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	<title>Leben mit Musik &#124; AUFTOUREN.DE &#187; Bastian Heider</title>
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	<description>Musikmagazin mit ausführlichen Plattenkritiken,Downloads,Musikvideos,Konzertberichten,Fiktionen um Reib &#38; Nathan und der Nr.1-Hit-Kolumne Liedschatten.</description>
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		<title>First Aid Kit &#8211; The Lion&#8217;s Roar</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 16:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Heider</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Conor Oberst]]></category>
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		<description><![CDATA[Von wegen Youtube-Eintagsfliege: Das zweite Album des schwedischen Schwesternduos ist eine kleine Countrypop-Sensation.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2012/01/first-aid-kit-lions-roar.jpg' alt="First Aid Kit - The Lion's Roar" /><strong>Das Phänomen der Wunderkinder und Teeniestars ist in der Popmusik kein neues. Dennoch bekam es innerhalb des letzten Jahrzehnts mit den auch in Indiekreisen aus dem Boden sprießenden Underage-Bands eine völlig neue Dimension. Viel versprechende und nachhaltige Karrieren sind den Betreffenden dabei jedoch in den wenigsten Fällen beschieden. </strong></p>
<p>Dem frühen Ruhm folgt das baldige Verschwinden in der Versenkung und ein Dasein als ewige Randnotiz der Musikgeschichte. Ein ernsthafter künstlerischer Entwurf wird von solch einem One-Hit-Wonder eh nicht erwartet. Ernst genommen zu werden, Raum zu finden, musikalische Visionen langfristig zu entwickeln und auszuformulieren scheint innerhalb dieses Schweinezyklus, Talent hin oder her, ein  Ding der Unmöglichkeit. Da unterscheidet sich die heile Indiewelt letztendlich kaum vom großen, bösen Pop-Business.</p>
<p>So ließ auch das schwedische Schwesternduo Klara (Jahrgang &#8217;93) und Johanna (Jahrgang &#8217;90) Söderberg vor zwei Jahren wenig Anlass zu großartigen Hoffnungen, als es ihrem 2008er Youtube-Hit, einer Coverversion des Fleet Foxes&#8217;schen „Tiger Mountain Peasant Song“, ein maximal okayes Debütalbum folgen ließ. Vor diesem Hintergrund ist das von Mike Moggis in Omaha produzierte „The Lion&#8217;s Roar“ nicht weniger als eine kleine Sensation und die erste handfeste Überraschung des angehenden Musikjahres. Dass die beiden Schwestern über beeindruckende und wohlgeschulte Gesangsstimmen verfügen, wusste man schon vorher, nicht aber, zu welch fabelhaften Songs sie mit dem nötigen Selbstbewusstsein und einer voll ausgestatteten Country-Besetzung im Rücken in der Lage sind. „The Lion&#8217;s Roar“ ist ein reichlich dick aufgetragenes, weltumarmendes Album, dem die Vorsilbe „Indie-“ vor seiner illustren Mischung aus Country, Folk und Pop deutlich am Allerwertesten vorbeizugehen scheint.</p>
<p>Gleich der Auftakt ist  triumphal. Das Titelstück beginnt Townes-Van-Zandtig düster  und verzaubert mit glockenklarem Gesang und hymnischem Refrain. „Emmylou“ namedroppt erst einmal all die ganz großen, alten Country-Helden und erweist diesen mit einem in dezent pedalsteelige Sommerabendmelancholie getränkten Country-Popsong auch alle Ehre. „In The Hearts Of Men“ reduziert dann das Tempo und lässt seine Melodien in unnachahmlicher Grazie über den Takt gleiten. Dazu gibt es Mellotron, verschleppte Marschtrommeln und gefühlvoll phrasierten Gesang zum Niederknien. So etwas möchte man an Stelle der einfältigen Mumford &#038; Sons in Zukunft bitte auf allen Kanälen im Indie-infiltrierten Formatradio hören.</p>
<p>Der Rest des Albums kann das von diesem Triumvirat vorgelegte Level zwar nicht ganz halten, hat aber auch keine größeren Ausreißer nach unten zu verzeichnen. Ganz am Ende brillieren First Aid Kit sogar noch einmal in der Kür, indem sie in „King Of The World“ den featurenden Conor Oberst eindrucksvoll an die Wand singen. Der dazugehörige Mariachi- und Fiddle-Swing stammt übrigens von den ebenfalls nicht ganz unillustren <a href="http://www.auftouren.de/2011/05/25/gehacktes-aktuelle-alben-im-schnellcheck-4/">Felice Brothers</a>. &#8220;I&#8217;m nobody&#8217;s baby, I&#8217;m everbody&#8217;s girl, I&#8217;m the queen of nothing, I&#8217;m the king of the world.&#8221; Eine ziemliche Ansage also, die mit diesem handwerklich meisterhaften und im besten Sinne wertkonservativen Album eindrucksvoll unterfüttert wird.</p>
<p>Klar, man muss schon einiges an Americana-Klischees verkraften können, wenn man mit „The Lion&#8217;s Roar“ glücklich werden will und besonders Engstirnige mögen sich vielleicht sogar daran stören, dass hier zwei gerade einmal volljährige Schwedinnen Wildwest-Romantik und Eisenbahn-Nostalgie verbreiten. Jedoch erfrischt auch dieser scheinbare Widerspruch in der derzeit am Fall Lana Del Reys wieder aufkeimenden, ewig ermüdenden Authentizitäts-Debatte als fröhlich herausgestreckte Zunge. Wohl die einzig angemessene Reaktion, vor allem auch deswegen, weil First Aid Kit den Großteil ihrer ehrlich leidenden (und zumeist männlichen) Kollegen mit diesen Songs locker hinter sich auf der Strecke lassen. Soviel Talent ist eben auch unter den widrigsten Umständen nicht kleinzukriegen.<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 77' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/77.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p><strong>Label:</strong> Wichita / Play It Again Sam</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Emmylou Harris, Townes Van Zandt, Fleet Foxes, Conor Oberst, Dixie Chicks, Gram Parsons</p>
<p><strong>Links:</strong><a title="fak" href="http://http://thisisfirstaidkit.com/" target="_blank"> Homepage</a> | <a title="sc" href="http://soundcloud.com/firstaidkit" target="_blank">Soundcloud</a> | <a title="ms" href="http://www.pastemagazine.com/blogs/av/2012/01/album-stream-first-aid-kit---the-lions-roar.html" target="_blank">Albumstream</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 20.01.2012</p>
<p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="http://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F25357871&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=false&amp;show_comments=false&amp;color=d38475"></iframe></p>
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		<title>Youth Lagoon &#8211; The Year Of Hibernation</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 09:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Heider</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[beach house]]></category>
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		<description><![CDATA[Dreampop mit Hand und Fuß: Das anmutige Debütalbum von Youth Lagoon.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/11/the-year-of-hibernation-youth-lagoon.jpg' alt="Youth Lagoon - The Year Of Hibernation" /><strong>Braucht die Welt ein weiteres Album dezent verwischten Lo-Fi-Dreampops? Die Frage ist so wenig beantwortbar wie überflüssig. Vielleicht könnte man sich ja auf einige Dinge einigen, die sie definitiv weniger braucht, Soloalben der Gallaghers zum Beispiel oder die dazugehörigen Titelstorys der altehrwürdigen Musikgazetten, denen anscheinend schon seit Längerem partout nichts Nneues mehr einfallen mag. Ein <a href="http://www.guardian.co.uk/music/2011/oct/19/mazzy-star-new-material" target="_blank">angekündigtes</a>, brandneues Album von Mazzy Star, und hier nähern wir uns wieder dem Referenzrahmen Youth Lagoons, stellt hingegen durchaus größeren Grund für Euphorie dar.</strong></p>
<p>Nun gut, fest steht jedenfalls: da ist es einfach, „The Year Of Hibernation“, das Debütalbum des 22jährigen Trevor Powers, wieder mal so ein bemitleidenswertes Wunderkind, das unter Angstzuständen leidend sämtliche Spuren seiner traurigen Lieder im heimischen Schlafzimmer selbst einspielte. Doch wollen wir uns dem Werk lieber nähern, ohne dabei der ollen Geschichte von der leidenden, krankhaften Künstlerseele auf den Leim zu gehen. Denn Angstzustände sind ganz bestimmt eine schlimme und nicht zu heroisierende Sache, die das Werk eines Musikers beeinflußen können, jedoch nicht der alleinige Grund für dessen Talent, aufregende oder berührende Songs zu schreiben, sind.</p>
<p>Das Meiste an „The Year Of Hibernation“ klingt nicht nur auf den ersten Blick mehr als genrekonform und ziemlich niedrigfidelisch, verrauschte elektrische Pianos und Orgeln, Glockenspiel, minimalistische Drum-Machine-Beats und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man, sozialisiert von Hope Sandoval bis Victoria Legrand, sogar meinen, hier sänge eine Frau anstelle eines 22-jährigen Jünglings gegen die tonnenschwere Staubdecke aus Hall an. Hier und da könnte man nicht zu Unrecht sogar einwenden, dass sich die Platte etwas zu sehr an den Blaupausen und Säulenheiligen seines Genres anlehnt. Außerdem könnte man sich fragen, ob nicht beispielsweise ein echtes Schlagzeug anstelle der klapprigen Drummachine den Songs anstelle von Lo-Fi-Appeal deutlich mehr Leben verliehen hätte.</p>
<p>All das könnte man sicherlich bemäkeln, wären da nicht ein paar simple aber ausschlagkräftige Argumente und Eigenschaften, welche die Lieder Youth Lagoons besonders auszeichnen. Anders als vielen seiner Kollegen gelingt es Powers nämlich, so etwas wie Spannungsbögen aufzubauen, diese in zum Teil wunderhübsche Melodien zu überführen und seine Songs so letztendlich vor der in diesem Genre so gefährlich nahe liegenden Langeweile zu bewahren. Niemals wird der Dreampop hier zu Chillwave oder wagt es, Redundanz als Psychedelik zu tarnen. Die Lieder auf „The Year Of Hibernation“ haben Hand und Fuß, spielen hin und wieder den alten Postrock-Trick der langsam anschwellenden Songstrukturen, um sich am Ende in sakraler Schönheit aufzulösen. Bestes Beispiel hierfür ist wohl das hymnische „Montana“, das aus ziemlich simplen Klaviermotiven eine unfassbar wuchtige Dynamik entwickelt und die ohnehin schon eindringlich leidende Stimme Powers&#8217; so in eine anmutige, beinahe spirituelle Aura hüllt.</p>
<p>Wenn sich &#8211; um doch nochmal auf die eingangs erwähnte Frage zurückzukommen &#8211; im derzeit so hippen Dreampop-Kosmos, in dem sich Youth Lagoon ganz unmissverständlich bewegt, so langsam die ersten Ermüdungserscheinungen einstellen, lässt man sich in diesen kalten Tagen von „The Year Of Hibernation“ sicherlich gerne und mit einem seligen Lächeln in den Schlaf betten.<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 75' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/75.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p><strong>Label:</strong> Lefse</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Beach House, Mazzy Star, Galaxie 500, Wye Oak, Lower Dens, Cocteau Twins</p>
<p><strong>Links:</strong> <a title="blog" href="http://youthlagoon.blogspot.com/" target="_blank">Blog</a> | <a href="http://www.facebook.com/youthlagoon" target="_blank">Facebook</a> | <a href="http://soundcloud.com/youth-lagoon" target="_blank">SoundCloud</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 18.11.2011</p>
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		<title>Eleanor Friedberger &#8211; Last Summer</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 09:16:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Heider</dc:creator>
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		<category><![CDATA[The Fiery Furnaces]]></category>

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		<description><![CDATA[Schwesterpop mit Qualitätssiegel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/10/ele1.jpg' alt="Eleanor Friedberger - Last Summer" /><strong>Auch wenn man nicht jedem der zahlreichen Haken und Windungen auf ihren bis zum 2009er Werk <a href="http://www.auftouren.de/2009/10/10/rezension-the-fiery-furnaces-im-going-away/">„I’m Going Away“</a> im Jahrestakt erscheinenden Alben ausnahmslos folgen konnte oder wollte, muss man sich wohl eingestehen, dass es sich bei den Fiery Furnaces keinesfalls um eine gewöhnliche Indiepopband handelt. Anders als gefühlten 95% der Musiker ihrer Generation gelingt es den Geschwistern Friedberger nämlich, all die Elemente, die sie sich aus der Popmusik der 60er und 70er Jahre zusammengeliehen haben, zu einem völlig neuen, manchmal ziemlich verworrenen Ganzen zusammenzusetzen und so, ohne zu historisieren, irgendwo zwischen Prog, Psychedelic und Pop eine eigene Sprache zu finden.</strong></p>
<p>Eleanor Friedbergers Beitrag musste dabei jedoch zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung leider immer ein wenig hinter dem überbordendem Wahnwitz ihres Bruders Matthew (der für dieses Jahr nebenbei bemerkt ganze acht Alben in einer Art <a title="matt" href="http://www.thrilljockey.com/catalog/?id=105231" target="_blank">Abo</a> angekündigt hat) zurückstecken. Spätestens mit ihrem nun endlich auch hierzulande erscheinendem Solodebüt „Last Summer“ sollte dieser Zustand als weniger beachtete Nummer zwei der Fiery Furnaces aber endgültig der Vergangenheit angehören. Über die Rollenverteilung innerhalb der Band indes, hier der ADHS-geschädigte, sympathisch größenwahnsinnige Matthew, dort die vergleichsweise eingängigen Melodien verschriebene Eleanor, dürften nach diesem im besten Sinne geradlinigem Pop-Album jedoch auch weiterhin keine Streitigkeiten entstehen.</p>
<p>Reduzierter als zusammen mit dem großen Bruder beschwört „Last Summer“ ein wenig den Geist großer Songwriter-Pop-Alben der frühen 70er und lässt die Melodien auch dort in der Spur bleiben, wo sie bei der Hauptband längst um die nächste Ecke Richtung Irrsinn abgebogen wären. Die Instrumentierung erscheint basierend auf Klavier und Gitarre zunächst recht klassisch und elegant, jedoch sorgen blubbernde Orgelparts und altmodische Synthesizer immer wieder für etwas psychedelische Auflockerung. Auch ein Saxophon gipfelnd in einem Solo im schwer hitverdächtigen Opener „My Mistakes“, darf im Sax-Jahr 2011 natürlich nicht fehlen. Auf Streicher wird hingegen zugunsten der Leichtfüßigkeit ausnahmsweise einmal verzichtet. Bei diesem retroverdächtigen Versuchsaufbau sticht  besonders hervor, dass sich einem in nahezu keinem Moment irgendwelche direkten Referenzen oder Zitate aufdrängen. Alles klingt irgendwie vertraut, doch nie weiß man eigentlich woher. Eleanor Friedberger bedient sich zwar ausgiebig in der Vergangenheit, lässt diese aber auf zauberhafte Weise wie Gegenwart erscheinen, womit wir wieder bei den Fiery Furnaces und ihrer gänzlich eigenen Sprache angelangt wären.</p>
<p>Überhaupt Sprache. Die ist nämlich, neben den tollen Melodien und ausnahmslos gelungenen Songs das große Thema dieses Albums, welches sich, wie beim Blättern eines Fotoalbums, durch Eleanors hauptsächlich in ihrer Heimatstadt New York spielende Erinnerungen bewegt. Dadurch, dass sie ihre wortreichen und teils improvisierten Texte so unmittelbar um die Songs wickelt, als begegne man ihr nicht im Rahmen eines Pop-Albums, sondern am Telefon oder im Café, gelingt ihr das große Kunststück, in Vergangenem zu schwelgen ohne zu nostalgisieren und außerdem ein New-York-Album zu machen, das die Stadt ausnahmsweise einmal nicht zum lebendem Mythos verklärt. Jenseits von Williamsburg-Hipstern und Upper-Eastside-Klischees verschwimmen auf „Last Summer“ scheinbar wahllos die verschiedensten Namen und Ortsangaben und werden zu Plätzen, die dem Zuhörer so vertraut vorkommen,  als lägen sie, egal in welcher Stadt er sich gerade befindet, gleich hinter dem nächsten Häuserblock.</p>
<p>„Last Summer“ mag auf den ersten Blick geradliniger, ja konservativer erscheinen als die Veröffentlichungen der Fiery Furnaces. Die Fähigkeit zur eigenen Sprache jedoch behält Eleanor Friedberger sich bei. Das macht ihre Musik, ganz gleich ob nun im letzten Sommer oder doch November, nicht nur angenehm sondern unverzichtbar.</p>
<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 80' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/80.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p>
<p><strong>Label:</strong> City Slang</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> The Fiery Furnaces, Joni Mitchell, Carole King, Feist, Broken Bells, The Delgados</p>
<p><strong>Links: </strong><a title="eleanor" href="http://www.eleanorfriedberger.com/" target="_blank">Homepage</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 11.11.2011</p>
<p><center><iframe src="http://player.vimeo.com/video/24124179?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="500" height="281" frameborder="0" webkitAllowFullScreen allowFullScreen></iframe></center></p>
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		<title>Veronica Falls &#8211; Veronica Falls</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 13:30:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Heider</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Superber Gitarrenpop mit Friedhofsanstrich: Das Debüt des britischen Quartetts weiß durchweg zu begeistern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/10/veronica-falls-veronica-falls.jpg' alt="Veronica Falls - Veronica Falls" />Zugegeben, bei all den in letzter Zeit pilzgleich aus dem Boden sprießenden, harmlos janglenden und schrammelnden Indiepopbands ist es durchaus nachvollziehbar, dass der eine oder andere dem nun nach einigen vielversprechenden Vorabsongs erscheinendem Debütalbum der Veronica Falls mit eher verhaltener Euphorie entgegenblickt. Mit rumpeligem Gitarrensound und bittersüßem Frauengesang gerät man heutzutage eben schnell unter Trendverdacht.</strong></p>
<p>Doch nochmal von vorne: Kann man den so sympathischen wie geschmackssicheren Traditionsindies von <a title="sl" href="http://www.slumberlandrecords.com/" target="_blank">Slumberland</a> nicht eh immer und überall vertrauen? Und wer oder was war eigentlich noch mal dieser &#8220;Twee&#8221;? Die erste Frage ist unbedingt mit &#8220;ja&#8221; zu beantworten, was der Gesamtkatalog des Labels von Velocity Girl bis Pains Of Being Pure At Heart und in diesem Jahr vor allem auch den tollen <a title="gb" href="http://www.auftouren.de/2011/05/16/gold-bears-are-you-falling-in-love/" target="_blank">Gold-Bears</a> eindrucksvoll belegt. Zweitens bedeutet &#8221;Twee&#8221; übersetzt ungefähr soviel wie &#8220;süß&#8221; bis &#8220;nett&#8221; und bezeichnet laut deutscher Wikipedia &#8220;eine Variante des Indiepop, die sich durch einfache, hübsche Melodien und Texte auszeichnet.&#8221;</p>
<p>&#8220;Süß&#8221; oder &#8220;nett&#8221; wollen die aus den glorreichen Sexy Kids (die es leider nie auf mehr als auf eine <a title="sk" href="http://soundcloud.com/slumberland-records/sexy-kids-sisters-are-forever" target="_blank">Single</a> brachten) hervorgegangenen Veronica Falls trotz adretter Bobfrisur der Sängerin aber gar nicht sein, weshalb sie ihre Indiepop-Version mit geballter Velvet-Underground- und Postpunk-Schlagseite ausstatten und die Twee-Romantik, wie in „Found Love In A Graveyard“ von der Blümchenwiese auf den  Friedhof verlagern. Wer gerne mit hippen Präfixen um sich wirft, könnte also getrost von Goth-Twee reden, womit die geeignete Nische für diese Platte also flux geschaffen und ihre Existenz mehr als hinreichend gerechtfertigt wäre.</p>
<p>Kommen wir also nun zum eigentlich Wichtigen, der Musik, zu der es, was die dreiste Zeilenschinderei in der Einleitung höchstens halbwegs gelungen zu übertünchen weiß, eigentlich gar nicht soviel zu sagen gibt. &#8220;Nicht viel zu sagen&#8221; ist in diesem Fall allerdings ausnahmsweise und ausschließlich positiv zu werten: Denn das, was Veronica Falls hier abliefern, ist letztendlich nicht weniger als das Album, welches nicht nur die Versprechen der eigenen Vorabsongs restlos einlöst, sondern die ihrer leider meistens nur bis zu dreiviertelguten Artvewandten von den Crystal Dum Dum Vivian Girls gleich mit. Dazu benötigt die Band nicht viel mehr als ein paar halbstarke, manchmal an die Pixies erinnernde Gitarren, jede Menge Harmoniegesänge und schlichtweg hinreißende Melodien, die das Album vom Status einer ganz gewöhnlichen Indiepop-Platte direkt in den Jangle-Olymp katapultieren. Das Schlussstück „Come On Over“ beispielsweise ist so ein kleiner Geniestreich von einem Song, der erst verhangen beginnt, das Tempo unter mächtig hallenden Gitarren plötzlich anzieht, es trotzdem immer wieder leicht verschleppt, nur um den Moment herauszuzögern, in dem er sich mit himmlischen Falsett-Chören selbst die Krone aufsetzt.</p>
<p>Die grundsätzliche Skepsis dem aktuellen Schrammelpoprevival und seinen allzu banalen Auswüchsen gegenüber mag zwar auch nach diesem Album weiterhin nicht unberechtigt bleiben. Veronica Falls beweisen mit ihrem Debüt jedoch einmal mehr, dass es eigentlich nur eins braucht, um sich aus der grauen Masse hervorzuheben: Verdammt gute Songs.<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 80' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/80.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p><strong>Label:</strong> Slumberland / Bella Union / Cooperative</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Vivian Girls, Dum Dum Girls, The Raincoats, The Pastels, The Vaselines, The Velvet Underground</p>
<p><strong>Links:</strong> <a title="vf" href="http://veronicafalls.com" target="_blank">Homepage</a> | <a title="ms" href="http://www.myspace.com/veronicafallshardIm Cache - Ähnliche Seiten" target="_blank">MySpace</a> | <a title="str" href="http://3voor12.vpro.nl/speler/luisterpaal/45220532#luisterpaal.45220532" target="_blank">Albumstream</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 21.10.2011</p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F2448316&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F2448316&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>   </p>
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		<title>Golden Kanine &#8211; Scissors And Happiness</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 11:00:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Heider</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Beirut]]></category>
		<category><![CDATA[Glitterhouse]]></category>
		<category><![CDATA[Golden Kanine]]></category>
		<category><![CDATA[Modest Mouse]]></category>
		<category><![CDATA[Neutral Milk Hotel]]></category>

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		<description><![CDATA[Beirut hätten's nicht besser hinbekommen: Das wiederveröffentlichte Debüt der schwedischen Folkpop-Geheimtipps lädt zum Entdecken ein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/10/golkan_med.jpg' alt="Golden Kanine - Scissors And Happiness" /><strong>Das Dasein als „Zweite Reihe“-Band ist gewiss kein einfaches. Da spielt man sich Jahr für Jahr auf den undankbaren Nachmittags-Slots der Sommerfestivals den Arsch ab und erntet dafür trotzdem nicht mal ansatzweise die Aufmerksamkeit, die sagen wir mal ein Zach Condon oder Conor Oberst schon mit ein paar abgesagten Gigs generieren kann. Die Schweden von Golden Kanine, deren tolles zweites Album <a title="alb" href="http://www.auftouren.de/2011/04/14/golden-kanine-oh-woe/" target="_blank">„Oh Woe!“</a> in der Veröffentlichungsflut dieses Frühjahrs, man muss es wohl so sagen, leider ziemlich unterging, können ein Liedchen davon singen. Und so lässt sich dann auch nicht ganz genau sagen, ob man ihnen zum Support-Engagement der aktuellen Mando-Diao-Tour nun gratulieren oder doch besser Mitleid spenden sollte.</strong></p>
<p>Definitiv glücklich schätzen können sich die Fünf allerdings darüber, mit Glitterhouse eines der fürsorglichsten Labels überhaupt im Rücken zu haben, das sich in seiner traditionsreichen Geschichte nicht selten durch die Veröffentlichung allgemein unterschätzter, aber dennoch absolut essenzieller Perlen verdient gemacht hat. Die Beverunger scheinen von ihrer jüngsten Entdeckung sogar dermaßen überzeugt, dass sie nach „Oh Woe!“ auch noch Golden Kanines 2009 in Kleinstauflage erschienenem Debütalbum „Scissors And Happiness“ eine verdiente Wiederveröffentlichung spendieren.</p>
<p>Und was soll man sagen, alles was die Band heute ausmacht war auch vor rund zwei Jahren schon im Übermaß vorhanden. Zwar dürften Madonlinen, Trompeten, Posaunen und Geigen im Indiefolk-Gewand schon damals niemand mehr so wirklich vor Überraschung aus den Socken gehauen haben, zusammen mit alkoholgetränkter Schwermut und größtenteils erstklassigem Songwriting ist dieser Aufbau aber auch heute immer noch eine sichere Bank. „Scissors And Happiness“ scheint zwar nicht ganz so düster und zusammenhängend wie sein diesjähriger Nachfolger, hat aber bisweilen die besseren Einzelsongs zu bieten. Das gilt besonders für die beiden titelgebenden Lieder, „Scissors“ und „Happiness“, die sich nicht nur aufgrund ihrer zentralen Position als Herzstücke des Albums erweisen. Während ersteres auf einleuchtende Weise Modest-Mouse-Gitarren mit traurigen Bläsern zu einem klaustrophobischen, kleinen Hit kombiniert, packt zweiteres die Mandoline aus um mit stampfendem Schlagwerk und Posaunen in einem balkanisierten Trauermarsch zu enden, wie ihn auch Beirut nicht besser hinbekommen hätten.</p>
<p>Wer also noch einen Soundtrack für die nächste Herbstdepression sucht und wem Get Well Soon zu schnöselig und Mumford &amp; Sons schlichtweg zu platt sind, dem sei hiermit auch das Debütalbum von Golden Kanine schwerstens ans Herz gelegt. Für das Vorprogramm in die Tage gekommener, halbstarker Indie-Boygroups ist diese Musik nämlich nach wie vor viel zu schade.<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 71' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/71.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p></p>
<p><strong>Label:</strong> Glitterhouse</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Beirut, Neutral Milk Hotel, Modest Mouse, Get Well Soon, Mumford &amp; Sons, 16 Horsepower</p>
<p><strong>Links: </strong><a title="gk" href="http://www.goldenkanine.com/" target="_blank">Homepage</a> | <a title="ms" href="http://de-de.facebook.com/pages/Golden-Kanine/189432864414633" target="_blank">Facebook/a> | <a title="sc" href="http://soundcloud.com/goldenkanine" target="_blank">Soundcloud</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 07.10.2011</p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F10558261&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F10558261&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>   </p>
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		<title>Wilco &#8211; The Whole Love</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 07:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Heider</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[dBpm]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Tweedy]]></category>
		<category><![CDATA[The Whole Love]]></category>
		<category><![CDATA[Track by Track]]></category>
		<category><![CDATA[Wilco]]></category>

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		<description><![CDATA[Wilcos Alben bleiben wahre Ereignisse. Soviel Liebe will Stück für Stück seziert werden. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/09/Wilco-The-Whole-Love.jpg' alt="Wilco - The Whole Love" />Nach dem verhältnismäßig <a href="http://www.auftouren.de/2009/08/11/streifzug-sommer-spezial-teil-1-wilco-portugal-the-man/">mauen</a> letzten „Wilco (The Album)“ hätte man fast vergessen können, dass eine neue Platte von Wilco eigentlich immer ein Ereignis darstellt. Befand sich da eine Band, die zweifellos zu den größten der letzten 15 Jahre zu zählen ist und die mit „Summerteeth“, „Yankee Hotel Foxtrot“ und „A Ghost Is Born“ die Konventionen eines eigentlich erzkonservativen Genres auf den Kopf stellte wie keine zweite, etwa auf dem absteigenden Ast? Sollten von nun an nur noch nette, aber immer weniger relevante Variationen von Bekanntem folgen, bevor sich die Bandmitglieder dann endgültig aufs wohlverdiente Altenteil verabschieden würden?</strong></p>
<p>Mit „The Whole Love“, dem Einstand auf dem bandeigenen Label dBpm wollen es Wilco nun noch einmal wissen. Mehr Zeit zum Songschreiben soll sich Jeff Tweedy nach dem Abschied von Nonesuch gelassen haben. Zeit, in der rund 60 Songs entstanden, von denen es gerade einmal zwölf aufs endgültige Album geschafft haben. Doch war der Abgang vom Major wirklich der erhoffte Befreiungsschlag? Und wie nähert man sich eigentlich einem Album, einer Band, über die schon soviel gesagt und geschrieben wurde und deren Gesamtwerk Platz für unzählige Verweise böte? Nun an dieser Stelle vor lauter Ehrfurcht und aus Liebe zum nerdigen Buchhaltertum: „The Whole Love“ Track by Track von jemandem, der sich, soviel sei fairerweise gesagt, durchaus als Fan bezeichnen würde.</p>
<p><strong>1. Art Of Almost:</strong> Gleich der Auftakt des Albums ist ein dickes Highlight. Ein demolierter Beat macht den Anfang, bedrohlich anschwellende Streicher, dann erst setzt Jeff Tweedys wohlbekannte, gebrochene Stimme ein. Gut vier Minuten schlängelt sich der Song getrieben von einem leicht dubbigen Groove durch ein Dickicht aus Echos, sägenden Gitarren, verqueren Streichern und Stromschlägen. Funken sprühen an allen Ecken und Enden. So modern klangen Wilco vielleicht noch nie. Schlussendlich entlädt sich all die hier angestaute Energie in einem wuchtigen und leicht ausuferndem Gitarrensolo. Wenn ich eine Alltime-Top-Ten der besten Wilco-Songs hätte, wäre dieser hier mit Sicherheit drin.</p>
<p><strong>2. I Might:</strong> Der schon bekannte Vorabtrack, ein Powerpop-Song wie aus dem Lehrbuch aber doch typisch Wilco, hätte sicherlich auch auf „Summerteeth“ oder „Wilco (The Album)“ seinen Platz gefunden. Einfache Gitarrenakkorde treffen auf einen hübsch angezerrten Basslauf, kraftvolle Drums und beschwingte Uhuu-Chöre. So verspielt und gleichzeitig effektiv in den 60ern und frühen 70ern schwelgten zuletzt die New Pornographers in Hochform. Damit macht man nie etwas falsch, Wilco schon gar nicht.</p>
<p><strong>3. Sunloathe:</strong> Zum ersten Mal wird es ruhiger, manche würden auch sagen &#8220;nachdenklicher&#8221;(was nicht stimmt, denn nachdenklich waren nicht nur zwischen den Zeilen schon die beiden vorangehenden Stücke). Hier schmeicheln Klavier, Glockenspiel und verwehte Chöre, bis der Song erst gegen Ende etwas Fahrt aufnimmt. Die Worte „I don’t want to lose this fight / I don’t want to end this fight“ hallen nach, der Rest verstreicht etwas unspektakulär aber schön.</p>
<p><strong>4. Dawned On Me:</strong> Das zweite Highlight. Wahnsinn, was man so alles in einen einfachen Popsong stecken kann! John Stirratts Bass gibt sich schroff und strahlt dennoch umarmende Wärme aus. Ein Ergebnis der wieder mal unglaublich feinen Produktion, die sich angenehm rau und doch glasklar gibt. Ansonsten wird im Chor jubiliert, gepfiffen, ein wenig auf dem Glockenspiel geklimpert und zur Krönung eine Gitarre abgefackelt. Getragen wird all dies von der vielleicht schönsten Melodie des Albums, die sich in (Brian) wilsonesker Großartigkeit gen Himmel windet.</p>
<p><strong>5. Black Moon:</strong> Wieder eine Ballade. Und was für eine, möchte man diesmal anmerken. Die zurückgenommene Akustikgitarre und ein gelassener und sanftmütiger Jeff Tweedy schwelgen hier in einem Bett aus Streichern und verbreiten wohlklingende Melancholie. Ein wunderschöner Ruhepol.</p>
<p><strong>6. Born Alone:</strong> Hier stehen sich Form und Inhalt diametral gegenüber. Was textlich, wie der Titel schon andeutet, eine Abhandlung über die Einsamkeit darstellt und als relaxter Midtempo-Song beginnt, erweist sich schon bald als erhebender Poprock inklusive einer ganzen Wagenladung quietschiger Gitarren, die gegen Ende zum großangelegten Finale anschwellen. Tweedy deutet an, dass er zwar selbstverständlich immer noch nicht glücklich ist, diesem Umstand aber mit einem gewissen Sarkasmus begegnet: „Sadness is my luxury.“</p>
<p><strong>7. Open Mind:</strong> Abermals wird es ruhiger. Aus der Ferne verbreitet eine Steel Guitar Country-Stimmung, alles fließt wehmütig und dennoch irgendwie hoffnungsfroh dahin. Der Schaukelstuhl und Veranda-Song auf „The Whole Love“, so entspannt und weitgehend ereignislos wie ein Sonntagnachmittag.</p>
<p><strong>8. Capitol City:</strong> Ein Midtemposong, in dem viel mehr steckt, als man zunächst denken mag. Orgel, Steel Guitar und Harmonica verbreiten Jahrmarktsatmosphäre, während man sich zwischenzeitlich an die zumindest angedeutete Melodie von <a title="humming" href="http://www.youtube.com/watch?v=C6-hIczcC-A" target="_blank">„Hummingbird“</a> erinnert fühlt um dann doch von einer der Tempoverschiebungen überrascht zu werden. Das Finale mit seinen Kirchenglocken und Backing-Chören ist dann wieder engelsgleich.</p>
<p><strong>9. Standing O:</strong> So etwas wie der Rocksong auf „The Whole Love“. Die breitbeinigen Gitarren im Mittelteil sind dann aber vielleicht ein bisschen zuviel des Guten, sicherlich gibt es bessere Wilco-Stücke. Schön jedoch, mit welcher Lässigkeit Tweedy das &#8220;O&#8221; am Ende der titelgebenden Zeile zerdehnt. Und die Melodie, die fetzt auch.</p>
<p><strong>10. Rising Red Lung:</strong> Quasi das Zwillingsstück zu „Black Moon“, denn alles, was bereits dazu gesagt wurde, ließe sich auch hier anwenden, außer dass die Streicher durch eine Steelguitar ersetzt werden und alles noch zurückgenommener wirkt. Nur kurz vor Schluss erhebt sich das Lied noch mal zu einem winzigkleinen Anstieg.</p>
<p><strong>11. Whole Love:</strong> Kurz vor Schluss noch mal Midtempo, inklusive freundlicher Melodie, mit Schmirgelpapier angerauter Gitarren und eines wunderschön dahingehauchten und langezogenen „Whole Love“. Kein Höhepunkt, aber hübsch.</p>
<p><strong>12. One Sunday Morning (Song For Jane Smiley’s  Boyfriend):</strong> Was furios begann, braucht auch einen nicht minder grandiosen Abschluss. Wäre da nicht bereits Ja, Paniks Manifest <a href="http://www.auftouren.de/2011/04/15/ja-panik-dmd-kiu-lidt/">„DMD KIU LIDT“</a>, Wilco hätten das Kunststück vollbracht, zugleich den besten Opener und Schlusstrack in diesem Jahr zu schreiben. Auf der Basis eines simplen Gitarrenmotivs und perlender Pianosprenkler erzeugen Tweedy und Co. hier ein Gefühl der Zeitlosigkeit, das völlig gleichgültig werden lässt, ob das Stück nun nach 12 Minuten endet. Hier schließt sich die Klammer eines wunderbar runden Albums, welches dem Wilco-Kosmos zwar kaum wirklich Neues hinzufügt, das aber dennoch nur für sich steht. Für sich und dafür, dass Veröffentlichungen von Wilco-Alben auch weiterhin wahre Ereignisse darstellen.</p>
<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 84' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/84.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p>
<p><strong>Label:</strong> dBpm / Anti</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> My Morning Jacket, The Beatles, Big Star, Neil Young, Ryan Adams, Bright Eyes</p>
<p><strong>Links: </strong><a title="wilco" href="http://wilcoworld.net/home/" target="_blank">Homepage</a> | <a title="ms" href="http://www.myspace.com/wilco" target="_blank">MySpace</a> | <a title="stream" href="http://www.npr.org/2011/09/19/140476897/first-listen-wilco-the-whole-love" target="_blank">Albumstream</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 23.09.2011</p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F19986032&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F19986032&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  </p>
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		<title>Apparat &#8211; The Devil&#8217;s Walk</title>
		<link>http://www.auftouren.de/2011/09/14/apparat-the-devils-walk/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=apparat-the-devils-walk</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 06:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Heider</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Apparat]]></category>
		<category><![CDATA[Mute]]></category>
		<category><![CDATA[Notwist]]></category>
		<category><![CDATA[Radiohead]]></category>

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		<description><![CDATA[Apparat und Band verlaufen sich mit ihrem atmosphärischem Pop in detailverliebtem Sounddesign.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/09/appdev_thumb.jpg' alt="Apparat - The Devil's Walk" />Die musikalische Entwicklung einer Band oder eines Solokünstlers folgt erstaunlicherweise, wenn man nicht gerade Scott Walker heißt, meist vorgezeichneten Pfaden. Denn so, wie man sich mit zunehmenden Alter angeblich für Jazz zu interessieren beginnt, landen die meisten Musiker, ob nun Lo-Fi-Schrammler oder Elektro-Frickler, irgendwann beim klassischen, gediegenen Popsong als Format ihrer Wahl. Darüber, ob das nun generell als Fort- oder Rückschritt zu werten ist, lässt sich wohl kein eindeutiges Urteil fällen, denn die Umstände und Ergebnisse sind in dieser, so scheint es, naturgegebenen Entwicklung selbstverständlich höchst unterschiedlich.</strong></p>
<p>Bei Apparat, bürgerlich Sascha Ring, gipfelte sie jedenfalls 2007 in einem streckenweise ziemlich grandiosen Album, das Rings Dancefloor-Background (Shitkatapult, BPitch Control) wunderhübsch hinter nebligen Soundscapes und heimeligen Notwist- und Radiohead-Reminiszenzen verbarg. Ein wenig zerbrechlicher Pathos, traumwandlerische Arrangements und diese spezielle Mischung aus shoegazender Uneindeutigkeit und elektronischer Klarheit machten „Walls“ zu einem melancholischen Kleinod, das in seinen besten Momenten in großem Pop mündete. Der nun erscheinde Nachfolger „The Devil’s Walk“, auf dem der Computer stärker als je zuvor von analogem Equipment in den Hintergrund gedrängt wurde, schickt sich nun an, auf diesem bisher ziemlich stringenten und vielversprechenden Entwicklungspfad den nächsten großen Schritt zu wagen und verstolpert sich, soviel sei vorab schon gesagt, kräftig.</p>
<p>Dabei hätte alles so schön sein können. Der Opener „Sweet Unrest“ schickt glasklares Gitarrenpicking, Glockenspiel und Handclaps über verregnet klingende Ambientflächen. Sakraler Frauengesang erklingt und das war es dann leider auch schon. Nach dreieinhalb Minuten verendet der Track als spannungsbogenfreies Intro im Nichts. Ein symptomatisches Problem auf „The Devil&#8217;s Walk“, dessen Stücke oft verheißungsvoll beginnen und dann nicht mehr weiter zu wissen scheinen. Pathetisch schichten sich beispielsweise in „Black Water“ die Synthie- und Keyboardflächen übereinander, während Rings Gesang sich in Coldplayeske Höhen windet. Eine wirklich spannende Idee oder Melodie lässt sich hinter all dem jedoch nicht erkennen.</p>
<p>Klar, man merkt „The Devil’s Walk“ an jeder Stelle an, wie detailverliebt und ambitioniert Ring und seine Mitmusiker bei den Aufnahmen zu Werke gingen. Doch es scheint ganz so, als hätten sie darüber etwas vergessen: Das, was ein wirklich gelungenes Pop-Album ausmacht, sind im Wesentlichen eben einfach gute Lieder. Über die Ideenlosigkeit im Songwriting können hier nämlich weder die lupenreine Produktion, noch der Gastauftritt von Anja Plaschg alias Soap &#038; Skin hinwegtäuschen, die „Goodbye“ mit der ganzen Kraft ihrer einnehmenden Stimme in eine düstere Moritat verwandelt und so zumindest einen Höhepunkt dieser ansonsten ereignislos wie ein verregneter Sonntagnachmittag dahinplätschernden Platte setzt. Das zweite Highlight bildet dann bezeichnenderweise mit „The Soft Voices Die“ ein zum größten Teil instrumentaler Track. Tempowechsel und dramatisierende Streicher sorgen hier für den nötigen Twist, der dem überwiegenden Rest des Albums leider gänzlich abgeht. Denn bei allen guten Ansätzen scheint Apparat mit diesem Album irgendwie den Blick fürs Wesentliche verloren zu haben, ohne den sich leider auch die feinsten Arrangements als weinerlicher Kitsch verirren.</p>
<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 58' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/58.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p>
<p><strong>Label:</strong> Mute</p>
<p><strong>Referenzen: </strong>Radiohead, The Notwist, Raz Ohara, Turner, Jonsí, Coldplay</p>
<p><strong>Links:</strong> <a title="ap" href="http://www.apparat.net/" target="_blank">Homepage</a> | <a title="ms" href="http://www.myspace.com/apparat" target="_blank">MySpace</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 23.09.2011</p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F23202651&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F23202651&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  </p>
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		</item>
		<item>
		<title>The War On Drugs &#8211; Slave Ambient</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 09:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Heider</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Vile]]></category>
		<category><![CDATA[Secretly Canadian]]></category>
		<category><![CDATA[The War On Drugs]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Schwebezustand jenseits von Raum und Zeit: Das zweite Album der Band um Adam Granduciel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/09/twodsla_thumb.jpg' alt="The War On Drugs - Slave Ambient" />Was passiert, wenn man Bob Dylan, Bruce Springsteen und Kevin Shields gemeinsam für ein paar Wochen in eine Opiumhöhle sperrt? Nein, lassen wir das. Denn wenngleich auch ihr zweites Album „Slave Ambient“ in seiner eigentümlichen Kombination von Shoegaze, Psychedelica und abgehangener Americana wieder zum munteren Referenzdropping einlädt, ist es letztendlich etwas ganz anderes, was die Musik von The War On Drugs aus der anstehenden herbstlichen Veröffentlichungsflut hervorstechen lässt.</strong></p>
<p>Als eine der ganz wenigen ihrer Generation gelingt es der Band um Adam Granduciel nämlich, einen Sound zu kultivieren, für den das Wort &#8220;zeitlos&#8221; ausnahmsweise mal keinen abgeschmackten Baustein von Promosheets und daraus abgeschriebenen Rezensionen darstellt. Ganz einfach weil der Begriff hier nicht im Sinne von &#8220;anti-modern&#8221; zu verstehen ist, sondern eine Musik beschreibt, die klingt, als wäre sie nicht zu irgendeinem Zeitpunkt entstanden, sondern immer schon dagewesen. Ähnlich wie bei Ex-Mitglied Kurt Vile, zu dessen „Smoke Ring For My Halo“ Kollege Pascal <a href="http://www.auftouren.de/2011/02/28/rezension-kurt-vile-smoke-ring-for-my-halo/">Anfang des Jahres</a> schon zu Recht bemerkte, dass es eine an Jim-Jarmusch-Filme erinnernde Ästhetik der scheinbar unspektakulären, vagen Zwischenräume und losen Enden vertone, befinden sich die Lieder von The War On Drugs in einem seltsamen Schwebezustand, der sie von Verbindlichkeiten wie Ort und Zeit nahezu vollständig entkoppelt. Vor dem inneren, konditionierten Auge sieht man zwar endlose Highways und die Weite der Prärie passieren, im Grunde genommen könnte der Ort des Geschehens aber auch jeder andere in diesem Universum sein.</p>
<p>Beständig aufs Tempo drückend und weniger in sich gekehrt als zuletzt noch bei Vile zerschmelzen, fließen, mäandaern klassische Songstrukturen aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und gelegentlichen Harmonica-Einlagen hier durch eine warme Ursuppe aus Noiseschleifen. Granduciels unweigerlich an Dylan erinnernder Gesang wirkt dabei stets unentschlossen, ob er sich nun von der Wucht der Wall Of Sound treiben lassen oder gegen sie anstemmen soll. Den sich immer wieder aus dem Feedbacknebel schälenden Liedern gelingt unterdessen das seltene Kunststück, zwar immer irgendwie gleich, aber doch jedes mal aufs Neue großartig zu klingen. Dieses Phänomen des sich wiederholenden, aus derselben Grundmasse immer wieder Neu-Formens verleiht „Slave Ambient“ eine ungeheure Homogenität, die ins Monotone abdriften würde, wären The War On Drugs nicht ganz nebenbei auch noch fantastische Songschreiber. So sind es die ihren altvorderen Idolen alle Ehre machenden Highlights, wie der Opener „Best Night“, „Your Love Is Calling My Name“ oder „Come To The City“, die der unruhig wabernden Lavamasse des Albums letztendlich die akzentuierenden Funken entlocken.</p>
<p>Zwar könnte man bemängeln, dass mit „Baby Missiles“ der beste Song schon von der letztjährigen „Future Weather“-EP bekannt war und dass das Quartett kaum Anstalten macht, seinem Gesamtwerk einmal neue Akzente zu entlocken. Aber wer würde so etwas im Angesicht des schlichtweg beeindruckenden Gefühls der Unendlichkeit in dieser Musik schon wagen?</p>
<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 80' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/80.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p>
<p><strong>Label:</strong> Secretly Canadian</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Kurt Vile, Bob Dylan, Bruce Springsteen, The Walkmen, My Bloody Valentine, Deerhunter</p>
<p><strong>Links:</strong> <a title="wod" href="http://www.thewarondrugs.net/" target="_blank">Homepage</a> | <a title="ms" href="http://www.myspace.com/thewarondrugs" target="_blank">MySpace</a> | <a href="http://www.rollingstone.de/news/meldungen/article112406/The-War-On-Drugs-Das-neue-Album-Slave-Ambient-exklusiv-bei-uns-im-Stream.html" target="_blank">Albumstream</a></p>
<p><strong>VÖ: </strong>26.08.2011</p>
<div style="text-align: center">
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/27019826" width="500" height="281" frameborder="0"></iframe></p>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Jay-Z &amp; KanYe West &#8211; Watch The Throne</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Aug 2011 10:32:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Heider</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[beyonce]]></category>
		<category><![CDATA[Def Jam]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Ocean]]></category>
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		<category><![CDATA[kanye west]]></category>
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		<category><![CDATA[The Throne]]></category>

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		<description><![CDATA[Superman und Batman: Die Platzhirsche im Hip-Hop-Business verteidigen den Thron.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class='noshadow thumb ' style='' src='http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/08/throne.jpg' alt="Jay-Z &amp;amp; KanYe West - Watch The Throne" /><strong>Während hierzulande sogar schon der Rückgriff auf 90er Jahre Crossover und pathostriefende Befindlichkeitslyrik als bahnbrechende <a href="http://www.auftouren.de/2011/07/19/casper-xoxo/" target="_blank">Erneuerung</a> gefeiert wird und man sich am Rande zum Westküsten-Underground immer noch darüber streiten kann, ob Tylers <a href="http://www.auftouren.de/2011/05/17/tyler-the-creator-goblin/" target="_blank">Exzesse</a> nun die Rettung eines Genres oder nur die geschmacklosen Fantasien eines Spätpubertierenden abbilden, ist im amerikanischen Mainstream-Hip-Hop auch 2011 weit und breit kein Herausforderer zu sehen, der den beiden unstrittig größten Platzhirschen im Business derzeit gefährlich werden könnte. Schon gar nicht, wenn sich diese Beiden nun auch noch zusammentun um in Sachen Thronverteidigung gänzlich auf Nummer sicher zu gehen.</strong></p>
<p>Was in der freien Marktwirtschaft wie ein klarer Fall für’s Kartellamt klingt, wirkt im Hip Hop zunächst einmal zutiefst vorhersehbar, denn ausnahmslos jeder zwischen 16 und 35 dürfte heutzutage wissen, was er von diesen beiden Schwergewichtern auch im Zusammenspiel erwarten kann. Wo Jay-Z den unverwundbaren und übermenschlichen Superman gibt, dessen überbordendes Selbstbewusstsein sich vor allem in größtmöglicher Souveränität und den besten Rapskills weit und breit ausdrückt, ist KanYe West eher ein mit allerhand technischen Gadgets aber auch allzu menschlichen Schwächen und Traumata ausgestatteter Batman mit latentem Hang zum Größenwahn. Die Widersprüche, die sich aus dieser Kombination ergeben, nehmen die beiden jedoch locker auf sich.</p>
<p>Tatsächlich ist auf „Watch The Throne“ weitestgehend drin, was drauf steht. Jedoch, und das ist die wirklich gute Nachricht, ohne allzu große Kompromisse in Richtung Radiopop zu machen oder nur auf den großen Singlehit zu schielen. Eine Tatsache, die das Album erfrischenderweise sogar ein Stück weit von KanYes letztendlich etwas zu sehr in höchste Popolymp-Höhen gelobten „Beautiful Dark Twisted Fantasies“ aus dem letzten Jahr abhebt. Die Beats pumpen hier nicht mehr ganz so bombastisch wie zuletzt und die Gästeliste fällt um einiges kürzer aus, als man das von den beiden Hip-Hop-Dons gewohnt ist. Im Gegenzug atmet vieles wieder den – natürlich dreist bei alten Legenden geborgten &#8211; Soul früherer KanYe-Produktionen, was mit der clever gesampleten Hommage „Otis“ gleich schon mal zur besten Jay-Z-Single seit langem führt. Noch besser ist „Murder to Excellence“, das den üblichen auf diesem Album zelebrierten Muskelspielen mit seiner klaren Botschaft eine ungewohnt ernsthafte Note verleiht und nur dadurch etwas abgewertet wird, dass anschließend mit „Made In America“ neoliberaler Siegerpathos der schlimmsten Sorte folgt. Da helfen auch Frank Oceans Gastauftritt und die wiederholte Anrufung der Brüder Martin, Malcolm und Co nichts. An anderen Stellen beweisen Jay-Z und West wiederum und einmal mehr erstaunliche Weitsicht über den eigenen Tellerrand hinaus, etwa wenn sich im lustigen Zotengedresche von „Ni**as in Paris“ plötzlich Dubstep-Elemente einschleichen. Das ist vielleicht nicht wirklich innovativ, beweist aber abermals wie nah am Zahn der Zeit sich die beiden, Arroganz hin, Größenwahn her, auch weiterhin bewegen.</p>
<p>Natürlich kommt auch „Watch The Throne“ nicht ohne die genreüblichen Machismen und Widersprüche aus. So fragt man sich be „That’s My B**ch“, ob einem musikalisch uneingeschränkt tollem Track inhaltlich mit etwas anderem als plumpen Sexismus nicht weit mehr geholfen wäre oder warum vor zwei Jahren ausgerechnet Jay-Z einen Track seines letzten Albums „Death Of Autotune“ nannte. Aber wer über solche Ambivalenzen nicht zumindest zeitweise hinwegsehen kann, der dürfte mit den Protagonisten dieser großangelegten und überwiegend ziemlich grandiosen Leistungsschau eh längst abgeschlossen haben. „Watch The Throne“ ist konventionelles aber handwerklich perfekt gemachtes Blockbusterkino und lässt als Mainstream-Hip-Hops State of the Art bis auf weiteres keinen Zweifel daran, dass die Thronverteidigung für diese beiden Herren eine mehr als sichere Angelegenheit darstellt. Ernstzunehmende Herausforderer werden immer noch händeringend gesucht.</p>
<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 78' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/78.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p>
<p><strong>Label:</strong> Roc-A-Fella / Def Jam</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> Kid Cudi, Big Boi, Nas, Lupe Fiasco, Pharrell, Lil&#8217; Wayne</p>
<p><strong>Links:</strong> <a href="http://watchthethrone.com/" target="_blank">Homepage</a>, <a href="http://www.jayzhitscollection.com/" target="_blank">Jay-Z</a>, <a href="http://kanyewest.com/" target="_blank">KanYe West</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 12.08.2011</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/27969801?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="500" height="281"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Memory Tapes &#8211; Player Piano</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Aug 2011 07:07:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Heider</dc:creator>
				<category><![CDATA[Plattenkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[chillwave]]></category>
		<category><![CDATA[memory tapes]]></category>
		<category><![CDATA[Something In Construction]]></category>

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		<description><![CDATA[Dayve Hawks kurzweiliges zweites Album oszilliert zwischen verhangenen Synthieschwaden und sommerlichen Popmelodien.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/08/memory.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-25721" style="float: left" src="http://www.auftouren.de/wp-content/uploads/2011/08/memory.jpg" alt="" width="194" height="194" /></a>Mal vorneweg, Chillwave finde ich persönlich, jedenfalls dem musikalischen Ergebnis nach zu urteilen, in fast allen Fällen eher mäßig spannend. Zwischen Lomo- und cheesy Softpornoästhetik ist mir da, egal ob jetzt bei Toro Y Moi oder Washed Out, einfach zuviel konturloses Gewaber und zuwenig Song. Doch weil Ausnahmen bekanntermaßen die Regel bestätigen, wollen wir uns nun trotz allem Dayve Hawk und seinem Alias Memory Tapes widmen, dessen vorzügliches Debütalbum „Seek Magic“ ich an <a title="rev" href="http://www.auftouren.de/2009/11/13/rezension-memory-tapes-seek-magic/" target="_blank">dieser Stelle</a> schon vor knapp zwei Jahren lobend erwähnte, als der immer noch ziemlich ulkige Begriff „Chillwave“ noch nicht allzu lange geboren war.</strong></p>
<p>Schon damals schaffte Hawk es, seinem einigermaßen eigenständigen Dreampop-Gemisch aus verwehten Shoegaze-Verweisen und Synthienebel durch beschwingte, ja fast tanzbare Elektropop-Melodien Leben einzuhauchen. Ein Kunstgriff, den er den meisten seiner Kollegen bis heute voraus hat und der zu großen Teilen auch das nun erschienene zweite Memory-Tapes-Album „Player Piano“ ausmacht. Wieder einmal oszilliert die Musik hier zwischen verhangenen Synthieschwaden und sommerlichen Popmelodien mit allerhand spielerischen Einlagen, von synthetischen Streichern bis zum Glockenspiel. Zusammengehalten wird das Ganze durch Hawks freundlichen aber immer etwas abwesenden Gesang, der den Songs ihre vertraute Herzlichkeit verpasst. Stücke wie „Today Is Our Life“ beschwören sanfte Euphorie, Handclaps und verdaddelte Gitarreneinlagen, während das grandiose „Yes I Know“ (man beachte bitte auch das vielleicht noch grandiosere <a title="video" href="http://vimeo.com/24637555" target="_blank">Video</a>) als Hymne des sich Auflösens den geeigneten Kontrapunkt setzt. Immer wieder erheben sich mal majestätisch schwere, mal tänzelnd leichte Melodien aus dem Wolkenmeer dieses Albums und lassen den vorher grauen Himmel psychedelisch schimmern.</p>
<p>Im Grunde bleibt also alles beim Alten im Reich der Memory Tapes, denn auch die Schwachstellen des Vorgängers wurden auf „Player Piano“, obwohl es insgesamt kohärenter wirkt, weitgehend übernommen. Da wären zum Einen die leichten Durchhänger und Belanglosigkeiten, die den insgesamt äußerst gelungenen Gesamteindruck etwas trüben und zum Anderen der verwehte zeitgeistige Gestus, der Hawks Zweitwerk zwar zu einem ziemlich kurzweiligen aber nicht unbedingt nachhaltigen Vergnügen macht. So ragen diese Memory Tapes zwar wieder einmal angenehm melodieseelig aus dem sonstigen Chillwave-Einerlei heraus, zum großen Wurf reicht es nicht nur aufgrund des Schicksals der Zweitgeburt aber auch diesmal nicht.</p>
<p><img class='alignleft noshadow' alt='Wertung: 73' src='http://www.auftouren.de/wp-content/themes/auftouren/rating/73.png' style='margin-left: 2px; margin-right: 3px;' /></p>
<p><strong>Label:</strong> Something In Construction</p>
<p><strong>Referenzen:</strong> ceo, Air France, Washed Out, Toro Y Moi, jj, M83</p>
<p><strong>Links: </strong><a title="stream" href="http://thequietus.com/articles/06468-memory-tapes-player-piano-stream-and-track-by-track-guide" target="_blank">Albumstream</a><strong> | </strong><a title="weird" href="http://memorytap.es/" target="_blank">Homepage</a> | <a title="ms" href="http://www.myspace.com/memorytapes" target="_blank">MySpace</a> | <a title="blog" href="http://weirdtapes.blogspot.com/" target="_blank">Blog</a></p>
<p><strong>VÖ:</strong> 15.07.2011</p>
<p><object height="81" width="100%"><param name="movie" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F15063815&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param> <embed allowscriptaccess="always" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F15063815&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;color=d38475" type="application/x-shockwave-flash" width="100%"></embed></object>  </p>
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