Das Scheitern gehört zum Experimentieren: Selbst wenn man keine neuen Erkenntnisse gewinnt, kann man den Ansatz nochmal rekonfigurieren oder halt komplett verwerfen. Ein gänzlicher Fehlschlag waren die ausgiebigen Studio-Geräuschbasteleien nicht, die No Age für „An Object“ mit Kontaktmikrophonen veranstalteten, dennoch bewegt sich das Duo mit seinem fünften Album so weit weg vom konzeptuellen Überdenken wie möglich. Spontanität lautete die Maxime für das über Liveauftritte entwickelte „Snares Like A Haircut“, Dean Spunt und Randy Randall drücken simultan auf Tempo und Effektpedale, bis sich eine traumhafte Lärmwelle nach der anderen aus den Verstärkern ergießt. Weniger druckvoll strecken sich Songs wie das psychedelisch gebündelte Beatklappern „Squashed“ und das Titelstück ambient aus, zum Ende hin macht sich auch shoegaziges Nachhallen breit, doch stellt dies nur eine Art von Kontrast gegenüber dem hookigen Punk-Programm dar. Das abgeriebene Stimmkratzen über knochigem Saitenrattern bei „Tidal“, der kaskadierende Donnerhagel im eröffnenden „Cruise Control“, der bimmelnde Perkussionsvorhang über „Stuck In The Changer“: Es sind die ungewöhnlich dimensionierten bis geradezu schrägen Klangkonstrukte am Rand, die No Age als Rockband so aufregend halten.

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