingegen ist die Besetzung des musikalischen Ensembles: Da hätten wir den langjährigen Wegbegleiter und begnadeten Gitarristen Marc Ribot, den sicherlich nicht minder prominenten und bereits zu Zeiten von „Rain Dogs“ (1985) mitwirkenden Stones-Gitarristen Keith Richards. Oder David Hildago (Los Lobos), der ebenfalls seit „Frank’s Wild Years“ (1987) regelmäßig zum Kreise der Auserwählten zählt. Auch Les Claypool (Primus) taucht abermals auf, um nur einige zu nennen. Dass die maßgeblich an Waits’ drastischem stilistischem Umbruch zu Zeiten von „Swordfishtrombones“ (1983) beteiligte Ehefrau Kathleen Brennan wieder am Entstehungsprozess sämtlicher Songs auf „Bad As Me“ mitgewirkt hat, versteht sich inzwischen von selbst. Und passt da ebenso gut ins Bild wie der eigene Sohn Casey Waits an den Drums. Dieser ist inzwischen übrigens längst selbst in dem Alter, in dem sein Vater damals in verranzten Nachtclubs als Tellerwäscher, Türsteher oder Musiker seiner Arbeit nachging. </p>
<p>Doch wo andere mit der Zeit deutlich ruhiger werden, kommt auf dem siebzehnten Studioalbum des mitunter knurrigen Kaliforniers an so mancher Stelle eine ungeahnte Härte zur Geltung. Dies wird am ehesten im selbst für Waits-Verhältnisse ausgefallenen, rüden „Hell Broke Luce“ deutlich, in dem Richards im Verbund mit Ribot und mit einem gewissen Flea am Bass unter Waits’ teuflischer Antreibung den Dreck aus der Hölle kehrt. So finster und böse wie seit „Bone Machine“ (1992) nicht mehr: „That big fucking bomb made me deaf, deaf!“ Nicht der geringste Versuch des Widerstands. </p>
<p>Auch der Titelsong ist Voodoo. Ganz so, als würden <a href="http://www.auftouren.de/2011/01/07/tape-auf-touren-vol-01-2011/" title="Screamin' Jay Hawkins">Screamin’ Jay Hawkins</a> und Captain Beefheart gemeinsam aus der Kiste krabbeln. Natürlich kommen auch die Trunkenbolde nicht zu kurz, etwa in dem mitreißenden „Pay Me“ &#8211; wie Liebesleiden für verlorene Matrosen, die gegen Ende mit Waits’ rührendem Pianospiel langsam in den Ausnüchterungsschlaf getragen werden. Auch in der abschließenden Schifffahrtsballade „New Year’s Eve“  klimpert auf hoher See angeschickert ein Klavier vor sich hin, das sich zuvor in „Everybody’s Talking“ noch in die abgedunkelte Eckkneipe retten konnte. Es ist dabei nach wie vor schwer nachvollziehbar, dass die auf diesem Album in alle erdenkliche Richtungen variierende Whiskeystimme inzwischen seit Jahrzehnten nicht mehr geölt worden sein soll. </p>
<p>Für Anhänger der 70er-Asylum-Phase bleiben aber nicht nur die Träumereien von Alkohol und Nachtleben. Das ergreifende, fönwarme „Face To The Highway“ beschwört die Liebe zu den Beatniks um Jack Kerouac und die Freiheit des Highways, die auch schon Teile des Debüts „Closing Time“ (1973) zeichnete. Mit „Let’s Get Lost“ hingegen gibt es gar eine astreine Rock’n’Roll-Nummer, an der nicht nur Chuck Berry seine helle Freude haben dürfte. Erwähnenswert auch, wozu Keith Richards an der Seite von Waits in der Lage ist, wenn beide in „Last Leaf“ zum Duett anstimmen und nachdenklich über die Sterblichkeit philosophieren. </p>
<p>Dabei  erinnert „Bad As Me“ viel weniger an das letzte reguläre, HipHop-Beats unterfütterte Studioalbum „Real Gone“ (2004) als vielmehr an die allein wegen ihrer Fülle anfangs reichlich fordernde, inzwischen zu eine der Kultplatten aus Waits’ Diskographie auserkorene 3-CD-Compilation aus bis dato rarem und unveröffentlichtem Material: „Orphans: Brawlers, Bawlers And Bastards“ (2006) war ebenfalls ein bisschen von allem, allerdings fein säuberlich unterteilt und betitelt. </p>
<p>Dies ist hier gar nicht nötig, das Werk wird an anderen Stellen zusammen gehalten: In erster Linie natürlich durch Waits&#8217; Stimme, die nie zuvor so viele Extreme auf einem Album vereinte. Und in zweiter Instanz durch den Blues, der dem gesamten Werk innewohnt. Sei es in Jazzballaden wie „Kiss Me“ oder herrlich überdrehten Nummern wie dem Eröffnungsstück „Chicago“ mit all seinen Putenschnitzel klopfenden Drums, wilden Bläsern und ungeduldigem Banjo. </p>
<p>Am Ende alles Blues. Gespielt von einem Mann, der unverkennbar mit Legenden wie Howlin’ Wolf oder John Lee Hooker groß geworden ist. Und der zur endgültigen Abrundung dann in der humorvollen Saxophon-Rocknummer „Satisfied“ noch einer anderen Band aus seiner Jugend schwungvoll die Kugel zurückschiebt: „Now Mr. Jagger and Mr. Richards &#8230; I said I will have satisfaction. Let the bullet go back into the barrel.<br />
Before I’m gone.“ </p>
<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 87' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/87.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p>
<p><strong>Label:</strong> Anti-</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Captain Beefheart, Howlin&#8217; Wolf, Randy Newman, Nick Cave, Frank Zappa, Modest Mouse </p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://www.tomwaits.com/" target="_blank">Homepage</a> | <a href="http://www.facebook.com/tomwaits" target="_blank">Facebook</a> | <a href="http://www.npr.org/2011/10/23/141565981/first-listen-tom-waits-bad-as-me" target="_blank">Albumstream</a></p>
<p><strong>VÖ: </strong>21.10.2011</p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F22218094&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F22218094&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  </p>
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		<title>Reib (VI): Wendepunkte</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 10:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pascal Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pop + Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Reib]]></category>

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		<description><![CDATA[Komplikationen und Hohn: Reibs Gleis-Odyssee scheint kein Ende zu nehmen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/10/taster_thumb.jpg' alt="Reib (VI): Wendepunkte" /><strong>Es kommt, wie es kommen muss: Immer drei, vier Stufen auf einmal, dann am oberen Ende der Treppe zum Gleis 6 das vertraute Piepen der S-Bahn-Türen. Eigentlich der Zeitpunkt, an dem Reib blitzartig das Tempo verringert, sein Handy rausholt und lässigen Blickes an den Gesichtern der anderen Wartenden am Bahngleis vorbei schaut. Man will sich hier ja nicht zum Affen machen.</strong> </p>
<p>Aber es geht um Jana. Und so hastet er zur Tür, dass die Flaschen in seiner Plastiktüte allein schon ordentlich Aufmerksamkeit erregen. Zu spät, alles verriegelt, das kleine Licht des Türöffners erloschen. Noch ein paar Lacher von den Leuten auf der anderen Seite der Tür, dann das langsame Anfahren der Bahn. Auf die Sekunde genau, so zeigt die Bahnhofsuhr an. Und von oben herab die hämische Anzeige, vorsorglich informierend: „S2 nach Dortmund &#8211; wenige Minuten später.“ Is’ klar.</p>
<p>Zu allem Überfluss ertönt hinter ihm verdächtiges Gemurmel und Gemecker einer Gertrud: „Geschieht Ihnen ganz recht. Diese jungen Leute von heute. Immer in Hast, alles auf den letzten Drücker. Dann ist der Zug eben irgendwann abgefahren“, sagt sie verächtlich. Das hat gerade noch gefehlt.</p>
<p>Als wäre das alles noch nicht Hohn und Spott genug, dreht er sich um und erkennt die schnepfend von dannen stolzierende &#8220;junge&#8221; Frau sofort wieder: die Dame mit den Pritt-Stiften. Besser hätten die Vorbereitungen für den Abend nicht laufen können. Reib hockt sich ausgelaugt auf die Bank. Wenigstens die Flaschen sind noch heil. „Wenn Du hier nicht zum Trinker wirst.“</p>
<p>Er nimmt einen kräftigen Schluck und schaut auf sein Handy. „Also, anrufen und den Ärger direkt kassieren? Oder diesen mit einer entschuldigenden SMS noch ein wenig nach hinten verschieben? Wobei man ziemlich sicher sein kann“, denkt Reib, „dass selbst bei einem Telefonat noch eine anständige Ansage folgen würde, sobald er in Dortmund ankommt. Effizient ist das nicht. Also, SMS &#8211; und dann einfach hoffen, dass es nicht so schlimm wird?&#8221;“</p>
<p><object width="577" height="24"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/No4f7QGgUP8?version=3&amp;hl=en_US&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/No4f7QGgUP8?version=3&amp;hl=en_US&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" width="577" height="24" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Irgendwie ablenken. Reib kramt den MP3-Player raus. Erstmal was Rockiges, Aufpäppelndes. Gary Clark Jr. kommt da gerade richtig, diese Hendrix-Gitarren, die tun jetzt gut, sorgen für Aufmunterung und verschwimmen in den Lichtern, die der anschnellende ICE über die Gleise jagt. „Eine Art Disco-Effekt“, denkt Reib beim zweiten Schluck, „auf dem Land würden sie sich wieder beschweren, da werden deshalb ganze Windräder abgerissen.“ </p>
<p>Just in diesem Moment findet er die Lösung: „Jetzt zum anderen Bahngleis sprinten, in den ICE nach Dortmund, das bringt`s. Und dann ist dieses ganze SMS-Problem auch vom Tisch.“</p>
<p>Und wieder geht es fluchtartig die Treppe runter und zum anderen Bahngleis hoch, abermals klimpern die Flaschen fröhlich vor sich hin: „Hoffentlich steht die besserwisserische Alte jetzt nicht wieder da.“ Dieses Mal hat Reib Glück, die Türen sind noch auf. Schnell einen Blick auf den Schaffner, „sehr gut, am anderen Ende. Das könnte reichen bis Dortmund. Bei meinem Glück.“</p>
<p>Tatsächlich schafft er es ohne Kontrolle bis zum Ziel. Aus betriebsbedingten Gründen fünf Minuten später als geplant, egal, da sollte es keinen allzu großen Ärger geben. Erst recht nicht, wenn man Jana klarmacht, welche Strapazen man auf sich genommen hat.</p>
<p>Eine wie immer sehr herzliche Umarmung leitet das, naja, Date, ein, als sich die beiden an der Treppe zum S-Bahn-Gleis treffen: „Hey Reib, dachte, Du würdest auf Gleis 6 ankommen.“</p>
<p>„Ja, gab ein paar, sagen wir mal, Komplikationen, denen ich aus dem Weg gehen musste. Aber da ich nicht zu spät kommen wollte, habe ich mich illegalerweise in den ICE geschmuggelt. Für Dich, sozusagen.“</p>
<p>„Hör auf, mir wird gleich schlecht.“</p>
<p>„Nein ehrlich, Jana. Musste in Oberhausen noch ein paar &#8230;“</p>
<p>„Hast Du den Sekt dabei?“</p>
<p>„Ja klar. War das Erste, das ich in meinen Rucksack gepackt habe. Ist allerdings auf der Fahrt warm geworden.“</p>
<p>„Und ich dachte schon, Du wärst deswegen zu spät dran und hast den Anschluss nicht bekommen.“</p>
<p>„Ach, was.“ Reib reicht ihr den Sekt und blickt in ein zufriedenes Lächeln. „Wo soll es eigentlich hingehen, Jana?“</p>
<p>„Wollen wir zum <a href="http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/Club-Schiff-Herr-Walter-legt-im-Dortmunder-Hafen-an-id4723232.html" target="_blank">Walter</a> an den Kanal-Strand? So, erstmal anstoßen, schließlich haben wir heute Jahrestag, wenn man so will. Naja, jedenfalls kennen wir uns jetzt immerhin neun Jahre.“</p>
<p>„Stimmt“, entgegnet Reib, sichtlich gelöst, nachdem er den Abend anscheinend doch noch mal rum gerissen hat. Anscheinend. Er öffnet die Flasche mit einem lauten Knall, als sie durch den winzigen Park am Nordausgang laufen. </p>
<p>Jana nimmt ihn fröhlich pfeifend in den Arm, trägt den Sekt in der Linken, knibbelt gedankenverloren am Preisschild und blickt Reib dann plötzlich tadelnd an: „Sag mal, Reib, warst Du im Zuge Deiner, wie sagtest Du so schön, Komplikationen im Oberhausener Bahnhof zufällig beim dm?“</p>
<p><em>&#8220;The Bright Lights EP&#8221; von Gary Clark Jr. ist am 08.08.2011 via Warner erschienen.</em></p>
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		<title>Reib (V): I Often Dream Of Trains</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Sep 2011 12:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pascal Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pop + Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[Reib]]></category>
		<category><![CDATA[Robyn Hitchcock]]></category>

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		<description><![CDATA[Bahnfahren im Ruhrgebiet: Reib ist mit den Nerven am Ende. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/09/zug_big.jpg' alt="Reib (V): I Often Dream Of Trains" /><strong>Knapp zweieinhalb Stunden Zugfahrt von Bocholt nach Dortmund, das ist happig. Insgesamt unangenehme Route, vor allem auf der Zielgeraden: Die gefürchtete S2-Linie, sowas wie die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=z8C6HDuqRfo" title="Element Of Crime">Straßenbahn des Todes</a>.</strong></p>
<p>Oberhausen, dann Zwischenhalt in Altenessen, Gelsenkirchen oder Castrop-Rauxel – wer hat da nicht genug gesehen? Entsprechendes Gäste-Portfolio inbegriffen. Der Plan: Dem ganzen Trubel entgehen, entspannt zurücklehnen und von einem gelungenen Abend mit Jana träumen, die planmäßig in Dortmund am Bahnhof wartet. </p>
<p><object width="577" height="24"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/sAbO87zDqx0?version=3&amp;hl=en_US&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/sAbO87zDqx0?version=3&amp;hl=en_US&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" width="577" height="24" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><em>I often dream of trains when I&#8217;m alone<br />
I ride on them into another zone<br />
I dream of them constantly<br />
Heading for paradise<br />
 </em><br />
Doch ausgerechnet jetzt streikt, natürlich, der rechte Ohrhörer. Vermaledeit. Den versprochenen Sekt &#8211; auch vergessen. Ein Shop im Bahnhof Oberhausen ist gleich die letzte Chance. „Wenn der Bahnhof Oberhausen schon zur letzten Chance wird,“ denkt Reib, „dann stimmt was nicht.“</p>
<p>Was soll’s, sonst gibt es gleich wieder Ärger, bevor das Treffen – oder wollen wir es lieber Date nennen, das ist alles noch nicht ganz sicher – überhaupt beginnt.</p>
<p>Schon im RE kurz hinter Wesel ordentlich Ramba Zamba im Zug: Nicht weit entfernt der betrunkene Junggesellen-Abschied mit rosa Schlüpfern, harmlos. Weiter vorn grölende und trommelnde Fans von Rot-Weiss Essen, mit festem Schuhwerk. Weniger harmlos.  </p>
<p>Der wirkliche Joker aber sitzt hinten links, viel weiter weg als das Gehör vermuten lässt. Gegelter Macker, der sich neben seinem Handy und den entsprechenden Tastentönen vor allem für Kaugummi-Blasen begeistern kann. </p>
<p>In diesem Moment das sechste Mal, dass der <em>angesagte</em> Klingelton von Destinys’s Child die Runde macht. Ein Großteil der Anrufe scheint von einer Handy-Gesprächspartnerin zu kommen, bei der das Wort Eifersucht einen hohen Stellenwert in dem ansonsten vermutlich schmalen Wortschatz für sich verbuchen dürfte. Der ganze Zug hört mit, wohl oder übel.</p>
<p>„Was? Ach, Schatz. Neeeiiiinnn. Was, besetzt? Eine andere? Du weißt doch ganz genau, dass … nein, wirklich nicht. Schatz, ich hatte kein Netz, hallo? Hallo! Boah.“</p>
<p>Knappe Minute Pause, die die RWE-Fans für sich beanspruchen und von nun an gegen Destiny’s Child und Reibs linken Ohrhörer ansingen. Irgendwie eine ziemlich paranoide Mischung. </p>
<p>„Ja, da bin ich &#8230; Jetzt beruhige Dich doch. Nein, ich habe nicht aufgelegt. Schatz! Das würde ich nie … Jetzt hör doch mal zu, das Netz ist hier so schlecht. Ich sitze im Zug nach &#8230; Was, warum ich im Zug sitze? Ja, also &#8230; Wie? Quatsch, Hanna wohnt doch wo ganz anders. Und was hat Hanna denn überhaupt damit &#8230; Nein &#8230; hallo. Jetzt leg doch nicht …“ Verdutzter Blick in die Runde, lässig runtergespielt: „Legt die auf.“</p>
<p>Kurze Zeit später deutlich leiser, fast flüsternd: „Ja, was? Nein, natürlich mache ich keinen Unsinn, ich bin bei Flo und … Warum sollte ich das ganze Geld ausgegeben haben? Ach, steht auf dem Auszug. Was, ja. Aber doch nicht jetzt … Ok, sofort. Ja, bis gleich, Mama.</p>
<p>Das kann man so natürlich auch wieder nicht stehen lassen. So geht es munter weiter, nun wieder mit gefestigter, lauter Stimme:</p>
<p>„Ej Hanna! Fett, dass Du anrufst. Yeah, klar, bin auf dem Weg zu Dir. Meine Perle? Ach, die hat doch eh keinen Plan, die kriegt davon nichts mit. Mach Dir keine Sorgen. Besetzt gerade? Ach, das war meine Mudda. Die geht mir auch, äh, auf den Sack. Was? Nein, Du doch nicht …“</p>
<p>Endlich in Oberhausen. Wie sich das anhört: endlich in Oberhausen. Reib ist mit den Nerven am Ende. Genau acht Minuten bleiben jetzt für den Sekt, dann kommt die S2. Auf den Treppen runter zum Bahnhofsgebäude Gedrängel. Was auch sonst. Nichts mit Hitchcocks friedlicher Bahnfahrts-Idylle. Von wegen.</p>
<p><object width="577" height="24"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/xy6OSIUoUIU?version=3&amp;hl=en_US&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/xy6OSIUoUIU?version=3&amp;hl=en_US&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" width="577" height="24" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Auf den ersten Blick nur ein kleiner Shop in unmittelbarer Nähe. Vielleicht sollte man aber auch daran denken, sich für die Fahrt einzudecken, das kann nicht schaden. </p>
<p>Asti, das ist gut, das mag Jana. Zwei warme Warsteiner dazu, nutzt ja nichts. Lediglich zwei Kassen: Links die beiden älteren Damen, rechts drei Mädels mit roten Haaren, dahinter passenderweise einer der RWE-Fans. Also links, auf gut Glück.</p>
<p>Die erste kommt schnell durch, zahlt mit Karte. Noch 4 Minuten. Nun die zweite, mit mürrischem Gesichtsausdruck und barschem Ton: „Ich würde gern getrennt zahlen.“ Na super.</p>
<p>Sie zahlt dreimal den gleichen Betrag, dreimal aus einem Portemonnaie und packt die drei Pritt-Stifte sorgfältig in ihre Handtasche. Auf die anschließende Frage der Kassiererin, ob sie die Quittungen denn nicht bräuchte, entgegnet sie gereizt: „Junges Fräulein, wofür soll das denn gut sein?“</p>
<p><em>„I Often Dream Of Trains“ von Robyn Hitchcock ist 1984 via Midnight Music erschienen.</em></p>
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