DasherSodium

„Sodium“ ist unüberhörbar. Jedes Wort auf Dashers Debütalbum ist in Großbuchstaben ausgeschrien, was Zeilen wie „My body is not yours“ in „Trespass“ eine Intensität verleiht, die das grelle Saitenzittern daneben nur unterstreichen kann. Seit seinem Demotape von 2013, das knapp die Hälfte dieser Songs enthielt, hat das noisig-punkige Trio um Kylee Kimbrough nochmal ungemein an Eindringlichkeit gewonnen – vor allem dadurch, dass Kimbroughs zuvor hintergründiger Gesang nun gleichauf mit ihrem Schlagzeughämmern hervorpeitscht. Ähnlich direkt wie ihre Vocal-Führung ist Kimbroughs Spiel, das lieber doppelt soviel Gewicht in einen insistenten Anschlag legt als schmückende Fills einzustreuen, während die beiden Gitarren bei „Eye See“ in einem gleichzeitigen Tonauf- und -abgang einander auseinanderzureißen scheinen. Songs wie das bassig grummelnde „Go Rambo“ oder das eröffnende „We Know So“ besitzen stets zumindest die Andeutung einer Melodie in Gitarre oder auch Vocals, doch was bleibend ins Ohr dringt, ist vor allem der kunstvoll hervorberstende Sound. Als müsste sie für das reduzierte Feedback der Gitarren kompensieren, pflastert Kimbrough ihr abgründiges Kratzen breit übers Titelstück, in „Teeth“ hallt sie oszillierend verfremdet, als würde sie mit einem Megaphon durch einen langen Tunnel shouten – monströsere Ausmaße nehmen ihre Vocals nur noch in „No Guilt“ an, wo sie quer durch den Stereoraum kriecht und im Finale schließlich überfallartig von rechts den Songtitel doppelt so laut ausbrüllt.

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