ChonHomey

Math-Rock mit Rap- und zerschnipselten R‘n‘B-Features? Schockschwerenot, die Vorstellung wird bei so manchen doch eher die Ohrenhaare zu Berge stehen lassen. Chon gelingen solche Vermengungen auf ihrem zweiten Album „Homey“ aber durchaus stimmig, denn wie schon bei so einigen wolkigen Rap-Auswüchsen der letzten Jahre steht auch bei dem größtenteils rein instrumental agierenden Quartett die lässige Vibe-Projektion über Muckertum oder Aggression. Mag Nathan Camarena noch ähnlich inbrünstig in seine wüstentrockenen Snares wuchten wie in Prog-Metal-Frühzeiten der Band, verlegt er doch „Here And There“ in einen gänzlich unschweren Groove und hängt „No Signal“ einen verzogenen Schwung an. Damit nähert er sich auch den drei Vocal-Stücken des Albums an, deren Sound wie schon der von „Glitch“ mit digitalen Beats und Synth-Flächen stärker prozessiert daherkommt, während die beiden Gitarristen auf den übrigen Stücken reichlich Gebrauch von Waberpedal und Verziehungseffekten machen. Neben Math-randständigen Bands wie Battles und tricot erinnern die Kalifornier so mit ihrem aquatisch benetzten Funkel-Tapping, sonnenanbeterischen Gleitmomenten bei dem in Sprints ausbrechenden „Checkpoint“ oder dem ebenso gniedeligen „Here And There“ auch an Ponytail oder Delicate Steve. Vergleichbar ekstatische Momente oder emotional kommunikative Melodien hat „Homey“ nicht, dafür wirken Chon mit ihrer technischer Komplexität etwas zu abgeklärt – aber eben auch verdammt chill.

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