St. Beauty müssten ihre Songs gar nicht erst mit Worten versehen, um ihnen Bedeutung zu verleihen: Ihr fein gestrickter R‘n‘B evoziert die ersten Sonnenstrahlen, die nach einem Winter saftige Wiesen auftanken, noch bevor sich der Titel ihrer wundervollen Debüt-EP als „Running To The Sun“ entpuppt. Auch die Harmonie, mit der sich die Gesangsorgane des Duos ergänzen, untermauert nur weiter ihre Texte von Ruhefindung und Erneuerung, Selbstreflexion und gemeinsamer Stärke. Alex Belle besitzt die gefasste Kraftstimme der beiden Atlanterinnen, singt aber nicht unbedingt zuvorderst. Während sie im schwelgenden Grandeur von „Lucid Dreams“ oder im skelettiert pochenden, zart umhauchten „Stone Mountain“ die Refrains und erste Strophe stemmt, federt Isis Valentino die zweite mit rauniger Stimmfarbe behutsam ab, noch mehr Wechseldynamik entsteht in komplexer segmentierten Stücken wie „Caught“. Dass Valentino die instrumentalen Grundzüge vieler Stücke auf der Akustikgitarre entwarf, klingt immer wieder in zerlegten oder sparsam eingestreuten Akkorden durch, wie zwischen den Blechbläser-Linien und satten Claps von „Borders“ oder im Refrain von „Caught“, der die Unzufriedenheit der kühl-minimalen Strophen mit bassigem Pulsieren und den vereinten Stimmen von Belle und Valentino wärmend überlegt: „He was getting way too comfortable/ Now I’m taking back all my control/ Now everything is alright/ after I said goodbye“.

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