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	<title>Leben mit Musik &#124; AUFTOUREN.DE &#187; Felix Lammert-Siepmann</title>
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	<description>Musikmagazin mit ausführlichen Plattenkritiken,Downloads,Musikvideos,Konzertberichten,Fiktionen um Reib &#38; Nathan und der Nr.1-Hit-Kolumne Liedschatten.</description>
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		<title>Craig Finn &#8211; Clear Heart Full Eyes</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 16:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Lammert-Siepmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[craig finn]]></category>
		<category><![CDATA[review]]></category>
		<category><![CDATA[The Hold Steady]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Hold-Steady-Sänger zeigt sich solo von einer etwas anderen Seite - Geschichtenerzähler bleibt er aber.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/01/craigfinn-clearheartfulleyes.jpg' alt="Craig Finn - Clear Heart Full Eyes" /> <strong>Nun also auch Craig Finn. Der Hold-Steady-Frontmann reiht sich in die lange Liste jener ein, die es abseits ihrer Band alleine versuchen wollen. Und das, obwohl Finn eigentlich schon immer und erst recht nach dem Ausstieg von Franz Nicolay für die Band stand, sowohl hinter den Kulissen als auch auf der Bühne. Über die Gründe für ein Soloalbum kann also nur spekuliert werden, vielleicht brauchte er nach jahrelangem Touren einfach eine Pause vom Rest der Band.</strong></p>
<p>„Clear Heart Full Eyes“ gibt sich alle Mühe, eben nicht so zu klingen wie The Hold Steady in light und etwas überraschend gelingt dies auch über weite Strecken des Albums. In allen Belangen wesentlich reduzierter macht Craig Finn sehr solide auf traditionelles Singer/Songwriting. Das normalerweise allzu oft betrunkene Piano macht Platz für die Pedal-Steel-Gitarre, die zuvor aufgewühlte Stimme, die bei schnelleren Stücken immer etwas an den Ansager auf der Pferderennbahn erinnerte, wiegt nun sanft im Rhythmus mit. Dazu erzählt uns Finn immer noch Anekdoten und Lebensweisheiten, doch auch hier ist er deutlich zurückhaltender als mit seiner Band im Rücken. </p>
<p>Am Offensichtlichsten wird dies bei „New Friend Jesus“ &#8211; ob aufrichtiges Bekenntnis oder nur Hommage an Johnny Cash wird wohl fürs Erste sein Geheimnis bleiben, obgleich dieses Motiv im weiteren Verlauf immer wieder auftaucht („Western Pier“, „Rented Room“). Die Protagonisten in „Boys And Girls In America“ und „Stay Positive“ umwehte trotz ihrer vermeintlichen Ausweglosigkeit mindestens immer ein Hauch Galgenhumor. In „Clear Heart Full Eyes“ sind sie dagegen schon verloren und ihr Schicksal tieftraurig &#8211; ganz so, als wolle Finn beweisen, dass er mehr kann als nur gute Laune. Zeilen wie „<em>I&#8217;m pretty sure we&#8217;re all gonna die</em>“ und „<em>I&#8217;m alive except for the inside</em>“ („No Future“), in denen er Freddy Mercury und Johnny Rotten zu Wort kommen lässt, wirken so spröde und unumstößlich, dass zwischen den Zeilen nichts mehr bleibt.</p>
<p>Einzig  „Honolulu Blues“ reißt aus dieser Haltung aus, gleichzeitig ist das Stück ein Grund zur Sorge. Dass der schwächste Song ausgerechnet der temporeichste ist, mag Zufall sein; gleichzeitig könnte sich aber auch eine Entwicklung fortsetzen, die auf dem letzten Hold-Steady-Album „Heaven Is Whenever“ im Ansatz zu beobachten war. Nämlich die, dass die Geschichte des fröhlichen, feiernden Außenseiters allmählich auserzählt und das Konzept an seinem Ende angekommen ist. Wir wollen es nicht hoffen.<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 65' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/65.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p><strong>Label:</strong> Full Time Hobby</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Drive-By Truckers, Bruce Springsteen, The Bottle Rockets, Lambchop, Jason Molina, Johnny Cash</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="https://twitter.com/#!/steadycraig">Twitter</a> | <a href="http://steadycraig.tumblr.com/">Tumblr</a> | <a href="http://www.fulltimehobby.co.uk/home/">Label</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 27.01.2012</p>
<p><iframe src="http://embed.vpro.nl/player/?src=urn:vpro:media:group:12493407&#038;skin=3voor12" width="577" height="360" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
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		<title>British Sea Power in Köln: Nie mehr Luxor</title>
		<link>http://www.auftouren.de/2011/10/14/british-sea-power-in-koln-nie-mehr-luxor/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=british-sea-power-in-koln-nie-mehr-luxor</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 08:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Lammert-Siepmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[British Sea Power]]></category>
		<category><![CDATA[köln]]></category>
		<category><![CDATA[Live Review]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein hingebungsvolles Konzert, für das alte Vorsätze über Bord geworfen wurden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/10/bsp_big.jpg' alt="British Sea Power in Köln: Nie mehr Luxor" /><br />
Ja, <a href="http://www.auftouren.de/2011/09/28/reib-v-i-often-dream-of-trains/">diese Thematik</a> kann gar nicht oft genug angesprochen werden: Ewig langes Warten auf offener Strecke irgendwo zwischen Düsseldorf und Leverkusen trägt nämlich nicht unbedingt dazu bei, die Vorfreude auf ein Konzert zu steigern. Doch immerhin sind British Sea Power nicht jede Woche in der Nähe &#8211; genauer gesagt waren sie es zum letzten Mal vor mehr als drei Jahren &#8211; und so übersteht man die Zeit in der Bahn letztendlich doch noch unbeschadet.</p>
<div style="text-align: center;"><iframe src="http://player.vimeo.com/video/21809597?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="500" height="285"></iframe></div>
<p>British Sea Power gehören wohl in die Kategorie von Bands, die trotz ununterbrochen solider bis guter Alben hierzulande immer noch unterschätzt werden, in ihrer Heimat aber eine aufopferungsvolle Fanbasis hinter sich vereinen können. Und so verwundert es auch heute nicht, dass viele Briten den Weg ins Luxor gefunden haben. Zuerst aber sind Italiener an der Reihe: A Classic Education machen als Support einen guten Job, die halbe Stunde zwischen Dream, Indie etc. vergeht wie im Flug. Als British Sea Power die Bühne betreten, erscheint diese fast etwas zu klein. Zusammengeschoben eröffnen die sechs mit „Who&#8217;s In Control“ , dem Opener ihres 2011er Albums <a href="http://www.auftouren.de/2011/01/20/rezension-british-sea-power-valhalla-dancehall/">„Valhalla Dancehall“</a>. Ein Volltreffer, denn während vom Publikum bei anderen Bands neues Material bei Liveauftritten oft etwas kritisch beäugt wird, hat die Band hier sofort leichtes Spiel.</p>
<p>Dies setzt sich nahtlos im weiteren Set durch, das sich im regulären Teil hauptsächlich an den letzten beiden Alben bedient. Jeder Song wird dankbar aufgesogen, was nicht zuletzt auch an der Hingabe liegt, mit der British Sea Power heute Abend auf der Bühne stehen. Dass mit „Oh Larsen B“ und „North Hanging“ nur zwei ältere Stücke zum Besten gegeben werden und einige Klassiker ganz fehlen, ist natürlich für den Nostalgiker schade, besser könnte die Stimmung aber ohnehin kaum werden. Erst recht nicht, als die ersten Töne von „Waving Flags“ angestimmt werden. Was für sich genommen eigentlich ein großartiger Abschluss des Konzerts sein könnte, wird in der Zugabe verfeinert. Endlich kommt mit „Remember Me“ und „Carrion“ auch Älteres zum Vorschein, bevor zum Abschluss nach 90 süßen Minuten mit „All In It“ die standesgemäße Noisewand auf die Welt hereinbricht.</p>
<p>Vor einigen Jahren, als das Luxor noch Prime Club hieß, spielten Black Rebel Motorcycle Club ein wahnsinnig gutes Konzert dort, vermutlich das beste der letzten zehn Jahre im linksrheinischen Köln. British Sea Power reichen dort heute Abend heran und sorgen dafür, dass ich es nicht bereuen muss, ein altes Versprechen gebrochen zu haben, das ich nach mehreren durchwachsenen Konzerten dort gegeben habe. Es hieß: Nie mehr Luxor.</p>
<p><em>Setlist:</em><br />
Who&#8217;s In Control<br />
Oh Larsen B<br />
We Are Sound<br />
Mongk II<br />
Lucifer<br />
Lights Out For Darker Skies<br />
North Hanging<br />
Living Is So Easy<br />
Baby<br />
Observe the Skies<br />
Bear<br />
Waving Flags<br />
The Great Skua</p>
<p>Remember Me<br />
The Spirit Of St. Louis<br />
Carrion<br />
All In It</p>
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		<title>Neil Young: Between The Lines Of Age (Teil 2)</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Jan 2011 11:40:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Lammert-Siepmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Country]]></category>
		<category><![CDATA[Folk]]></category>
		<category><![CDATA[Grunge]]></category>
		<category><![CDATA[Hardrock]]></category>
		<category><![CDATA[Neil Young]]></category>
		<category><![CDATA[Rock]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Neil Young 1966 zusammen mit Buffalo Springfield und dann zwei Jahre später solo durchstartet, ist er einer von vielen. Ein Mann, eine Gitarre, Folkmusik. Schon die ersten Alben sind teilweise brillant, aber noch kann niemand ahnen, dass sich der gebürtige Kanadier in der Folgezeit zu einer Ikone entwickeln wird. Stilistisch immer wieder unberechenbar geht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/young1.png' alt="Neil Young: Between The Lines Of Age (Teil 2)" /> Als Neil Young 1966 zusammen mit Buffalo Springfield und dann zwei Jahre später solo durchstartet, ist er einer von vielen. Ein Mann, eine Gitarre, Folkmusik. Schon die ersten Alben sind teilweise brillant, aber noch kann niemand ahnen, dass sich der gebürtige Kanadier in der Folgezeit zu einer Ikone entwickeln wird. Stilistisch immer wieder unberechenbar geht zwar auch einiges daneben, doch Young ebnet so mancher Stilrichtung den Weg. Mehr als Grund genug, seine Solowerke in zwei Teilen etwas genauer zu beleuchten.</strong></p>
<div style="text-align: justify;margin-bottom: 20px">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny16.jpg" alt="" /><strong>Life (1987)</strong></p>
<p>Das letzte Album der durchwachsenen Geffen-Ära. Ähnlich wie bei &#8220;Rust Never Sleeps&#8221; wurden die meisten Songs während eines Konzerts aufgenommen und im Nachhinein bearbeitet. Wieder äußert sich Young politisch (&#8220;Mideast Vacation&#8221;, &#8220;Long Walk Home&#8221;), jedoch weitaus differenzierter als noch zu Beginn des Jahrzehnts. Zweites Thema ist die Abrechnung mit seinem Label. Gemeinsam mit dem Cover &#8211; es zeigt Young in einer Gefängniszelle &#8211; bildet &#8220;Prisoners Of Rock &#8216;N&#8217; Roll&#8221; eine wütende Abrechnung mit dem Label Geffen.</p></div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/60.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny17.jpg" alt="" /><strong>Freedom (1989)</strong></p>
<p>Was er Geffen nie geben konnte oder wollte, gelingt ihm nun wieder auf Anhieb: Ein abwechslungsreiches Album mit einigen herausragenden Songs. &#8220;Rockin&#8217; In The Free World&#8221;, analog zu &#8220;Rust Never Sleeps&#8221; sowohl am Anfang als auch am Ende platziert, ist einer seiner populärsten Songs überhaupt und überstrahlt, auch wegen seiner historischen Komponente, natürlich das gesamte Album. Auch der Rest ist von so viel Herzblut gekennzeichnet, dass man hier von einem echten Neuanfang sprechen kann. Da sei es verziehen, dass Neil Young auf dem Cover auch als Klaus Meine durchgehen könnte.</p></div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/72.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny18.jpg" alt="" /><strong>Ragged Glory (1990) </strong></p>
<p>Neil Young nimmt die wilde Seite von &#8220;Freedom&#8221; und baut sie weiter aus. Mit einfachen Mitteln schafft er eine unkomplizierte Intensität, die ein Album aus einem Guss entstehen lässt. <em>Grunge</em> und <em>Garage Rock </em>sind zu diesem Zeitpunkt schon lange keine Fremdwörter mehr für ihn, mit seiner frisch gewonnen Kraft spielt er sich mit &#8220;Ragged Glory&#8221; an neue Grenzen heran. Auf Albumlänge erleben wir hier wahrscheinlich den rockigsten und kraftvollsten Neil Young aller Zeiten.</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/76.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny19.jpg" alt="" /><strong>Harvest Moon (1992) </strong></p>
<p>&#8220;Harvest Moon&#8221; ist eine kleine Verschnaufpause inmitten der wilden Zeit; und was für eine. Oft als kleiner Bruder von &#8220;Harvest&#8221; abgetan, reicht es fast an dessen Qualität heran. Nach dem etwas plakativen Opener &#8220;Unknown Legend&#8221; entwickelt sich das Album zu einem klanglichen Juwel. Selbst in den expressivsten Momenten ist es vollkommen unaufgeregt, ansonsten geradezu scheu und verschlossen. Wenn &#8220;Ragged Glory&#8221; das eine Extrem in Youngs Karriere war, ist &#8220;Harvest Moon&#8221; nun mit seiner Zärtlichkeit das andere.</p></div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/85.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny20.jpg" alt="" /><strong>Sleeps With Angels (1994) </strong></p>
<p>Auch an Neil Young ging das Schicksal Kurt Cobains nicht spurlos vorbei. Der verstörende Titeltrack, direkt nach dessen Tod geschrieben, dürfte zu den ausgefallensten Songs zählen, die er jemals veröffentlicht hat. Ansonsten macht das Album, mit dem Young zum ersten Mal seit 16 Jahren wieder in die Top 10 der Billboard-Charts einsteigt, einen orientierungslosen Eindruck. Mauen Folk- folgen immer wieder umso stärkere Rocksongs jeglicher Klangfarbe. Von den Alben der frühen neunziger Jahre noch das am ehesten verzichtbare.</p></div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/66.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny21.jpg" alt="" /><strong>Mirror Ball (1995) </strong></p>
<p>Natürlich aufgenommen in Seattle, ist &#8220;Mirror Ball&#8221; wohl <em>das</em> Grunge-Album für alle, die mit Grunge ansonsten nicht viel anfangen können. Hier ist nichts von all dem pathetischen Leiden zu spüren, das Pearl Jam, Nirvana und Konsorten sonst zelebrieren. Für Pearl Jam ist es also ein echter Glücksfall, auf Neil Youngs letztem &#8220;echtem&#8221; Rockalbum mitwirken zu dürfen. &#8220;Mirror Ball&#8221; ist stringent, hat einen roten Faden, tut keinem weh und wirft nebenher auch noch den einen oder anderen fantastischen Song ab. Aber es ist eben auch nicht der große Wurf, den man bei zwei solch riesigen Namen erwarten dürfte.</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/70.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny22.jpg" alt="" /><strong>Broken Arrow (1996) </strong></p>
<p>Der Einstieg gestaltet sich spannend. Mit drei starken Jams, alle jeweils sieben bis neun Minuten lang, schüren Neil Young und Crazy Horse Hoffnungen auf ein großes Konzeptalbum, die aber nicht eingelöst werden können. So innovativ dieser Ansatz auch sein mag, kann das Album das Niveau im Anschluss nicht halten und verliert sich nur noch in netten Spielereien. Kein angemessener Abschluss für den Neunziger-Young.</p></div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/61.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny23.jpg" alt="" /><strong>Silver &amp; Gold (2000) </strong></p>
<p>Vier Jahre zwischen zwei Veröffentlichungen sind für Neil-Young-Verhältnisse eine lange Zeit, doch aufgrund der Reunion mit Crosby, Stills and Nash eine durchaus vertretbare Zeitspanne. Mit &#8220;Silver &amp; Gold&#8221; treibt er wieder in ruhigen Folk-Gefilden und schlägt sich trotz offensichtlicher Ideenarmut gut. Von der Intensität her mit &#8220;Harvest Moon&#8221; vergleichbar, fehlt hier der Zauber, der knallharten Reflexionen über das Leben weichen muss.</p></div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/57.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny24.jpg" alt="" /><strong>Are You Passionate? (2002) </strong></p>
<p>Nicht nur Neil Youngs erste (und hoffentlich auch letzte) Experimente mit Soulmusik machen &#8220;Are You Passionate?&#8221; zu einem der umstrittensten Werke seiner Karriere. Auch der Post-9/11-Kriegssong &#8220;Let&#8217;s Roll&#8221; trägt seinen Teil zum mehr als befremdlichen Gefühl beim Hören des Albums bei. Musikalisch noch schlechter als &#8220;Hawks &#038; Doves&#8221;, textlich genauso mies.</p></div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/30.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny25.jpg" alt="" /><strong>Greendale (2003) </strong></p>
<p>Für die bis heute letzte Zusammenarbeit mit Crazy Horse nimmt sich Neil Young eines besonders ehrgeizigen Projektes an. &#8220;Greendale&#8221; erscheint auch als Film und Graphic Novel. Während es musikalisch nicht zu großen Sprüngen ansetzt, erzählt es wie ein Musical hochinteressante Geschichten über Aufstieg und Fall einer Familiendynastie. Keine überragende Entschädigung für &#8220;Are You Passionate?&#8221; (die wird später kommen), aber der Beweis dafür, dass dies nur ein Ausrutscher war.</p></div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/65.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny26.jpg" alt="" /><strong>Prairie Wind (2005) </strong></p>
<p>Das Springen zwischen den Stilen geht munter weiter. &#8220;<em>If You Follow Every Dream/ You Might Get Lost</em>&#8221; stimmt Neil Young gleich im Opener &#8220;The Painter&#8221; an, der auch auf &#8220;Harvest Moon&#8221; seinen Platz gefunden hätte. Die fast ausschließlich akustisch gehaltenen Songs gehen Young leicht von der Hand, es ist als spiele er sie aus dem Stehgreif. So kann nur ein Mann klingen, der mit sich im Reinen ist. Freuen wir uns mit ihm.</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/66.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny27.jpg" alt="" /><strong>Living With War (2006) </strong></p>
<p>In jeder Hinsicht das komplette Gegenteil von &#8220;Are You Passionate?&#8221;. Natürlich muss sich Neil Young vorwerfen lassen, wie auch schon damals auf der Welle der öffentlichen Meinung mitzuschwimmen, ist doch die Einstellung der Amerikaner zum Krieg 2006 eine andere als 2002. Das ist aber auch schon der einzige Schwachpunkt eines wütenden Albums, dessen Schöpfer zu allem bereit ist. &#8220;Shock And Awe&#8221;, &#8220;Lookin&#8217; For A Leader&#8221; und natürlich &#8220;Let&#8217;s Impeach The President&#8221; &#8211; nie zuvor hat sich Neil Young so klar positioniert. Alleine das macht selbstverständlich noch kein gutes Album aus. Dazu wird es durch seine unglaubliche Frische und Präsenz.</p></div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/84.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny28.jpg" alt="" /><strong>Chrome Dreams II (2007) </strong></p>
<p>Kein Witz: Alleine schon wegen des 18-minütigen Arbeiterepos&#8217; &#8220;Ordinary People&#8221; verdient &#8220;Chrome Dreams II&#8221;, Nachfolger des nie erschienenen &#8220;Chrome Dreams&#8221;, eine Höchstwertung. In seinem besten Song seit 15 Jahren huldigt Neil Young den einfachen Leuten, seine Sehnsucht, einer von ihnen zu sein, ist mit den Händen greifbar. Von dieser Spannung profitiert &#8220;Chrome Dreams II&#8221; auf voller Albumlänge, zumal auch Stücke wie &#8220;Spirit Road&#8221; und &#8220;Dirty Old Man&#8221; so lebensnah und authentisch sind, dass sie glatt aus der Feder Bukowskis stammen könnten.</p></div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/80.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny29.jpg" alt="" /><strong>Fork In The Road (2009) </strong></p>
<p>Nach zwei großartigen Alben ist &#8220;Fork In The Road&#8221; eine kleine Enttäuschung. Der Aufhänger, Neil Youngs Lincoln Continental, der mit alternativen Kraftstoffen betankt wird, ist zukunftsweisend; ansonsten ist das Album musikalisch eher rückwärtsgewandt. Seit den Achtziger Jahren klang keines seiner Alben mehr so angestaubt, durchaus vorhandene Geistesblitze werden schnell erstickt.</p></div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/51.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny30.jpg" alt="" /><strong>Le Noise (2010) </strong><br />
Allein mit seiner E-Gitarre und Daniel Lanois als Produzent gelingt Neil Young ein herrlich erfrischendes Album. Vieles klingt improvisiert und fragmentiert, geschickt eingesetzte Feedbacks verstärken diesen Effekt. Schummrig und schwermütig tastet sich &#8220;Le Noise&#8221; durch Youngs Gedanken, immer wieder reflektierend, wie in einer Endlosschleife. Neben dem Livealbum &#8220;Arc&#8221; sein mutigstes Werk.</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/75.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<p><strong>Neil Youngs Livealben:</strong></p>
<p>Time Fades Away (1973) 77%<br />
Live Rust (1979) 89%<br />
Weld (1991) 80%<br />
Arc (1991) 65%<br />
Unplugged (1993) 71%<br />
Year Of The Horse (1997) 54%<br />
Road Rock (2000) 69%<br />
Live At The Filmore East (2006) 83%<br />
Live At Massey Hall 1971 (2007) 100%<br />
Sugar Mountain &#8211; Live At Canterbury House 1968 (2008) 62%<br />
Dreamin&#8217; Man Live &#8217;92 (2009) 80%</p>
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		<title>Neil Young: Between The Lines Of Age (Teil 1)</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Jan 2011 13:23:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Lammert-Siepmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Country]]></category>
		<category><![CDATA[Folk]]></category>
		<category><![CDATA[Grunge]]></category>
		<category><![CDATA[Hardrock]]></category>
		<category><![CDATA[Neil Young]]></category>
		<category><![CDATA[Rock]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Neil Young 1966 zusammen mit Buffalo Springfield und dann zwei Jahre später solo durchstartet, ist er einer von vielen. Ein Mann, eine Gitarre, Folkmusik. Schon die ersten Alben sind teilweise brillant, aber noch kann niemand ahnen, dass sich der gebürtige Kanadier in der Folgezeit zu einer Ikone entwickeln wird. Stilistisch immer wieder unberechenbar geht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/young1.png' alt="Neil Young: Between The Lines Of Age (Teil 1)" /> Als Neil Young 1966 zusammen mit Buffalo Springfield und dann zwei Jahre später solo durchstartet, ist er einer von vielen. Ein Mann, eine Gitarre, Folkmusik. Schon die ersten Alben sind teilweise brillant, aber noch kann niemand ahnen, dass sich der gebürtige Kanadier in der Folgezeit zu einer Ikone entwickeln wird. Stilistisch immer wieder unberechenbar geht zwar auch einiges daneben, doch Young ebnet so mancher Stilrichtung den Weg. Mehr als Grund genug, seine Solowerke in zwei Teilen etwas genauer zu beleuchten.</strong></p>
<div style="text-align: justify;margin-bottom: 20px">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny1.jpg" alt="" /><strong>Neil Young (1968) </strong></p>
<p>Ein etwas holpriger Solostart nach zwei formidablen Alben mit Buffalo Springfield. Klang wahrscheinlich schon im Erscheinungsjahr etwas antiquiert. Das abschließende &#8220;Last Trip To Tulsa&#8221; deutet an, zu was Neil Young später &#8211; besser gesagt: schon sehr bald &#8211; im Stande sein würde.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/59.png" alt="" /></p>
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<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny2.jpg" alt="" /><strong>Everybody Knows This Is Nowhere (1969) </strong></p>
<p>Erstmals mit Crazy Horse im Rücken läuft Neil Young sogleich zur Hochform auf. Sieben Songs, rückblickend jeder für sich ein absoluter Klassiker. Eingerahmt von &#8220;Cinnamon Girl&#8221; und &#8220;Cowgirl In The Sand&#8221; entfaltet sich ein Album, das es mit einfachsten Mitteln schafft, ungeschliffene Spannung und Intensität zu erzeugen. Zwei Stile, die Young bis heute quasi im Wechsel praktiziert, werden hier und insbesondere beim epischen &#8220;Down By The River&#8221; unnachahmlich miteinander verzahnt: Schwermütiger Rock und federleichter Folk.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/100.png" alt="" /></p>
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<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny3.jpg" alt="" /><strong>After The Gold Rush (1970) </strong></p>
<p>Das Lebensweisheiten-Album eines gleichzeitig noch orientierungslosen und von Selbstzweifeln gekennzeichneten Mannes. Trotz aller akustischen Schwermut scheint sich hinter jeder Silbe ein Fingerzeig, ein freundschaftlicher Ratschlag zu verbergen. Ganz anders als der Vorgänger transportiert &#8220;After The Gold Rush&#8221; dennoch durchgehend eine warme Atmosphäre, die erst zum Schluss mit dem Traditional &#8220;Cripple Creek Ferry&#8221;, das schließlich doch noch für einen heiteren Moment sorgt, aufgelöst wird.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/96.png" alt="" /></p>
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<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny4.jpg" alt="" /><strong>Harvest (1972) </strong></p>
<p>Würde man Passanten auf der Straße nach einem Neil-Young-Album fragen, wäre die Antwort durchgehend &#8220;Harvest&#8221; und die nach einem Song &#8220;Heart Of Gold&#8221;. Doch genauso wie &#8220;Harvest&#8221; nicht stellvertretend für Youngs Gesamtwerk stehen kann, steht &#8220;Heart Of Gold&#8221; nicht für das Album. Besonders auf der zweiten Seite bietet es eine gehörige Portion Wut, die mit &#8220;Alabama&#8221; Neil Youngs ersten wirklich politischen Song &#8220;Ohio&#8221; und &#8220;Southern Man&#8221; komplettiert. Wie auch schon auf &#8220;Everybody Knows This Is Nowhere&#8221; steht das Beste des Albums wie in Stein gemeißelt am Ende: &#8220;Words (Between The Lines Of Age)&#8221;.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/88.png" alt="" /></p>
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<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny5.jpg" alt="" /><strong>On the Beach (1974) </strong></p>
<p>Bei der Veröffentlichung weder von Fans noch von Kritikern besonders positiv aufgenommen, hat sich &#8220;On The Beach&#8221; über die Jahrzehnte hinweg zu einem Liebling der Massen gemausert. Ein trauriges, desillusioniertes Werk, das ganz ohne süßliche Melodien auskommt. Bestes Beispiel ist &#8220;See The Sky About To Rain&#8221;: In Liveaufnahmen wie &#8220;Live at Massey Hall&#8221; wirkt es noch wie ein vertontes Poesiealbum, hier verändert es seinen Charakter komplett hin zu einem Klagelied. &#8220;On The Beach&#8221; ist Neil Youngs erstes Album, das seinen Charakter nicht durch herausragende Songs erhält, sondern durch die durchgehend dunkle und düstere Stimmung.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/93.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny6.jpg" alt="" /><strong>Tonight&#8217;s the Night (1975) </strong></p>
<p>Vielleicht muss man &#8220;Tonight&#8217;s The Night&#8221; kennen, um &#8220;On The Beach&#8221; zu verstehen. Früher aufgenommen, aber später veröffentlicht, zeichnet es Youngs Weg vom akribischen Arbeiter zu jemandem, der sein Genie endlich selbst erkannt hat und auch dadurch Trauer zulässt. Zum Schluss bleibt wenig zurück. Beklemmung, Wut, Trauer &#8211; all dies liegt wie pulverisiert irgendwo zurückgelassen.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/86.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny7.jpg" alt="" /><strong>Zuma (1975) </strong></p>
<p>Der Beginn eines neuen Abschnitts. Die Anfangseuphorie hat sich etwas gelegt, Neil Young längst den Status des Superstars gefestigt. Mit &#8220;Zuma&#8221; beginnt eine Reihe von Alben, die trotz eingekehrter Routine nach wie vor überzeugend und teilweise mitreißend sind. Die Chemie zwischen Young und Crazy Horse ändert sich. Wo früher simple Harmonie zu Höchstleistungen führte, werden die Höhepunkte hier durch gegenseitiges Aufreiben geschaffen. In dieser Hinsicht gerät sogar der scheinbare Übersong &#8220;Cortez The Killer&#8221; gegenüber dem zuckenden &#8220;Danger Bird&#8221; in den Hintergrund.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/80.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
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<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny8.jpg" alt="" /><strong>American Stars &#8216;N Bars (1977) </strong></p>
<p>Keine Frage, den Ausflug nach Nashville merkt man dem Album sofort an. Geradezu provozierend klimpert der Opener &#8220;Old Country Waltz&#8221; vor sich hin. Doch noch macht er nicht ganz ernst, &#8220;American Stars &#8216;N Bars&#8221; gewinnt mit den folgenden Songs und ganz besonders mit der zweiten Seite noch einmal ordentlich an Kontur. Dennoch ein Album, das mehr zum Schunkeln als zum Nachdenken einlädt.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/72.png" alt="" /></p>
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<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny9.jpg" alt="" /><strong>Comes a Time (1978) </strong></p>
<p>Die Fortsetzung von &#8220;American Stars &#8216;N Bars&#8221; mit noch konservativeren Mitteln. Lächelte Bob Dylan neun Jahre zuvor auf dem Cover von &#8220;Nashville Skyline&#8221; noch mit feiner Ironie in die Kamera, meint Neil Young nun alles todernst. Das Überraschende: Es funktioniert. Vor allem die Balladen sind unerhört geschmeidig und rührend, ja zeitlos. Was aber nichts daran ändert, dass es Youngs schlechtestes, weil schablonenhaftestes Werk der Siebziger Jahre ist.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/65.png" alt="" /></p>
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<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny10.jpg" alt="" /><strong>Rust Never Sleeps (1979) </strong></p>
<p>Ein Livealbum, das gleichzeitig auch ein Studioalbum ist, was der erste Grund dafür ist, dass es hier Erwähnung findet. Der zweite: &#8220;Rust Never Sleeps&#8221; ist ein weiteres Meisterwerk. Wer es nicht kennt, wird sich vermutlich nie ein komplettes Bild von Neil Young gemacht haben können. Eingerahmt von zwei unterschiedlichen Versionen von &#8220;My My, Hey Hey&#8221; / &#8220;Hey Hey, My My&#8221; durchleben Young und die Zuhörer während einer akustischen und einer elektrischen Seite eine wahre Tour de Force. Als wäre die akustische erste Seite nicht schon aufwühlend genug, verstört die zweite Seite mit einem Sound, wie man ihn von Young noch nie gehört hat. Hard-Rock, Punk, Stadionrock &#8211; Neil Young ist ganz und gar nicht eingerostet befreit sich fulminant vom sich anbahnenden Bedeutungsverlust und fügt dem Albumtitel viele Ausrufezeichen hinzu.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/91.png" alt="" /></p>
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<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny11.jpg" alt="" /><strong>Hawks &amp; Doves (1980)</strong></p>
<p>Wenn Neil Young und Bob Dylan eines gemeinsam haben, dann, dass die Achtziger Jahre das schwächste Jahrzehnt ihres Schaffens sind. &#8220;Hawks &amp; Doves&#8221;, eigentlich eher eine Songsammlung mit älteren zuvor unveröffentlichten und einigen neuen, bildet so gesehen einen perfekten Einstieg in die neue Zeit. Die Songs auf der ersten Seite waren seinerzeit zu schlecht für &#8220;American Stars &#8216;N Bars&#8221; und &#8220;Comes a Time&#8221;; die zweite Hälfte rekrutiert sich aus staubtrockenem Country mit teilweise peinlichen, patriotischen Texten (&#8220;Hawks &amp; Doves&#8221;, &#8220;Comin&#8217; Apart At Every Nail&#8221;), die leider auch nicht den geringsten Hinweis geben, ironisch gemeint zu sein.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/37.png" alt="" /></p>
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<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny12.jpg" alt="" /><strong>Re-ac-tor (1981) </strong></p>
<p>Eine Rückkehr zum Rock, leider eine bestenfalls durchschnittliche. Young bemüht sich, den Geist von &#8220;Rust Never Sleeps&#8221; wiederaufzunehmen, am Ende stehen viele Posen und wenig Substanz. &#8220;T-Bone&#8221; steht symbolisch für das komplette Album. Geschlagene neun Minuten wird dort einzig und allein &#8220;Got Mashed Potatoes, Ain&#8217;t Got No T-Bone&#8221; heruntergebetet. Bis zum achtbaren Closer &#8220;Shots&#8221; bleibt da also kaum noch eine Frage offen.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/41.png" alt="" /></p>
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<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny13.jpg" alt="" /><strong>Trans (1982) </strong></p>
<p>Lustig: Neil Young entdeckt den Vocoder. Was als Ausgangsposition in Kombination mit dem futuristischen Cover leicht lächerlich wirken könnte, ist gar nicht so schlecht und teilweise sogar unterhaltsam. Und im Vergleich zu den beiden Vorgängern sieht man das Augenzwinkern hier an jeder Ecke. Dennoch scheint es heute den Beteiligten etwas unangenehm zu sein; &#8220;Trans&#8221; wird nicht mehr aufgelegt und ist nur noch gebraucht zu erwerben.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/55.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny14.jpg" alt="" /><strong>Old Ways (1985) </strong></p>
<p>Ein ordentliches Country-Album, das inhaltlich und qualitativ ungefähr auf einer Stufen mit dem sieben Jahre älteren &#8220;Comes A Time&#8221; steht. Die breit gefächerte Instrumentierung, die immer dezent im Hintergrund bleibt, sorgt für eine liebliche Atmosphäre. Vor allem erleben wir hier einen selbstbewussten Neil Young, der sich von den Rückschlägen der vergangenen Jahre nicht hat unterkriegen lassen. Erstmals bekommt man das Gefühl, dass er sich im Country am wohlsten fühlt.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/63.png" alt="" /></p>
<hr class="divider" />
<div style="text-align: justify">
<p><img style="float: left;margin-right: 6px" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/01/ny15.jpg" alt="" /><strong>Landing On Water (1986)</strong></p>
<p>Abermals ein merkwürdiges Album, das sich vor allem durch seine Stromlinienförmlichkeit auszeichnet. Im Gegensatz zu &#8220;Old Ways&#8221; wird sofort klar, dass Neil Young nur halbherzig bei der Sache ist. &#8220;Landing On Water&#8221; ist braver Radiopop, der sich durchaus an Bowies &#8220;Let&#8217;s Dance&#8221; (1983) orientiert, aber nie dessen Lässigkeit erreicht.</p>
</div>
<p><img src="http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/50.png" alt="" /></p>
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		<item>
		<title>Rezension: Brian Eno &#8211; Small Craft on a Milk Sea</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Oct 2010 09:05:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Lammert-Siepmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Ambient]]></category>
		<category><![CDATA[Brian Eno]]></category>
		<category><![CDATA[Electronic]]></category>
		<category><![CDATA[review]]></category>

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		<description><![CDATA[Brian Eno hat alles erreicht. Er hat in jeder Hinsicht Maßstäbe gesetzt. Ob mit Roxy Music, als Solo-Musiker, mit seinen Kollaborationen und nicht zuletzt als Produzent - eine faszinierendere Reihe als Bowies Berlin-Trilogie sucht man bis heute vergebens. Das ist die offensichtliche Komponente für die Verehrung Enos. Die zweite ist eher in der Psychologie zu verorten: Wie schafft es ein Mann, der kommerziell und vor allem künstlerisch seit nunmehr 30 Jahren in höchste Höhen emporsteigt, sich immer wieder aufs Neue zu motivieren und dabei noch immer Musik abzuliefern, die wie selbstverständlich allem anderen überlegen und nahezu unangreifbar zu sein scheint? Auch wenn die von Eno zuletzt produzierten Alben (Coldplay, U2) zu bodenständig daherkommen, bleiben seine eigenen Ideen nach jahrzehntelanger Bestandsaufnahme extrem diskursiv und flink, so dass sie zu keinem Zeitpunkt zu fassen, geschweige denn aufrichtig zu analysieren sind.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/10/eno-smallcraft.jpg' alt="Rezension: Brian Eno - Small Craft on a Milk Sea" /></strong> Brian Eno hat alles erreicht. Er hat in jeder Hinsicht Maßstäbe gesetzt. Ob mit Roxy Music, als Solo-Musiker, mit seinen Kollaborationen und nicht zuletzt als Produzent &#8211; eine faszinierendere Reihe als Bowies Berlin-Trilogie sucht man bis heute vergebens. Das ist die offensichtliche Komponente für die Verehrung Enos. Die zweite ist eher in der Psychologie zu verorten: Wie schafft es ein Mann, der kommerziell und vor allem künstlerisch seit nunmehr 30 Jahren in höchste Höhen emporsteigt, sich immer wieder aufs Neue zu motivieren und dabei noch immer Musik abzuliefern, die wie selbstverständlich allem anderen überlegen und nahezu unangreifbar zu sein scheint? Auch wenn die von Eno zuletzt produzierten Alben (Coldplay, U2) zu bodenständig daherkommen,  bleiben seine eigenen Ideen nach jahrzehntelanger Bestandsaufnahme extrem diskursiv und flink, so dass sie zu keinem Zeitpunkt zu fassen, geschweige denn aufrichtig zu analysieren sind.<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Brian Eno gibt mit &#8220;Small Craft on a Milk Sea&#8221;, das er zusammen mit seinen Schützlingen Jon Hopkins und Leo Abrahams fabriziert hat, sein Debüt auf Warp. Ein längst überfälliger Zusammenschluss, schließlich stehen die beiden Namen seit jeher für prinzipiell grenzenlose Musik, die gleichzeitg in der Lage ist, eine breitere Masse anzusprechen. Vielleicht also sind die Erwartungen unter diesen Vorzeichen gar noch höher als normalerweise. Obgleich rein instrumental, ist &#8220;Small Craft on a Milk Sea&#8221; verhältnismäßig songorientiert und wirkt durch seine vielen richtungsgebenden Stilwechsel auch für Neueinsteiger sehr zugänglich. Dass Eno, Hopkins und Abrahams sich bei den Aufnahmen auch von Soundtracks haben inspirieren lassen, wird vor allem zu Beginn und am Ende des Albums deutlich. Wie in einem perfekten Traum geben die warmen lynchesquen Klänge einen Rahmen vor: Bob wird getötet, Agent Cooper entkommt doch noch der schwarzen Hütte, in Twin Peaks und auch überall anders in der Welt ist Frieden eingekehrt.</p>
<p style="text-align: justify;">Wäre da nicht der aufreibende Mittelteil. Es geht Schlag auf Schlag, wenn Eno in &#8220;Flint Of March&#8221; und &#8220;Horse&#8221; quälend schmerzende Nadelstiche setzt, die alles zeitweilig zu einem Albtraum in nie erahntem Ausmaß mutieren lassen und in &#8220;2 Forms Of Anger&#8221; Gestalt annehmen. Als Herzstück des Albums fungiert es gleichsam als Vermittler zwischen tagträumerischer Gelassenheit des ersten und letzten Teils und der Impulsivität des Mittelteils. Ein Vermittler, der letztlich scheitern wird, zu erdrückend legt sich schon wenig später ein weicher Schleier der Verklärung über den &#8220;Milk Sea&#8221;. Mit &#8220;Slow Ice, Old Moon&#8221; und &#8220;Lesser Heaven&#8221; schlägt Eno die Brücke zu &#8220;Music For Airports&#8221;, mit dem er Ambient vor über 30 Jahren hoffähig gemacht hat. Ein Ausflug in die Vergangenheit, der eher störend als förderlich ist. Kurzzeitig geht die Ordnung, geht das Konzept verloren. Dass der Faden im Anschluss ohne Weiteres wieder aufgenommen werden kann, als wäre nichts geschehen, ist fast schon selbstverständlich. Und doch bleibt am Ende wie so oft der Eindruck: Nicht zu fassen, dieser Brian Eno.</p>
<p style="text-align: justify;"><p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 71' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/71.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Label:</strong> Warp</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Referenzen:</strong> Boards Of Canada, Stars Of The Lid, John Cale, Can, Robert Fripp, Angelo Badalamenti, Nine Inch Nails</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Links:</strong> <a href="http://brian-eno.net/">Homepage</a>, <a href="http://warp.net/">Label</a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>VÖ:</strong> 29.10.2010</p>
<p style="text-align: justify;">
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Twin Shadow: Zwischen Melancholie und Morrissey</title>
		<link>http://www.auftouren.de/2010/09/25/twin-shadow-zwischen-melancholie-und-morrissey/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=twin-shadow-zwischen-melancholie-und-morrissey</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Sep 2010 17:28:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Lammert-Siepmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spot]]></category>
		<category><![CDATA[twin shadow]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwie hat das 80er-Revival nie so richtig geendet. Es zieht sich in schöner Regel- und Mittelmäßigkeit bis heute durch eine Musikwelt, in der Dieter Gorny und Co. Raubmordkopierer für sinkende Verkaufszahlen verantwortlich machen und dabei nur allzu gerne verschweigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/09/twinshadow.png' alt="Twin Shadow: Zwischen Melancholie und Morrissey" />Irgendwie hat das 80er-Revival nie so richtig geendet. Es zieht sich in schöner Regel- und Mittelmäßigkeit bis heute durch eine Musikwelt, in der Dieter Gorny und Co. Raubmordkopierer für sinkende Verkaufszahlen verantwortlich machen und dabei nur allzu gerne verschweigen, dass die Ursache hauptsächlich in lieblos abgelieferten Produkten liegt. Falsche Vorbilder, 1:1-Kopien, kein Mut zum Risiko &#8211; so könnte man den Status dieses permanenten Revivals charakterisieren.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">George Lewis Jr. alias Twin Shadow zeigt, dass es auch anders geht. Stritten sich Anfang und Mitte der 80er Jahre The Smiths, New Order, The Cure und viele weitere mit Haken und Ösen um die Herzen trauriger britischer Teenager, gelingt es ausgerechnet einem Amerikaner aus Brooklyn, die verschiedenen Ausprägungen miteinander zu versöhnen und so für eine neue Zeitrechnung fit zu machen. Wenn er in &#8220;Slow&#8221; über Liebe doziert und schließlich desillusioniert beteuert &#8220;I Don&#8217;t Wanna Believe In Love&#8221;, klingt das immer noch unglaublich authentisch schmerzverzerrt. Doch eine gehörige Portion Hipstertum bewirkt einen bemerkenswerten Tenor zwischen Augenzwinkern und Depression. Wahrhaftig ein Charming Man.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch das aktuelle Video zur ersten Single &#8220;Castles In The Snow&#8221; versprüht eine sehnsüchtige Melancholie, die auch das Album von Innen auffrisst, das Mitte November in Deutschland via 4AD erscheinen wird und <a href="http://twinshadow.net/" target="_blank">an dieser Stelle</a> bereits vorgehört werden kann.</p>
<p><center>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="300" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=14485873&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="300" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=14485873&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></center></p>
<p style="text-align: justify;">Links: <a href="http://www.myspace.com/thetwinshadow" target="_blank">Myspace</a> | Download <a href="http://pitchfork.com/reviews/tracks/11967-slow/" target="_blank">&#8220;Slow&#8221; </a>| Download <a href="http://stereogum.com/508171/twin-shadow-castles-in-the-snow-video/news/" target="_blank">&#8220;Castles In The Snow&#8221;</a></p>
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		<title>Mit Tera Melos an die Sonne</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Sep 2010 11:14:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Lammert-Siepmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spot]]></category>
		<category><![CDATA[Tera Melos]]></category>

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		<description><![CDATA[Math-Rock: Die gesamte jüngere Geschichte des Genres geht Hand in Hand mit der von Tera Melos aus Roseville, Kalifornien. Die letzte Welle, mit der auch Tera Melos samt Debütalbum erstmals an die Oberfläche gespült wurden, begann ungestüm, archaisch und war extrem kraftraubend. Einige Jahre später wirkt die Szene aufgeräumter, viele Bands sind weitergangen, etwa in experimentellere, noch statischere oder für ihre Verhältnisse sonnige Gefilde. Tera Melos lassen sich auf ihrem zweiten Album "Patagonian Rats" (VÖ 17.09.) in exakt jene treiben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/09/Tera-Melos.png' alt="Mit Tera Melos an die Sonne" /><strong>Math-Rock: Die gesamte jüngere Geschichte des Genres geht Hand in Hand mit der von Tera Melos aus Roseville, Kalifornien. Die letzte Welle, mit der auch Tera Melos samt Debütalbum erstmals an die Oberfläche gespült wurden, begann ungestüm, archaisch und war extrem kraftraubend. Einige Jahre später wirkt die Szene aufgeräumter, viele Bands sind weitergangen, etwa in experimentellere, noch statischere oder für ihre Verhältnisse sonnige Gefilde. Tera Melos lassen sich auf ihrem zweiten Album &#8220;Patagonian Rats&#8221;  in exakt jene treiben.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Doch keine Angst, trotz dieser Vorzeichen und des Titels hat beispielsweise der das eingängige, aber ebenso hakenschlagende  &#8221;The Skin Surf&#8221; nichts mit dem diesjährigen überstrapazierten Surfrock-Trend am Hut, es bildet im Gegenteil durch seine tief verwurzelte Struktur ein erfreuliches Gegenstück hierzu. Tera Melos brechen Konventionen nicht mit dem Vorschlaghammer, sondern spielerisch im Vorbeigehen, jederzeit zum Umdrehen bereit. Ambitionierter kann Math-Rock im Jahre 2010 kaum klingen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://teramelos.bandcamp.com/" target="_blank">Album-Stream &#8220;Patagonian Rats&#8221;</a></p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Patagonian Rats&#8221; erscheint am 17.09. via Sargent House (Cargo Records).</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Rezension: Against Me! &#8211; White Crosses</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jun 2010 19:48:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Lammert-Siepmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Against Me!]]></category>
		<category><![CDATA[Punk]]></category>
		<category><![CDATA[review]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Wunsch, sich musikalisch zu verändern, ist gerade im Punkrock oftmals ein Tanz auf der Rasierklinge. Auf der einen Seite steht der eigene Ehrgeiz, es mit jedem Album besser machen zu wollen, auf der anderen der Gedanke, die traditionsgefestigten Anhänger besser nicht zu sehr zu irritieren. Kommt dann auch noch Geld durch einen lukrativen Plattenvertrag ins Spiel, wird alles abermals komplizierter. Die Skala am Ende dieses Abwägungsprozesses erstreckt sich von keiner Veränderung (NOFX) über die plötzliche Hinwendung zu radiogemäßem Pop (The Gaslight Anthem) bis hin zum Aufbruch zu experimentellen Ufern (Fucked Up). ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/06/agme-white.jpg' alt="Rezension: Against Me! - White Crosses" /> Der Wunsch, sich musikalisch zu verändern, ist gerade im Punkrock oftmals ein Tanz auf der Rasierklinge. Auf der einen Seite steht der eigene Ehrgeiz, es mit jedem Album besser machen zu wollen, auf der anderen der Gedanke, die traditionsgefestigten Anhänger besser nicht zu sehr zu irritieren. Kommt dann auch noch Geld durch einen lukrativen Plattenvertrag ins Spiel, wird alles abermals komplizierter. Die Skala am Ende dieses Abwägungsprozesses erstreckt sich von keiner Veränderung (NOFX) über die plötzliche Hinwendung zu radiogemäßem Pop (The Gaslight Anthem) bis hin zum Aufbruch zu experimentellen Ufern (Fucked Up). </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Against Me! haben keines dieser Extreme als ihr Leitbild auserkoren: Auch auf ihrem inzwischen fünften Album setzen sie ihre sanfte Entwicklung von einer schroffen Politpunk-Truppe, die sie rückblickend natürlich eigentlich nie sein wollten, zu einer gefestigten Band mit höchst eingängigen und wohltemperierten Songs für fast Jedermann. Seit ihrem heiß diskutierten Wechsel zum Major wohlgemerkt mit doppelter Geschwindigkeit. Schon der Titeltrack und &#8220;I Was A Teenage Anarchist&#8221; geben diesen Ansatz perfekt vor: Mehr Stadion war selten bei Against Me!, doch Tom Gabel ist nach wie vor mit dem Herzen voll und ganz bei der Sache, selbst wenn er sich wie in &#8220;I Was A Teenage Anarchist&#8221; dazu hinreißen lässt, auf etwas einfältige Pennälerlyrik zurückzugreifen &#8211; ein Phänomen, das sich leider durch das gesamt Album hindurchzieht und in dieser Ballung zuvor noch nie zu beobachten gewesen ist. Dieser Aspekt wird jedoch durch die aufwändige, aber immer maßvolle Produktion in den Hintergrund gedrängt: &#8220;White Crosses&#8221; entpuppt sich als klassisches Sommeralbum mit einer Reihe an Hits (&#8220;White Crosses&#8221;, &#8220;Spanish Moss&#8221;, &#8220;Suffocation&#8221;) und obligatorischem Herzschmerz (&#8220;Because Of The Shame&#8221;, &#8220;We Are Breaking Up&#8221;). Against Me! verleugnen trotz aller Eingängigkeit nur selten ihre Wurzeln, zitieren sich oft selbst und meistern den Spagat zwischen Melodien und fragmentierter Punkattitüde recht passabel. Zwei schwer miteinander zu vereinbarende Ansätze arbeiten nicht gegeneinander, sondern bauen aufeinander auf. All dies kumuliert im stärksten Track des Albums, &#8220;Bamboo Bones&#8221;, der als als einziger noch den skizzenhaften Charakter früherer Tage inne hat, durch den gleichsam übergestülpten Melodiebogen aber so glänzend geschliffen wird, dass er wie die Essenz des Schaffens von Against Me! erscheint. Auch auf &#8220;Bamboo Bones&#8221; macht sich der Personalwechsel an den Drums bemerkbar: Dass eine Band sich nach über zehn Jahren technisch nur noch bedingt weiterentwickeln kann, liegt auf der Hand. Umso bemerkenswerter ist es daher, dass durch das Mitwirken George Rebelos (ehemals Hot Water Music) in diesem Bereich ein echter Quantensprung gelungen ist. Auch wenn &#8220;White Crosses&#8221; viel vermissen lässt, was die Band einst großgemacht hat, kann es innerhalb der Diskographie durch Rebelos herausragendes Talent ein echtes Alleinstellungsmerkmal aufweisen.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit &#8220;White Crosses&#8221; nehmen Against Me! eine weitere Stufe auf dem Weg zum gewöhnlichen Mainstream-Rock . Und auch dieses Mal beweisen sie Geschick dabei. Die imaginäre Grenze zur Vorhersehbarkeit ist noch immer nicht ganz überschritten worden. Doch Vorsicht, der nächste Schritt in diese Richtung könnte schon genau dieser eine zu viel sein.</p>
<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 55' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/55.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p>
<p><strong>Label:</strong> Sire</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> The Gaslight Anthem, The Lawrence Arms, Alkaline Trio, Good Charlotte, Bruce Springsteen, The Weakerthans</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://www.againstme.net/">Homepage</a>, <a href="http://www.myspace.com/againstme">Myspace</a>, <a href="http://www.sirerecords.com/">Label</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 04.06.2010</p>
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		<title>Festivalbericht: Das dunk! in Zottegem (02./03.04.2010)</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 14:49:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Lammert-Siepmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[a silver mt. zion]]></category>
		<category><![CDATA[Belgien]]></category>
		<category><![CDATA[Festival]]></category>
		<category><![CDATA[Hrsta]]></category>
		<category><![CDATA[Immanu El]]></category>
		<category><![CDATA[Live Review]]></category>
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		<category><![CDATA[Post-Rock]]></category>
		<category><![CDATA[slaraffenland]]></category>
		<category><![CDATA[Yndi Halda]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon in den letzten Jahren wusste das dunk! mit einer exquisiten Bandauswahl zu überzeugen, doch die diesjährige Ausgabe schlägt auf dem Papier mit der Verpflichtung der Constellation- Speerspitzen Hrsta und A Silver Mt. Zion alles zuvor Dagewesene. Weitere Genregrößen runden das Line-Up zu einem der besten der letzten Jahre ab - und das für gerade einmal 20 Euro. Das monatelange Warten ist schließlich vorbei, als es Karfreitag raus aus der bedrückenden Mittelmäßigkeit Nordrhein-Westfalens auf direktem Weg rein ins pittoreske Flandern geht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify"><strong>Schon in den <a href="http://www.dunkfestival.be/festival2009.html" target="_blank">letzten</a> <a href="http://www.dunkfestival.be/festival2008.html" target="_blank">Jahren</a> wusste das dunk! mit einer exquisiten Bandauswahl zu überzeugen, doch die diesjährige Ausgabe schlägt auf dem Papier mit der Verpflichtung der Constellation- Speerspitzen Hrsta und A Silver Mt. Zion alles zuvor Dagewesene. Weitere Genregrößen runden das Line-Up zu einem der besten der letzten Jahre ab &#8211; und das für gerade einmal 20 Euro. Das monatelange Warten ist schließlich vorbei, als es Karfreitag raus aus der bedrückenden Mittelmäßigkeit Nordrhein-Westfalens auf direktem Weg rein ins pittoreske Flandern geht.<br />
</strong><br />
<img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/04/dunk1.jpg' alt="Festivalbericht: Das dunk! in Zottegem (02./03.04.2010)" /><strong> Tag 1: Immanu El, Slaraffenland, Hrsta und andere</strong><br />
Schon mittags im Hotel in Sint-Lievens-Houtem, einer Gemeinde mit 10000 Einwohnern, die aber infrastrukturell fast jede deutsche 50000-Einwohner-Stadt schlägt, angekommen, bleibt noch Zeit, vor den ersten Auftritten nach Brüssel zu fahren und sich umzuschauen. Ein mehr als lohnenswerter Abstecher, doch über allem liegt natürlich die Vorfreude aufs dunk!, das in wenigen Stunden starten wird. Dann ist es endlich soweit: Die kleine Halle inmitten eines umso größeren Sport- und Naherholungskomplexes öffnet ihre Pforten. Wir sichern uns zwei Sitzplätze, besser geht es nicht, der Abend kann beginnen. Mit Amoy Fanray und Liesa Van der Aa machen zwei Lokalmatadoren den Anfang. Für beide gilt: Sie schlagen sich beachtlich, können aber die Spannung in ihren ohnehin kleinen Slots nicht bis zum Ende halten. Das ändert sich bei Immanu El. Die Schweden starten furios, steigern sich immer weiter und sind am Ende die ersten Gewinner des Festivals. Immanu El verwischen mit ihrer einfühlsamen Brachialität auch live Genregrenzen, die 50 Minuten zumeist düsteres Gewitter gehen viel zu schnell vorüber. Inzwischen ist die Halle gut gefüllt. All jene, die trotz des scheinbar schwächeren, weil &#8220;poppigeren&#8221; Line-Ups des ersten Tages schon heute gekommen sind, dürften es nicht bereuen. Slaraffenland erweisen sich im Anschluss als so etwas wie das komplette Gegenteil. Kleine Pophymnen mit extra viel guter Laune sind die Paramater und auch wenn sie damit im Publikum teilweise auf taube Ohren stoßen, lassen sich erstaunlich viele mitziehen. Der Auftritt des lustigen Dänen hat vor allem im Mittelteil seine Längen, doch er ist vor dem schweren Stoff, der noch kommen sollte, eine gute letzte Gelegenheit zum Durchatmen. Während der nächsten Umbaupause dann der Moment, auf den viele gewartet haben: <em>Er</em> steht auf der Bühne. Er, der legendäre Mike Moya, Gründungsmitglied der nicht minder legendären Godspeed You! Black Emperor, heute mit Hrsta unterwegs. Beim Soundcheck kümmert sich Moya, der Perfektionist, um jedes Instrument, ist kaum zufrieden zu stellen und stellt damit die Nerven seiner Fangemeinde auf eine harte Geduldsprobe. Endlich, mit halbstündiger Verpätung, beginnt ein Auftritt, der sich nicht wie erhofft entwickelt. Der Sound funktioniert nun tadellos, Moyas eindringlicher Gesang könnte einen vom ersten Augenblick gefangen nehmen. Könnte &#8211; wären da nicht einige Idioten im Publikum, die das Ganze durch permanente, penetrante &#8220;Godspeed&#8221;- Rufe sabotieren würden. Hrsta lassen sich nichts anmerken, die Stimmung in Teilen des Publikums leidet aber natürlich erheblich. Zusammen mit einem konstanten Grundmurmeln aus dem hinteren Teil des Publikums sorgt dies dafür, dass gerade ruhige Songs wie &#8220;21-87&#8243; nicht die Erhabenheit entfallen können, auf die sie eigentlich ausgerichtet sind. So werden Hrsta zur geistigen und körperlichen Schwerstarbeit; es gilt mehr denn ja, alles Störende auszublenden und sämtliche Kräfte auf die Bühne zu fokussieren. Manchmal gelingt es, meistens nicht. Plötzlich habe ich Angst vor dem Auftritt von A Silver Mt. Zion morgen. Nein, solche Fans haben Godspeed nicht verdient. Der <a href="http://drownedinsound.com/news/4139654-godspeed-you-black-emperor-to-curate-atps-nightmare" target="_blank">Rest</a> der Geschichte, der sich eine Woche später zuträgt, ist in diesem Licht blanke Ironie. Nachts um 2 wird dann klar, warum ein Hotel auf Festivals immer die bessere Alternative ist: Endlich Ruhe, kein Regen und eine vorzügliche Matratze.</p>
<p style="text-align: justify"><strong><a href="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/04/dunk21.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-14984" style="float: left" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/04/dunk21.jpg" alt="" width="250" height="377" /></a>Tag 2: pg.lost, Yndi Halda, A Silver Mt. Zion und andere</strong><br />
Der erste Tag ging dann doch insgesamt an die Substanz und so liegt es nahe, vorerst nicht zum Festivalgelände zurückzukehren, sondern mit dem Auto die Gegend und einige Städte zu erkunden. Bei aller architektonischer Herrlichkeit Flanderns fehlen &#8211; Internetcafés. Es wäre nämlich durchaus eine Option, sich an diesem Karsamstag in ein solches einzumieten und dort den extrem wichtigen Bundesligaspieltag zu verfolgen. Leider Fehlanzeige, letztendlich ist man mal wieder auf einfache und verspätete SMS aus der Heimat angewiesen. Unter all den aufstrebenden Newcomern, die am heutigen Nachmittag und Vorabend spielen, ragen Kokomo heraus. Die einzige deutsche Band auf dem Festival versteht es ausgezeichnet, traditionellen Post-Rock zu zitieren und weiter mit einigen Ideen anzureichern. Auch von technischen Problemen lässt sich die Band nicht abhalten und spielt nach einer Unterbrechung von fast 10 Minuten &#8211; für ein nur 40- minütiges Set normalerweise fast ein Todesurteil &#8211; den Auftritt druckvoll nach Hause. Schon jetzt ist die Halle mindestens genau so gut gefüllt wie gestern zum Schluss. Die Stimmung ist unabhängig von den Bands auf der Bühne friedlich bis euphorisch, genauso, wie man sie sich auf einem Festival wünscht. Den Reigen der &#8220;großen&#8221; Band eröffnen pg.lost, die business as usual abliefern. Abgeklärt und mit 70er-Jahre-Heimvideoaufnahmen im Hintergrund fehlt der letzte Kick an Entschlossenheit, der die Band trotz technischer Brillanz vielleicht noch aus ihrer Lethargie hätte reißen können. Yndi Halda stellen sich da wesentlich geschickter an. Obwohl erst ein Album veröffentlicht, besitzen die fünf eine ähnlich mystische Aura und Bühnenpräsenz wie Mike Moya am Abend zuvor, freilich komplett anders inszeniert, immer wieder kumulierend in die eruptiven Geigenausbrüche Daniel Neals. Kein Wunder, dass Neal die Aufmerksamkeit mehr und mehr auf sich zieht. Seine Soli spielen sich jedoch nicht unangenehm klebrig in den Vordergrund &#8211; das Dilemma vieler Songideen mit Geigen &#8211; sondern treiben die Kollegen zu neuen Höchstleistungen an. Als die Band nach 40 Minuten verabschiedet, denken alle an einen Scherz, schließlich war laut Timetable eine ganze Stunde reserviert. Doch tatsächlich, nach drei Songs, darunter ein vielversprechender vom bald erscheinenden neuen Album, ist tatsächlich Schluss. Auf Festivals erlebt man selten zu kurze Auftritte. Dieser war so einer. Im Gegensatz zu Hrsta am Vortag starten A Silver Mt. Zion pünktlich. Die Verkleinerung des Kollektivs wirkt sich auch auf die Setlist aus, viele der alten Songs sind anscheinend ohne <em>Tralala Band</em> nicht mehr zu packen. So wird das Set hauptsächlich aus Songs des neuen Albums bestehen, ergänzt durch &#8220;BlindBlindBlind&#8221; und &#8220;God Bless Our Dead Marines&#8221;. Die Stimmung ist angespannt, gleich zu Beginn legt sich Efrim Menuck mit einigen unbelehrbaren Kreaturen im Publikum an. Zeitweise hat man das Gefühl, er stünde kurz davor, hinzuschmeißen. Doch die Lage beruhigt sich glücklicherweise nach einigen Songs, A Silver Mt. Zion spielen ein wunderbares Konzert mit viel Herzblut, allerdings ohne die Spiritualität früherer Zeiten. Bezeichnend hierfür ist &#8220;God Bless Our Dead Marines&#8221;. Für alle die damals dabei waren, war es vermutlich <em>der</em> Augenblick der 2006er Tour, als sich die damals noch acht oder mehr Mannen im Kreis aufstellten und ein traurig bedrückendes Manifest vortrugen. Diesmal scheint jeder für sich alleine zu kämpfen, was nicht unbedingt schlechter ist. Nur etwas weniger ergreifend. Und fest steht auch: Zusammen mit Yndi Halda die besten zwei Stunden überhaupt, die ich je auf einem Festival erleben durfte. Daher ist an diesem Punkt auch Schluss, trotz der vorzüglichen Maybeshewill, die die undankbare Aufgabe haben, jetzt gleich noch auf die Bühne gehen zu müssen. Ab ins Auto also und zurück ins Ruhrgebiet.</p>
<p style="text-align: justify">Fazit: Die einzig traurige Erkentnis ist, dass  Idioten &#8211; wenn auch sehr wenige -  nicht nur auf großen, sondern auch auf kleinen und geschmackvollen Festivals ihr Unwesen treiben, aber das wissen wir spätestens seit dem Haldern Pop 2004. In vielen Belangen war das dunk! das perfekte Festival: Überragendes Line-Up, günstige Eintritts- und Getränkepreise, null Security- Personal, mehr als genug Parkplätze, ausgelegt auf eine Besucherzahl im mittleren dreistelligen Bereich. Bitte hier in der Nähe nachmachen.</p>
<p>(Danke an <a href="http://sjugge.wordpress.com/" target="_blank">sjugge</a> für <a href="http://www.flickr.com/photos/sjugge/4504668227/">die</a> <a href="http://www.flickr.com/photos/sjugge/4488993003/" target="_blank">Fotos</a>.)</p>
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		<title>Montags-Preview: Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra &#8211; Kollaps Tradixionales</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 17:59:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Lammert-Siepmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[a silver mt. zion]]></category>
		<category><![CDATA[constellation]]></category>
		<category><![CDATA[Kanada]]></category>
		<category><![CDATA[Montags-Preview]]></category>
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		<description><![CDATA[Auch das A Silver Mt. Zion Kollektiv ist vor Veränderungen nicht gefeit. Nachdem das hektische Wechseln des offiziellen Namens schon lange zum guten Ton gehörte, geht es jetzt dem Personal an den Kragen. Drei Mitglieder sind gegangen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2010/01/asmz-kollaps.jpg' alt="&lt;strong&gt;Montags-Preview: Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra - Kollaps Tradixionales&lt;/strong&gt;" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Auch das A Silver Mt. Zion Kollektiv ist vor Veränderungen nicht gefeit. Nachdem das hektische Wechseln des offiziellen Namens schon lange zum guten Ton gehörte, geht es jetzt dem Personal an den Kragen. Drei Mitglieder sind gegangen, lediglich ein Neuer schloss sich den Anarcho- Kanadiern um Efrim Menuck an – das Ende der Tralala-Band. Das Ende einer Philosophie, die mit den letzten Alben immer mehr in Glückseligkeit, ja Hedonismus, mündete, das Schöne auf den Schild hob und am Ende alle Fragen beantworten konnte. Alles aus einem zutiefst misstrauischen Blickwinkel natürlich. Diese Kombination stellte die beiden Vorgänger mindestens auf eine Stufe mit den ersten beiden Werken.<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Von einer Richtungsänderung ist beim Opener noch nicht viel merken. Wie eine Fortsetzung des Vorgängers &#8220;13 Blues for 13 Moons&#8221; ertastet er  sich vorsichtig einen Weg, um in gewohnt schwelgerischer Manier zu klagen und irgendwo den letzten Hauch Hoffnung aufzuspüren. Ein Wechselbad der Gefühle und Stimmungen, das den Horizont nie verschwimmen lässt.  Die einfache wie erbauliche Erkenntnis, mit der sich die Band von ihrem Schaffen der letzten fünf Jahre verabschiedet, &#8220;There Is a Light&#8221;. Wird man später noch gut gebrauchen können, denn der &#8220;Metal Bird&#8221;- Zwilling läutet die unumkehrbare Wende ein. Ein gehetzter Efrim Menuck phantasiert in einem apokalyptischen Anflug von Kannibalismus und Krieg. Gnadenlos nach vorne peitschend wirkt selbst ein &#8220;Dance You Motherfuckers&#8221; in diesem Kontext wie ein Tor zur Hölle. Das ist schon längst kein Albtraum mehr, eher eine düstere Vision, die auch körperliche Schmerzen bereitet. Wer diese übersteht, stellt sich zwangsläufig die Frage, was danach kommen soll.</p>
<p style="text-align: justify;">Und so scheint es auch fast so, als habe die Band mit der furiosen ersten Hälfte ihr Pulver für dieses Album verschossen. Etwas schade, bilden doch die drei an Traditionals angelehnten Stücke (Marsch, Shanty, Kirchenlied) rein formal dem Albumtitel zufolge das Herzstück auf &#8220;Kollaps Tradixionales&#8221;. &#8220;Thee Olde Dirty Flag&#8221; und &#8220;For Darling&#8221; dürften zu den zahmsten Songs gehören, die A Silver Mt. Zion bisher veröffentlicht haben. So orientierungslos, zerbrechlich und staubtrocken wie sie sind, erfüllen sie immer noch den Zweck, den Finger in die Wunde der Gesellschaft zu legen. Erst das aufbrausende dritte Pseudo- Traditional &#8220;Bury 3 Dynamos&#8221; und der ausladende Abschluss &#8220;Piphany Rambler&#8221; befreien die beiden aus ihrer Lethargie und hauchen dem Album neues Leben ein. Ein versöhnliches Ende. Wenn es tatsächlich einmal Efrim Menucks Plan gewesen sein sollte, mit A Silver Mt. Zion auszuprobieren wie Klassik geht, hat er dieses Vorhaben mit „Kollaps Tradixionales“ endgültig begraben. Wohin es gehen wird, nachdem sich das letzte Staubkorn auf den ausgedörrten Boden gelegt hat, ist dabei eigentlich vollkommen irrelevant.</p>
<p style="text-align: justify;"><p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 70' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/70.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Label:</strong> Constellation</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Referenzen:</strong> Set Fire To Flames, Black Ox Orkestar, Exhaust, Dirty Three, Priestbird, Trail Of Dead, Xiu Xiu</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Links:</strong> <a href="http://www.tra-la-la-band.com" target="_blank">Homepage</a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>VÖ:</strong> 05.02.2010</p>
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