CloakroomTime Well

Wie schon gesagt: 2017 scheint ein gutes Jahr für Shoegaze zu werden. Auch Cloakroom aus Nordwest Carolina bedienen dieses Genre und veröffentlichen mit „Time Well“ ihr zweites Album (und das bei den ehemals-Metallern Relapse, die scheinen ihr Herz für Shoegaze entdeckt zu haben). Ähnlich wie ihre physischer auftretenden Labelkollegen Nothing, oder eben Hundredth, hegen Cloakroom eine durchaus als amerikanisch zu bezeichnende Spielweise von Shoegaze – irgendwie breitbeiniger, ohne in Machismo zu kippen, mehr Smashing Pumpkins als Ride und streckenweise eher mit dem Verve von früheren Pavement als My Bloody Valentine. Bei „Sickle Moon Blues“ muss man sogar unweigerlich an Codeine, die Großmeister des Slowcore denken. Sicherlich nicht die schlechteste Referenz, ist doch deren Debüt ein zeitloses – leider beinahe vergessenes –  Meisterwerk. Ob „Time Well“ dieses Potential hat, will ich einfach mal bezweifeln, aber es ist ein mehr als angenehmes einstündiges Gesamtpaket, das perfekt mit der derzeit grassierenden schwülen Hitzewelle und kühlen Getränken an der frischen Luft korrespondiert und uns wegen seiner Vielschichtigkeit auch noch weit in den Herbst hineintragen wird.

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