Nachdem Australien und Neuseeland in den vergangenen Jahren ihr musikalisches Potential auf unterschiedlichste Art und Weise der Welt entgegen gebracht haben, scheint nun Tasmanien an der Reihe zu sein. Denn der minimalistische Post-Punk von The Native Cats passt hervorragend in die Zeit, in der sich unter anderem Shame, Idles und Fountaines D.C. um die Vorherrschaft in diesem zuletzt doch stark frequentieren Genre tummeln. Seit 2007 als Duo mit diversen Gast- und Livemusikern unterwegs, mischen Julian Teakle und Chloe Alison Escott kräftig mit und haben mit „John Sharp Toro“ ein Werk aufgenommen, das vor allem von der markigen Stimme der transidenten Escott und dem stoischen Bassspiel Teakles lebt. Es wäre dabei zu einfach, das mittlerweile vierte Album monoton oder gar repetitiv zu nennen, denn genau das ist Stilmittel und nicht selten erinnern Stücke wie der Titelsong oder „Tailwind On Stone“ an die diversen Bandprojekte eines Ian Svenonius. Zuweilen prallen allerdings gar unerwartet spacige Synthies, pubrockende Sequenzen oder Mädchenchöre zwischen die Seiten. Nicht dass dadurch die Monotonie aufgelöst würde, aber zumindest wirkt so etwas gerade in der leidlich überraschungsarmen zweiten Albumhälfte wie ein letztes Aufbegehren, nachdem der kurze, ruppige Hit „One Thousand Points Of Light“ schon längst zwischen den Bassfiguren Teakles verschwunden ist. Dass das Album so klingt, liegt an seiner Entstehungsgeschichte, denn vor allem Escott hat die bereits 2015 in einem Tag aufgenommenen Songs über den Prozess ihres Coming-outs mit genau den Elementen aufbereitet, die sie bis zur Veröffentlichung des Werks ertragen, aushalten und zuletzt genießen durfte. So ist „John Sharp Toro“ teils queeres Manifest, teils Zeitgeiststudie, aber vor allem eine persönliche Aufarbeitung. Dass diese allerdings dann doch ein wenig farbenfroher hätte ausfallen und damit dem bunten Albumcover nacheifern können, steht auf einem anderen Blatt.

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